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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Navajo - Navarro
Navajo (spr. nawächo, d. h. Messer-Indianer), !
ein Zweig der Apachen (s. d.), der, über 17 000 Seelen
start, in Neumexiko und Arizona zwischen dem Rio
Grandeund Colorado und dem 35. und 37.°nördl. Br.
herumstreift. Früher ein nomadisches Räubervolk,
das die Ansiedelungen am Rio Grande häufig be-
unruhigte, sind sie jetzt friedliche Schafzüchter, im
Sommer auf den Plateaus, im Winter in den Thä-
lern. Ihre Reservation nimmt die Ecke zwischen dem
Colorado und seinem linken Zuflüsse San Juan ein.
Naval (lat.), das Schiffs-, Seewesen betreffend.
Navan (spr. näwwen), Stadt und Bischofssitz
in der irischen Grafschaft Meath, 43 km im NW.
von Dublin, am Zusammenflusse des Voyne und
des Blackwater, Eisenbahnknotenpunkt, hat (1891)
3963 E., ein Krankenhaus, kath. Seminar, Woll-
weberei und Mühlen.
Navarmo, unbedeutende Stadt in Messenien,
offiziell Pylos, Hauptort der Eparchie Pylia, an
der Südwestküste des Peloponnes, an der 11 km
langen und 7,7 km breiten Bucht gleichen Namens,
welche einen der besten Häfen Europas bildet, hat
(1889) 2128, als Gemeinde 5949 E. Die Bucht wird
vom Meere geschieden durch die langgestreckte Insel
Sphagia (s. Sphakteria). An der nördlichen schma-
len Einfahrt erhebt sich das hohe Vorgebirge Kory-
phasion, auf welchem das alte Pylos lag und im
13. Jahrh, von den Franken die Festung Zonclon
gegründet wurde. Dieselbe erhielt später durch hier
sich 1381 festsehende navarresische Abenteurer den
Namen "0ka8t6Hux ^avarreZ", welchen die Griechen
in N. umänderten. Als die nördl. Hafeneinfahrt
versandete, verlor N. seine Bedeutung; 1572 erbau-
ten die Türken eine mächtige Citadelle an der breiten
südl. Einfahrt, in deren Schutz sich eine neue Stadt
(Neu-Navarin oder Neokastro) ansiedelte. Sie
war im griech. Freiheitskampf wiederholt Schauplatz
grauenvoller Metzeleien und erlangte Berühmtheit
durch die Seeschlacht 20. Okt. 1827. Die türk.-
ägypt. Flotte (82 Schiffe) unter dem Kapudan Bei
lag im Hafen und sollte von der Flotte (26 Schiffe)
der verbündeten Engländer, Franzosen und Russen
am Auslaufen gehindert werden; dabei entspann
sich ein furchtbarer Kampf, 55 türk. Kriegsschiffe
wurden teils zusammengeschossen, teils in die Luft
gesprengt, 6000 Mann kamen ums Leben.
Navarra, ehemaliges Königreich, jetzt Provinz
im nördl. Spanien, am Südfuß der westl. Pyrenäen,
mit der Hauptstadt Pamplona (s. d.), grenzt im N.
an Frankreich, im O. und S. an Aragonien (Pro-
vinz Zaragoza), im S. an Altcastilien (Provinz
Logrono), im W. an die baskischen Provinzen, zählt
auf 10478 ^m (1887) 304122 E. (150874 männl.,
153248 weibl.), darunter 926 Ausländer, also kaum
30 auf 1 ^m und umfaßt 5 Gerichtsbezirke. An-
alphabeten über 7 Jahre waren 29,8i Proz. der
männlichen und 41,73 Proz. der weiblichen Bevöl-
kerung. Der den Pyrenäen angehörende Teil von
N., die Montana im N. und NO., erreicht im Alto-
viscar 1640 m Höhe. Er ist von großen Parallel-
thälern durchzogen, reich an Wasser, Obst, Gras und
Waldungen, wogegen im S. des Aragon sich die
öden, salzigen Steppen (Las Vardenas) ausbreiten.
Pamplona liegt in einer baumlosen Hochebene.
