Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

744
Mekiang - Me-kong
Mekiang, s. Me-kong.
Mekines, Miknäs, Stadt in Marokko, 50 km
westlick von Fes, im Süden des Gebirgszuges Ser-
hmn, im Sommer oft vom Sultan besucht, hat,
zum Teil auch innerhalb der Stadtmauer, reizende
Gärten (Oliven), 50-00000 (5'., reinliche und ge-
rade Straßen, eine Moschee Mnley Ismaels, die
als geweihte Zufluchtsstätte gilt, und einen großen
ummauerten Palast des Sultans mit der Schatz
kammer, in der srüber 150 Mill. Tblr. allsbewahrt
worden sein sollen.
Mekka oder Makka, auch Mette, Geburts-
stadt des Propbeten Mohammed und Hauptstadt
der arab. Provinz Hedschas, 400 km südlich von
Medina, 05 km im O. vom Hasenort Dsckidda (s. d.),
liegt in einem sandigen, unfruchtbaren, von dürren,
kahlen Höben umschlossenen, von N. gegell S. sich
senkenden Tbale und zerfällt mit seinen 15 Stadt-
vierteln in die obere und in die untere Stadt, außer-
halb welcker sich die Vorstädte in engen Thälern hin-
ziehen. In der Mitte des Mekkathals befindet sick
das Centralheiligtum des Islams, die Kaaba (s.d.).
In der Nähe befindet sich der von einem eigenen
Gebäude umschlossene Brunnen Zemzem, welcher die
erste Veranlassung zur Besiedelung des Mekkatbals
im Altertum bildete. Die Brunnen M.s sind meist
brackisch, die Versorgung mit süßem Wasser ge-
schiebt seit der Zeit des Chalifen Harun durch den
aus dem Gebirge ungesäbr 50 km östlich von der
Stadt geleiteten, aber oft unbrauchbaren Aquä-
dukt. Die Straßen sind leidlich regelmäßig und
breit angelegt, aber ungepflastert und staubig.
Außer einigen Wachtürmen an den Eingängen der
Stadt und "einem kleinen Kastell deckt diefelbe die an
der Ostseite des Thals auf einer Anböhe gelegene,
von dicken Manern und Türmen umgebene Citadelle,
welche von Höhen umringt die Stadt beherrscht. Die
größte Bedentnng erhält M., welches schon imAlter-
tum religiöser und kommerzieller Mittelpnnkt der
arab. Stämme war, durch die religiöse Wallfabrt der
Mohammedaner (s. Haddsch). Die ständige einheimi-
sche Bevölkerung M.s wird auf ungefäbr 50-60000
HefchM. Von den Pilgern läßt sich stets eine sehr
beträchtliche Anzahl ständig in M. nieder, so daß
die Bevölkerung sich ans den verschiedensten Natio-
nalitäten der Islanlbekenner zusammensetzt. M. ist
auck eine der angcsehellsten Pflanzstätten der religiö-
sen Wissenschast der Mobammedaner und vereinigt
eine große Anzahl theol. Autoritäten in sich, an
derenSpitze der Scheich al-Ulemä steht. Im übrigen
ziehen die Bewohner ibren Unterhalt zumeist aus
der Ausbeutung der vielen ^-remden. Auch die Ein-
richtung der Wohnhäuser ist darauf angelegt, zur
Beherbergung voil fremden Pilgern diellen zu können,
während der Wallfabrtszeit wird jeder irgendwie ver-
wendbare Naum diesem Zwecke dienstbar gemacht.
Außer den in das Svstem des Haddsck gebörigen hei-
ligen Orten befinden sich in M. und der Umgebung
viele Pilgerstellen, Heiligengrüber, mit der ältesten
Geschichte des Islams zusammenhängende geweihte
Ortlichkeiten, welche mit Andacht aufgesucht werden.
Auch an einige die Stadt umgebende Berge (Abu
Kubeis, Dschebel al-nür u. a. m.) knüpft sich eine
Unzabl srommer Legenden.
