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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Melander - Melaphyr

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Melanchton'

Schriften M.s" lieferte Rotermund (Brem. 1814). Seine «Opera» (5 Bde., Bas. 1541) enthalten seine sämtlichen theol., philos. und philol. Schriften, mit Ausnahme seiner Reden; nicht einmal die theologischen vollständig enthält die von seinem Schwiegersohne Peucer besorgte Ausgabe seiner «Opera» (4 Bde., Wittenb. 1562-64). Die neueste und vollständigste Ausgabe der Schriften M.s haben Bretschneider und Bindseil in dem «Corpus reformatorum» (28 Bde., Braunschw. 1834-60) besorgt. Der letztere gab auch «Melanchtonis epistolae, judicia, consilia etc.» (Halle 1874), eine Ergänzung zum «Corpus reformatorum» Hartfelder u. d. T. «Melanchthoniana paedagogica» (Lpz. 1892) heraus.

Vgl. Galle, Versuch einer Charakteristik M.s als Theologen (Halle 1840); Matthes, Philipp M., sein Leben und Wirken aus den Quellen dargestellt (Altenb. 1842; 2. Ausg. 1840); Meurer, M.s Leben (Lpz. 1860; 2. Aufl. 1869); (S. Schmidt, Philipp M.s Leben und ausgewählte Schriften (Elberf. 1861); Nisard, (Anmerkung des Editors: Désiré Nisard)Renaissance et réforme. Erasme, Th. Morus, M. (3. Aufl., 2 Bde., Par. 1877); Herrlinger, Die Theologie M.s (Gotha 1879); Hartfelder, M. als Praeceptor Germaniae, (in den «Monumenta Germaniae paedagogica», Bd. 7, Berl. 1889).

Melander, s. Holzapfel, Peter, Graf.

Melandrĭum, Pflanzengattung, s. Lychnis.

Melanerpes, Vogelgattung, s. Spechte.

Melanesĭen, s. Oceanien.

Melanesĭer, die dunkelfarbigen kraushaarigen Bewohner der westl. Gruppen der oceanischen Inselwelt, insbesondere der Neuen Hebriden, Fidschi-Inseln, Salomoninseln, des Bismarck-Archipels und von Neucaledonien. Dieselben sind aufs strengste geschieden von den Australnegern und den Polynesiern, zu denen auch die Eingeborenen von Neuseeland, die Maori, gehören. Die Ähnlichkeit der M. mit den afrik. Negern ist in vielen Punkten so groß, daß eine Reihe von Forschern diese beiden Rassen in direkten Zusammenhang zu bringen sucht. Die M. sind keineswegs eine einheitliche Rasse; beispielsweise finden sich auf Neucaledonien zwei verschiedene Typen: der schwarze und der gelbe. Im allgemeinen ist die Haut schokoladenfarbig, das Haar schwarz, gekräuselt; bei den Bergbewohnern ans den Fidschi-Inseln bildet dasselbe gewaltige, vom Haupte abstehende, dicht verfilzte Massen. Auch die Schädelform ist keine einheitliche: man findet auf einzelnen Inseln eine dolichokephale Bevölkerung, auf Nachbarinseln dagegen eine brachykephale. Ebenso lassen sich über den Wuchs allgemeine Regeln nicht aufstellen, da die Urrassen, aus deren Vermischung die M. hervorgegangen sind, von verschiedenen Örtlichkeiten in verschiedenem Grade zum Durchbruch kommen. Kannibalismus wird noch heutigestags auf beinahe allen melanesischen Inseln ausgeübt. Die M. werden als Arbeiter in den tropischen Plantagen gern verwendet, wozu die Polynesier in weit geringerm Maße, die Australneger überhaupt nicht brauchbar sind. M., die auch nur kurze Zeit mit Europäern in Berührung standen, erlernten deren Sprache meist spielend leicht. Über die Sprachen der M. s. Malaio-Polynesische Sprachen. (S. Tafel: Australische Völkertypen, Fig. 1, 5, 7, 9, 11.)

Melanesisch - Mikronesische Sprachen, s. Malaio - Polynesische Sprachen.

