Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

699
Mazzoth - Mechanik
rote Kolorit. Zumeist hat er kleine Bildchen gemalt,
von denen eine große Anzahl in Rom und Florenz
zu finden sind. Eine große Geburt Christi bewahrt
das Athenäum vonFerrara, Die Darstellung des
zwölfjährigen Christus im Tempel "eines seiner Lieb'
lingsthemen) die Berliner Galerie.
Mazzoth (hebr.), uugesäuertes Brot, s. Matze.
Mazzuöla, ital. Maler, s. Parmcggianino.
Nl. 2.^ Abkürzung lateinisch für Neäiciua"
Vkcc^ui^ns, englisch für liaci^ior ol Noäicius,
der erste Munterste) Grad der mediz. Fakultät in
England, auch lateinisch für^Iu8icH6Zacc^Hui'6U3,
euglisch für I^ci^Ior ok Nusic.
^. ^., s. ^'eb. ^Usagara (s. d.).
Mbambwa, Station in Deutsch^^stafrika, in
Mbarawui, Negerstamm, s. Watuafi.
Vtbomu, Nebenfluß des Uclle (s. d.).
Mbossi, Fluß in Afrika, s. Alima.
Mbrifch, Stadt in Afrika, f. Ambriz. ^
Mbuju, der gemeine Affenbrotbaum ls. d.).
Mc, Abkürzung sür Mac (s. d.j; die mit Mc...
beginnenden Namen sind unter Mac zu suchen.
VI. <?., Abkürzung im Handelswesen für mio
c0ut0 (ital., d. H. mein Conto), in Amerika für
^Icinderot(!0iiAi'638 (engl., d.h. Kongreßmitglied).
MeO., hinter lat. Tiernamen Äbtürzuug für
John MacCradn, eiueu cugl. Zoologen.
Hto/icr., bei naturwissenschaftlichen Namen Ab-
kürzung für Andre Michaux (spr. -sckoh", franz.
Botaniker, geb. 1746, gest. 1802, der über die Flora
von Nordamerika schrieb; auch für seinen Sohn
Franc ois Andre Michaur.
NIÄ^ offizielle Abkürzuug des amerik. Staates
Maryland. ' IDoktor der Medizin).
NI. v., Abkürzung für N^äicmao doctoi- (lat.,
in. ü., in der Musik Abkürzuug für mauo dezti^
(ital.) und für main äroiw (frz.), d.h. rechte Hand.
M. d. R., Abkürzung für Mitglied des (deutschen)
Reichstags.
in. ü. 8.5 auf Rezepten, s. Ni8C6. sMaiue.
Mio., ofsizielle Abkürzung des amerik. Staates
Nlea. ouipa. (lat.), durch meine Scbuld.
Mearim, Fluß in Nordost-Brasilien, entspringt
auf der Serra do Negro und fließt uacb N^. durck
den Staat Maranhao, vereinigt sich mit dem von
der Serra da Cinta kommenden Guajabu und müu-
det, auf 900 km fchiffbar, in die Bai von San Luiz.
Mearns (fpr. mihrns), s. Kincardine.
NIea.t (engl., spr. miht), Fleisch als Speise;
N. diseuit, "Fleischzwieback", Tafclbouillon; pre-
86i-v6ä meat, konserviertes Fleisch zum Erport.
Meath (spr. mihth), East-Meath, Graffchaft
in der irischen Provinz Leiuster, 234<> c^km groß,
hat (1891) 76 987 E., d. i. 32 auf 1 <i^m, gegen
87 469 im I. 1881 und 183 848 im I. 1841. Über
92 Proz. find katholifch. An der Droghcda-Bai be-
rührt M. die Irische See. Au der Südgrcnze gegen
Dublin und Mldare ziebt der Royal-Kanal. Äckcr-
bau und Viehzuckt sind die Haupterwerbszweigc;
die Industrie beschränkt sich auf die Anfertiguug
von Leinwand und Strohhüten. Navan ist Knoten-
punkt der Bahnlinien. Hauptstadt ist Trim. M.
schickt zwei Abgeordnete in das Parlament.
Meaux (spr. mob). 1) Arrondisscmcnt des franz.
