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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Luftpyrometer - Luftröhre
luftdicht aufgesetzten Rccipienten 15 iu Verbindung.
Bei der Stellung 2 kommuniciert der Raum 8 mit
dem äußern Luftraum. Wendet man beim Auf-
hieben des Kolbens die Hahnstellung 1, beim Herab-
drücken die Stellung 2 an, so verdünnt man
die Lust im Recipienten. Bei umgekebrter Anwen-
dung des Hahns wird die Lust in 15 verdicktet.
Beim Verdünnen dehnt sich die Luft des Raumes 15
in den Raum 15^8 aus und wird ausgestoßen.
Nimmt man also die Anfangsdickte der Lust in 15
alö Einheit an, so ist die Dichte in 15 nach einem
15
^- X, nach 2, 3... n Kolbenzügen
I<", X"... X". Hierbei ist X ein echter Brück. Die
Tickte in 15 kann demnack nie ans Null sinken.
Beim Verdichten wird die Lnft aus dem Raume 8
jedesmal in den Raum 15 getrieben. Die Dickte in
II ist also nach n Kolbenzügen
I5^n8
15
Hiernach
könnte die Dickte ins Unbegrenzte wachsen, doch
setzt die Festigkeit und Dichtung der Pnmpe sowie
der sckädliche Raum der Verdicktnng eine Grenze.
Der Kolben X kann sich dem Boden und den Wän-
den des Stiefels nie vollkommen anscklicßeu. Der
Raum 8, der unter dem vollkommen ^abgedrück-
ten Kolben übrig bleibt, beißt der schädlicke
Raum. Heißt p die Dichte in 15 bei ausgezogenem
Kolben und Verbindung mit 8, so ergiebt sich durck
Herabdrücken des Kolbens bei der Habnstellnng 2
die Dichte p^. Wird p-^1, gleich der Dickte
der äußern Lust, so kann keine Lust mebr uack außen
austreten, demnach ist p^^ die Verdünnungs-
grenze. Beim Einpumpen kaun umgekehrt die Luft
unter dem Kolben und demnach auch jene im Reci-
pienten keine höhere Dichte erreichen als -.
Fig. 2 veranschaulicht eine zweistiefelige Ventil-
luftpumpe zur Verdünnung. Beim Aufziehen des
Kolbens werden dnrck
!!
Z>
//^
Fiq. 2.
Reibung kegelförmige
Stöpselventile geöffnet,
welcke die Verbindung
der Stiefel mit dem Re-
eipienten berstellen, beim
Hcrabdrücken werden die-
selben sofort gescklossen.
In den Kolben befinden
sich Ventile aus elasti-
schen Membranen, die sick
uack außen öffnen. Die
Kolben gehell abwech-
selnd auf und ab, wo-
durch das Verdünnen
rascher und bei höberer
Verdünnung auch mit ge-
ringerm Kraftaufwand
vorgeht, da sich dann der auf beide Kolben wirkend,
Luftdruck fast das Gleichgewicht hält. Bei der Hahn-
stellung 1 pumpcu beide Stiefel durch den stark ange-
deuteten Kanalund eine Längsbohrung des HabnevIl
aus dem Recipienten. Vei der Habnstcllung 2 pumpt
^ aus dem Recipienten und 1^ durch die punktiert an-
gedeutete Bohrung aus ^. Ist in ^V die Verdün-
nungsgrenze ^ erreicht, so kann die Lust nock unter
den anfgezogcnen Kolben in N austreten, aber
nicht medr unmittelbar in den äußern Luftraum.
8
Sei ? die Dichte im Recipicnten, so ist dieselbe p-
unter dem berabgedrückten Kolben in ^ und unter
dem aufgezogenen Kolben in L. Bei berabgedrück-
tem Kolben in L findet kein Austritt mehr statt,
wenn p^-^^1 oder p^^?, wobei die Buch-
staben mit Strichen die analoge Vedeutuug für D
babcn. Babinet hat durch die angegebene Hahn-
einrichtung die Verdünnungsgrenze der L. beden-
tend hinausgerückt. Die Dichte der Luft im Reci-
pienten zeigt die Baromctcrprobe (s. d.).
Guericke bat säst alle jetzt gebräuchlichen Luft-
pumpenerperimente angegeben; nur wenige wurden
von Voyle hinzugefügt. Mit Hilfe eines Ballons,
den man vor und nach dem Auspumpen abwägt,
findet man das Gewicht von 1000 ccm trockner
Luft von 0° (^. und 760 min Quecksilberdruck zu
1,293 3. Die Tickte der Luft unter denselben Um-
ständen aus Wasser bezogen ist hiernach 0,001293. Die
Dichte der Lust bei t° und dem Barometerstand d in
inm Quecksilber ist p"^,v<".------^, wobei p die zu-
vor angegebene Dichte ist <s. Boylcsches Gesetz, Gay-
Lnssacsckcs Gesetz). In ähnlicher Weise können an-
dere Gase gewogen werden. Der Druck der Luft
äußert sich an der L. durch das Haften des ausge-
pumpten Recipienten am Teller, das Sprengen der
den Recipienten verschließenden Glasplatten, das
Ancinanderbastcn der ausgepumpten Magdeburg-
scken Halbkugeln u. s. w. Der Druck entspricht un-
gesäbr dem Drnck ciuer Quecksilbersäule von 7W inm
oder 1,c328 I<F aus 1 qcin fs. Barometer). Die ehe-
mals dem Ilorroi' vacui i^s. Leere) zugeschriebenen
Ersckeinungen, das Saugen, das Fließen durch den
Heber u. s. w. lassen sich durch die L. als vom Luft-
druck herrübrend. nachweisen. Schlaff gefpannte
Blasen sckwellen im Vakuum, Flüssigkeiten geben
die absorbierten Gase srei, fangen früher an zu
sieden u. s. w. In einer lustleer gepumpten Röhre
sallt ein Federchen und ein Bleistück gleichschnell
<s. Fall). Vinc Glocke im Vakuum ist unhörbar, da
das sckallleitende Mittel fehlt. Durch die Verdam-
pfung bei raschem Auspumpen kann Wasser zum
Gefrieren gebracht werden. Das Licht und die
strablende Wärme geht durch den lustleeren Raum
ungebindert durck, die elektrischen und magnetischen
Kräste Wirten ebenfalls hindurch, ein Zeichen dafür,
daß der durch Aufpumpen nicht wegzuschaffende
Mher der Träger dieser Kräfte ist. Luftverdün-
uungsapparate, die mit Flüssigkeiten arbeiten, sind
die Wasserluftpumpe ls. Aspirator) und die Queck-
silberluftpumpe (s. 0.).
Luftpyrometer, s. Pyrometer. ^ls. d.).
Lufträume, eine Art der Intercellularrämue
Luftröhre (irac^eH, /Vi-tei-iH lispei-a), beim
Menschen ein häutiger Schlauch, welcher von der
Rackenböble in die Lunge sührt und das Aus- wie
Einströmen der Atemluft vermittelt. Sie geht in
der Mittellinie des Halses vor der Speiseröhre und
der Sckilodrüse am Halse berab, gelangt binter dem
Brustbein in die Brusthöble, verläuft hier mehr links
und teilt sich in der Höhe des dritten oder vierten Brust-
wirbels gabelförmig in zwei Äste, die sog. Bron-
ckien idrondm, den weitern reckten und den engern
linken. "S.dicTafel'. Die Brusteingeweide des