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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Larius lacus - Larochefoucauld
90000 E., ist ein durch den Guineawurm, durch
Fieber, Halsübel und Erblindungen heimgesuchtes
Land. In der Mitte in sehr fruchtbarer Gegend die
Hauptstadt Lar mit 12000 E., einem schönen Bazar
und Seidenwebereien. Der wichtigste Hafen ist jetzt
Lingeh ls. d.). "s. d.).
I"2.rius 1a.ou3, röm. Name des Comersees
Larive (spr.-rihw), Jean Mauduit de, franz.
Schauspieler, geb. 6. Aug. 1747 zu La Rochelle, war
dem elterlichen Hause entflohen und wurde nach der
Rückkehr nach den Kolonien eingeschifft. Fünf Jahre
hielt er sich in Domingo auf. Nach Paris zurück-
gekehrt, trat er 1770 in der (üomkäis ki'an^i86 auf.
Nach dem Tode Lekains übernahm er dessen meiste
Rollen. In der Schreckenszeit mußte er nebst den
meisten andern Mitgliedern des Idsatrs lrtm^iä
ins Gefängnis wandern. Durch den 9. Thermidor
kam auch für ihn die Rettung. Später zog er sich
von der Bühne zurück und kaufte sich in Montmo-
rency an. Er starb 30. April 1827. L. glänzte vor-
züglich als Warwick, Orosman, Philoktet und Spar-
tacus. Sein "(^oni^ äs likclamHtioii" (3 Bde., Par.
1804-10) ist nicht ohne Verdienst.
I"arix, s. Lärche.
Larkhall (spr. -hahl), Stadt in der schott. Graf-
schaft Lanark, 6 Km im SO. von Hamilton, hat
(1891) 8349 E., Bergbau auf Kohlen und Bleicherei.
Larmanjatsches Giseubahnsyftem (spr. ang-
schahsches), s. Einschienenbahnen (Bd. 5, S. 809 d).
Lärmapparate, soviel wie Alarmapparate (s. d.).
Larmoyemt (frz., spr. -möajäng), weinerlich, zu
Thränen rührend; ^omsäis lariuo^uts (spr.-möa-
jängt), Rührstück.
Lärmftange, s. Fanal.
Larnüka (das alte Kition), Distriktshauptort
auf der Insel Cypern, 6,4 kin von der Südostküste
entfernt, hat (1891) 7593 E., ein türk. Fort, eine
schöne röm.-kath. Kirche (1848) mit Franziskaner-
kloster und eine Vorstadt Marina an der Küste mit
lebhaftem Handel.
Larne (spr. lahrn), Seestadt in der irischen Graf-
schaft Antrim, 39 km im NNO. von Belfast, hat
(1892) 4217 E., Leinweberei und Handel. Am
Hafen, 2^/2 Km im NO., am Nordkanal, legen die
großen Dampfer der "State Line" nach Amerika
an. Von L. nach Stranraer in Südschottland führt
der kürzeste Seeübergang (64 km).
La Röche (spr. rösch), Karl, Ritter von, Schau-
spieler, geb. 14. Okt. 1794 zu Berlin, wurde durch
Iffland für das Theater gewonnen und betrat
10. Juni 1811 als Mitglied der Secondaschen
Truppe in Dresden zum erstenmal die Bühne. Er
spielte später mehrere Jahre zu Danzig, seit 1819
in Königsberg, gastierte 1821 mit vielem Beifall in
Leipzig und siedelte 1822 nach Weimar über, wo er
im Verkehr mit Goethe seine künstlerische Ausbil-
dung erlangte. Seit April 1833 wirkte er am Wie-
ner Burgtheater und gehörte bis zu seinem am
11. März 1884 erfolgten Tod zu dessen Zierden.
L. R.s Leistungen als Held, Intrigant, zärtlicher
Vater, Geck oder Vonvivant waren stets echt künst-
lerisch gedacht und wirksam ausgeführt. - Vgl.
Mautner, Karl L. R. Gedenkblätter (Wien 1873).