Depart. Seine-et-Marne, hat 1258<i1cm, (1891)
98534 E., 154 Gemeinden und 7 Kantone. -
2j Hauptstadt des Arrondisfements M. und der Brie
(s. d.) Champeuoife, an der schiffbaren Marne, dem
Ourcqkanal und der Linie Paris-Reims der Ost-
al5 Gemeinde 12 833 E., in Garnison das 18. Dra-
gonerregiment, eine vom 12. bis ins 16. Jahrh, er-
baute, aber unvollendete got. Kathedrale mit dem
Grabe und dem ^tandbilde Bossuets, einen bischöfl.
Palast mit Garten, ein Stadtbaus, große Magazine,
ein Theater, Gefängnis, Gerichtshof erster Instanz,
Handels- und Friedensgericht,Priesterseminar, Kom-
munal-College, Bibliothek; Getreidemühlen, Baurn-
wollfpinnerei, Weberei, Gerberei, Brauerei, Ziegel-
brenuerei, Fabriken für landwirtschaftliche Geräte,
Gemüsekonserven und Leim. Bedeutend ist der Han-
del mit Getreide, Käse ^Voin"^ äe Zrie), Schlacht-
vieh, Holz und Kohlen. - M. ist das alte ^atinum,
im Mittelalter ^1(1^6 oder ^leiäis, ward schon
375 Bischofssitz. 1358 erlitten hier die Bauern eine
fchwere Niederlage. Die Stadt hatte in den Huge-
nottenkriegen viel zu leiden. Sie wurde später
Waffenplatz der Liguisten, denen sie Heinrich IV.
erst 1594 entriß. - Vgl. Carro, Ilistoire äs N. et
(In pcTV8 ^Il'idois (Meaux 1865). j^cafumi.
Mecchermo, i l (spr. mecke-), ital. Maler, s. Bec-
Mechanik (grck., d. i. Werkzeug, Vorrichtung),
die Wissenschaft von dem Gleichgewicht (s. d.) und
der Bewegung (s. d.) der Körper mittels der Kräfte
(s. Kraft); sie bildet einen Teil der angewandten
Mathematik und zerfällt in zwei Hauptteile: 1) in
die Statik, deren Aufgabe im allgemeinen ist,
die Bedingungen aufzusuchen, uuter denen mehrere
auf ein Svslem untereinander verbundener Punkte
wirkende Kräfte ficb im Gleichgewicht halten; und
2) in die Dynamik oder Kinetik, deren Auf-
gabe ist, die Bewegung zu bestimmen, die ein Körper
unter dem Einfluß von Kräften, die sich nicht im
Gleichgewicht halten, annimmt. Eine andere Ein-
teilung der M. bezieht sich auf den Aggregatzustand
der Körper, auf welche die Gesetze der M. angewen-
det werden. In Bezug auf gasförmige Körper nennt
man die Lehre A ero m e ch anik oder Pneumatik,
verfallend in A e r ostatik und A crodynamik; in
Bezug auf tropfbarflüssige: Hydro m echanik, zer-
fallend in Hydrostatik und Hydraulik oder
Hndrod y u a nr i k; in Bezug auf feste: Geomecha-
nik, zerfallend in Geostat ik und Geodynamik.
Die Bewegungslehre als rein mathem. Wissenschaft
ohne Rücksicht auf die Kräfte, d. i. auf die Urfache
der Beweguug, wird auch Kinematik (s. d.) oder
P horono m i e genannt. Die Anwendung der theo-
retischen M. auf die Mafchinen und statischen Bau-
werke heißt an gewandte M. Dieselbe zerfällt in
t e ch n i s ck e M. und Ingeuieu r- oder Bau m c ch a-
nik. Erstere umfaßt die Statik, Dynamik, Festig-
keitslehre und Hydraulik; letztere behandelt die An-
wendung der Festigkeitslehre auf die Objekte des
Ingenieur- und Hochbauweseus. Hauptvertreter der
teckuifcben und der Ingenieurmcchanik sind Weis-
bach, Bausckinger, Grashof, von Ott, Ritter, Morin;
ibre Geschichte findet in Rühlmann ihren berufensten
Bearbeiter. Von feiten der mathem. Physiker wird
nocb die m cchanische Physik als ein besonderer
Teil der M. abgeschieden, indem die M. als ein Teil
der Phvsik aufgefaßt wird. Die mecban. Physik um-
saßt insbesondere die Potentialthcorie und die An-
wendung derselben auf die mechan. Theorie der Elek-
tricität und des Magnetismus, fowie die mechan.
Wärmetheorie.
Praktifch war die M. fchou den frühesten Völkern
bekannt; als Wissenschaft ist sie aber erst in ziemlich
später Zeit ausgebildet worden. Als der Gründer