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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Manilakopal - Manito
ringere Sorten und gröberes Material stammen
von andern Musa-Arten, besonders von der über-
all in den Tropen gebauten gewöhnlichen Banane
oder Plantane (daher I^IantÄiutidi-o).
Manilakopal, s. Kopal.
Mantlapapier, ein ans der Bastfaser verschie-
dener Musa-Arten gewonnenes Papier.
Manilius, Marcus, röm. Dichter, wahrschein-
lich syr. Abkunft, aus der Zeit des Augustus, ist
der Verfasser eines nicht vollständig erhaltenen
astron. Lehrgedichts "^.8ti'0N0inicll" in fünf Vü-
ckern, das nach dem Vorgange des Aratus aus
Soli in kunstloser, oft schwülstiger und schwerfälli-
ger Tarstellung über die Gestirne und deren Ein-
fluß auf die menschlichen Schicksale handelt, aber
auch einzelne wahrhast poetische Schilderungen ent-
bält. Es wurde nach seiner ersten Bekanntmachung
(Nürnb.1472) namentlich von Scaligcr(Par. 157l);
Leid. 1600) und Bentley (Lond. 1739) bearbeitet
und von Pingre mit franz. Übersetzung (2 Bde.,
Par. 1780) und F. Jacob (Berl. 1840)' herausge-
geben. - Vgl. Jacob, ve Nanilio i)06w (1 Pro-
gramme, Lübeck 1832-36).
Manille (span., spr.-illje), im L'Honibre die
zweithöchste Trumpfkarte.
Manw, Daniele, ital. Staatsmann, geb. 13. Mai
1804 zu Venedig, studierte die Rechte zu Padua und
ließ sich dann als Rechtsanwalt in Venedig nieder.
Seine Tbätigkeit für die Hebung der polit. Bildung
seiner Mitbürger als Gründer der Hociet^ Italiana
und namentlich sein Antrag anfSelbständigmachung
Loiubardo-Venetiens innerhalb des Kaiserreichs
ft'lhrten zu seiner Verhaftung 18. Jan. 1848. Nack
dem Mailänder Aufstand 17. März freigelassen, be-
mächtigte er sich bei Ausbruch der Erhebung in Vene-
dig (22. März) des Arsenals und wurde tags dar-
auf nach Verkündung der Republik von ^an Marco
zum Minister des Äußern und Vorsitzenden der
provisorischen Regierung ernannt. Nachdem er
3. Juli dem extremen Castelli batte weichen müssen,
wurde er bei wachsender Bedrängnis wieder an die
Spitze, jetzt als Diktator (13. Aug.), berufen uud
leitete nun mit Mut und Ausdauer die Verteidi-
gung der Inselstadt gegen die Österreicher, wäb-
rend er gleichzeitig im Innern die Ordnung auf-
recht erbielt. Bei der Ergebung von der Amnestie
ausgeschlossen, ging er nach Paris, wo er sein
Leben als ital. Sprachlehrer kümmerlich fristete
und 22. Sept. 1857 starb. Seine Reste wurden
1868 aus Paris nach Venedig übergeführtund in der
Markuskirche beigesetzt; 1875 wurde sein Bronze-
standbild in Venedig enthüllt, nachdem schon 1861
ibm ein Denkmal zu Tnrin gesetzt worden war. -
Vgl. Daniklk N. 6 (^ioi-Fio I'aU^vicwo, epiztolario
politi^o 1855-57 (bg. von Maineri, Mail. 1878):
Perlbach, Daniel M. und Venedig 1848 - 4^
(Grcifswald 1878); Errera und Finzi, I^a vita, e i
t6Mj)i 6i vanikio M. (Flor. 1572); Errera, Däninn
^1. " VenexiH (ebd. 1875); Martin, Daniel M.
l2.Aufl., Lond.1861); ders., OanißlN. and Vonice
in 1848-49 (2 Bde., ebd. 1862). smhot.
Maniok, Maniöka, Maniokwurzel, s. Ma
Mantpel (lat. mampülu", "Handvoll", "Hau-
fen"), eine ungefähr der beutigen Compagnie ent-
sprechende Unterabteilung (ein Dreißigstel) der röm.
