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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Lepta - Lerbach
crsten ägypt. Götterkreis" (Berl. 1851), "Über einige
Ergebnisse der ägypt. Denkmäler für die Kenntnis
der Ptoiemüergeschickte" (ebd. 1853), "Über einige
Aerührnngspunkte der ägypt., griech. und röm.
Chronologie" (ebd. 1859), "Die altägypt. Elle nnd
ibre Einteilung" (ebd. 1865), "Älteste Texte des
Totenbucks" (ebd. 1867), "Über einige ägypt. .Kunst-
formen" (1871), "Über die Metalle in den ägvpt.
Inschriften" (1872), "Die Längenmaße der Alten"
<Verl. 1884) u. s. w. Die von ihm vorgeschlagene
Umschrift der fremden Laute wurde fast von samt-
licken Missionsgesellschaften angenommen. Vgl.
sein "8wnäarä alpilÄdot for reäuciriF ui^viitt^n
^llN^UHF68 ÄUli loiki^n FlÄ^ilic 8)'3t6M8 t0 ll, Ulli-
fni'in 0i'tN0^i'HpQ)' in Nui'0p6ÄN Istterg" (Lond. und
Berl. 1855 u. 1863). Im Frühjahr 1866 unter-
nahm L. eine zweite Reise nach Ägypten, hauptsäck-
lich behufs geogr. Untersuchungen im Nildelta. Bei
tiefer Gelegenheit fand er in den Ruinen von Tan
s^anik) eine überaus wichtige Inschrift, ein hiero-
<ilyphifch, griechisch und demotisck abgefaßtes De-
kret der zu Kanopos verfammelten ägvpt. Priester
zu Ehren des Ptolemäus III. Euergetes I. Auck im
Herbst 1869 bielt sich L. anläßlich der Eröffnung
des Sueskanals in 'Ägypten auf. 1873 wurde L.
Zum Oberbibliothekar der Berliner Bibliothek er-
nannt, eine Stellung, die er bis zu seinem U>. Juli
18.^4 erfolgten Tode innebatte. Bis 1880 war er
Präsidierendes Mitglied des Vorstandes des Arckäo-
logiscken Instituts zu Rom, das unter seiner Lei-
tung zu einer Anstalt des Deutschen Reichs erhoben
wurde und ein Zweiginstitut in Athen stiftete. L.'
unsterbliches Verdienst ist es, in die ägvptologiscken
Studien zuerst strenge Metbode eingeführt zu daben,
und mit stecht bat man ihn den wissenschaftlichen
Begründer der Llgvptologic genannt. - Vgl. Ebers,
Rickard L., ein Lebensbild (Lpz. 1885).
Lepta, s. Leptön. ^ ^Oreoäon.
I"ept2.uolioni2<, fofsile Säugetiergattung, s.
Leptis, zwei pböniz. Städte an der Nordküste
von Afrika: I) I^tis ma!?nll, auch Xe^oli^, am
Svrtenmeer, jetzt Lebda in Tripolis, war nock in
den ersten Iabrbunderten n. Ehr. eine große und
bedeutende Handelsstadt. Der röm. Kaiser Aleran-
der Severus war von bier gebürtig. - 2) I.e^tiz
xarvH, südlick von Karthago, ist das jetzige
Lempta in Tunis. :
I.eptooa.raiH, f. Lanzettfische.
Leptocephaliden, s. Kablbäuche.
I"eptooirou8 Ourius >^l'"/,iF., Schmetterling,
I-eptoöerns, s. Aaskäfer. >f. Eurius.
Leptomeningitis (grch.), die Entzündung der
weichen Hirnbmlt.
Leptön, Mebrzabl Lepta: 1) altgrieck. Kupfer-
münze, etwa -^ ^ Pfennig, von Luther im Neuen
Testament mit Scherflein übersetzt; 2) neugrieck.
Scheidemünze ^ einem Eentime; 1<X) Lepta ^ eine
Drachme (s. d.). Es giebt kupferne Scheidemünzen
von 1, 2, 5, 10 Lepta, seit 1894 auch Nictelschcide-
nmnzen von 20, 10 und 5 Lepta. lbunde.
I.optonix inona.oliu8, Mönchsrobbe, s. See-
I"eptop1a,niaa.s, s. Planarien.
I.sptopti1u8, Vogelgattung, s. Marabu.
I.spto80inia3.s, Familie der .Nuckllckc-vögel
(s. d.j, mit einem Schnabel, der kürzer al5 der Kopf,
breit und niedrig und an der Spitze gebogen ist,
Läufe kurz, derb, nickt länger als die Mittelzebe,
dritte und vierte Sckwinge am längsten, der kurze,
gerade abgestutzte Schwanz hat 12 Steuerfedern.
