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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Melas - Melassenentzuckerung
liche Gemengteile Plagioklas lOligoklas, Labra- !
dorit), Augit und Olivin sind; diese Mineralien
treten auch in größern Individuen aus der Grund-
masse hervor, so daß diese Felsart gewissermaßen
den Vorläufer der tertiären und recenten Feldspat-
basalte bildet. Die Grundmasse zeigt sich unter dem ^
Mikroskop aus den genannten Gemengteilen zu- z
sammengesetzt, zu denen sich noch Magnetit, Titan -
eisen, manchmal auch ein rhombischer Pyroxen
(Enstatit, Kypersthen) zu gesellen pflegt. Horn-
blende und Viotit haben nur eine ganz lokale Be-
deutung; Quarz fehlt als primärer Gemengteil
vollständig. Gewöhnlich führt die Grnndmasse aber
auch mehr oder weniger reines oder globulitisches,
bräunliches Glas im frischen oder zersetzten Zu-
stande, meist um so reichlicher, je weniger Äugit sie
enthält. Auck der Augit und namentlich der Olivin
sind häufig umgewandelt, letzterer in Serpentin,
Delessit oder Brauneisen. Die zu dem M. gerccb-
ueten Vorkommnisse besitzen in auffallender Weise
mehr als irgend eine andere Fclsart mandelstein-
Qrtige Ausbildung. Ihr Kieselsäuregehalt liegt im
allgemeinen zwischen 50 und 56 Proz. Die ^iage-
rungsformen sind insbesondere Lager und Decken,
oft von sehr ausgedehnten Dimensionen, weniger
Stöcke und kuppen. Die vielfach von Konglome-
raten und Tuffen begleiteten Decken finden sich na-
mentlich den Gliedern der Steinkohlenformation
und des Notliegenden recht regelmäßig eingeschal-
tet, wie in den Melaphyrgebieten von Zwictau in
Sachsen, der Gegend von Ilfeld am Harz, des sndl.
Hunsrncks und der Pfalz, wo die Decken stellenweise
eine Mächtigkeit von 200 Fuß gewinnen und sick
über mehrere Quadratmeilen erstrecken, und des
nordöstl. Vöbmens. Die M. des Vicentinischen ge-
hören einem böbern geolog. Niveau, dem der Trias,
an, ein Teil auch wohl der Siebenbürgens.
Melas, Mickacl, Freiherr von, österr. General
der Kavallerie, geb. 1^. Mai 17W zu Nadeln bei
Schäßburg in Siebenbürgen, war im siebenjährigen
Kriege Adjutant de5 Ieldmarschalls Dann, focht
im Türkenkriege, wurde 1789 Generalmajor und
kämpfte 17l>Z an der Sambre, stand 1794 als Feld-
marscballlieutenant air der 3)Iosel, 17l>5 am Rhein
und 1796 in Italien. Als Oberbefeblsbaber der
österr. Armee in Italien siegte er 1799 mit Suwo-
row vereint bei Cassano, an der Trebia, bei Novi,
eroberte Tortona und war selbständig erfolgreich bei
Gcnola. Am 14. Inni 1800 verlor er die bereits
fast gewonnene Schlacht bei Marengo (s. d.) und
mußte sich infolge der Konvention von Alessandria
bis hinter den Mincio zurückziehen. Bald nachher
wurde er kommandierender General von Inneröster-
reich, dann in Böhmen und starb 31. Mai 1806 zu
Elbeteinitz in Böhmen.
Melasma (grch.), die fleckweise schwärzliche Ver-
färbung der Haut, tritt am häufigsten an den untern
Extremitäten und im Gesicht, besonders bei alten
und schwächlichen Leuten auf.
Melasse (frz.), derjenige zuletzt bei der Zncker-
fabrikation verbleibende Sirup, der durch die ge-
wöhnliche Behandlungsweise nicht weiter dazu ge-
bracht werden kann, Zucker auskrystallisieren zu
lassen. Man bezeichnet jetzt mit M. auch vielfach
solchen Sirup, der von der weitern Verarbeitung in
der Zuckerfabrik früber ansgcscklossen wird, als die
wirkliche UntrvstaUisierbarkeit erreicht ist. Solcker
Sirup ist keine eigentliche M., sondern Abfall-
sirup oder anch Sirup schlechtweg. Bei der
Zuckergewinnung aus Zuckerrohr wird als M. ein
viel zuckerreicherer und reiner schmeckender Sirup
angeschen und das Auskrystallisieren wciiaus uW
bis zum Zurückbleiben wirklicher M. fortgesetzt.
