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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Monist - Monmouth (Grafschaft)
selben zu Grunde liegenden, entweder ganz unbe- ^
kannten oder auch durch beide Attribute zuglcicb be- ^
stimmten letzten Wesenheit aufzufassen suckt. Kant
bob das Problem in anderm Sinne auf, indem er
diese doppelte Erscheinungsweise bloß innerhalb der
Erfahrung unterscheidet, zugleich aber ihren strengen
und unlöslichen Zusammeuhang, eben zufolge den
Grundgesetzen der Erfabrung, betont, die "Sache
an sich" aber beiseite läßt, da eine Erkenntnis von
ibr überbaupt ausgeschlossen ist.
Monist, Anhänger des Monismus (s. d.).
Momta, Mehrzahl von Monitum (s. d.).
Nloni^a. seoreta. (piiv^w) ^0ci0tati8 ^lesu,
Titel eines seit 1612 sehr oft lateinisch und in Über-
setzungen gedruckten kleinen Buchs, das angeb-
lich geheime Instruktionen für die Obern der Je-
suiten über die Mittel, die Zwecke des Ordens zu
fördern, enthielt, wahrscheinlich aber eine nicht uu-
qeschicktc Satire auf die Jesuiten ist, die wohl einen
1611 aus dem Orden entlassenen poln. Jesuiten,
Hieronymus Zaorowsti, zum Verfasser hat. Von
einer lat.-franz. Ausgabe von Sauvcstre erschien
1879 die 13. Auflage."- Vgl. Neusch, Der Index
der verbotenen Bücher, Bd. 2 (Bonn 1885), S.280.
NIonitSur nniverssi, I.s (spr. -töhr üni-
wärßeil), in Paris erscheinende polit. Tageszeitung,
1789 von dem Buchhändler Panckoute (s. d.) begrün-
det. Die erste Nummer erschien 24. Nov. u. d. T.
<c(ill?6tt6 nationale on 1t; Noniteur univLi'sLi".
Durch Vereinigung (seit 2. Febr. 1790) mit dem von
Märet herausgegebenen "Dnlwtin 60 I'^8sLind166v
bekam das Blatt einen halbamtlichen Charakter. Es
veröffentlichte den Sitzungsbericht und alle sonstigen
Akte der verschiedenen revolutionären Versamm-
lungen, und diese ältesten Jahrgänge (bis 1799) sind
daher eine wichtige Geschichtsquclle und mehrfach
wieder abgedruckt worden (so Par. 1840 - 43 in
32 Von.). 'Seit dem 7.Nivöse des I. VIII (28. Dez.
1799) war der Nonit6nr univorsei (der Titel "(ra-
556tto nationalo" rückte zugleich an zweite Stelle und
verschwand 1811 ganz), obwohl er Privateigentum
blieb, offizielles Organ der Negieruug unter dem
Ersten Kousul Bonaparte. Bei der Rückkehr der
Bourboneu wurde er eine Zeit lang durch cine"(^>
^6tw oMcieiw" ersetzt, erschien aber seit 1. Febr.
1816 wieder als Regierungsorgan und blieb es
bis 1. Jan. 1869, wo an seine Stelle das "^oui-nal
oi'iicißi" (s. d.) trat. Seitdem ist der^IonitLui' uni-
V6i'86l konservatives Parteiorgan und wird gegen-
wärtig von Ferd. Duval geleitet.
Munition (lat.), Erinnerung, Mahnung, Wink.
Monitor, ursprünglich der Name eines 1861
nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges in den Ver-
einigten Staaten von uordstaatlicher Seite durch
den Ingenieur Ericsson erbauten Panzerfabrzeugs,
das, ohne Masten und nur durch die Maschine
fortbewegt, nur sehr wenig über die Wasserfläche
bervorragtc und zwei schwere Geschütze in einem
etwas erhöhten und gepanzerten Turin trug. Die-
ser erste M. erlangte durch sein Gefecht mit dem
großen südstaatlichen Panzerschiff Mcrrimac auf
Hampton-Roads Berühmtheit, indem er trotz seiner
Kleinheit dem großen Koloß empfindlichen Schaden
zufügte. Die Folge dieses Kampfes war, daß die
großen seefahrenden Nationen vielfach dem M. ähn-
liche, nur wenig Ziclobjekt darbietende Fahrzeuge er-
bauten, denen der Klassenname "Monitor" beigelegt
wurde. Anfänglich nur für Küsteuverteidiguug und
stille Gewässer bestimmt, waren sie nicht im stände,
über See zu gehen. Der erste amerikanische M. ging
sogar bei einem Versuch, die offene See Zu halten,
mit der gesamten Mannschaft unter. Im Frühjahr
1866 sandte jedoch die nordamcrik. Negierung einen
M. mit zwei Türmen, den Miantonomoh, nach
Europa, dessen Verdeck nur 45 cm über Wasser lag.
