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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Krakuska - Kramerinnungen
und dann der Linie beigefügt wurden. Sie betrugen
etwa 8000 Mann. Auch im Kriege von 1812 gab
es K.; diese waren nach Art der Kosaken mit Lanzen
bewaffnet. Sie bestanden meistens aus geborenen
Krakauern, daher der Name.
Krakuska, poln. Mütze, s. Konfcderatka.
Kral (slaw.; poln. ki-öi; russ. koi-üi; litauisch
Kki-ä.lin8; maayar. kiräi^), König. Das Wort ist
das deutsche "Karl" und bezieht sich auf Karl d. Gr.,
dessen Name sich bei den Westslawen mit dem Be-
griff eines mächtigen Herrschers verknüpfte. Es ging
in derselben Bedeutung auch zu den andern slaw.
Stämmen und zu den Litauern und Magyaren über.
Kralingen, Gemeinde in der nicderländ. Pro-
vinz Südholland, am nördl. Ufer der Maas, nahe
nordöstlich von Rotterdam, ein blühender Ort mit
18593 E., beträchtlicher Fabrikindustrie und großer
Salmfischerei. Gegenüber bei Fcijcnoord die Werft
der Niederländischen Dampfschisfahrtsgefellfchaft.
Kraljevicalfpr.-je'witza) oder Porto-Ne, Frei-
hafen und Marktflecken bei Buccari (s. d.) in Kroatien.
Kraljevo, bis 1881 Karanovac genannt,
Flecken im serb. Kreise Rudnik, links am Ibar, 3,5 km
westlich von der Mündung in die serb. Morawa,
Sitz des Bischofs der Cicaer Diöcese, hat (1890)
3525 E. und eine Landwirtschaftsschule; 3 kni süd-
lich das alte Kloster Cica (gitscha), die Krönungs-
kirche der serb. Könige.
Krallen, s. Körperbedeckung der Tiere.
Krallenäffchen (^rcwpitkeci), auch Seiden-
oder Eichhornasfen, eine sehr eigentümliche und
in sich abgeschlossene Gruppe von südamerik. Affen,
welche die kleinsten Formen der ganzen Ordnung
enthält. Sie find durch ihr Gebiß, desfcn Back-
zähne spitzhöckrig sind, und die Krallenbewaffnung
sämtlicher Finger mit Ausnahme des einen Platt-
nagcl tragenden Daumens der Hinterhand charak-
terisiert. Fast alle sind Bewohner des dichten Ur-
waldes; ihre Nahrung besteht teils aus Früchten,
Sämereien und andern vegetabilischen Dingen,
teils aus Insekten und Vogeleiern, ihr Benehmen
erinnert sehr an die Eichhörnchen. Je nach der Bc-
zahnung, dem Besitz oder Fehlen eines Ringel-
schwanzes, von Ohrpinscln und Mähnen sind die
zahlreichen Arten auf die Gruppen der Seiden-
affen und Midasäffchen verteilt worden. Zu den
erstern gehören die Uistitis wie der Saguin
lHaMie.Ia.c1iu8 /??"//., s. Tafel: AffenderNeuen
Welt, Fig. 6) mit graugclber Rückenfärbung,
dunklen Füßen und Bauch und weißen Ohrbüscheln;
der große Ringclschwanz ist quergcbändert. Der
Pincha (Ü3M16 OeäipnZ 7^aFn.) in Venezuela
soll einen melodischen, dem Vogelgezwitscher ähn-
lichen Gesang haben. Zu den mit einer aufricht-
baren Mähne an Kopf und Schultern verseyenen
Löwenäffchen gehört ^Iiäa3 i-ozaii". ^eoF?-. mit
30 cra Körper- und 40 cm Schwanzlänge und Hell-
rötlichgelbem Pelz. Gegenwärtig werden diese zier-
lichsten aller Affen nicht selten nach Europa ge-
bracht, ertragen aber bei ihrem zarten Naturell nur
ausnahmsweise längere Gefangenschaft. Der Preis
schwankt zwischen 15 M. für das Uistiti bis 100 M.
für das Löwenäsfchen. Als Nahrung giebt man ihnen
Mehlwürmer, rohes Ei, Eicrbrot und allerlei Früchte.
Kralöva hola oder Königsberg, Berg
(1943 m) in der Niedern Tatra (s. Hohe Tatra), mit
den Quellen der Waag und der Gran.
