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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Negerkaffee - Nehemia
Negerkaffee, s. Mogdadkaffee.
Negerkorn, s. soi-^lium.
Negerpfeffer, s. XMM.
Negieren (lat.), verneinen.
Neglektion (lat.), Vernachlässigung, Versäu-
mung ;Neglektengelder, Strafgelder wegen Ver-
säumnisse.
Negligö (frz., fpr.-fcheh), bequeme Morgen-
kleidung. Nsgligence (spr. -schängß), Nachlässig-
keit; negligieren, vernachlässigen.
Negoei^ble Papiere, Handelspapiere (s. d.).
Negoi, rumän. Neagoiu, höchster Berg Ru-
mäniens (2536 m), in den Transsylvanischen Alpen,
auf der Grenze gegen Siebenbürgen.
Negötin, Kauptort des serb. Kreises Kraina,
7 ^m von der Donau, nahe der bulgar. Grenze, in
sumpfiger Niederung, hat (1890) 5386 E., ein Pro-
gymnasium und Weinbau. Es ist Stapelplatz für
den Ausfuhrhandel des östl. Teils von Serbien.
Xb^otiuin (lat.), Geschäft; NkFotiorum F6Lti0,
Geschäftsführung (s. d.); negotiieren, den Ab-
ichluh eines Geschäfts vermitteln, Geschäfte, nament-
lich Geldgeschäfte machen, beforgen; Negotiänt,
Geschäftsmann; Negociateur (frz., spr.^hiatöhr),
Unterhändler, Vermittler; Negotiation, Unter-
Negra,span.Hafen,f.Albunol. ^Handlung.
Negrelli, Alois Nittervon, österreich.Ingenieur,
Urheber der Pläne des Eueskanals (s. d.).
Negretti, Schafrasse mit kurzer feiner Wolle.
Negri, Ada, ital. Dichterin, geb. 3. Febr. 1870
in Lodi in Oberitalien, war erst Lehrerin in Motta-
Visconti am Ticino und ist gegenwärtig Lehrerin
der Litteratur an der seuola ^oi-maw (^aet^nH
^311681 in Mailand. Seit März 1896 ist sie mit
dem Fabrikanten Garlanda vermählt. Ihre erste
Gedichtsammlung "^ataiiiH') (Mail. 1892; deutsch
von Hedwig Iahn u. d. T. "Schicksal", Verl. 1894)
lenkte die allgemeine Aufmerksamkeit auf sie. Ihre
Verse, von zündender Gewalt, geben Kunde von dem
Kamps einer edlen Natur mit dem Druck socialen
Elends, von tiefem Mitgefühl mit allem Leid der
Enterbten und von unüberwindlicher Kraft des
Glaubens an ideale Güter. 1895 erschien eine zweite
lyrische Sammlung: "I6mz)68t6" (Mailand, deutsch
u. d. T. "Stürme", Verl. 1896).
Negri, Christoforo, ital. Volkswirt, geb. zu
Mailand 13. Juni 1809, studierte zu Pavia, Graz,
Prag, Lemberg und Wien die Rechte, war 1843-
48 öffentlicher Professor der Staatswissenschaften zu
Padua, begab sich 1848 infolge seiner Teilnahme an
der Revolution nach Piemont, wurde Präsident der
Universität Turin und später in das Ministerium
der auswärtigen Angelegenheiten berufen. Er ge-
staltete das Konfularwesen um und suchte durch
eine Reihe von Schriften die polit. und kommerzielle
Thätigkeit Italiens zu heben. Nach Übersiedelung
der ital. Regierung nach Florenz gründete er dort
die Italienische Geographische Gesellschaft, deren
Präsident er fünf Jahre war. Nachdem er sein Haupt-
werk "I^k 8wriH politicn äkli' antickitü. p^raZo-
nata kiia moäerna" (Vened. 1866; deutsch von
Reinhardstöttner, Lief. 1, Hamb. 1882) veröffentlicht
hatte, trat er in den Ruhestand und starb 18. Febr.
1896 in Florenz. Von seinen übrigen Schriften sind
zu erwähnen: "I paggati via^i antartici e i'iäeNtH
ßpkäixiono iwliaua" (Genua 1880), "I><6 memorie
äi Noi-gw ?HiiHvicin0" (Tür. 1882).
Negri, Giuditta, s. Pasta. ^statten.
