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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kuhlau - Kuhn
die Luft stets bei einer Temperatur nahe dem Ge-
frierpunkt erhalten bleibt. Eine größere derartige
Anlage besitzt u. a. der Schlachthof der Stadt Leipzig.
In der M edizin heißen K. oder Kü h l sch lin g en
biegfame Bleirohren oder Gummiröhren, durch
welche Eiswasser fließt, in der Chirurgie vielfach an
Stelle der Eisblafe bei Entzündungen benutzt.
Kuhlau, Friedr., Komponist, geb. 13. März
1786 zu Ülzen in Hannover, lebte feit 1810 in
Kopenhagen, wo er vom Flötisten nach und nach
zum Hofkompositeur aufrückte und 18. März 1832
starb. Großen Beifall fanden ihrer Zelt feine Opern
("Die Räuberburg", "Die Zauberharfe", "Lulu",
"Elifa", "Der Erlenhügel" u. a.), mehrere Flöten-
und Violinstücke, namentlich aber feine Klavier-
Monaten und -Sonatinen, von denen die letztern
noch ietzt zum Unterricht benutzt werden.
Kühle Blonde, f. Berliner Weißbier.
Kühlende Mittel si^inpei-antiH, I^fr^ei-an-
tia), Mittel, welche zur Beschränkung der Wärme
(besonders der krankhaft erhöhten Temperatur) des
lebenden Körpers angewendet werden. Dahin ge-
hört vor allem die unmittelbare Wärmeentziehung
Mhlung, Kältung) durch kühle Luft (besonders
offene Fenster, Fächelung, leichtere Bekleidung),
durch Kaltwasserwaschungen oder Abreibungen,
kalte Douchen, Fluß-, Wannen- oder Tauchbäder,
kalte (besonders Wasser-, Schnee- oder Eis-)Um-
schläge, Schnee- oder Eisbeutel, durch Verdunstung
von Äther und andern flüchtigen Stoffen auf der
Haut u. s. w. Mittelbar kühlend, durch Einwirkung
auf das Blut und die Blutgefäße, wirken manche
Verbände (mit Fetten, Salben, Vleimitteln u. s. w.),
gewisse innere Mittel, z. B. Kalifalze, wie der Sal-
peter, Weinstein und das aus diesen beiden Mitteln
mit Zucker bereitete Kühlpulver (pu1vi8 tem-
p6rHN8 oder relriFLi-HNZ, das sog. niederschlagende
Pulver), Limonaden mit Pflanzen- oder Mineral-
fäuren (befonders mit Citronen-, Efsig-, Phosphor-
odcr Schwefelfäure), fäurehaltige Nahrungs- und
Arzneimittel (z. B. saure Gurken, Obstsäfte, Kom-
potts, Salate, Hallers und Mynsichts Elixir),
Mandelmilch, Vuttermilch u. s. w. Man wendet
die K. M. an gegen Blutwallungen, frische Ent-
zündungen, lebhafte Herzbcwegungen, Fieberhitze.
Kühler, in der Leuchtgassabrikation, s. Gas-
beleuchtung (Bd. 7, S. 5Wa). - K. und Kühl-
geläger, in der Vierbrauerei, s. Vier und Bier-
brauerei (Bd. 2, S. 997d).
Kühling, Fisch, s. Aland.
Kühlkompreffe oder Stirn kühl er, eine von
Bäschlin in Montpellier erfundene Vorrichtung,
welche in allen den Fällen, in denen es an Eis ge-
bricht, die fofortigc Anwendung trockncr oder feuchter
Kälte auf erkrankte oder verletzte Körperteile ermög-
licht. Dieselbe besteht in einer mehr oder minder
großen Kompresse aus eigens präparierten hygro-
skopischen Substanzen (Moos, Werg, Watte, Jute
u. dgl.), welche mit einem Gemisch von Kühl- oder
Gefriersalzen (z. B. salpetersaurem Ammoniak, Sal-
miak und Kalisalpeter) imprägniert sind.
Kühlmaschinen, s. Eismaschinen.
Kühlofen, f. Glas (Bd. 8, S. 41 d).
Kühlpulver, s. Kühlende Mittel.
Kühlsalbe, s. Bleisalbe. lS. 997 a).
Kühlschiff, s. Vier und Bierbrauerei (Bd. 2,
Kühlschlingen, s. Kühlapparate.
