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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kopfträger - Kopierpapier

Kopfträger, Schnecken, Klasse der Weichtiere.

Kopfwassersucht, s. Gehirnwassersucht.

Kopfweh, s. Kopfschmerz.

Kopfzange, soviel wie Geburtszange (s. d.).

Kophōsis (grch.), die Taubheit (s. d.).

Kophta, ein von geheimnisvollem Dunkel umgebener, wunderthätiger Meister aus Ägypten (s. Großkophta); kophtisch, auf den K. bezüglich.

Kopiālbücher, s. Chartularia.

Kopialĭen (neulat.), Abschriftsgebühren.

Kopie (vom lat. copia, Menge), Vervielfältigung, Abschrift oder Nachbildung einer schriftlichen Arbeit oder eines Kunstwerkes (s. Kopieren). In der jurist. Sprache bedeutet K. die Abschrift einer Urkunde. Die Übereinstimmung mit dem Original kann von einer öffentlich dazu autorisierten Behörde oder Amtsperson bescheinigt sein (beglaubigte, fidemierte, vidimierte K.). Eine besondere Art K. ist die sog. exemplifizierte K., eine unter Mitwirkung sämtlicher Interessenten gefertigte K., die den Zweck hat, statt des altersschwachen Dokuments ein neues Original herzustellen. – Über K. eines Wechsels s. Wechselkopie.

Kopierbuch, das Buch, in welches alle abgehenden Geschäftsbriefe nach der Reihenfolge ihrer Erledigung eingetragen werden (Briefkopierbuch). Früher geschah dieses Eintragen mittels einfachen Abschreibens, jetzt durch einen Abdruck mittels der Briefkopierpresse (s. d.). Die Blätter des K. bestehen aus durchsichtigem Seidenpapier und sind paginiert; am Schluß befindet sich ein Register der Adressaten, welches auch abgesondert vom K. gehalten werden kann. Zur leichtern Auffindung der mit einem Geschäftsfreunde geführten Korrespondenz giebt man bei jedem Briefe oberhalb bez. unterhalb eines Querstrichs die Seitenzahl des K. an, wo sich der vorhergehende bez. nachfolgende Brief an den gleichen Adressaten findet. Das K. gehört zu den vom Kaufmann zu führenden Büchern; seine Beweiskraft unterliegt der freien richterlichen Beweiswürdigung.

Kopierdrehbank, soviel wie Façondrehbank (s. d.).

Kopierdruck, ein auf der Buchdruckpresse mit firnisfreier Farbe auf Anilinbasis unter Zusatz von etwas Glycerin hergestellter Druck; derselbe ist im Wasser löslich, daher auf der Briefkopiermaschine kopierfähig und ergiebt mehrere Abdrücke. Der K. wird vielfach für Formulare aller Art zum Kopieren mit oder ohne Hinzufügung von mit Kopiertinte Geschriebenem verwendet.

Kopieren (frz.), das formgetreue Nachbilden eines Gegenstandes, eines Gemäldes, einer Zeichnung, eines Schriftstückes u. s. w., daher soviel wie abschreiben, abzeichnen, abklatschen oder abdrücken. Ein körperlicher Gegenstand wird durch Abdruck (s. d.), Abguß (s. d.) oder durch Kopiermaschinen (s. d.) kopiert, Schriftstücke durch die Briefkopierpresse (s. d.) oder durch Autographie (s. d.). Letztere wird auch für Zeichnungen verwendet. Andere Mittel zum K. von Zeichnungen sind Pauspapier (s. d.), Pausleinwand (s. d.) sowie das Lichtpausverfahren (s. d.), Mittel zum K. mit Vergrößerung oder Verkleinerung die Photographie und der Pantograph (s. d.).

Kopierleinwand, s. Pausleinwand.

Kopiermaschinen, Façonniermaschinen, mechan. Vorrichtungen zum Kopieren (s. d.) körperlicher Gegenstände, z. B. von Medaillen, Büsten, Statuen, ferner von Holzschnitzereien. Die Konstruktion der K. ist im Princip folgende: der nachzubildende Gegenstand sowie das zum Kopieren nötige Materialstück sind in der Richtung ihrer Mittellinien eingespannt und werden gleichzeitig langsam gedreht. Gegen das Modell ist ein Führungsstift oder eine Führungsrolle gelehnt, welche den das Material bearbeitenden Bohrer oder Fräser in seiner Bewegung derartig beeinflußt, daß er je nach der Form des Modells mehr oder weniger in das Arbeitsstück eindringt und vor- und rückwärts bewegt wird. Bei der Rotation des Arbeitsstückes wird von diesem ein Streifen abgeschnitten und so nach und nach durch Verschiebung des Werkzeugs in der Längenrichtung der Mittelachse die Kopie streifenweise hergestellt. Man kann auch das Werkzeug feststellen und dem Material eine von der Bewegung des Modells abhängige Bewegung erteilen. Die in der Holzbearbeitung gebrauchten K. dienen zur fabrikmäßigen Herstellung unrunder Gegenstände, wie Radfelgen, Gewehrkolben, Holzschuhe u. s. w. Eine einfache Kopiermaschine dieser Art aus der Fabrik von F. Arbey in Paris zeigt nachstehende Figur. Der Spindelstock enthält zwei durch Stirnräder derart verbundene Spindeln a, a, daß sie in gleichem Sinn und mit gleicher Geschwindigkeit rotieren. Gegenüber dem Spindelstock steht ein Reitstock mit zwei Reitnägeln b, b. Das Modell wird rückwärts, das Arbeitsstück vorn auf der Arbeitsseite eingespannt, auf der Spindelstockseite durch ein Futter, auf der andern durch den Körner des Reitstocks gehalten. Auf dem Schlitten, der durch die innen liegende Leitspindel verschoben wird, sind zwei drehbare Arme c, c befestigt und miteinander so verbunden, daß sie stets parallel zueinander stehen. Der vorn liegende Hebel trägt das Messer, der rückwärtige die Leitrolle. Damit diese stets an dem Modell anliegt, ist der zweite Hebel an eine kräftige Blattfeder d angehängt, die ihn gegen dasselbe zieht. Diese Kopiermaschine unterbricht, wenn das Arbeitsstück vollendet ist, die Verbindung zwischen Leitspindel und Schlitten selbstthätig. Die Oberflächen der auf solchen K. hergestellten Gegenstände sind ziemlich rauh, da das Messer unter sehr verschiedenen Winkeln gegen die herzustellende Oberfläche zu stehen kommt. Deshalb hat man an Stelle fester Messer rotierende Werkzeuge angewendet, die verschieden geformt sind. Solche rotierende Messer geben viel reinere Arbeit und gestatten infolge ihrer großen Schnittgeschwindigkeit einen raschern Vorschub. Es giebt K., die die Verwendung beider Arten von Werkzeugen gestatten.

^[Abb. Kopiermaschine]

Kopierpapier, s. Pauspapier.

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]