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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kundus – Kunigunde

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Kunduriotis'

auch, gleichwie sein Bruder, als einer der angesehensten und reichsten Schiffsreeder lebte. Als 1821 der griech. Unabhängigkeitskampf begann, widmeten die Brüder demselben große Opfer an Geld und acht Schiffe, sodaß sie selbst verarmten. Wiewohl Lazaros nicht unmittelbar an den Ereignissen teilnahm, förderte er doch als Präsident des Senats seiner Insel durch seine unbegrenzte Vaterlandsliebe und seine große Klugheit die griech. Sache. Während der Präsidentschaft Kapodistrias' gehörte er zur Opposition, und auch unter der Regierung König Ottos hat er, obwohl hochgeachtet und in die Gerusie aufgenommen, nicht mehr den Boden seiner Heimatsinsel verlassen. Er starb 18. Juni 1852.

Kundus, Landschaft in Centralasien, südwestlich von der Pamirhochebene, zwischen Chulm und Badachschan, im N. durch den Amu-darja begrenzt. Die Zahl der Einwohner, meist Tadschik, wird auf 400000 geschätzt. Die Hauptstadt K., etwa 60 km südlich vom Amu, besteht aus etwa 600 Erdhütten.

Kuneïfórm (lat.), keilförmig.

Kuenen, Abraham, holländischer reform. Theolog, geb. 16. Sept. 1828 zu Haarlem, studierte in Leiden, wurde 1853 außerord., 1855 ord. Professor der Theologie daselbst; er starb 10. Dez. 1891 in Leiden. K. vertrat die kritische Richtung der Theologie und war mit Scholten der Führer der sog. «Modernen» in Holland; seine Arbeiten zur Kritik des Alten Testaments und zur Geschichte der israel. Religion, in denen er im wesentlichen mit Wellhausen übereinstimmt, wirkten bahnbrechend. Er schrieb: «Liber Geneseos» (Leid. 1851) und «Libri Exodi et Levitici secundum Arabicam Pentat. Samar. versionem ab Abu Saïdo conscriptam» (ebd. 1854), «Historisch-kritisch Ondersoek naar het entstaen en de verzameling van de boeken des Ouden Verbonds» (3 Bde., ebd. 1861–65; 2. gänzlich umgearbeitete Aufl., Bd. 1 u. 2, 1885–89; deutsch von Th. Weber, Lpz. 1887–90), «De godsdienst van Israël tot den ondergang van den Joodschen Staat» (2 Bde., Haarl. 1869–70; englisch, 3 Bde., Lond. 1874–75), «De profeten en de profetie onder Israël» (2 Bde., Leid. 1875; englisch Lond. 1877), «National religions and univeral religion» (Lond. 1882; deutsch Berl. 1883). Seit 1886 war K. Mitherausgeber der «Theologisch Tijdschrift».

Kunene, Fluß in der portug. Kolonie Angola in Westafrika, 1200 km lang, mit einem Stromgebiet von 272000 qkm, entspringt auf dem 1600 m hohen Plateau von Bihe, in der Nähe der Quellen des Quanza und Kubango, nimmt zahlreiche Nebenflüsse auf, wird bei Kiteve selbst zur Trockenzeit 150 m breit und 2 m tief und erweitert nach Vereinigung mit dem vom Shellagebirge herabkommenden Kakulovar sein Bett zu einem weiten Morast bei Humbe, der zwei Abflüsse nach dem Etosasee entsendet. Von Humbe ab wendet er sich gegen W., bildet die Grenze gegen Damaraland und mündet über eine seichte Barre in das Meer. Der K. ist nicht schiffbar, sein Unterlauf nicht vollkommen erforscht.