Negrillos (span., spr. -grilljos), s. Erzlager-
Negrlto, die auf niedriger Kulturstufe stehenden
Ureinwohner der Philippinen, die durch malaiische
Einwanderungen aus ihren ursprünglichen Wohn-
sitzen, den Ebenen, in die Verge verdrängt, jetzt in
größerer Anzahl an der Nordostküste von Luzon, und
in sehr kleinen Gruppen auch sonst auf Luzon und
fast allen andern Inseln der Philippinen wohnen.
Der Name N. (Negerchen) wurde ihnen von den
Spaniern wegen ihres kleinen Körperbaues gegeben,
sie selbst nennen sich Aita oder E t a. (S.-Tafel:
Asiatisch eVölkertypen,Fig.20,Bd.1,S. 984.)
-Vgl. A. Schadenberg, überdie N.s der Philippinen
(in der "Zeitschrift für Ethnologie", Verl. 1880);
F. Blumentritt, Verfuch einer Ethnographie der
Philippinen (Ergänzungsheft Nr. 67 zu "Peter-
manns Mitteilungen", Gotha 1882).
Negro (engl., spr. nihgro), soviel wie Neger.
Negroponte, ital. Name für Euböa (s. d.).
Negros oder Buglas, eine der Philippinen-
inseln im N. von Mindanao, mit 12098 gkm und
242 400 E. Wahrscheinlich besteht N. aus tertiären
Ablagerungen und Vulkanen. Von diesen sind der
Canlaon oder Malaspina mit 2497 ni Höhe im N.,
der Bacon im S. bekannt. Eine Gebirgskette ver-
bindet beide. Die Einwohner sind Visayas; in der
Mitte des Südens sitzen Carolanos.
Negros, spanische polit. Partei, s. Vlancos.
Negruzzi, Konstantin, rumän. Dichter und
Schriftsteller, geb. 1808 zu Iassy, studierte in seiner
Vaterstadt und in Vesfarabien, gab dann in Iassy
mit Cogalniceanu (s. d.) und Alecsandri (s. d.) 1840
die "vaciH litLi-Hra" heraus, war 1861 Minister
unter Fürst Cusa und starb 1868. Unter seinen
Schriften, die fein Sohn 1872 in 2 Bänden heraus-
gab, sind namentlich die epischen Dichtungen aus
der vaterländischen Geschichte "^proäui ?urice"
und "I^pu8N6^nn" sowie Übersetzungen aus Victor
Hugo und Antiochus Kantemir hervorzuheben.
Sein Sohn, Jakob N., geb. im Jan. 1843 zu
Iassy, studierte in Berlin, wurde Professor des Han-
delsrechts an der Universität Iassy und 1885 in
Bukarest. N. ist seit 1880 Mitglied der rumän. Aka-
demie und giebt seit 1867 die Revue "(^onvordii-i
litei'Hls" heraus, für die er zahlreiche Poet. und pro-
saische Beiträge geliefert hat, die sich durch natür-
lichen Stil und Humor auszeichnen.
XsFNliüo, Ahornart, f. Ahorn.
Negus ("Teil-König"), Titel des Herrschers von
Abessinien; NegüsaNagast ("König der Könige"),
Oberkönig.
Negus, nach dem engl. Oberst Negus (spr. nihgöß)
benanntes Getränk, s. Glühwein.
Negusch, soviel wie Njegos (s. d. und Mon-
tenegro, Bd. 11, S. 1014a).
Nehalennia, eine aus zahlreichen Inschriften be-
kannte altgerman. Göttin, wahrscheinlich eine Göttin
der Fruchtbarkeit.
Neheim, Stadt im Kreis Arnsberg des preuß.
Reg.-Vez. Arnsberg, an der Linie Schwerte-Casjel
(Station N.-Hüsten) der Preuß. Staatsbahnen, Sitz
eines Amtsgerichts (Landgericht Arnsberg), hatte
1890: 6236 E., darunter 620 Evangelische und 86
Israeliten, 1895: 7456 E., Postamt zweiter Klasse,
Telegraph, Wasserleitung; Fabriken von Lampen,
Metalldruckwaren und chem. Holzpräparaten.
Nehenna (hebr. Aecliem^a., "Gottestrost"), der
jüd. Mundschenk des Königs Artarerres Langhand
von Persien, wurde 445 v. Chr. auf seine Bitte als
pers. Statthalter nach Jerusalem geschickt. Er lies;