Außer der Vidassoa (s. d.) im nördlichsten Teile
gehen fast alle Flüsse, insbesondere der Ega und
Aragon mit Arga nach S. dem Ebro zu. Hier ist die
berühmte Ribera (das Ufer), eine gesegnete Land-
schaft mit 26 Ortschaften, worunter das weinreiche
Peralta am Arga. In der Ribera gedeihen Wein,
Mais, Ol, Weizen, Roggen, Gerste, Hanf und
Flachs, in der Montana Äpfel, Kastanien, Wal-
nüsse, überall Gartenfrüchte. Man zieht Rinder,
Pferde, Schafe; auch werden Eisen, Kohlen, Stein-
salz, Gips und Marmor gewonnen. Handel und
Industrie sind durch Eröffnung mehrerer Eisenbah-
nen in neuer Zeit geweckt und es werden Ziegel,
Glas, Papier, Leder, Seife, Schokolade und Nudeln
erzeugt. Die Navarresen sind Nachkommen der
alten Basken und Westgoten; die Sprache ist casti-
lianisch, nur in der Montana werden baskische
Wörter gebraucht. Seit 1512 unter der castilischen
Krone, behielt die Provinz, ähnlich den baskischen,
ihre Fueros, Verfassung und innere Verwaltung;
infolge der Karlistenkriege, wo hier der Herd des
Ausstandes war, verlor sie alle Vorrechte.
Das Königreich N., d.i. Obernavarra auf
der Südseite und Niedernavarra auf der Nord-
seite der Pyrenäen, entstand aus der span. Mark
Karls d. Gr. und wurde unter dessen Nachfolgern
selbständig. Sancho Garcia (905 - 925) nannte
sich zuerst König von N. Sancho III. (1001-35)
erweiterte sein Reich beträchtlich nach dem Ebro
hin. Nack manchen Kämpfen mit Aragon kam
N. durch Erbfall 1234 an Graf Thibaut von der
Champagne und 1285 durch Vermählung Philipps
des Schönen mit der Erbtochter Isabella an Frank-
reich. Durck die Heirat Philipps von Evreux mit
Ludwigs X. Tochter Johanna, die N. als Mitgift
bekam, erhielt es einen neuen Herrscherstamm.
Beider Sohn war Karl (s. d.) der Böse. Durch die
Vermählung der Enkelin desselben mit Johann
von Aragon kam N. 1425 an diesen, dessen Ur-
enkelin Katharina von Foir es 1484 ihrem Gemahl,
Johann von Albret (s. d.), zubrachte. Ihr Sohn
Heinrich II. folgte 1517; er versuchte vergeblich, den
span. Teil von N., der 1512 von Ferdinand II. von
Aragon erobert war, zurückzugewinnen. Die ihm
von seiner Gemahlin Margareta, der Schwester
Franz' I., geborene Tochter Johanna vermählte sich
1548 mit Anton vonVourbon; beider Sohn war Hein-
rich IV., der, seit 1572 König von N., als er durch
seine Geburt 1589 auf den franz. Thron berufen
wurde, fein Erbreich N. mit Frankreich vereinigte;
von nun an führten die franz. Könige auch den Titel
König von N. - Niedernavarra, meist von Bas-
ken bevölkert, bildete nebst Märn (s. d.) bis zur
Revolution 1789 ein eigenes Gouvernement und
gehört jetzt zum Depart. Niederpyrenäen. - Vgl.
Bordenave, Hiätoirs ä6 Learn et N. (Par. 1873).
Navarra, Lustschloß bei Evreux (s. d.).
Navarrete, Juan Fernandez, span. Maler, geb.
1526 zu Logrono. Von seinem frühern Leben weiß
man nichts, außer daß er in Italien gewesen ist.
1568 stellte er sich Philipp II. vor mit einem Bild-
chen der Taufe Christi (im Pradomuseum); infolge
davon beschäftigte ihn der König im Escorial, wo
fast alle seine Werke beisammen sind. Er starb 1579
in Toledo. Seine ersten Arbeiten zeigen strenge
Zeichnung und Modellierung bei trockner, harter
Malweise; in der Folge bildete er sich an den dort
versammelten Werken Tizians einen ganz neuen,
malerischen Stil. Seine Apostelpaare in der Kirche
des Escorial, Die Bestattung des heil. Laurentius,
ein Nachtstück, sind ganz in Tizians Manier.
Navarro, Pedro, berühmter Kriegsmann und
Erfinder der Pulverminen, geb. 1446 in Val de Non-
cale in Navarra, kämpfte in verschiedenen Diensten,
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