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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Laurentia - Laurit
schaften nicht wesentlich ändert. Von ihm rührt
auch die scharfe Unterscheidung der Definition der
Begriffe Molekular-, Atom- und Äquivalentgewicht
her,.auf Grund deren allein die Bestimmung wirk-
lich vergleichbarer Molekular- und Atomgewichte
ermöglicht wurde.
Laurentia, der 162. Planetoid.
LaurentischeFormation, Bezeichnung amcrik.
Geologen für die Urgneisformation (s. d.).
Laurentius, der'Heilige, war unter Papst Sir-
tus II. Diakonus der röm. Gemeinde und erlitt in
der Verfolgung unter Valerianus 258 den Märtyrer-
tod. Als ihn die heidn. Behörde aufforderte, die
Schätze der Kirche auszuliefern, bezeichnete er als
solche die versammelten Armen und Kranken der
Gemeinde. Infolgedessen wurde er an einem lang-
samen Feuer zu Tode gemartert. Die Geschichte des
L. erfuhr durch Ambrosius und noch mehr durch
Prudentius in dem "H^mniiZ iu pH38i0N6N I^a.u>
rtmtii mHi-t)'i-i8" manche Ausschmückung. Die kath.
Kirche feiert sein Gedächtnis 10. Aug.
Laurentiusgulden, Goldgulden der Stadt
Nürnberg des 15. bis 17. Jahrh., auf denen der
heil. Laurentius mit dem Zeichen seiner Marter,
dem Rost, dargestellt ist.
Laurentiusschwarm, s. Sternschnuppen.
Lauröntum, alte Stadt in Latium (s. Lateiner).
Laurla, Stadt im Kreis Lagonegro der ital.
Provinz Potenza, östlich der Straße von Neapel
nach Reggio, in einem tiefen Gebirgskessel gelegen,
hat Ober- und Unterstadt mit zusammen 10 220 E.,
Weberei, Weinbau und ein antikes Kastell.
Lauria (Loria), Ruggiero di, sicil. Admiral,
s. Karl I. von Anjou (S. 158a).
Lauriäcum, s. Laureacum.
Laurie (spr. lorih), Andres s. Paschal Grousset.
Laurm oder Lorbeerkampfer, (^I^oO, ein
krystallisierbarer indifferenter Bestandteil der Früchte
des Lorbeerbaums.
Laurin, ein Zwergenkönig in Tirol, ist der Held
einer sehr beliebten und oft umgearbeiteten, an-
mutigen Märchendichtnng in Reimpaaren, die um
1200 eine Tiroler Lokalsage mit der Dietrichsage ver-
knüpft und die Quelle der Dichtungen von Dietrichs
Abenteuern mit Riesen und Zwergen ward. L. hat
Künhilt, Dietliebs Schwester, geraubt; Dietrich von
Bern zieht nach L.s Rosengarten, besiegt ihn und
nimmt ihm seinen Zaubergürtel. Eine jüngere
mitteldeutsche Bearbeitung nennt den sagenhaften
Heinrich von Ofterdingen als Verfasser. Eine spä-
tere Fortsetzung des L. ist der "Walberan"; dieser,
L.s Oheim, kämpft ebenfalls mit Dietrich. Beide
Gedichte sind kritisch herausgegeben im "Deutschen
Heldenbuch", Tl. 1 (Berl. 1866); "Laurin" allein
von Müllenhoff (2. Aufl., ebd. 1886).
Laurineenkampfer, soviel wie gewöhnlicher
Kampfer (s. d.).
Laurmfett, s. Laurostearin.
Laurmsäure, Laurostearinsäure, Pichu-
rimtalgsäure, O12H2462, eine zu den Fettsäuren
gehörige Säure, die sich im Lorbeeröl, im Fett der
Pichurimbohne (Kotyledouen von ^ectanära?u-
einir^ m^oi- ^. et Ma?'t.), ferner im Kokosöl, im
Dikabrot und in einzelnen andern Fetten findet.
Zur Darstellung wird Laurostearin (s. d.) mit Kali-
hydrat verseift. L. krystallisiert aus Alkohol in
Nadeln oder durchscheinenden Schuppen, ist unlös-
lich in Wasser, sehr leicht löslich in starkem Alkohol
und Äther; die Lösuug reagiert sauer. L. schmilzt
zwischen 43,6 und 45°; unter gewöhnlichem Luft-
druck ist L. nicht unzersetzt destillierbar; sie siedet
bei einem Druck von 100 mm bei 225° 0.