Zur Zeit Mohammeds besaß der Stamm der Ko-
reisch, zu welchem der Prophet selbst gehörte, den
größten Einfluß in M. Abkömmlinge der koreischiti-
schen Geschlechter findet man nock heutigestags. Un-
ter denselben genießt das Geschlecht Hasans, des
! Enkels des Propheten, seit alter Zeit des größten An-
! sehens; seine Angehörigen sind die Scherise. Infolge
^ des Verfalls des Chalifats im 10. Jahrh, gelang es
! ihnen, sich der Herrschaft über die heiligen Städte zu
! bemächtigen, seit dem 13. Jahrb. übt die Linie der
Söhne Katädas die Scherifhegemonie aus. Aus
^ ihrer Mitte geht der Großfcherif hervor. Seit dem
16. Jahrh, steht M. unter der Herrschaft der türt
Sultane, welche auch den Großscherif ernennen
Trotz des offiziellen Übergewichts des den türk. Sul'
tan als Beschützer der heiligen Städte repräscntie-
! renden Statthalters des Hedschas übt der Echerif
i eine im Bewnßtsein der Bevölkerung tief wurzelnde
z Machtans. 1803wnrdeM.vondenWahhabiten(s.d.)
eingenommen und geplündert. Die Expedition dec>
i machte ihrer Herrschaft bald ein Ende. Obwohl der
^ Pascha Hedschas im Namen deö Snltans eroberte,
! nahm er das Land dennoch in selbständige Verwaltung
i und versuchte sogar die Macht der Echerife zu
! brechen. 1840 gelangte Hedschas wieder nnter di-
! rekte Herrschaft der Pforte. Der Anfenthalt in M.
ist nnr Vekennerll des Islams erlaubt. In moham-
med. Maske ist ee> einigen Europäern, zuerst im
! 16. Jahrh, dem Italiener Lnd. de Varthema ge-
> lungen, M. zu besuchen; unter ihnen Tomingo Ba-
! diah y Lebiah l1807), Scetzen (1809), Burckhardt
l1811), Roches(1842), Burton (1852), MaltZan
l1860), Snouck-Hurgronje (1885). - Vgl. Burton,
?6iL0iiÄl iiHrt-ative ok a. pilZrimI^o to NI NsäinH
anä Neeca, Bd. 3 (Lond. 1866; 3. Aufl. 1879;
auch in der Tauchnitzschen Sammlung, Lpz. 1874);
Keane, 8ix montliL iu tds H^a? (Lond. 1881;
neue Ausg. 1887); Snouck-Hurgronje, Mekka (2 Bde.
und Vilderatlas, 5)aag 1888 - 89); ders., Bilder
aus M. (Leid. 1889).
Mekkabalfam, Opobalsa m, stammt von
IMLÄMoäenäroii ^iiiNäenZ" N/i. (s. V^Iä^N^Hkn-
äron). Die beste Sorte, die freiwillig aus der Rinde
ausflieht, kommt nicht in den europ. Handel; das
exportierte Produkt wird durch Auskochen des Holzes
(Balsamholz) und der Zweige mit Wasser ge-
wonnen. M. ist meist trübe, dickflüssig, bräunlichrot,
beim Aufbewahren wird er durch Einwirken der
Luft dick, zähe. Er wirkt ähnlich wie Kopaivabalsam,
findet aber jetzt in der Medizin keine Verwendung
mehr, sondern wird nur in der Parfümerie benutzt.
M. tostet (1896) im Großhandel 25-30 M. das
Meklenburg, s. Mecklenburg. Wlogramm.
Mekogräphie (grch.), die graphische Unter-
suchung über die Gesetzmäßigkeit der Entwicklung
des Wnchses, der Größe und des Gewichts des
Menschen.
Me-kong oder Mekiang, Kambodschasiuß,
Strom Hinterindiens, kommt als Tsa-tschu aus
Tibet, durchfließt als Lan-tsan die südchines.
Provinz Iün-nan, hierauf die Schanslaaten, bildet
dann die Ostgrenze von Siam, durchströmt die franz.
Kolonien Kambodscha und Nieder-Eochinchina und
mündet in das Südchinesische Meer. Wie der Nil
zeigt auch der M. ein periodisches Steigen und Fallen
l <10m). Das Anschwellen wird durch die ungeheuren
Wassermassen bedingt, welche zur Zeit der Schnee-
schmelze voll den tibetall. Gebirgen zugeführt werden.
Diese von Norden her kommende Wassermasse teilt
sich unter 11° 50^ nördl. Br. in drei Arme, von denen
die beiden Hauptarme, vielsach verästelt, in südöstl.
Richtung dem Meere zueilen. Der dritte, Ndong
genannt, zweigt in nordwestl. Richtung ab und er-