Kunersdorf, Pfarrdorf im Kreis Lebus-Weststernberg des preuß. Reg.-Bez. Frankfurt, 6 km östlich von Frankfurt a.O., hat (1890) 125 E., evang. Pfarrkirche und ist bekannt durch die Schlacht vom 12. Aug. 1759. Nachdem 23. Juli General Wedel bei Kay von den Russen geschlagen worden war, ließ der König die große österr. Armee unter Daun durch ein Korps unter dem Prinzen Heinrich festhalten, überschritt mit 48000 Mann die Oder ↔ nördlich von Frankfurt und griff am folgenden Morgen das 60000 Mann starke verbündete Heer an. Der rechte Flügel der Feinde war durch die Oder, der linke durch Sümpfe und Büsche und noch außerdem durch starke Verschanzungen, die Front durch tiefe Gründe gedeckt. Dennoch gelang es den Preußen, beim Angriff auf den linken russ. Flügel nach einem heißen Kampfe die Schanzen und Batterien zu nehmen und die Russen in die Flucht zu jagen. Noch aber hatten die Russen mehrere feste Punkte inne. Trotz der Gegenvorstellungen seiner Generäle beschloß der König, mit den schon sehr ermüdeten Truppen auch den rechten Flügel der Russen anzugreifen. Der Infanterieangriff blieb zunächst erfolglos, weshalb der König den General Seydlitz mit der Reiterei von seinem Beobachtungsposten, Laudon gegenüber, durch wiederholte Befehle heranrief. Sogleich benutzte Laudon die Gelegenheit, um hervorzubrechen und mit seiner Reiterei sich auf die ermatteten Haufen der Stürmenden zu werfen. Dies entschied die Schlacht. Ein neuer Angriff Laudons warf alles in wilde Flucht. Die Preußen verloren 18500 Mann und beinahe ihr ganzes Geschütz; doch hatten auch die Feinde 16700 Mann eingebüßt. Dem König wurden zwei Pferde unter dem Leibe erschossen; nur der Heldenmut des Rittmeisters von Prittwitz rettete ihn vor Gefangenschaft. General Puttkamer und der Dichter Ewald von Kleist fielen. Die Uneinigkeit der Verbündeten verhinderte die weitere Ausnutzung dieses Sieges. – Vgl. Hahn, K. am 12. Aug. 1759 (Berl. 1876); Die Schlacht von K. (1. Beiheft zum «Militärwochenblatt», 1800).

Künette, soviel wie Cunette (s. d.).

Kung, Kung-fū-tze, s. Confucius.

Kungei-Alatau, s. Alatau.

Kungur. 1) Kreis im südwestl. Teil des russ. Gouvernements Perm, von Ausläufern des Ural durchzogen, hat 11372 qkm, 124565 E.; Ackerbau, Waldindustrie, Seilereien. -

2) Kreisstadt im Kreis K., an der zur Tschussowaja gehenden Sylwa und an der sibir. Straße, hat (1890) 12106 E., 11 Kirchen, 1 technische Schule; Lederfabrikation, Schuhmacherei, Maschinenfabrik, Handel. In der Nähe in einem Gipsberg ist die Kungursche Höhle.

Kún-Hegyes, ungar. Stadt, s. Hegyes.

Künheimer Kanal oder Breisacher Zweigkanal, s. Elsaß-Lothringen (Bd. 6, S. 50b).

Kunia, Insel, s. Pins, Ile des.

Kunibert, der Heilige, aus adligem Geschlecht, war Archidiakonus zu Trier, wurde 623 Bischof von Köln, war leitender Staatsmann unter Sigebert III. und Childerich II. Er starb 663 und wurde später heilig gesprochen. Sein Tag ist der 12. Nov.

Kunigunde, die Heilige, Gemahlin Kaiser Heinrichs II., war eine Tochter des Grafen Siegfried von Luxemburg. Mit ihrem Gemahl wurde sie zu Paderborn 1002 als Königin der Deutschen und 1014 durch Benedikt VIII. in Rom als Kaiserin gekrönt. Die Ehe blieb kinderlos. Nach dem Tode ihres Gemahls zog sie sich in das von ihr gestiftete Kloster Kaufungen bei Cassel zurück und starb 3. März 1033. Sie wurde im Dom zu Bamberg an der Seite ihres Gemahls beigesetzt und gleich diesem selig gesprochen. Innocenz III. versetzte sie 1200 unter die Heiligen. – Vgl. Hirsch, Heinrich II., Bd. 1–3 (Berl. und Lpz. 1862–75); Breßlau, Konrad II., Bd. 1 u. 2 (ebd. 1879–84).

Kunigunde, Tochter Bélas IV. von Ungarn, vermählt 1239 mit König Boleslaw V. (s. d.) von

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 800.

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