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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn - Niederwald-Deputierten-Convent
Beziehungen fehlen, so genannt wird. Am Abfall
des Eulengebirges, das ebensowohl zu dem Riesen-
gebirge wie zu den Sudeten gerechnet werden kann,
gelegen, erstreckt sich das kohlenführende Gebiet auf
nur wenige Quadratmeilen. Die Flöze sind nicht
schr mächtig; auch beeinträchtigen Verwerfungen
und häufige Wässer den Abbau. Der Gehalt an
Kohlenstoff steigt bis zu 84 Proz. an, der des
Wasserstoffs beträgt durchschnittlich 4,8 Proz., des
Sauere und Stickstoffs 8,5-11 Proz., der Asche 2,5
-3 Proz. Ein Kilogramm der aschehaltigen Kohle
giebt 154-161 Wärmeeinheiten. Der Heizwert ist
etwas geringer als der der besten englischen und
anderer deutscher Kohlen, dafür ist die Vackfähigkeit
sehr gut und die Kohle wird für die Kokbereitung
deshalb stark begehrt. Aus der aschehaltigen Kohle
werden bis 70 Proz. eines meist vorzüglichen Koks
gewonnen. Dagegen ist die Kohle von geringerer
Festigkeit, da nur etwa 13 Proz. auf Stück-, 3 Proz.
ans MiNel-, 53 Proz. auf Klein-, der Rest anf ge-
mischte Kohle entfallen. Sie verträgt daher den
Transport auf weite Entfernungen weniger gut als
andere Kohlen. Gefördert wurden:
Jahr
Tonnen
Jahr
Tonnen
1740
1900
1870
1570 227
1790
62190
1880
2 304 792
1850
400 170
1890
3 332 748
1860
758 515
1893
3 894 312
Der Absatz erstreckt sich bis nach dem Königreich
Sachsen, den preuß. Provinzen Brandenburg, Posen
und dem östl. Teile der Provinz Sachsen, in ver-
toktem Zustande darüber hinaus. Die Zahl der Ar-
deiter beträgt etwa 18000; die bedeutendsten der
34 Gruben sind in der Umgebung von Waldenburg.
Niederschlesifch-Märkifche Eisenbahn, von
Berlin über Frankfurt a. O., Kohlfurt und Liegnitz
nach Breslau (357,95 km). Die Strecke bis Frank-
furt a. O. (81,20 km) wurde 1841 einer besondern
Gesellschaft genehmigt, Ende 1842 eröffnet und
1845 von der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn-
Gesellschaft erworben. Die Strecke bis Breslau, mit
Anschlußbahn Kohlfurt-Görlitz, 1843 der Nieder-
scklesisch - Märkischen Eisenbahn - Gesellschaft geneh-
migt und 1844-46 eröffnet. Am 2. Jan. 1850
nahm der Staat die N. E. in Verwaltung und er-
warb sie 1. Jan. 1852. Die Bahn ist der königl.
Eisenbahndirektion zu Berlin unterstellt.
Nieder-Schönhausen, Dorf, s. Pankow.
Niederfee, 24 Km langer und durchschnittlich
1 Km breiter halbkreisförmig gekrümmter See in
Masurenlano, unweit der poln. Grenze.
Niederseine, s. Seine-Inferieure.
Niederselters, Dorf im Kreis Limburg a. d.
Lahn des preuß. Rcg.-Bez. Wiesbaden, 16 km süd-
östlich von Limburg a. d. Lahn, am Emsbach und an
der Linie Frankfurt a. M.-Limburg der Hess. Lud-
wigsbahn, hat (1890) 1472 E., Post, Telegraph und
berühmte Mineralquellen, die in ein Bassin gefaßt
und mit einer Glashalle überdeckt sind (s. Seltcrser
Wasser). In der Nähe das Dorf Oberselters mit
einer ähnlichen Quelle, deren Wasser ebenfalls ver-
sandt wird. - Vgl. Iakobus Theodorus, Der Neue
Wasserschatz (1582); Die Heilquellen des Taunus,
dg. von Großmann (Wiesb. 1887).
Niedersteigende Zeichen, s Tierkreis.
