Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

862
Kythereia - Laa
Agilia oder Agila genannt und als Zufluchtsort der
Seeräuber früher berüchtigt, 10 hkin groß, 396 E.
Als Kolonie der Phönizier bildete K. lange Zeit
die Mittelstation zwischen deren Niederlassungen in
den östl. und westl. Meeren und den Hauptplatz für
Fischerei der Purpurschnecken, weshalb sie auch die
Purpurinsel hieß (Porphyrusa oder Porphy-
ris). Auch war sie der Platz, wo der von Askalon
stammende Kultus der syr. Ästarte (s. d.) auf griech.
Boden zuerst Wurzel schlug und von wo aus er sich
als Dienst der Aphrodite-Nrania oder Kythereia
über alle Länder der Hellenen ausbreitete. Von den
Phöniziern ging die Insel in den Besitz der Argiver
über, wurde aber bald von den Spartanern erobert,
denen sie die Athener nur zeitweise entrissen. Später
kam sie unter die Herrschaft der Römer, dann der
Byzantiner, siel nachher an Venedig und teilte das
Geschick der Ionischen Inseln (s. d.).
Kythereia, Beiname der Aphrodite (s. d.).
Kythnos, jetzt Thermia, von N. nach S. ge-
streckte Insel der griech. Cykladen (s. d.), 10 km süd-
lich von Keos; 85 hkm groß, mit Gebirgen aus
Glimmerschiefer erfüllt, ist fruchtbar (Getreide und
Wein), auch treibt man Viehzucht. K. gehört heute
zur Eparchie Kea des Nomos Cykladen und zählt
3000 E. Hauptort ist K. oder Messaria. K. ist seit
alten Zeiten durch die heißen Quellen berühmt.
Kyzikos (lat. Cyzicus), griech. Stadt an der
Südseite derPropontis (des Marmarameers), an dem
schmalen, erstimi.Jahrh.n.Chr.gebildetenIsthmus,
welcher die jetzt Kapudagh, von den Alten Arktone-
sos genannte Halbinsel mit dem Festlande verbindet.
Die Stadt wurde wahrscheinlich bald nach dem Be-
ginn des 7. Jahrh. v. Chr. von den Milesiern
gegründet und teilte die Schicksale ihrer Mutter-
stadt und der übrigen griech. Städte Kleinasiens
bis um das I. 365 v. Chr., wo die Bürger die
pers. Besatzung vertrieben und durch starke Be-
festigung ihrer Stadt ihre Selbständigkeit zu sichern
suchten. Seitdem behauptete K., welches sich die Insel
Prokonnesos und andere benachbarte Gebietsstrccken
unterwarf, seine Unabhängigkeit; weder Alexander
d. Gr., noch die syr. oder pergamenischen Könige
baben die Stadt unterworfen, und bald gelangte
sie zu bedeutender Macht und großem Reichtum.
Nachdem sie 74 v. Chr. einen Angriff des Königs
Mithradates von Pontus zurückgeschlagen hatte, er-
hielt sie von den Römern den Titel und die Rechte
einer freien Stadt (civitas lidera.), die sie unter Kaiser
Auguftus 20 v. Chr. auf einige Jahre, unter Kaiser
Tiberius auf immer verlor; doch blieb sie eine reiche
Handelsstadt bis 443 n. Chr., wo die Hälfte der
Stadt durch ein Erdbeben zusammenstürzte. Was
von Denkmälern des Altertums übriggeblieben war,
wurde teils bei der Eroberung der Stadt durch die
Araber um 675 n. Chr., teils durch ein Erdbeben
1063 vernichtet. - Vgl. I. Marquardt, Cyzicus
und sein Gebiet (Berl. 1836).
