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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Königstiger - König-Wilhelms-Kanal
bad; Ölmühlen, eine Oblatenfabrik und Safsian-
färberei und wird als Luftkurort viel besucht (1893:
2000 Kurgäste). Über dem Ort die ansehnlichen
Ruinen des 1796 von den Franzosen zerstörten
Schlosses K. (450 m), 1225 zuerst erwähnt, 1581
von Kurmainz in Besitz genommen, dessen Wappen
sich unter dem Eingang befindet. - 3) K. in
Bayern, Marktstecken im Bezirksamt Eulzbach
des bayr. Neg.-Bez. Oberpfalz, 8 Km von Neuhaus,
hat (1890) 811E., darunter 212 Evangelische; Post-
expedition, Telegraph, altes Schloß; bedeutenden
Hopscnbau, Farberde- und Eisenerzgruben (Maxi-
milianshütte Rosenberg). Nahebei die Tropfstein-
höhlen Krottensee und Steinbach, die Ruine
Breitenstein und der Ossinger Berg (641 m).
Königstiger, s. Tiger.
Königstrank, s. Geheimmittel.
Königstyrann, s. Tyrannen (zoolog.).
Königswalde, Stadt im Kreis Oststernberg des
preuß. Reg.-Bez. Frankfurt, zwischen zwei Seen,
bat (1890) 1600 E., darunter 132 Katholiken; Post,
Telegraph; Seidenweberei und Ackerbau.
Königswart, czcch. Nnövart, Stadt in der
östcrr. Vezirkshauptmannfchaft Plan in Böhmen,
an der Linie Pilsen-Eger der Osterr. Staatsbah-
uen, Sitz eines Bezirksgerichts (198,96 ^m, 16276
deutsche E.), hat (1890) 2128 E., Post, Telegraph,
ein Schloß des Fürsten Metternich nebst Fidei-
kommihherrschaft (6911 lia), 1681-91 erbaut, 1839
im ital. Stil restauriert. Zu K. gehört der Kurort
K., 723 ui hoch gelegen, mit Trink-, Bade- und
Molkenkur. Von den sechs Heilquellen gehören fünf,
darunter die Victorsquelle, zu den stärksten Stahl-
quellen , während die Richardsquelle ein eisenfreier
Säuerling ist. - Vgl. Kohn, Der Kurort K., dessen
Stahlquellen und übrigen Heilpotenzen (Wien 1873).
Königswartha (wendisch I^Hkec^), Flecken in
der sächs. Kreis- und Amtshauptmannschaft Bautzen,
4 km von der preuß. Grenze, am Schwarzwasser und
an der Nebenlinie Vautzen-K. (19,9 kin) der Sächs.
Staatsbahnen, infolge mehrerer Brände neu auf-
gebaut, hat (1890) 1029 meist evang. E., Postagen-
tur, Fernsprechverbindung, eine konigl. Blinden-
anstalt, Sparkasse und in dem großen Teiche nördlich
der Stadt bedeutende Fischerei. Hier siegte 19. Mai
1813 Barclay de Tolly über die Franzosen.
Königswasser, das Gemisch von wässeriger
Salzsäure und Salpetersäure, so genannt, weil es
Gold, den König der Metalle, löst, indem es Gold-
chlorid bildet. Seine Wirkung verdankt es teils dem
Gehalte an freiem Chlor, teils dem an Stickstoff-
oxychloriden (^0(^1 und ^lO^), die durch die oxy-
dierende Einwirkung der Salpetersäure auf den
Wasserstoff der Salzsäure entstehen; z. B.
HN03 4-3II01--2Il2()-l- N001 -j-^,
2HN03-l-6H01^4ll20^2N001.2 4-612-
Königsweih, soviel wie Königsmilan (s. d.).
Königswelle, die vertikale Hauptwelle einer
Transmission, welche, direkt von einem Motor an-
getrieben, die von diesem erzeugte Krast an mehrere,
oft in verschiedenen Geschossen eines Gebäudes ge-
legene, horizontale Transmissionswellen abgiebt
oder übermittelt. Durch Anwendung der Seiltriebe
sind die K. in Wegfall gekommen.
Königswinter, Stadt im Siegkreis des preuß.