Niederstetten, Stadt im Oberamt Gerabronn
dcs wüvttcmb. Iagstkreises, an dem zur Tauber
gehenden Vorbach und an der Linie Crailsheim-
Mergentheim (Tauberbahn) der Württemb. Staats-
! bahnen, hatte 1890: 2192 E., darunter 288 Katho-
liken und 188 Israeliten, 1895: 2014 E., Post,
Telegraph, alte Mauern, ein Residenzschloß des
Fürsten von Hohenlobe - Iagstberg, Realschule;
Acker- und Weinbau, Vieh- und Pferdemärkte.
Niederstotzingen, Stadt im Oberamt Ulm des
württemb. Donaukreises, an der Linie Aalen-Ulm
(Brenzbahn) der Württemb. Staatsbahnen, hatte
1890: 1134 E., darunter 482 Katholiken, 1895>:
1109 E., Post, Telegraph und Schloß des Grafen
Niederung, s. Ebene. Maldeghem.
Niederung, Kreis im preuß. Reg.-Bez. Gum-
binnen, hat 893,49 ykm und 1890: 55614, 1895:
55726 (26577 männl., 29149 weibl.) E., 288 Land-
gemeinden und 29 Gutsbezirke. Sitz des Landrats-
amtes ist Heinrichswalde.
Niederwald oder Ausschlagwald, ein Wald,
der meist nur aus Sträuchern, seltener aus Bäumen
besteht (s. Niederwaldbetrieb).
Niederwald, mit Eichen- und Buchenwaldungen
gekrönter, am Südabhange mit Reben bedeckter,
350m hoher Bergrücken zwischen Rüdesheim und Aft-
mannshausen, mit Bahnen nach beiden Orten. Der
N. bietet herrliche Aussicht, da um seinen Fuß der
Rhein beim Vingerloch die Wendung von W. nach
N. macht. Zur Verherrlichung der 1870-71 erfoch-
tenen Siege steht in 300 m Höhe (225 m über dem
Rhein) auf der Südseite, Bingen gegenüber, das
28. Sept. 1883 enthüllte deutsche National-
denkmal, gewöhnlich Niederwalddenkmal ge-
nannt, eine 10^/2 m hohe bronzene Kolossalsigur der
Germania auf einem 25 m hohen mit Reliefs und
allegorischen Figuren (Krieg und Frieden; Rhein und
Mosel) geschmückten Sockel, ein Meisterwerk Johs.
Schillings. Gelegentlich dieser in Anwesenheit des
Kaisers und zahlreicher deutscher Fürsten stattfinden-
den Feier hatten die Anarchisten eine Dynamitexplo-
sion vorbereitet, die aber dank der feuchten Witterung
mißlang; zwei der deshalb Angeklagten, der Sattler
E. Küchler und der Schriftsetzer Fr. Aug. Reinsdorf,
wurden 7. Febr. 1885 in Halle enthauptet. - Vgl.
Schrattenholz, Das Nationaldenkmal am N. (Zur.
1885); Das Dynamitattentat bei der Enthüllung
des Denkmals auf dem N. (im "Neuen Pitaval",
Neue Serie, Bd. 20, Lpz. 1886).
Niederwaldbahnen, Zahnradbahnen auf den
Niederwald zum Niederwalddenkmal. Die Strecke
von Rüdesheim aus (2,3 km) wurde 1. Juni 1884,
die Strecke von Aßmannshausen aus (1,45 km)
10. Okt. 1885 eröffnet. Die beiden Gesellschaften
haben sich 1886 vereinigt. 1893 wurden 181167 Per-
sonen befördert und eine Einnahme von 113523 M.
(1,25 Proz. Dividende) erzielt.
Niederwaldbetrieb, Stockschlag betrieb,
eine Art des forstlichen Schlagholzbetriebes (s. d.),
bei dem ein ausschlagfähiger Lauoholzbcstand nahe
am Boden kahl abgedolzt wird. Die Wiederverjün-
gung erfolgt durch Stock- oder Wurzelausschläge.
Für den N. eignen sich von den deutschen Wald-
bäumen namentlich Eichen, Eschen, Linden, Birken,
Hainbuchen, Erlen, Weiden u. s. w. Der Umtrieb
des N. ist meist 15- dis 20jährig, selten bis 40jährig,
in den für die Erziehung der feinsten Flechtruten
bestimmten Weidenanlagen nur einjährig. Zum N.
gehört auch der wichtige Eichenschälwald (s. d.).
Niederwald - Tepntiertenkonvent (X 1) 0.),
. die Vereinigung der an den Technischen Hochschnlen
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