Die Familie wird aus einer einzigen Gattung mit
einer einzigen Art (I^pt080iuu8 (iigooloi- O^b.) ge-
bildet. Dieser 45 cm lange Vogel hat einen schwar-
zen Scheitel, mohnfarbigen Hals, Vorderkopf und
Brust, metallisch grünen, tupfrig schillernden Rücken,
schwarze schwingen und Steuerfedern. Er bewohnt
Madagaskar.
lFbpt03pIi2.eri2. na.pi, Pilzart, s. ?ol7ä63iuu8.
I.eptötki-ix, Pilzgattung aus der Gruppe der
Batterien (s. d.). 1^. ducc^IiZ /iok. ist derjenige Pilz,
der vielleicht die Zahnfäule oder Zahntaries
beim Menfcben und bei verschiedenen fleischfressen-
den Säugetieren dervorruft, jedoch seltener bei
Pflanzenfressern auftritt. Er vegetiert meist auf
der Schleimhaut der Mundhöhle und iu dem schlei-
migen Zahnbeleg (Zahnstein) als Eäprophyt, dringt
aber auch als Parasit in die Zahngewebe ein, wenn
günstige Bedingungen, hauptsächlich eineEnttalknng
des Zahnschmelzes durch Säuren, gegeben sind. Er
bewirkt dann wahrscheinlich zunächst ein Morsch- und
Hohlwerden der Zähne und schließlich ein vollstän-
diges Zerstören derselben. In jedem hohlen Zahne
lassen sich die Fäden dieses Pilzes mit Sicherheit nach-
weisen. Sie bilden meist strablige Büschel und zer-
fallen dänfig in Stäbchen- und Kokkenformen. Die
letztern vermehren sich reichlich durch fortwährende
Zweiteilung und stellen dann von Gallerte um-
gebene Kolonien, Zooglöen, dar. Seltener zer-
fallen die Fäden in sckraubenlinig gekrümmte Teile
von der Form der ^pirillen oder Vibrionen. Eine
andere Art mit ähnlicher Wirkung,!^. ^iMntea M'/?.,
findet sich an den Zähnen vieler Hanstiere, z. B.
beim Hund, Sckaf, Rind, Schwein, Pferd sowie bei
^ Katzen. Die Fäden treten in Form von Raschen
auf und sind meist weit länger und dicker als die
der vorigen Art. Sie können ebenfalls in Stäb-
chen und Kokten zerfallen oder auch schraubenlinig
sick krümmen. Bisher ist es nickt gelungen, den 1^.
i künstlick zu zückten und seine Lebens- und Wachs-
tum^ersckeinungen genau zu studieren. Es ist da-
her mit Sicherheit nickt zu sagen, ob und wie weit
er bei Zahnkrantheiten als Ursache beteiligt ist und
ob die Städcken-, Kokken- und Spirillenformen wirk-
lich ihr eigentümlich sind. Wahrscheinlich sind es
andere Pilze, die diese Formen bilden.
Leptfcha, Rong, ein mit den Tibetern ver-
wandtem Volt, welches mehr als die Hälfte der Be-
völkerung Sikkims ausmacht, zwifchm dem Kankai
und Tistafluß, ein Teil auch in Bhotan und in
Nepal. Das Volk nennt sich Rong, die aus Osttibet
lKham) eingewanderten Herrscher und ihre Familien
Kham-ba. Dcr Religion nach sind sie Buddhisten
iRotmützen), haben aber neben den Lamas auch ihre
eigenen Zauberer. - Vgl. G. V. Mainwairing,
lii-ainiuai- ol tllt^ liong- (I^epcnll) iHn^uaFe (Kal-
kutta 1876)', W. Schott, Über die Sprache des
Volkes Rong oder L. in Sikkim (Berl. 1883).
I.SPIT3 llat.), Hase ls. d.); 1^. eunicnw8 ^.,
s. Kaninchen' 1^. 1>ni'>vini //^/sc^, s. Leporiden.
Le Puy, sranz. Stadt, s. Puv.
Le Quercy, Grafschaft, f. Quercy.
Le Quesnoy, franz. Stadt, s. Quesuov.
Lerbach, Dorf im Kreis gellerfeld des preuß.
Reg.-Bez. Hilde^heim, bat (1805) 1493 (1890: 1497"
meift evang. E.,Postagentur, Fernfprechverbindung;
Mineralwasseranstalt, Papierfabrik, Eifenstein-
gruhen. Die Lerb ach er Hütte, eine der beiden
fiskalischen Eisenhütten des Harzes, seit 1840 in
Betrieh, mit Hochöfen, Gießerei und Emaillierwert,