Neg.-Bez. Köln, am Rhein und am Fuße des Sieben-
gebirges sowie ander Linie Köln-Niederlahnstein
der Preuß. Staatsbahnen, mit Dampferstation und
Zahnradbahnen nach dem Drachenfels (f. Drachen-
felsbahn) und dem Petersberg, ist ^itz eines Amts-
gerichts (Landgericht Bonn), Aich-, Steuer- und
Katasteramtes und hat (1890) 3303 E., darunter
270 Evangelische; Post zweiter Klasse, Telegraph,
Anschluß an das Bezirksfernsprechnetz, städtische
Sparkasse, Wasserwerk, Gasanstalt, Krankenhaus,
Spar- und Kreditverein; bedeutende Steinhauereien,
Fabrikation feuerfester Steine, Weinbau und Schiff-
fahrt. Ostlich von der Stadt der Drachenfcls (s. d.),
nördlich davon die Wolkenburg (328 m) mit
Ruine und der Große Olberg (464 m); 1 km
nördlich von der Stadt der Petersberg (334 m,
s. Siebengebirge) und 3 km nordwestlich die Abtei
Heisterbach (s. d.). ^vögel.
Königswitwe, Königswhidah, s. Witwen-
Königswürger, s. Tyrannen (zoolog.).
Königs-Wusterhausen, Flecken im Kreis Tel-
tow des preuh. Reg.-Bez. Potsdam, an der Notte und
der Linie Berlin-Görlitz der Preuß. Staatsbahnen,
Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Berlin II) und
einer Oberförsterei, hat (1890) 2334 E., Post, Tele-
graph; Holzleisten-, Maschinen- und Hornwaren-
fabriken, Brauerei, Mühlen; Jagdschloß, bekannt als
Lieblingsaufenthalt des Königs Friedrich Wilhelm I.
Der Dcutfche Kaifer hält hier große Hofjagden ab.
König H: Bauer, Schnellpressenfabrik in Kloster
Oberzell bei Würzburg, imBesitzvon Wilh elm von
König,geb. 9. Dez. 1826, Friedrich von König,
geb. 29. Juni 1829, und fünf Kommanditisten. Sie
wurde 1817 von dem Vater der erstorn beiden, Fried-
rich König (s. d.), dem Erfinder der Schnellpresse,
und dem schon in England mit diesem verbündeten
Mechaniker Audreas Friedr. Bauer (geb.
18. Aug. 1783 in Stuttgart, gest. 27. Febr. 1860) ge-
gründet, ging nach dem Tode Königs an Bauer allein
über und nach dessen Tode an die oben genannten
beiden Brüder, die 1873 durch Verleihung des bayr.
Kronenordens in den Adelstand erhoben wurden.
Der Anfang war sehr schwierig, in den ersten fünf
Jahren wurden nur vier Schnellpressen fertig, von
1829 an jährlich durchfchnittlich zehn. Fortwährende
Vereinfachungen und Verbesserungen des Mechanis-
mus, die Erfindung der Zweifarbenmafchinen (1864
von Wilhelm König), der Bau von Rotations-
maschinen (seit 1876; 1885-90 besonders verbessert
von Edgar König, einem Enkel des Gründers)
sowie von Steindruckschnellpressen als Nebenzweig
brachten das Geschäft zu großem Aufschwung. Jähr-
lich werden (1893) 160 Schnellpressen (darunter
25-30 Rotationsmaschinen) fertig, im ganzen bis
Ende 1893:4800 Schnellpressen und 270 Rotations-
maschinen, wovon etwa 60 Proz. zur Ausfuhr ge-
langten. Die Fabrik hat 4 Dampf-, 205 Arbeits-
maschinen und 530 Arbeiter, für die eine Anzahl
von Hauskaffen und Wohlthätigkeitsanstalten (Kin-
derbewahranstalt, Schulstiftung, Lehrlings-, Sol-
daten-, Vorschuß-, Spar-, Pensions- und Inva-
liden-, Witwen- und Waisenkasse) besteht mit einem
Gesamtvermögen von 338900 M. und unter Selbst-
verwaltung der Arbeiter. Eine Filiale (für Repa-
raturen) ist seit 1892 in Berlin; Vertretungen in
Leipzig, Wien, Petersburg, Stockholm, Bilbao, Mai-
land, Neuyork und Hamburg für den überseeischen
Export. 1827-61 war mit dem Hause die Maschi-
nenpapierfabrik in Kloster Schwarzach verbunden.
König-Wilhelms-Kanal, 25,3 lim lang, sührt
von der Minge, einem rechten Nebenfluß des At-
math genannten Memelarms, beim Floßhafen
Schmelz ins Kurifche Haff. Der K. wird Haupt-
Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.