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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Lysimachia; Lysimachus; Lysimeter; Lysios; Lysippus; Lysis; Lysistratus; Lysiza; Lyskowo; Lysol; Lyssa; Lytham; Lythraceen; Lythrum

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Lysimachia - Lythrum

Form eines von sechs korinth. Halbsäulen umgebenen zierlichen Rundbaues, der einem auf der Spitze des Daches aufgestellten bronzenen Dreifuß als Basis diente. (S. Tafel: Griechische Kunst I, Fig. 4 u. 5.)

Lysimachia L,., Gelb- oder Gilbweiderich, Pflanzengattung aus der Familie der Primulaceen (s. d.) mit über 60 in der gemäßigten und subtropischen Zone beider Erdhälften heimischen Arten, von denen 6 auch in Deutschland vorkommen. Es sind krautartige, ausdauernde, reichblühende Gewächse mit gelben oder rötlichgelben Blüten. Am häufigsten in Deutschland ist der gemeine Gilbweiderich, L. vulgaris L. (s. Tafel: Primulinen, Fig. 3), der überall an sumpfigen Orten vorkommt. Als Zierpflanzen verwendet man L. thyrsiflora L. und L. punctata L., zwei in Deutschland heimische, 50-75 cm hoch werdende Stauden, zur Ausschmückung von Teichufern, und L. mummularia L., das überall in feuchten Wiesen und an Gräben wachsende Pfennigkraut, wegen seiner langen, dünnen, auf dem Boden liegenden Stengel zur Bekleidung schattiger, feuchter Stellen sowie zur Bepflanzung von Ampeln (s. nachstehende Abbildung) geeignet. Eine Varietät mit goldgelben Blättern (var. aurea) wird zur Bepflanzung schattig gelegener Teppichbeete verwendet.

^[Abb.]

Lysimachus, geb. 361 v. Chr., Feldherr Alexanders d. Gr., erhielt nach dessen Tode 323 v. Chr. Thrazien. 315 v. Chr. schloß er mit den Diadochen Kassander, Ptolemäus und dem aus Babylon vertriebenen Seleucus ein Bündnis gegen Antigonus (s. d.), der in der Schlacht bei Ipsus 301 v. Chr. gegen die Verbündeten Leben und Reich verlor. L., der 306 gleich den übrigen großen Diadochen den Königstitel angenommen hatte, ergriff jetzt von Kleinasien bis zum Halys und Taurus Besitz. Unglücklich war dagegen sein Feldzug gegen die jenseit der Donau wohnenden Geten, bei denen er (292) mit dem größten Teil seines Heers durch Verräterei in Gefangenschaft geriet. Doch wurde er von dem König der Geten, dem er seine Tochter zur Gemahlin gab, wieder freigelassen. Hierauf suchte L. im Kampfe gegen Demetrius Poliorketes seine Macht westwärts weiter auszudehnen und brachte 286 Macedonien in seine Gewalt, später ließ er sich zur Ermordung seines Sohnes Agathokles hinreißen, dessen Anhänger zu Seleucus Nicator flohen. Im Kampfe mit diesem wurde er auf der Ebene von Korus in Phrygien 281 v. Chr. geschlagen und fiel.

Lysimeter (grch.) nennt Ebermayer eine Vorrichtung, durch die die Menge des durch den Erdboden von bestimmter Beschaffenheit und gegebener Tiefe durchsickernden Regenwassers bestimmt wird.

Lysios (grch., "Sorgenloser"), Beiname des Dionysos.

Lysippus, der größte Meister der peloponnes. Bildnerei, aus Sicyon gebürtig, lebte um 330 v. Chr. Er arbeitete vorwiegend in Erz. Von seinen zahlreichen Werken, die auf 1500 angegeben werden und unter denen Darstellungen aller Art, große Gruppenkompositionen, Götterbilder, Einzelstatuen, Porträte, Viergespanne, Tiere, vertreten waren, sind nur zwei in sichern Nachbildungen erhalten, der Apoxyomenos (s. d. und Tafel: Griechische Kunst II, Fig. 7) und das Porträt Alexanders d. Gr. in einer im Louvre zu Paris befindlichen Büste. Beide bestätigen die Lobsprüche antiker Kunstkritiker, welche ihm die Einführung leichterer Verhältnisse und die sorgfältigste Abwägung der Symmetrie nachrühmen. Der Einfluß der Kunst des L. giebt sich in manchen hervorragenden statuarischen Werken, wie dem sandalenbindenden Hermes in der Glyptothek zu München und dem sitzenden Ares in der Villa Ludovisi, zu erkennen. (S. Griechische Kunst, Bd. 8, S. 355.) - Vgl. Löwy, Lysipp und seine Stellung in der griech. Plastik (Hamb. 1891).

Lysis (grch.), s. Krisis.

Lysistratus, griech. Bildhauer um 330 v. Chr., aus Sicyon im Peloponnes, Bruder des Lysippus (s. d.), war der erste, der über dem lebenden Körper Gipsformen machte, um nach diesen zu modellieren.

Lysiza, Berg, s. Lysa Gora.

Lyskowo, Kirchdorf im Kreis Makarjew des russ. Gouvernements Nishegorod,rechts an der Wolga, hat (1893) 8819 E., Post, Telegraph, Kirchen; Fabrikation von Fingerhüten, Nadeln, Schlössern, Messern, Koffern, Schuhwerk; Flußhafen und ist wichtiger Stapelplatz für Getreide, Salz, Holzwaren, Bauholz (Versand jährlich mehr als 1 Mill. Rubel).

Lysol, neues Desinfektionsmittel, wird durch Verseifung von Teerölen gewonnen und bildet eine braungelbe, klare ölartige Flüssigkeit von schwachem, kreosotartigem Geruch, die, mit Wasser verdünnt, vollständig klar bleibt und eine außerordentliche Desinfektionskraft besitzt. Vor der Carbolsäure zeichnet es sich aus durch seine milde Einwirkung auf die Haut und seinen geringen Preis, vor dem Sublimat durch seine geringere Giftigkeit, leichtere Löslichkeit und seine bequeme Anwendbarkeit zur Desinfektion der Instrumente; vor dem Kreolin hat es den Vorzug, daß durchsichtige Lösungen hergestellt werden können. Man benutzt es in 5prozentiger Lösung zur Desinfektion der Exkremente, in ¼- bis 2prozentigen Lösungen zur Desinfektion von Wunden, Wundhöhlen, Händen und Instrumenten.

Lyssa (grch.), s. Hundswut und Tollwurm.

Lytham (spr. leithämm), Stadt in der engl. Grafschaft Lancashire an der Nordküste des Ästuars des Ribble, ist Seebad und hat (1891) 4050 E.

Lythraceen, Pflanzenfamilie aus der Gruppe der Dikotyledonen, Ordnung der Myrtifloren, gegen 300, vorzugsweise in der heißen, spärlich in den gemäßigten Zonen verbreitete Arten; krautartige Pflanzen, Sträucher oder Bäume von sehr verschiedenem Habitus. Der Fruchtknoten ist oberständig, die Frucht eine Kapsel. In Deutschland kommen nur zwei Gattungen vor, darunter am häufigsten Lythrum (s. d.).

Lythrum L., Weiderich, Pflanzengattung aus der Familie der Lythraceen (s. d.) mit 12 Arten,