Kyzlar Agassy oder Kislar Aga (d. h. der
Aufseher der Mädchen), der althergebrachte Titel
des Chefs der als Wachmannschaft und Hauspolizei
im Harem des Großherrn zu Konstantinopel gehal-
tenen schwarzen Eunuchen. Nur ein verschnittener
Negersklave kannK. A. sein; als höchster Beamter des
Serail steht er im Range eines Großwesirs und hat
bedeutende Machtbefugnisse.
Kyzyl-Irmak, kleinasiat.Fluß, s. Kisil-Irmak.
HiHe., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung für
Gust. Kunze (s. d.).
L.
8, der 12. Buchstabe des Alphabets. Die Grund-
form bestand aus zwei verbundenen spitzen Winkeln.
Die Griechen betonten besonders den nach links
unten sich öffnenden Winkel ^j (rechtsläufig s^). Da
ungefähr dasselbe Zeichen sowohl 1 wie F bedeutete,
mußte man schärfer unterscheiden; meistens wurde
das F umgebildet, während /1 als 1 blieb. Im
attisch-böot.-chalkidischen Alphabet wurde das Zei-
chen umgedreht j^. Von dieser Gruppe sind die
ital. Alphabete abgeleitet, die ursprünglich nur die
Formen ^j und !^ kennen; daraus wurde später !^.
(S. Schrift.) Als Zahlzeichen bedeutet 1 (X) im
Griechischen 30. Scharf zu trennen von dem Buch-
staben l_ ist im Lateinischen l_ ---50, es stammt
aus dem griech. Buchstaben >!/ (^ x, cki).
Als Laut bildet 1 mit r die Klasse der liquiden
Laute (li^niä^k). Das 1 wird gebildet, indem die
Zungenspitze durch Anlehnung an die obere oder
untere Zahnreihe oder an den harten Gaumen die
Mundhöhle nach vorn sperrt, die Seiten der Zunge
dagegen zwischen sich und den Backenzähnen Raum
lassen, durch den der Atmungsstrom ausflieht. (S.
Liquide und Laut.)
Als Abkürzungszeichen steht I. in röm. In-
schriften u. s. w. häufig für den Namen Lucius;
auch steht es oft bei Anführungen für I^ox (d. i.
Gesetz) und für I^idor (d. i. Buch); ferner für I^ctoi-
und IHsrtas; im neuern Latein für I^iusa (Zeile)
und für I^io6ntiatu8. Von Münzen werden Lira
und Livre durch 1^ abgekürzt; ebenso vft dks Zeichen
für das engl. Pfund Sterling (^) eine Abkürzung von
I.ivi-6, dem altfranz. Worte für Pfund. Auf franz.
Münzen bezeichnet 1^ den Münzort Bayonne. Auf
franz. Kurszetteln ist 1^ die Abkürzung für I^6ttr68;
in der parlamentarischen Sprache für liberal.
I", mit einer Ziffer dahinter, z. B. 1^/24, ist eine
Bezeichnung für ein Gefchütz, s. Kaliber.
1, offizielle Abkürzung für Liter.
2^., bei naturwissenschaftlichen Namen Abkürzung
für Karl von Linne (s. d.).
I.9., chem. Zeichen für Lanthan (s. d.).
I"2., in den roman. Sprachen der Name des in
den german. Sprachen ^ genannten Tons. über
1a ini i'6,1^ la. u. s. w. s. Solmisation.
!,".., Abkürzung für Louisiana.
I". a.., auf Rezepten Abkürzung für 16Z6 artig
(lat.), d. h. nach Vorschrift der (Pharmaceut.) Kunst.
Laa an der Thaya, Stadt in der Bezirkshaupt-
mannschaft Mistelbach in Niederösterreich an der
mähr. Grenze, in der Niederung der Thaya, an den
Linien Wien-Brunn der Osterr.-Ungar. Staatsbahn
und Lundenburg-Zellerndorf der Kaiser-Ferdinands-
Nordbahn, Sitz eines Bezirksgerichts (437,0 ykm,
24581 E.), hat (1890) 3102, als Gemeinde 3148 E.,