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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kran (Hebeapparat)
Dampfdrehkrane habcn meist eine feste in den
Boden ragende Sänle, um deren oberes Ende das
Krangerüst drehbar ist.
Die Schere nkrane dienen namentlich zur For-
derung großer Lasten auf große Höhen und sind aus
dem gewöhnlichen Dreifußgerüst (Dreifuß kr an)
hervorgegangen, das bisweilen in Fabrikhöfen als
Hebevorrichtung gebraucht wird. Der Scherenkran
ist dadurch aus dem Dreifuß entstanden, daß zwei
seiner Masten am Fuße mit einem Gelenk versehen
wurden, während man den Fuß des dritten ent-
sprechend längern Mastes in einer horizontalen Ge-
raden verschiebbar anordnete, um der Last außer
Fig. 4 zeigt einen Dampslaufkran, bei welchem so-
wohl die Bewegung der Brücke als auch die der
Laufkatze durch die Dampfmaschine bewirkt wird.
Solche Laufkrane eignen sich namentlich für Wcrt-
stättcn (zum Transport schwerer Werkstücke nach den
einzelnen Arbeitsmaschinen), für Gießereien (zum
Anhängen und Dirigie-
ren der Gießpfannen) und
> bei Hochbauten (zur Be-
wegung schwerer Bau-
teile). Um die Bewegung
der Laufkrane von dem
Boden aus bewirken zu
Fig. 4.
einer Hebung und Senkung noch eine Horizontal-
bewegung zu erteilen.
Unter Nollkran versteht man einen auf einem
fahrbaren Gestell montierten K., der meist als Dreh-
kran ausgeführt ist. Die Fig. 2 der Tafel: KraneI
zeigt einen Dampfrollkran, wie er beim Bau einer
großen Ausstellungshalle (London 1362) verwendet
-^,-.~-^^
Fig. 5.
wurde. Der Ausleger ist hier nicht fest, sondern ist
am untern Ende gelenkig und kann durch eine Kette
auf und nieder gezogen werden. Die Dampfmaschine
samt Kessel ist so auf dem Plateau des Rollwagens
mouticrt, daß dem Gewicht des Auslegers und der
Last das Gleichgewicht gehalten wird.
Laufkrane sind ebenfalls auf Schienen fahrbar.
Sie bestehen aus einem horizontalen Träger (Brücke),
der senkrecht zu seiner Längsachse auf hochgelegenen
Schienen läuft, während die Last an einer längs des
Trägers beweglichen Laufkatze hängt. Obenstehende
können, hat man ihnen die Form von Bock kr anen
ls. nachstehende Fig. 5) gegeben, bei denen die
Laufrollen und die Windwerke sich unten befinden.
Der Bequemlichkeit, die Bewegung des K. von unten
aus bewirken zu können, steht der Nachteil gröhcrn
Raumbedarfs entgegen.
Schwimmende K. oder Schwimmkrane sind
auf einem breiten Schiffsgefäß (Prahm)
montiert und meist als Echerenkranc aus-
geführt, oder es erhebt sich aus dem Prahm
ein turmartigcs Gerüst, von welchem ein
langer horizontaler Arm mit Laufkatze aus-
geht, welche Konstruktion der große Vrook-
lyncr Echwimmkran von 75 t Tragkraft
besitzt, der zu Montierungsarbeitcn auf
den höchsten Schissen ausreicht. Auch bat
man zumUmladen von Gütern auf Sckiffcn
selbst K. angebracht, wie der hydrauliscke
K. aus dem Postdampfcr Kaiser Wilhelm II.
(s. Taf. I, Fig. 3) zeigt. Bei Nichtgebrauch
des K. kann der platzraubende Ausleger
abgenommen werden.
Mit der Anwendung der Elektricität
zur Bewegung der K. hat man in neue-
rer Zeit gute Erfolge erzielt. Der aus
af. II, Fig. 1 dargestellte elektrische Lauf-
kran einer Werkstatt ist so kon-
struiert, daß er, obgleich sich
die Laufschienen oben befinden,
von unten bedient werden kann.
Besonders ökonomisch ge-
staltet sich der Betrieb der neuen
elektrischen Hafenkrananlage zu
Hamburg (s. Taf. II, Fig. 2).
Bei derselben steht ein Drehkran auf einem fahr-
baren Gerüst, durch das Eisenbahnwagen hindurch-
fahren können (daher Portalkran genannt) und
das sich an der einen Seite an den Güterschuppen an-
schließt. Die elektrische Winde- und Drehoorrichtung
<s. umstehende Fig. 6) wird von zwei getrennten
Elektromotoren getrieben, die durch je einen Steuer-
hebel regiert werden. Eine besondere Ersparnis an
Strom (bis zu 20 Proz.) wird bei diesem K. dadurch
erreicht, daß beim Senken der Last der Elektromotor
des Windwerks als Bremse wirkt und dadurch zur
Artilel. die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.