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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Lauraceen - Laurent
in der Kirche Ste. Clara in Avignon zuerst sah und
daß sie 6. April 1348 starb und in der Franzis-
kanerkirche bestattet wurde. Von den Zeitgenossen
hielten manche, so auch Boccaccio, die Besungene
für ein abstraktes Ideal, doch hat Petrarca dieser
Ansicht entschieden widersprochen. Die ältesten Bio-
graphen erwähnen ihrer nicht. Vgl. Woodhouse-
lee, Iliätoi-icHl anä critic3,I 6883.^ 011 tlie Iit'6 aml
< IiÄi'Neter of I'eti'ai-cli (Edinb. 1870). Einer Über-
lieferung zufolge sollte L. dem Geschlecht der de Sade
angehört haben; einer ihrer Nachkommen, der Abbe
de Sade, suchte nun das Folgende aus Dokumen-
ten seines Familienarchivs zu beweisen (vgl. N6-
moireg pttnr lg. vi6 äs 1^1^11^018 ?6ti-Hi-^u6, 3 Bde.,
Amsterd. 1704-67): L. war die Tochter eines Audi-
bert de Noves, vermählte sich 1325 mit Hugo de
Sade, dem sie elf Kinder schenkte, wurde 3. April
1348 krank und bestimmte in ihrem Testament die
Franziskanerkirche als ihren Begräbnisort. - Vgl.
d'Ovidio, Naclonna. 1^. sin der "Miova, ^utolo-
xili", 1888); Vlaze de Vury, I^ui-6 äs ^love (in
der "I56VU6 äo3 I)6nx N0näL8", 1874); Zcndrini,
?6ti-g,i"H o !_.. (3^tail. 1875); Bartoli, ^1-3.1106800
i^trareH (Flor. 1884).
Lauraceeu, Lorbeergewächse, Pflanzen-
familie aus der Ordnung der Polycarpcn (s. d.)
mit gegen 900 größtenteils in den wärmern Ge-
genden und bier mit Ausnahme von Asrika weit-
vervreiteten Arten. In außertropischen Klimaten
kommen nur wenige vor, im südl. Europa nur eine
einzige Art. Ihrem Wüchse nach sind die L. fast
sämtlich Bäume, seltener Sträucher, mit wechsel-
ständigen oder zerstreut stehenden, meist ganzran-
digen lederartigen Blättern. Die Blüten sind klein
und unansehnlich, von regelmäßigem Bau und
meist zwitterig. Die Frucht stellt eine fleischige,
seltener trockne einsamige Beere dar. Das Holz
ist sehr fest und wird vielfach technisch verwendet.
In allen Teilen finden sich reichlich aromatisch
riechende ätherische Ole, und es sind deshalb viele
Arten von großer Wichtigkeit als Gewürzpflanzen.
Die bekanntesten davon sind die Zimmet liefernden
Arten der Gattung Oiimamoiiiuiii (s. d.), der Kam-
pferbaum (f. ^aiupkoi-a,), der Sassafraslorbeer (s.
Sassafras) und der gewöhnliche Lorbeer (s. d.).
Lauraguais (Laurag ais, spr. loragäh), alte
franz. Landschaft in Ober-Languedoc, umfaßte Teile
von Aude, Tarn und Haute-Garonne und hatte erst
Laurac, dann Castelnauoary zur Hauptstadt.
Laurahütte, Landgemeinde im Kreis Kattowitz
des preuh. Reg.-Vez. Oppeln, an der Linie Breslau-
Sosnowice der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890)
10572 E., darunter 957 Evangelische und 133 Is-
raeliten, Post zweiter Klasse, Telegraph; Nieten-
und Kleincisenfabrik, Steinkohlengruben und ein
bedeutendes Eisenwerk der Aktiengesellschaft Königs-
und Laurahütte mit 2000 Arbeitern, 6 Hochöfen,
39 Puddlingsöfen, 26 Dampfmaschinen, Kessel-
schmiede und Brückenbauanstalt. Nahebei das Zink-
werk Georgs Hütte des Fürsten von Hohenlohe.
Laurana, Luciano da, Baumeister, aus Dal-
matien gebürtig, gest. 1483, ist der Begründer der
Hochrenaissance-Architektur; berühmt ist der 1468
von ihm begonnene Palast der Herzöge von Urbino.
- Vgl. von Reber, Luciano da L. (Münch. 1889).
Laureacum oder Lauriacum, röm. Name von
Lorch (s. d.) in Oberösterreich.