Laurion, Gebirgsland (bis 640 m) an der Süd-
spitze Attikas, endigend mit dem Vorgebirge Su-
nium (heute Kolonnäs), ist bekannt durch seine reichen
Lager von Zink und silberhaltigen Bleierzen. Der
Bau aus Silber war eine wichtige Einnahmequelle
Athens. Seit Strabos Zeit aufgelassen, wurde die
Ausbeutung erst 1860 durch eine Marseiller Gesell-
schaft wieder aufgenommen und nicht nur neue
Bergwerke angelegt, sondern auch die alten Schutt-
halden noch einmal mit Erfolg durchgearbeitet.
Heute teilen sich in die Ausbeutung eine franz. und
eine griech. Gesellschaft. (S. Griechenland, Bd. 8,
S. 340d und Vergwerksbahnen.) Die neu entstan-
dene Stadt L. oder Ergastiria, mit Bahnverbin-
dung nach Athen (651cm), gutem Hafen, Werkstätten,
Hochöfen, hat (1889) 3802, als Gemeinde 11356 E.
Laurifton (spr. loristöng), Alexandre Jacques
Bernard Law, Marquis de, Marschall und Pair
von Frankreich, geb. 1. Febr. 1768 zu Pondichsry,
war der Enkel eines Bruders von John Law (s. d.>.
Er war Napoleons Gefährte auf der Artillerieschule
zu Brienne, trat 1785 in die Armee und war schon
1795 Artillerieoberst. Bonaparte wählte ihn 1800
zum Adjutanten und übertrug ihm kurz darauf als
Brigadegeneral das Kommando über die Artillerie-
schule zu La Fere. Im April 1801 erhielt L. eine diplo-
mat. Sendung nach Dänemark, wohnte dem cngl. An-
griff auf Kopenhagen bei und wurde dann als Kom-
mandant des Artilleriedepots nach Piacenza versetzt.
Nach der Schlacht bei Austerlitz zum Divisions-
general ernannt, nahm er Besitz von Venedig und
von der Republik Ragusa, die er gegen die Russen
und Montenegriner tapfer verteidigte. 1808 ging
er mit dem Kaiser nach Spanien. Er befehligte
1809 unter dem Vicekönig von Italien in Ungarn
und trug in der Schlacht bei Wagram an der spitze
der Gardeartillerie wesentlich zur Entscheidung bei.
Nach dem Frieden verhandelte er in Wien die Ver-
mählung des Kaisers mit der Erzherzogin Marie
Luise, wofür er den Grafentitel erhielt. 1811 ging
er als Gesandter nach Petersburg und übernahm
nach Ausbruch des Krieges 1812 in Smolensk ein
Kommando in der Großen Armee. Im Feldzuge von
1813 organisierte er das 5. Armeekorps, an dessen
Spitze er bei Lützen und Bautzen kämpfte. Darauf
verlor er jedoch mit Macdonald die Schlacht an der
Katzbach und wurde bei Leipzig, wo er 18. Okt. im
Centrum, bei Stötteritz und Probstheida, komman-
diert hatte, gefangen. Er blieb bis zum ersten
Pariser Frieden in Berlin und wurde bei seiner
Rückkehr nach Frankreich, da er sich während der
Hundert Tage Napoleon nicht angeschlossen hatte,
1815 zum Pair und Kommandanten der 1. Division
der Garde-Infanterie erhoben. 1817 zum Marquis
ernannt, übernahm er 21. Febr. 1820 das Ministe-
rium des königl. Hauses, erhielt 1821 den Marschall-
stab und 1823 beim Zuge nach Spanien das Kom-
mando des 2. Reservekorps, mit dem er Pamplona
nahm. 1824 zog er sich von allen öffentlichen Ge-
schäften zurück und starb 10. Juni 1828 zu Paris.
Laurlt, ein in sehr kleinen dunkel eisenschwarzen,
stark glänzenden Kügelchen, Körnern und regulären
Krystallen vorkommendes Mineral, das Ruthe-
nium-Osmiumsulsid, (Ilu, 03)28., zu sein scheint.
Es findet sich mit Gold, Diamant und Platin auf
Vorneo und in Oregon (Nordamerika).