Kühlsonde, Psychrophor, ein von Winternitz
angegebenes Instrument zur Kühlung der Harn-
Artikel, die man unter K verm
röhre, bestehend aus einem vorn geschlossenen doppel-
läufigen, mit einem Irrigator (s. d.) verbundenen
Katheter, durch welchen man einen Wasserstrom von
beliebiger Temperatur cirkulieren läßt, wird häusig
mit Vorteil gegen Pollutionen, Impotenz, Blasen-
schwäche und chronischen Tripper benutzt.
Kühlstall, s. Reitbahn.
Kühlte, s. Brise.
Kühlung, Höhenzug, f. Kröpelin.
Kühlwasser, f. Vleiwasser.
Kuhmaul, auch Ochsenmaul oder Bären-
klaue, wegen ihrer Ähnlichkeit mit solchen spöttische
Bezeichnung der Fußbekleidung, die im Anfange
des 16. Jahrh, den Entenfchnabel (s. d.) ablöste.
Die K. wurden besonders von den Landsknechten
getragen. Um 1550 verschwanden sie. (S.Tafel:
Kostüme III, Fig. 3.)
Kühn, Adalbert, Sprachforscher und Mytholog,
geb. 19. Nov. 1812 zu Königsberg in der Neumark,
studierte 1833-37 zu Berlin Philologie, wurde hier-
auf am Köllnischen Gymnasium Schulamtskandidat,
1841 ordentlicher Lehrer, 1850 Professor und 1870
Direktor; er starb bald nach seiner Pensionierung
5. Mai 1881. In der bahnbrechend gewordenen
Schrift "Zur ältesten Geschichte der indogerman. Völ-
ker" (Berl. 1845; erweitert in Webers "Ind. Stu-
dien", Bd. 1, ebd. 1850) entwarf er die Grundzüge
zu einem Bilde der Kulturzustände des indogerman.
Urvolks. Zahlreiche Arbeiten K.s aus dem Gebiete
der vergleichenden Sprachforfchung finden sich in
der "Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung"
und den "Beiträgen zur vergleichenden Sprach-
forschung", von denen er die erstere 1851 mit Auf-
recht begann und dann allein fortführte, die letztern
1856 mit Schleicher begründete, und welche beide
seit 1875 zu einer "Zeitschrift für vergleichende
Sprachforschung auf dem Gebiete der indogerman.
Sprachen" vereinigt sind. Eine neue Disciplin, die
vergleichende Mythologie, wurde von K. erst be-
gründet. Seine Monographie "Die Zerabkunft des
Feuers und des Göttertranks" (Berl. 1859; neu hg.
von E.Kühn u. d. T. "Mytholog. Studien von A. K.",
Bd. 1, Gütersloh 1887) ist als Muster für For-
schungen dieser Art anerkannt. Vorzügliches leistete
K. auch auf dem Gebiete der deutschen Mythen-
und Sagenforschung; außer Beiträgen zu Fachzeit-
schriften gehören hierher "Mark. Sagen und Mär-
chen" (Berl. 1843), "Norddeutfche Sagen, Märchen
und Gebräuche" (mit Schwartz, Lpz. 1848) und
"Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen"
(2 Bde., ebd. 1859).
Kühn, Ernst, Orientalist, Sohn des vorigen, geb.
7. Febr. 1846, studierte in Berlin und Tübingen, do-
cierte seit 1871 an den Universitäten Zalle, Leipzig,
.Heidelberg und wurde 1877 Professor des Sanskrit
an der Universität München. Er veröffentlichte u. a.
"Beiträge zur Paligrammatik" (Berl. 1874), "Über
den ältesten arifchen Bestandteil des singhalcs. Wort-
schatzes" (Münch. 1879), "über Herkunft und Sprache
der transgangetifchen Völker" (ebd. 1883), "Bei-
träge zur l^prachenkunde Hinterindiens" (ebd. 1889),
"Varlaam und Ioafaph" (ebd. 1893). Daneben betei-
ligte er sich an dem "Wissenschaftlichen Jahresbericht
üöer die Morgenländifchen Studien" (Lpz. 1879 fg.),
redigierte (mit I. Klatt) 4 Bände eines "Litteratur-
blattes für orient. Philologie" (ebd. 1883 fg.), und von
Bd. 6 an die "Orient.Vibliographie" (Berl. 1893 fg.).
Kühn, Franz, Freiherr von Kuhnenfeld,
österr. Feldzeugmeister, geb. 15. Juli 1817 zu Proß-
ißt, sind unter C aufzusuchen.