Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

5
Lebern - Leboeuf
gestreut werden. Das Öffnen gefaucht mittels zweier
klappen. Von den 10 Arten dieser Familie besitzt
Dcntschland nur 2; die bäufigste ist das glatte '
F rucht b o rn, ^ntiwceios laeviz ^.. ^^ig. 2).
Lebern, Bezirk im sckweiz. Kanton Solotburn
Leberpforte, f. Leber < S. 1H). ^f. d., 2).
Leberreime, die geschmacklosen deutscken Sckerz-
gedickte, deren erste Zeile stets mit den Worien
"Die Leber" anfängt: das bekannteste und zu-
Hleick geistloseste Beispiel dieser Manier sind Verse
von der Form: "Die Leber ist vom Heckt und nickt
von einem -", worauf ein Tier genannt wird, auf
dessen Namen die folgende '^eile reimen muß. Diese
Reime kamen auf bei Madlzeiten "daber lat. ^oco-
80i'iii m6ii8üIiH, d.d. Tischscker;e> und knüpften im-
provisierend an das eben aufgetragene Lebergerickt
an. Die verbreitete Angade, der Tborner Rektor!
Heinr. Schävius habe sie erfunden, ift falfck; die ^
ältesten bekannten L. sind von dem niederdeutfcken !
Dickter Joh. Junior l"1>li)t1lmi^inoii3^o5)), 1^01),
dem bald der Vielschreiber Jod. Sommer mit seiner ^
"Hkpatolo^iH IiiLi'Ossivpllicii ilivtlnnicav l^cagdeb. ^
1<)05) folgte: auch Georg Grefflinger hat L. verfaßt.
- Vgl. Jahrbuck des Vereine für niederdeutfcke
Sprachforschung (Bd. 10u. 14, Norden 1885 u. 1889).
Leberschwamm, g e ni o in e r, s. ^istulina.
Leberstärke, s. Glykogen.
Lebersteine, s. Gallensteine.
Lebert, Hcrm., Patbolog und Kliniker, geb.
9. Juni 1813 in Breslau, studierte 1831-35 Me-
dizin und Naturwissensckaften in Berlin, Zürick und
Paris, ließ sich dann 183>i alö Arzt zu Ber im
Danton Waadt nieder und wurde 1838 BadearN
in Lavev. 1846 siedelte er als praktiscker Ar;t uack
Paris über, wo er sich durch den preisgekrönten
<^l'^it^ i>i'llti(iu6 äes m^^ulies "ci-otaleu^^? (,'t
tu!"cl^n1^u863" (Par. 1849) einen wissensckaftlicken
Namen erwarb. 185>3 wurde L. als Profeffor der
uiediz. Klinik und mediz. Direktor des großen .^ran-
kenbauses nach Zürick und 185'" in ersterer Eigen-
sckast nach Breslan berufen, welcke stelle er 1874 ^
niederlegte. Scitdein lebte er zu Vevey in der
<^ckweiz und starb 1. Aug. 1878 zu Ber.
L. stellte es sich zur Aufgabe, die Ergebnisse der
Naturwissenschaften und die naturwissem'ckaftlicke
Metbode auf die Medizin anzuwenden. Er fckrieb
die "i^lvsiolossiL i)lltiw1oFi<iue)) l2 Bde., Par. 1845),
zu welcker "Abhandlungen aus dem Gebiet der
Edirurgie und der pathol. Pbvsiologie" (Berl. 1848)
al^ Ergänzung hinzutraten, die "Xnatomic! patlio
1^<;i<iuo F^n^i-aie 0t 8p^ci:ile') <2 Bde., Par. 1855
-<^)), die "Grundzüge der är;tlicken Praris" (Tüb.
18<)7-08), das "Handbuck der praktisckcn Medizin"
l4. Aufl., ^ Bde., ebd. 1871), die "Klinik der Brust-
Krankheiten" (2 Bde., ebd. 1873-74) und "Die
Krankheiten des Magens" "ebd. 1878), die "Llllge-
l2.Aufl., ebd.1870).
- Vql. L.s Biographische Notizen "Bresl. 1869).
Leberthran(^^urQj^c0i-iä^so1Ii),Kodollengl.
^odoil), das aus den Lebern verschiedener Gadus-
arten (Kabeljau, Dorsch, Sckellsisch und norweg.
Sei) gewonnene flüssige fette Öl. Die frifcken
Lebern werden in Fässern mit durcklöckertem Boden
oder feitlick angedrackten Hädnen gei'ckicktet, der
Sonnenwärnie ausgefegt und das austretende Öl ab-
gelassen, der Rückstand durch Austocken mit Wasser
auf Öl verarbeitet, oder die friscken ledern werden
mittels Dampf, unter moglickstem Llbschluh der Luft
.auf etwa 70" (^. erlMt und das erhaltene Öl durch .