Dieser machte die Reise von Neuyork nach England
in 10 Tagen. Das deutsche Panzerschiff Arminius
ljetzt nnr noch als Hafenschiff verwendet) ist eben-
falls ein M. mit zwei durch Menschenkraft dreh-
baren Türmen, in deren jedem zwei gezogene
21 cm-Geschütze ausgestellt sind, die ein Langgeschoß
von 105 i<F Gewicht werfen und sich einzeln oder
gleichzeitig abfeuern lassen.
Monitormm (lat.), Mahnschreiben.
Monltumslat., MehrzahlMonita), erinnernde
oder tadelnde Bemerkung, Ausstellung.
Monk (spr. möngk), George, engl. Feldherr, geb.
6. Dez. 1608 zu Potheridge bei Torringtou, kämpfte
zuerst unter Karl I. in den Niederlanden gegen Spa-
nien und Frankreich, dann 1640 gegen die Rebellen
in Schottland und in Irland. Auch nach dem Aus-
bruch des Krieges gegen das Parlament blieb er
anfangs dem König treu, wurde aber 1644 gefangen
und erst nach zwei Jahren freigelassen, worauf er
zur Sache des Parlaments übertrat. Nun focht er
in Irland gegen die Royalisten und, zum Geueral-
lieutenant und Befehlshaber der Artillerie befördert,
bei Dunbar unter Eromwell (1650) gegen die Schot-
ten. Eromwell übertrug ihm den Oberbefehl in
Schottland, wo er in ausgezeichneter Weise seiner
Aufgabe gegenüber den Presbyterianern gerecht
wurde. Nach Eromwells Tod (1658) hielt er zunächst
zu dessen Sohn Richard, trat aber uach dessen Sturz
(1659) dem Ehrgeiz Lamberts (s. d.) entgegen, der
mit Hilfe des Heers die bürgerliche Gewalt nieder-
geworfen batte. An der Spitze seiner Truppen rückte
M. von Schottland nach London vor und ließ dort
das 1618 gesprengte Lange Parlament (s. d.) wieder
zusammentreten (21. Febr. 1660). Schon damals
stand er im geheimen mit Karl II. in Verbindung.
Ein neues, durchaus presbyterianisch-royalistisches
Unterhaus wurde gewählt;' dieses rief Karl Zurück,
und der König ernannte M. zum Mitglied des Ge-
heimen Rats, schließlich zum Herzog von Albe-
marle. 1666 focht M. uoch uuter dem Herzog von
Mork zur See gegen die Holländer, wurde von de
Ruyter bei Dünkirchen geschlagen, siegte dafür bei
North-Foreland und starb 3. Jan. 1670. Mit seinem
einzigen Sohn, Christoph er M., geb. 1653, der
als Gouverneur von Jamaika 1688 starb, erlosch
der Titel eines Herzogs von Albemarle. - Vgl.
Guizot, N.; clnito äs la i'6Md1iHU6 6t i-6tad1i886>
M61N cle la, in0nln'clii6 en ^nAieteri^ 6n 1660
(Par. 1850 u. ö.; deutsch Lpz. 1851).
Nüonks^ Fra.88 (spr. möngke gräß), s. ^ttaloa.
Mönkgut oder Mönch gut, s. Rügen.
Monk-Wearmouth (spr. möngt wihrmöth),
Vorstadt von Sunderland (s. d.) in England.
Monmeh, Momme oder Mas, Mehs,Mch,
3. Eiubeit des japan. Gold- und Silbergewichts,
eingeteilt in 10 Fung oder Pun zu 10 Rin oder
Ring ^ 3,?505 ss. Rechnet man das Rio von 10 M.
-^ 1 Kanton-Tael, so ist das M. -^ 3,?5?3 3,
1000 M. ^ 1 Kwan. (S. Tael.) d. Als japan.
Zandelsgewicht ist das M. ebenfalls ^0 Rio und
zugleich 2/160 Kin oder King (s. Catty) -- 3,7799 F.
Monmouth (spr. mönnmöth), eine der westlich-
sten Grafschaften Englands, grenzt im W. und NW.