Diese Rohrmelasse entbält viel Traubenzucker
und Fruchtzucker und wird als Versüßungsmittel
sowie zur Rumgcwinnung verwendet. M. ist auch
ein wichtiger Rohstoff für die Vereitung von Spiritus
und wird in neuester Zeit als Viehfntter verwandt.
Im großen Ganzen kann man die M. als in 100
Teilen bestehend aus 50 Teilen Zucker, 30 Teilen
Nichtzucker (alle Stoffe, außer Wasser und Rohr-
zucker, auch die sonstigen Zuckerarten), 20 Teilen
Wasser betrachten. Wird die M. verbrannt seinge-
äschert), so hinterläßt sie 9-12 Proz. Asche, haupt-
sächlich kohlensaures Kalium. Als die.yaupteigen-
schaft ist zu bezeichnen, daß die in der M. enthaltenen
organischen Stoffe und salzartigen Verbindungen
organischer und unorganischer Natur ihr eine der-
artige Beschaffenheit erteilen, daß dadurch die fernere
Ausscheidung des gelösten Zuckers in KrystaÜgestalt
verhindert wird. Sowohl für die M. selbst wie für
alle M. enthaltenden Zuckererzeugnisfe muh also die
Bestimmung des gesamten Nichtzuckers als wesent-
lich für deren Beurteilung, namentlich in Beziehung
auf Krystallisationsfähigkeit, angeseden werden. Die
Bestimmung der Aschenmcnge allein kann die des
Nichtzuckers nicht ersetzen, wird aber bis jetzt noch
im Handel fast allgemein als wertbestimmend benutzt.
Melassenentzuckerung^ die Ausnutzung der
Melasse auf ihren Zuckergebalt. Man kann zu
diesem Zweck entweder einen Teil des die Krvstalli-
sation hindernden Nichtzuckers (s. Melasse) ent-
fernen, oder man kann den Zucker in Gestalt einer
schwer- oder unlöslichen Verbindung aus seinem
Gemische mit den fremden Körpern ausscheiden und
dann durch Zerlegung jener Verbindung rein oder
doch um vieles reiner erhalten. Die jetzt im Fabrit-
betrieb angewandten Verfahren der Hit. lassen sich
in folgende Übersicht bringen:
^. Durch teilweise Abscheidung des Nicktzuckers
(Osmoseverfahren). L. Durch Abscheidung des
Zuckers in schwer- oder unlöslicher Verbindung.
1) Mit Kalk: a. unter Benutzung vonAllobolMu-
tion und verwandte Verfahren); d. ohne Benutzung
von Alkohol (Ausscheidung, Substitution). 2)'Mit
Strontian oder Baryt (Strontian-Baryt-Verfahren).
1) Dem Osmoseverfahren liegt die Tbatsache
zu Grunde, daß die verschiedenen, die Melasse zu-
sammensetzenden Stoffe eine verschiedene Diffusions-
fähigkeit besitzen; namentlich sind es gewisse Salze,
wie das (5hlorkalinm, das salpetersaure Kalium,
sowie die entsprechenden Natronsalze, deren Lösun-
gen am leichtesten und schnellsten durch tierische
Haut, Pergamcntpapicr hindurchgehen, wodurch
dann die Melasse, welche diesem Vorgang unter-
worfen war, in ihrer Reinheit erhöht wird und von
neuem nach dem Eindampfen Zucker auskrystalli-
sieren läßt. Die Melasse spaltet sich in zwei verschie-
dene Gemische, deren eines reiner (salzärmer), wäh-
rend das andere unreiner (salzreicher) ist als die
ursprüngliche Melasse. Aus dem reiner gewordenen
Anteil wird durch Eindampfen und langandauern-
des Krystallisierenlassen bei wärmerer Temperatur
Rohzucker von geringer Beschaffenheit erzielt, der
unreine Anteil wird entfernt und als Dünger be-
nutzt, oder in der Brennerei verwertet, oder auck,
wenn es die Umstände gestatten, wegfließen gelassen.
Ein großer Vorzug des Osmoseverfahrens beftebt in