Mélange (frz., spr. -lángsch), Mischung; Mélanges, Schriften vermischten Inhalts, Miscellen, Vermischtes (in Zeitschriften). ↔

Mélangeur (frz., spr. -langschöhr), eine Maschine der Schokoladenfabrikation (s. Schokolade).

Melanglanz, s. Sprödglaserz.

Melanictĕrus, s. Gelbsucht (Bd. 7, S. 717 b).

Melanīn, Ophthalmomelanin, Augenschwarz, ein eisenhaltiges, schwarzes Pigment, welches in Form von kleinen Körnchen im tierischen Organismus vorkommt, so in polygonalen und sternförmigen Zellen eingeschlossen in der Choroidea des Auges; bei Fröschen und andern Amphibien überzieht es in ästigen Zellen oft Gefäße und Nerven, findet sich ähnlich im Bauchfell vieler Fische; es ist ferner im Malpighischen Schleimnetz der Neger enthalten und bildet den Farbstoff der Tinte der Cephalopoden. Auch tritt es in verschiedenen pathol. Gebilden, und hier oft in Krystallform auf.

Melanippĭdes, griech. Dichter, s. Dithyrambus.

Melanīt, schwarzer Granat (s. d.).

Melanōm (grch.) oder Pigmentgeschwulst, eine hanfkorn- bis erbsengroße Geschwulst von schwärzlicher Färbung, welche aus Bindegewebe und darin abgelagertem massenhaftem Pigment besteht und nicht eben häufig in der Spinnwebenhaut des Gehirns, in der Aderhaut des Auges sowie an der äußern Haut vorkommt. Mitunter nimmt die Geschwulst einen bösartigen Charakter an und wird dann als Melanosarkom bezeichnet. (S. Sarkom.)

Melanophycēen, s. Phäophyceen.

Melanōse (grch.), Schwarzsucht, die abnorme schwarze Verfärbung gewisser Organe und Gewebe des menschlichen Körpers infolge einer Umwandlung des Blutfarbstoffs (s. d.) in ein schwarzes feinkörniges Pigment: melanotisch, schwarz gefärbt; melanotischer Krebs, eine Abart des Krebses, welche sich von den übrigen Krebsgeschwülsten durch ihre braune bis tiefschwarze Färbung und einen auffallend schnellen Verlauf auszeichnet. (S. Krebs, medizinisch.)

Melanoskōp (grch., «Schwarzseher»), eine von Lommel (Anmerkung des Editors: Prof. Eugen Lommel, Annalen der Physik, Band 219, Heft 8, S. 568-585)(1871) angegebene Kombination einer dunkelroten Rubinglasscheibe mit einer violetten Glasplatte, die auseinander liegen. Einem durch das M. blickenden Auge erscheinen die grünen Pflanzen schwarz. Die Wirkung des M. erklärt sich dadurch, daß das Pflanzengrün bei der Analyse mittels Spektroskops sich zusammengesetzt erweist aus Dunkel- und Hellrot, Orange, Gelb, etwas Grün und Hellblau. Nun absorbiert das rote Glas den einen Teil dieser Farben (vorherrschend vom Gelb bis Blau), das Violette aber den Rest (vorzüglich vom Rot bis Gelb und Blau), weshalb die Pflanzenwelt sich schwarz zeigen muß. (S. Erythroskop.)

Melanosomăta, s. Schattenkäfer.

Melanospermēen, s. Phäophyceen.

Melanter, Pseudonym von R. D. Blackmore (s. d.).

Melanthēen, s. Liliaceen.

Melanthon, s. Melanchthon.

Melanŭrie (grch.), die Ausscheidung von Melanin (s. d.) durch den Harn, wobei der letztere entweder sofort bei der Entleerung tiefbraun bis schwarz gefärbt erscheint oder erst beim Stehen an der Luft oder nach Zusatz von konzentrierter Salpetersäure eine schwarze Färbung annimmt. Die M. deutet auf das Vorhandensein von melanotischen Geschwülsten im Körper. (S. Melanose.)

Melanȳlkerzen, s Stearin.

Melaphȳr, ein dunkelgefärbtes Eruptivgestein der ältern vortertiären geolog. Formationen von dichter oder porphyrischer Struktur, dessen wesent-^[folgende Seite]

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 750.