Kralup, Flecken im Gerichtsbezirk Welwarn der
österr. Vezirkshauptmannschaft Schlan in Böhmen,
am linken Ufer der Moldau und an den Linien
Prag - Vodenbach, K. - Swolenowes - Strebichowitz-
Winaritz (21 km), K.-Welwarn (10 km) der Österr.-
Ungar. Staatsbahn, K.-Neratowitz (22 km) der
Böhm. Nordbahn und Kladno-K. (28 km) der
Vuschtiehrader Bahn, hat (1890) 1724, als Gemeinde
3277 czech. E.; große Eisenbahnwerkstätten, zwei
Zuckerfabriken, Email- und Malzfabrik, Dampf-
mühle, Brauerei, zwei chem. Fabriken, Ringöfen und
Holzhandlungen. - über Deutsch-Kralup s. d.
Krambambüli, ursprünglich Danziger Kirsch-
Wasser (Liqueur) von starker Qualität, dann in der
Studentensprache überhaupt ein geistiges Getränk.
Kramenzelkalk, s. Devonische Formation.
Kramer (Krämer), früher Bezeichnung der-
jenigen Kaufleute, namentlich Kleinhändler, welche
gleich den Handwerkern in einer Innung (s. Kramer-
innungen) vereinigt waren. Der Veitritt zur In-
nung wurde nur denen gestattet, welche die vor-
schriftsmäßige Lehrzeit bei einem K. durchgemacht
und eine gewisse Reihe von Jahren als Gehilfen
(Commis) gedient hatten. Jetzt pflegt man auch
Hausierer als K. zu bezeichnen.
Kraemer, Adolf, Landwirt, geb. 25. Mai 1832
zu Berleburg in Westfalen, wurde 1863 Docent und
Administrator der Gutswirtschaft der Akademie
Poppelsdorf, bald darauf Docent am Polytechnikum
in Darmstadt, 1866 Mitglied der Centralstelle für
die Landwirtschaft und Generalsekretär der landwirt-
schaftlichen Vereine des Grohherzogtums Hessen,
1871 Professor an der landwirtschaftlichen Abteilung
des Polytechnikums in Zürich und Leiter dieser Ab-
teilung. Seine Hauptschriftcn sind: "Landwirtschaft-
liches Rechenbuch" (Stuttg. 1859; 2. Ausg. 1867),
"Die Zufammenlegung der Grundstücke im Groß-
herzogtum Hessen" (Darmst. 1868), "Die Buch-
haltung des Landwirtes" (2. Aufl., Bonn 1881),
"Beiträge zur Wirtschaftslehre des Landbaus"
(Aarau 1881), "Das schönste Rind" (Zür. 1883),
"Die Grundlagen und die Einrichtung des land-
wirtschaftlichen Betriebes" (in Bd. 1 des "Hand-
buches der gefamten Landwirtschaft", hg. von Th.
von Goltz, Tüb. 1890). Außerdem leitete K. von
1866 bis 1871 die "Zeitschrift der landwirtschaft-
lichen Vereine des Großherzogtums Hessen", 1874
- 81 die "Schweiz, landwirtschaftliche Zeitschrift"
und von 1882 bis 1887 das "Schweiz, landwirt-
schaftliche Centralblatt".
Kramergewicht oder Krämergewicht, an
einigen Plätzen früher das dort übliche besondere
geringere Gewicht der Kleinverkäufer, z. B. in Ham-
burg und Bremen, oder auch das Handelsgcwicht
überhaupt im Gegenfatz z. B. zum Apothekergewicht.
Xra.insria., s. Ratanhiawurzel.
Kramerinnungen, die früher privilegierten
Gilden (s. d.) der ortsansässigen Kaufleute, nament-
lich der Kleinhändler (Krämer, s. d.). Seit der Ein-
führung der Gewerbcfreiheit und der Errichtung von
Handels- und Gewerbekammern sind die K. gegen-
standslos geworden; wo sie noch bestehen, haben
sie nur den Charakter von freien Innungen. Die
bekannteste Kramerinnung war die Leipziger, welche
nachweislich über 400 Jahre lang bestanden hat.
Bei ihrer Auflöfung 1886/87 ist die von ihr be-
gründete und unterhaltene öffentliche Handelslehr-
anstalt (s. Handelsschulen) mit dem noch verbleiben-
den Vermögen an die Leipziger Handelskammer über-
gegangen, welche auch die Verwaltung der aus älterer
Zeit überkommenen milden Stiftungen übernommen
Artikel,, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.