Absehen und filtrieren geklärt. Der so gewonnene
L. fübrt den Namen weißerL., Dampfthra?:,
Fabrikthran, zum Unterschied von dein auf erst-
genanntem Wege erzeugten blanken, draun^
blanken oder b raun en L., auch B au ernthran
genannt. L. bestebt aus den Glyeeriden der Öl-,
Palniitin- und Stearinsäure: er enthält außerdem
einige Gallenbestandteile, leisen, Mangan und Jod,
sämtlich an Ciweistkörper gebunden. Dem unbe-
deutenden Iodgehalt (0,00 0.)2 Proz.) schrieb man
früher die Wirkung des L. bei fkrofulofen Leiden,
Rhachitis u. s. w. zu, während man jetzt der Anficht
ift, daß er vermöge der gesteigerten Fettzufubr, die
wegen der leichten Reforbierbarkeit des Fettes mög-
lich wird, die Urfache des wohlthätigen Einflusses
auf die Ernährung und Kräftigung des Körpers
ist. Hauptproduktionsland für L."ist Norwegen
(Bergen, Lofoten, Finmarken). Jährliche Produktion
an Dampftbran zwifchen 20 000-30 000 !i1, an
blankem, blantbraunem und braunem L. etwa zwi-
fcken 40 000-50000 Iii schwankend. Eine Million
Fifcke liesert durchschnittlich 1000 t L. Wert im
Großhandel l1894) zwischen 40-75 M. für^KX) l<F.
Lebervenen, Leberzellen, s. Leber s^. id).
Lebid ibn Nabi'a, arab. Dickter, bekebrte sich
nack näberer Bekanntfckaft init Mohammed und
seiner Ledre zur neuen Religion, deren treuer An-
dänger er fortan blieb. L. lieft sich nach seiner Be-
kedrung in i^tedina nieder, von wo er wädrend der
Regierungszeit des Tmar nach Kufa zog; dier starb
er dockdetagt unr <)W. Das berühmteste feiner Ge-
dickte ist seine ^lo'aNaka, bg. von S. de Sacy
al'ö Andang seiner Ausgabe des (?Äli1ii 6t DimiiH
<Par. 181<)), von Peiper lVresl. 1828) und in den
verschiedenen Ausgaben der ^lo'lliiakHt ls. d.).
Der vnvlui des L. ist erst in allerjüngster Zeit
entdeckt und von Iüsuf Dijä ad-din al-Ebalidi
"Wien 1,^.^0), Ant. Huber (Leid. 1887), E. Brockel-
mann, Die Gedichte des L. (ebd. 1892) veröffentlicht
und von den beiden letztern auch ins Teutfcke üoer-
seNt woroen. Die Gedichte des L. enthalten fehr
viele religiöfe Stellen, welche zuni Teil fpätere'IInter-
sckiebungen find. - Vgl. Sloane, 4'iw 1106t I.., nig
lit'e. timo liiiä ti'ci^m6ntlii'v >vi'itin^8 <Lpz. 1877);
von Bremer, über die Gedickte des L. (Wien 1881).
Lebkuchen, f. Pfefferkuchen.
Le Vlanc, franz. ^tadt, f. Blanc.
Leblancsches Verfahren, f Soda.
Le Boe, de, Mediziner, f. Sylviue.
Leboeuf (fpr. -böff), Edmond, franz. Marschall,
geb. 0. Dez. 1809 zu Paris, trat 1832 in die Ar-
tillerie ein, geborte wäbrend der ersten Erpedition
gegen Eonftantine dem Generalstabe an, kehrte 1841
nack ,>ranlreick zurück, wurde 1848 zweiter Kom-
mandant der Polytecknifchen Sckule und 1852 zum
^ bersten befördert. Nach Aufdruck des ^rientkrieges
1854 zum Stabschef der Artillerie ernannt, ucchm
er 20. Sept. hervorragenden Anteil an der ^cklacht
an der Alma. Im Nov. 1854 wurde erBrigadegeneral
und übernahm die Leitung des sranz. Artillerie-
angrisfs gegen Sewastopol. Hierauf wurde er mit
dem ^berbefedl in Kinburn betraut, wofelbst er bis
Jan. 185l) blieb. An die Spitze der Gardeartillerie
berusen, vollendete er deren Organisation und erhielt
1857 den Rang als Divisionsgeneral. Im Italieni-
scken kriege von 1859 war seinem geickickten Ar-
tillerieangriff auf Solferino bauptsäcklick die Ein-
uadme diefeo Ortes zuzufchreiben. Im Jan. 18l>9
wurde L. Commandeur des 6. Armeekorps uud