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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Königsnelken - Königstein
bis Südschweden und das nördl. Asien. Die nörd-
lich der Alpen lebenden Individuen ziehen im Winter
südwärts bis Nordafrika. Der K. ist ein der Jagd
und Geflügelzucht sehr schädlicher Vogel.
Königsnelken, eine Art der Gewürznelken (s. d.).
Königsparadiesvögel <0iciimuru3), Gattung
der Paradiesvögel, von der Größe der Amsel, mit
wenig verlängerten Seitenfedern, die beiden mitt-
lern Schwanzfedern drahtartig und nur an der
Spitze mit spiralig aufgerollter Fahne. lüicinnui-uZ
i-6ssw3 ^i'ell. ist oben "braunrot, unten weih mit
grüner Querbinde unterhalb des Halses. Bewohnt
Neuguinea, die Aru-Inseln und Misol.
Königsrot, soviel wie Englischrot.
Königssalbe (Hn^uentum da,8i1icuni), eine gelb-
braune Salbe, die nach dem Arzneibuch für das
Deutsche Reich aus 9 Teilen Olivenöl, 3 Teilen
gelbem Wachs, 3 Teilen Kolophonium, 3 Teilen
Hammeltalg und 2 Teilen Terpentin besteht.
Königsschlange, s. Riesenschlangen.
Königssee oder Bartholomäussee, der
schönste See Deutschlands, im oberbayr. Bezirksamt
Berchtesgaden (s. d.), der Glanzpunkt der Königs-
seegruppe in den Berchtesgadener Alpen (s. Ost-
alpen), am östl. Fuße des 2714 m hohen Watzmann,
5 km von Berchtesgaden, 602 in ü. d. M. gelegen,
8 km lang, 1 km breit, 188 m tief, bedeckt 500 Ka
und stießt mittels der Alm oder Königsseer Ache
in die Salzach ab. Die einschließenden grauweißen
Felswände starren mauerartig über 2000 m empor
und geben nur hier und da einem schmalen Ufer-
saum Raum. Von Osten her rauscht der Königsbach
berab, und weiter oberhalb stürzt, zwei Wasserfälle
bildend, aus einer engen Schlucht der Kesselbach
herein. Der Mündung des lehtern schräg gegenüber
öffnet sich eine Schlucht und gestattet einen Einblick
in die innerste Felswüste der Kalkalpen, in das
Eisthal mit der Eiskapelle, einem durch seine tiese
Lage (840 iu) ausgezeichneten permanenten und
teilweise vereisten Firnfeld, welches aus den vom
Watzmann herabstürzenden Firnmassen gebildet
wird. Vor dem Eingang der Schlucht steht eine
alte Wallfahrtskapelle; im Hintergrund stürzt der
Eisbach nieder. Aus dem mitgeführten Schutt hat
sich hier ein grünes Vorland gebildet, auf welchem
die Kirche St. Bartholomä und ein königl. Jagd-
schloß, zugleich Restaurant, stehen, beide 1731 er-
baut. Am Vartholomäustage (24. Aug.) kommen
hier von allen Seiten Wallfahrer zusammen, um
die Kapelle zu besuchen, welche zum Andenken an
die im Dienst König Ottokars von Böhmen 26. Juni
1260 gefallenen letzten Sprößlinge des alten Hall-
grafengeschlechts der Plain erbaut sein soll. Der K.
birgt viele Fische, besonders Saiblinge (salmo sal-
V6i1inu8 1^.), eine Art Lachsforelle, welche weit ver-
sandt werden. Die Salet-AIm, eine aus moos- und
grasdurchwachsenen Kalkfelstrümmern bestehende
Landenge, trennt die Südostecke des K. von dem
um 8 in höher gelegenen, durch einen Felssturz ab-
getrennten einsamen dunkelgrünen Obersee, dessen
57 I13. großes und 52 m tiefes Becken, von steil
aufsteigenden Kalkwänden eingefchlossen, ebenfalls
ein großartiges Landschaftsbild bietet.
Königssittich (?iHt)'cLlcu8 Lcapulawä Zc/ist.),
ein durch seine lebhaften Farben (Kopf und Unter-
seite rot, Oberseite grün und blau) auffallender
Plattschweifsittich aus Eüdaustralien, den man
häufig lebend in Tiergärten und bei Liebhabern
findet. Preis 70 M. das Paar.
Brockhaus' Konvcrsatwns-Lc'xikon. 14. Aufl. X.