Legion (s. d.) in der Normalstärke ursprünglich von
100 Mann, später von 120 (die Legionare außer
oen Triariern) und 60 (die Triarier). Der M. hatte
fein besonderes Feldzeichen und gliedere sich in
zwei Centurien sZüge) und blieb bis zur Einführung
der Koborten (s. d.) am Ende der Repnblik maß-
gebend für die Schlachtordnung (f. Manipular-
stellung)^ Die Kohorte zerfiel in drei M.
Manipel (lat. u^niMW), bis zum 12. Jahrh,
auch Sudarium genannt, bereits im 14. Jahrh,
ein reick ornamentierter Bandstreifen mit breitem
Enden, der bei der Messe über den linken Arm ge-
tragen wird. Er kann daher nie gleichzeitig mit der
Cappa, dem Pluviale angelegt werden, weil der,
! wenn auch noch so prächtige Mantel kein Meß-
gewand ist. (S. Liturgische Gewänder.)
Manipularstellung, auch Quincnncial-
! stellung genannt (von der Quincunrform sf.
Qnincunxj), bei der röm. Legion die Stellung der
30 Manipel in 3 Treffen (IIli8tlUi, i^rincipLs,
4>i^i'ii, s. d.) hintereinander, in jedenr Treffen
10 Manipel mit frontglcichen Zwischenränmen, die
Manipel der hintern Treffen auf die Zwifchen-
räume der vordern Treffen gerichtet.
Manipulation (lat.), kunstgcrechtcHandhabung,
jede Verrichtung mit der Hand,^ wozn Geschicklichkeit
notwendig ist; auch allgemein soviel wie Verfahren,
Geschäftskniff; manipulieren, M. vornehmen.
Manipulationsgebühr, s. Eisenbahntarife
^ (Bd. 5, S. 889ll).
Manipur (engl. Nnnipors), indobrit. Vasallen-
^ staat, geographisch zu Hinterindicn gehörig, wird
gegen SO. und O. von Assam begrenzt, bat 20700
<Fm ilnd (1881) 221070 E., darunter 150 000 Ma-
nipuri, meist Hindu und Gebirgsstämme, wie die
Naga und Kuki. M. besteht aus einer weiten Thal-
fläche (darin der einzige größere See Logtak), an die
sich westlich parallele Bergreihen anschließen. Die
! Flüsse sind unbedeutend; der größte ist der Barak.
! In der Ricktuug nach Katschar (s. d.) wird M. von
> einer Heerstrafte durchschnitten. M. ist reich an
Reis, Fischen, Thee und Seidenraupen. Der Haupt-
ort M. oder Impbal liegt in 797 in Höhe.
NI2.N18, Säugcticrfamilie und Gattung, s.
Tckuppentiere,
Manis, ind. Gebetsmauern, s. Buddba und
Buddhismus (Bd. 3, S. 606 d).
Manissa, das alte Maguesia (s.d.), Stadt im
asiat.-türk. Wilajet A'idin, links in 58 ni Höhe am
Gedis-tscha'i (Hennos), am Nordfuß des Manissa-
Dagh ('^ipylos), Station der Eisenbahn Smyrna-
Alaschehr, ^itz eines griech. Bischofs, hat etwa
40000 E., darunter 1^000 Griecheil, 6000Armenier
nnd 3000Juden, über 20 Moscheen, eine armenische,
! drei griech. Kirchen, vier Synagogen, den PalastKara
Osnian Ogkl und andere Gebäude aus den Zeiten
Murads II. und Hl. Erwerbszwcige sind: Weberei
baumwollener Stoffe, Fabrikation von Packfätteln
für Esel und Kamele, und in der fruchtbaren Um-
gebung Anbau von Weizen, Wein und Tabak. -
M., im 13. Jahrb. Lieblingssitz des Johannes III.
Dukas Vatatzcs, war 1398-1453 abwechselnd mit
Brussa Residenz der osman. Sultane und später der
mächtigen Familie Kara Osman Oglu.
Manisteel spr.männistih),Hauptstadt desCounty
M. im nordamerik. Staate Michigan, nordwestlich
von Grand Rapids, an der Münduug des Flusses
M. iu den Michigansee, mit sehr bedeutendem Holz-
bandel, vielen Sägemühlen und (18l)0) 12 812 E.,
! darunter viele Skandinavier.
Manito, in den Algonkinsprachen Nordamerikas
alles übernatürliche, insbesondere die Geister, die
überall im Raum und in den Dingen vorhanden