La Röche (spr. rösch), Maria Sophie, deutsche
Schriftstellerin, geb. 6. Dez. 1731 zu Kaufbeuren,
war die Tochter des gelehrten Arztes Gutermann,
Edeln von Gutershofen, und erhielt ihre Bildung in
Augsburg. Mit zweien ihrer Schwestern und ihrem
Bruder kam sie später nach Biberach in das Haus
ihres Großvaters Gutermann, der daselbst Senator
und Hospitalmeister war. Nach dem Tode desselben
lernte sie 1750 in dem Hause des mit ihr verwandten
Predigers Wieland dessen Sohn, den Dichter Wie-
land, kennen. Sie sollte seine Gattin werden, aber
der Wille des Vaters trennte ihre Liebe, die jedoch als
Freundschaft beider bis ins hohe Alter fortdauerte.
1754 verheiratete sie sich mit L. R., der damals
Mainzer Hofrat und Oberauffeher der Stadionschen
Güter war und nachher als Geh. Konferenzrat an
den kurtrierfchen Hof kam. Als ihr Gemahl infolge
feiner "Briefe über das Mönchswesen" den Abfchied
erhalten hatte, lebten beide Gatten seit 1780 zu
^peyer, dann zu Offenbach, wo L. R. 1789 und seine
Gattin 18. Febr. 1807 starb. Durch ihre Tochter
Maximiliane, die an den Kaufmann Brentano in
Frankfurt a. M. verheiratet war, wurde die L. R. die
Großmutter von Clemens und Bettina Brentano.
Vorzüglich gelangen ihr Romane und Familienge-
schichten in Briefform, die sich an die Richard sonsche
Manier anschlössen. Ihre erste Arbeit, die "Ge-
schichte des Fräulein von Sternheim" (hg. von
Wieland, Lpz. 1771), war das Entzücken der auf-
strebenden Stürmer und Dränger, die hier die
Sprache des naiven Herzens zu finden glaubten.
Freilich ist Sophie L. R. von der Höhe dieses Ro-
mans schnell zu platter Redseligkeit und Lehrhaftig-
keit herabgestiegen, zumal da sie später für Geld
schreiben muhte. Zu erwähnen sind noch: "Rosa-
liens Briefe" (Altenburg 1779-81), "Moralische
Erzählungen" (Mannh.1782-84; neue Aufl. 1823),
"Briefe an Lina" (ebd. 1785-94), "Schönes Bild
der Resignation" (Lpz. 1795-96), "Melusinens
Sommerabende" (hg. von Wieland, Nudolst. 1806).
- Vgl. C. M. Wi'elands Briefe an Sophie von
L. R. (Berl. 1820); L. Assing, Sophie von L. N.,
die Freundin Wielands (ebd. 1859); Goethes Briefe
an Sophie von L. R. und Bettina Brentano (hg.
von Loeper, ebd. 1879); Neue Briefe Ch. M. Wie-
lands, vornehmlich an Sophie L. R., hg. von Has-
sencamp (Stuttg. 1894).
Larochefoucauld (spr. -roschfukoh), altes, viel-
verzweigtes franz. Geschlecht, das bis ins 11. Jahrh,
hinaufreicht und dessen Stammsitz die kleine Stadt
L. unweit Angouleme ist. - Francois I. de L.,
Kammerherr Ludwigs XII., erhielt 1515 die Grafen-
würde und starb 1517. Francois V. (geb. 1588,
gest. 1650) wurde 1622 Herzog und Pair.
Francois VI., Herzog von L., Prinz von
Marsillac'(lange unter diesem Namen bekannt), geb.
15. Dez. 1613, war mit der Herzogin von Chevreuse
(s. d.), der Vertrauten der Königin Anna, in die
Feindseligkeiten gegen den Kardinal Richelieu ver-
wickelt und mußte bis zum Tode Ludwigs XIII. den
Hof meiden. Hierauf nahm er, von der Herzogin
von Longueville (s. d.) veranlaßt und selbst ein
Freund abenteuerlichen Intriguenspiels, an den Un-
ruhen der Fronde (s. d.) teil, zog sich dann, Juli
1652 schwer verwundet, ins Privatleben zurück und
machte sein Haus zum Sammelplatz aller glänzen-
den Geister jener Epoche. Seine "NemoirsZ", in
denen er meisterhaft die Geschichte der Regentschaft
Annas von Osterreich erzählt, erschienen zusammen
mit den "N6moii-63" de Lachastres (Köln 1662;
Amsterd. 1723 u. ö.). Im 1.1665 veröffentlichte er
"HIlrxiui68 st iMexionZ morales" (deutsch Lpz.
1875), die als Muster klassischer sranz. Prosa gelten.
Als scharfer Beobachter schildert er, unter dem Wahr-
zeichen der "Eigenliebe" als des höchsten und all-