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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Marezzomarmor - Margarete (von Navarra)
Cöte-d'Or, studierte in Paris und wnrde 1807 Pro-
fessor der Naturgeschichte am OoUö^s äs ^i-ance.
Die Experimentalphysiologie verdankt ihm eine
große Reihe genialer Untersuchungen. Auch hat er
mehrere diagnostisch wichtige Instrumente, wie den
Sphygmographen, Kardiographen u. a. erfunden.
Seine Hauptwerke sind: "1<6ck6rc1i68 8ur 1o poui3
llU N0X6N ä'un H0UV61 HPMreil 6N1'6^I8tr0Ur, 16
Lp^^moZi-apde" (Par. 1860), "?Ii^8i0l0^io/niLl1i-
cai6 de la, circulation du 8lln^" (ebd. 1863), "^tuä68
pIl)'8i0i0Fit1U68 8Ul 168 c^rllctöl'68 Al3.p1iiHU68 l1ö8
dHtt6ill6nt8 du cwur)) (ebd. 1865), "Du in(iuv6M6iit
äan3 168 s0ncti0N8 ä6 Ia vie" (ebd. 1868), "l^ ma-
oliin6 kMilNÄle. I^ocomotion t61'l68tl6 6t H6ri6NN6"
(ebd. 1874; 4. Aufl. 1886), "i^i^iolo^iO experimen-
taie, trg>vHux äu ladoi-awirL 66 N. Nl^r6^" (4 Bde.,
ebd. 1875-80), "I^n. M6t1i"li6 ^rlipln^n6 älin8168
8ci6nc68 6xp6i-im6nt^l68" (ebd. 1878; Supplement
1884), "1^ circulation äu 8anF 3.1'etllt ^ii^8i0-
I0^i(iu6 6t äan8 163 m^9.äi68" (ebd. 1881) u. a.
Marezzomarmor, s. Stuccatnrarbeit.
Marforlo, antike Marmorstatue, s. Flußgötter.
Marfutz, s. Drudenfuß.
Margadant, Satiriker, s. Lemnius.
Margareta, die Heilige, von Antiochia, lebte
nach der Legende zur Zeit des Kaisers Diocletianus.
Von ihrer Amme zum Christentum bekehrt, wurde
sie vom dortigen Präfekten Olybrius, weil sie seine
Liebe nicht erwiderte, ins Gefängnis geworfen und
schließlich enthauptet. Ihr Gedächtnistag ist der
20. Juli. Ein Bild, darstellend den Moment, wo
sie den in Gestalt eines Drachens sie verfolgenden
Satan durch Erhebung des Crucifixes besiegt, hat
Giulio Romano gemalt (Hofmuseum in Wien).
Margareta, die Heilige, Königin von Schott-
land, En'telinvon Edmund (s. d.) Eisenscite, heiratete
1070 den König Malcolm 111. von Schottland, war
fromm und wohlthätig, erbaute mehrere Kirchen und
suchte im ganzen Königreich Bildung, Tugend und
Gottesfurcht zu verbreiten und die schott. Kirche der
röm. zu nähern. Sie starb 1093. Papst Innocenz IV.
sprach sie 1251 heilig. Gedächtnistag: 10. Juni.
Margarete von Anjou, Gemahlin Hein-
richs VI. von England, wurde 23. März 1430
als Tochter des Herzogs Rene von Anjou geboren
und 24. Mai 1445 mit Heinrich vermählt. Die ju-
gendliche Königin und ihr Günstling Susfolk be-
herrschten den schwachen König und die Regierung
vollständig, sie stürzten 1447 den Herzog von Glou-
cester und räumten ihn wahrscheinlich durch Mord
aus dem Wege. Die Mißerfolge des franz. Krieges
riefen eine große Erregung im Volke hervor, der
Suffolk 1450 zum Opfer siel und die im Aufstand
des John Cade (s. d.) zu gewaltsamem Ausbruch
kam. Im Rosenkriege (s. d.) führte M. die Lan-
casterpartei mit männlicher Entschlossenbeit gegen
den volksbeliebten Richard von Aork. Vei Wake-
field (s. d.) siegten 1460 die Truppen der Köni-
gin, Richard Dork siel, aber sein Sohn Eduard
(s. Eduard IV.) eroberte sich bei Towton (1461) die
Krone. Heinrich und M. flohen nach Schottland.