Königsspitz, der zweithöchste Gipfel der Ortler-
alpen (f. Ostalpen), erhebt sich südöstlich vom Ortler
(s. d.), von diesem durch den Monte-Zebru (3740 m)
getrennt, zu 3857 m Höhe.
Königsstuhl. 1) Gipfel des Donnersbcrgs in
der Rheinpfalz, 687 m hoch. 2) Berg bei Heidelberg
(s.d., Bd. 8, S. 954d). 3) Berg auf der Insel
Rügen (s. Etubbenkammer).
Königsstuhl, eine in der deutschen Kaiserge-
schichte denkwürdige Stätte am Rhein, etwa 300 m
unterhalb Rhens, gegenüber von Oberlahnstein.
Der alte K., ein 1376 auf Befehl Karls IV. aus
Quadersteinen aufgeführter achteckiger Bau, wurde
von den Franzosen 1794 zerstört, 1843 durch einen
Verein von Koblenzern in der alten Gestalt wieder
aufgeführt. Auf dem K. versammelten sich die Kur-
fürsten zur Beratung über deutsche Reichsangelegen-
heiten, zur Abschließung des Landfriedens, zur
Königs- und Kaiserwahl. Zum erstenmal als Ver-
sammlungsort "von alters her" wird er 1308 bei
der Vorwahl Heinrichs VII. erwähnt. Am 6. Juli
1338 kam hier der berühmte erste Kurverein (Kur-
verein zu Rense) zu stände. <S. Ludwig IV.)
Königfteig, Paß, s. Bihar (in Ungarn).
Königstein. 1) K. in Sachsen, Stadt in der
Amtshauptmannschaft Pirna der sä'chs. Kreishaupt-
mannschaft Dresden, 10 km von der böhm. Grenze,
links an der Elbe und an der Linie Drcsoen-Voden-
bach der Sä'chs. Staatsbahnen, hat (1890) 3988 E.,
darunter 371 Katholiken; Postcrpeoition, Telegraph,
Dampferstation; Dampffägemühlen, Papier-, Cellu-
lose-, Spiegelrahmen-, Holzstoff-, Knopf-, Ma-
schinenfabriken, Sandsteinbrüche, Holz-, Steinbandel
und Schiffahrt. Über der Stadt der König st ein,
die einzige Festung (Sperrfort) Sachsens (359 m,
246 m über der Elbe), deren obere Stufe einen
Felsenkranz trägt. Nur im NW. führt ein sehr
steiler, an drei Stellen verteidigter Zugang auf
die Höhe, welche Gebäude, Kasematten, ein Gärt-
chen und ein Wäldchen trägt, sowie einen 190 m
tiefen Brunnen besitzt. Der Bau der obern Festungs-
werke wurde 1589 begonnen, aber erst 1731 voll-
endet. Der K. beherrscht die Elbe und die Bahn und
hinderte daher 1866 den Verkehr der Preußen mit
Böhmen. Die bisher für uneinnehmbar gehaltene
Festung diente öfter als Zuflucht für die Schätze
des Landes und der Fürsten. Im Frieden wird die
Festung, einschließlich der kleinen Besatzung, von
etwa 460 Menschen bewohnt. Der Berg wird unter
seinem jetzigen Namen (I^pis re^is) zuerst 1241
erwähnt und war damals im Besitz des Königs von
Böhmen, der einen Burggrasen dort hatte (1352
erwähnt), die Burg aber später verpfändete. Um
1400 war sie in den Händen der Burggrafen von
Dohna; mit deren Sturz (1401) kam K. an die
Markgrafen von Meißen. - Vgl. Moser, Die
Festung K. und ihre Umgebung (Pirna 1872);
Gautsch, Älteste Geschichte der Sächsischen Schweiz.
- Gegenüber am andern Elbufer erhebt sich der
Lilienstein (411 m) mit Aussichtsturm zur Er-
innerung an das Wettin-Jubiläum (1889). Im
Grunde des Bielabachs liegen die Wasserheilanstal-
tenKönigsbrunnenund Schweizermühle.-
2) K. im Taunus, Stadt im Obertaunuskreis des
preuß. Reg.-Bez. Wiesbaden, Sitz eines Amtsge-
richts (Landgericht Wiesbaden), hat (1890) 1831 E.,
darunter 320 Evangelische und 55 Israeliten, Post
zweiter Klasse, Telegraph, ein neues Schloß des Her-
zogs von Nassau, die Kaltwasserheilanstalt Prießnitz-
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