Laureat (lat. poeta, 1aur6aw8), ein "mit Lor-
beer bekränzter" Dichter, s. Gekrönter Dichter.
Lauremberg, Joh. Wilh., Satiriker, geb.
26. Febr. 1590 zu Rostock, studierte in seiner Vater-
stadt und bereiste von 1612 bis 1617 Holland, Frank-
reich, England und Italien, wurde 1618 Professor
der Poesie in Rostock, 1623 als Professor der Mathe-
matik an die Ritterakademie in Soröe berufen und
starb dort 28. Febr. 1658. Seine in plattdeutscher
Sprache geschriebenen, gegen allerhand Modethor-
heiten seiner Zeit gerichteten Satiren "Veer Schertz-
gedichte. In Nedderdütsch gerymet durch Hans
Willmsen L. Rost" (1653; Ausgabe von Lappen-
berg in der "Bibliothek des Litterarischen Vereins",
Stuttg. 1861; von Braune ^ mit Glossars in den
"Hallenser Neudrucken", Heft 16, 1879) gehören
durch ihre derbe Originalität, ihren frischen Humor
und die trotz aller scheinbaren Nachlässigkeit künstle-
risch herausgearbeiteten Pointen zu den erfreulich-
sten Erscheinungen des Jahrhunderts; es macht sich
in ihnen ein gesunder konservativer Geist geltend,
der sich durch alles geblähte moderne Wesen nicht
imponieren läßt. Auch in einigen sonst ganz kon-
ventionell gehaltenen allegorischen Festspielen ("Wie
Aquilo, der Regent Mitternächtigen Länder die..
Prinzessin Orithyjam heimführt", "Wie die Har-
pyiae von zweien Septentrwnalischen Helden ver-
jaget und König Phineus entledigt wird", Kopenh.
1635) hat er derb-realistische Bauernscenen in platt-
deutscher Sprache eingefügt. szogtum).
Laurenburg, Grafen von, s. Nassau (Her-
Laurens (spr.loräng), Jean Paul, franz. Maler,
geb. 29. März 1838 zu Fourquevaux, war Schüler
Cogniets und widmete sich mit Vorliebe der Dar-
stellung des Gräßlichen und Schaudererregenden.
Er debütierte 1863 mit seinem Tode Catos, dem
Der Tod des Tiberius, Christus heilt einen Be-
sessenen, Christus und der Todesengel, Die Vision
des Ezechiel folgten. Seine eigentliche Richtung
kam jedoch erst 1872 in seinem Bilde: Papst For-
mosus und Stephan VII. zur vollen Geltung, sowie
in: Exkommunikation König Roberts II. von Frank-
reich 1004 (1875; im Luxembourg), Francesco Bor-
gia am Sarg der Isabella von Portugal (1876),
Der österr. Generalstab am Totenbett des Generals
Marceau(1877), Befreiung der von der Inquisi-
tion Eingemauerten in Carcassone 1303.(1879; im
Luxembourg zu Paris). 1875 malte er in einem
Saale des Palastes der Ehrenlegion die Stiftung
dieses Ordens; ferner Die letzten Augenblicke des
Kaifers Maximilian (1882), Die Rache Urbans VI.
(1886), Der Agitator von Languedoc (1887), Ein-
zug Ludwigs XVI. in das Hotel de Ville zu Paris
(1891), Predigt des Johs. Chryfostomus (1893).
Laurent (spr. loräng), August, franz. Chemiker,
geb. 14. Nov. 1807 zu La Folie bei Langres, stu-
dierte das Bergfach, wurde Assistent von Jean
Vaptiste Dumas an der ^cols c6nti-Ni6 äeä a.rt8 6t
nianutHcwi-68, dann Chemiker an der Porzellan-
fabrik in Sövres, später in Luxemburg, war 1838
-46 Professor der Chemie an der ?Hcu1t6 äe"
8ci6uc68 in Bordeaux, kehrte nach Paris zurück und
wurde 1848 Wardein an der franz. Münze, als
welcher er 15. April 1853 starb. L.s zahlreiche Ex-
perimentalarbeiten gehören mit wenigen Ausnah-
men dem Gebiete der organischen Chemie an, die er
vorzugsweise durch das Studium der von Dumas
entdeckten Substitutionsprodukte förderte. Er wies
als der erste nach, daß die Ersetzung von Wasser-
stoffatomen durch Halogene u. s. w. die Natur einer
chem. Verbindung in ihren wesentlichsten Eigen-