Dann warb die Königin für ihre Sache in Frank-
reich, aber ihre Landungsversuche mißglückten, sie
begab sich uach Lothringen, wo sie mehrere Jahre
bei ihrem Vater in Nancy lebte. Erst die Verbin-
dung mit dem von Eduard abgefallenen Grafen
Warwick stellte 1470 auf kurze Zeit Heinrichs König-
tum wieder her. Am Tage der Schlacht bei Barnet
14. April 1471, in der Heinrich die Krone wiederum
verlor, landete M. in Begleitung ihres 18jährigen
Sohnes Eduard bei Weymouth in Dorsetjhire mit
einem franz. Hilfskorps. Bald darauf, 4. Mai
1471, erlag sie jedoch bei Tewksbury; ihr Sohn
Eduard wurde erschlagen, sie selbst gefangen ge-
nommen. Sie blieb, während Heinrich im Tower
Frankreich bis zum 25. Aug. 1482.
Margarete von Frankreich oder vonVa-
lois, Tochter Heinrichs II. und der Katharina von
Medici, geb. 14. Mai 1553 zu ^t. Germain-en-
Laye, heiratete 18. Aug. 1572 den König von Na-
varra, den spätern Heinrich IV. von Frankreich.
Die mit großer Pracht vollzogene Vermählung war
der Vorläufer der Bartholomäusnacht (s. 0.). Als
Heinrich von Navarra vom Hofe entfloh, wurde sie
noch lange daselbst zurückgehalten und ihrem Ge-
mahl erst 1578 nach Pau zugefübrt. Infolge ihres
zügellofen Lebens und ihrer ligiftischen Gesinnung
veruneinigte sie sich vier Jahre später mit Heinrich,
verließ ihn und kam an den Hof, ward aber von
Heinrich III. wegen ihres Lebenswandels verstoßen
und eine Zeit lang gefangen gehalten. Nach der
Thronbesteigung Heinrichs IV. wurde die kinderlose
Ehe durch Clemens VIII. 1599 geschieden. 1606
ging sie nach Paris, wo sie im Umgang mit Schrift-
stellern lebte. Sie starb, als letzter Sprößling der
Valois, 27. März 1615. Man hat von ihr interessante
"N(wwii-08" (Par. 1628 u. ö.; deutsch von Fr. von
Schlegel, Lpz. 1803); eine Ausgabe ihrer "Hiemoirsä
Et Ietti'^8" besorgte Guessard ^Par. 1842). - Vgl.
Mongez, Iiiswii ^ 60 la i-^in" ^lai-^ukritk ä6 Valoig
(Par. 1777); Saint-Poncy, Iiiztoirs äs ^iHl^uerite
ä0 VHW13 (2 Bde., ebd. 1887).
Margarete (Margherita), Königin von Ita-
lien, s. Humbert.
Margarete von Navarra oder von Va-
lois, früher v 0 n Ang 0 uleme, Tochter Karls von
Orleans, Herzogs von Angouleme, aus der Ehe
mit Luife von Savoyen, geb. 11. April 1492
zu Angouleme, vermählte fich 1509 mit Karl von
Alencon, der 1525 starb. Aus Liebe zu ihrem Bru-
' der, Franz I., mit dem enge geistige Gemeinschaft
sie verband, begab sie sich nach dessen Gefangen-
nehmung nach Madrid, um persönlich für feine
Freigabe zu wirken, hatte aber keinen Erfolg. 1527
vermählte sie sich mit Henri d'Albret, König von
Naoarra, dem sie Ieanne d'Albret, die Mutter
Heinrichs IV., gebar. M. war eine feine und hei-
tere Natur von echt weiblichem Empfinden.' sie war
voll prot. Gedanken, verteidigte die Anhänger der
neuen Lehren am Hofe, bis Franz' I. Abkehr dies
unthunlich machte, und bot ihnen dann in Nerac an
ihrem eigenen Hofe eine Zuflucht. Sie starb 1549
in V^arn. M. schrieb mit Gewandtheit in Versen
und in Prosa und hinterlieh das "ÜLptaineron ä68
iiouveU^s", von Cl. Gruget geordnet (Par. 1559 und
sehr oft; neue Ausg. von F. Frank, 3 Bde., ebd.
1879-80), eine Sammlung von Erzählungen im
Geschmack des Boccaccio, meist auf zeitgenössischen
Vorkommnissen beruhend und für die Kulturgeschichte
Frankreichs in jener Zeit sehr wicktig. 1895 wurden
in einem Manuskript der Pariser Nationalbibliothek
neue Poet. Werke M.s entdeckt. Ein Teil ibrer Dick-
tungen war noch bei ihren Lebzeiten u. d. T. "Hlar-
Ll1^I-it68 äo 1H NHI-Fü61'it6 dos I)1'inc68863, tr63
ilw8ti-6 ro^ne ä6 AavÄi-1'6" von ihrem Kammer-