Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

534
OEil-de-boeuf - Öfen
O. gelangte zur Insel des Aiolos, der ihm einen
Schlanch, in welchen er die Winde eingeschlossen
hatte, mitgab. Als O.' Gefährten diesen Schlauch,
bereits iin Angesicht der Küste von Ithaka, öffneten,
wnrden die Schiffe mit Gewalt zurückgeworfen und
kamen, von Aiolos jetzt zurückgewiesen, zu den
menschenfressenden Laistrygonen, vor denen sich O.
nur mit einem einzigen Schiff rettete. Hierauf führte
ihn sein Geschick zur Insel der Zauberin Kirke, die
ihn lange zurückhielt und ihm endlich auftrug, in
das Reich des Hades zu segeln, um dort den Tei-
resias zu befragen, wie er in seine Heimat znrück-
kehren könne. Dieses that er, kehrte dann zu Kirke
zurück, segelte hierauf zur Insel der Seirencn und
geriet zwischen die Skylla und Charybdis, wo er
wiederum sechs Gefährten verlor. Dann landete er
an der Insel des Helios, Thrinakia, wo seine Ge-
fährten, während er schlief, vor Hunger Stiere von
der Herde des Gottes schlachteten, trotzdem sie Tei-
resias ausdrücklich davor gewarnt hatte. Dafür
wurde sein Schiff auf der Weiterreise von Zeus durch
einen Blitzstrahl zerschmettert und alle Gefährten
getötet. Ganz allein kam O. auf den Trümmern
seines Schiffs auf der Insel Ogygia an, wo ihn die
Nymphe Kalypso gut aufnahm und sieben Jahre bei
sich zurückhielt. Vergeblich versprach sie ihm Un-
sterblichkeit und ewige Jugend, falls er bei ihr bliebe.
Endlich, als Hermes ihr den Willen der Götter, daß
O. heimkehre, verkündigt hatte, baute dieser sich ein
Floh und fuhr fort. Aber Poseidon sendete Sturm,
infolgedessen die Wellen ihn davon herabschleuder-
ten. Schwimmend erreichte er, vom Schleier der
Leukothea getragen, das Ufer des Phaiakenlandes
Scheria. Hier traf ihn die Königstochter Nausikaa,
von der er zu ihrem Vater Alkinoos geführt wurde,
der ihn gastlich aufnahm und reich beschenkt in die
Heimat sandte. Im Schiffe eingeschlafen, langte er
endlich nachts in Ithaka nach 20jähriger Abwesen-
heit wieder an. Von Athena in die Gestalt eines
alten Bettlers verwandelt, suchte er unerkannt den
ihm treu ergebenen Sauhirten Eumaios auf. Bei
ihm verabredete er mit seinem Sohne Telemachos
den Mord der Freier, welche sich um die Hand seiner
Gattin beworben und sein Hab und Gut verpraßt
hatten. Von Telemachos und den beiden Hirten
Eumaios und Philoitios unterstützt, trug er in dem
ungleichen Kampfe den Sieg davon. Dann erst gab
er sich seiner treuen Gattin Penelope zu erkennen.
Von seiner spätern Lebenszeit erzählt Homer nur
die Weissagung des Teiresias, nach der ihm ein
sanfter Tod in hohem Alter bevorstand. Nach einer
spätern, von Eugammon in seiner Tclegonie behan-
delten Sage wurde er von seinem und der Kirke
Sohne Telegonos, der, seinen Vater suchend, auf
Ithaka gelandet war, im Kampfe, da beide einander
nicht kannten, durch einen Nochenstachel getötet. Ein-
zelne Teile der Odysfeussage bearbeiteten Aschylus
und Sophokles in Dramen.
Die bildenden Künste haben die Abenteuer des
O. vielfach dargestellt; so besonders Friedr. Preller
in seinen Odysseelandschaften (s. Tafel: Deutsche
Kunst VII, Fig. 8) und Hiltensperger im Festsaal-
bau zu München. - Vgl. Overbeck, Die Bildwerke
zum thebischen und troischen Heldenkreis (Halle1853);
K. E. von Bär, über die Homerischen Lokalitäten in
der Odyssee (hg. von Stieda; Braunschw. 1877);
Volte, 1)6 M0NUM6Nti8 kä 0(^88<3am P6!'tin61iti-
!)U8 (Berl. 1882); I. O. Schmidt, DUXL8 I>08t1i0'
M6ricu8, Tl. 1 (ebd. 1885); ders., HIix63 ^omicu8
(Lpz. 1888); Engclmann, Vilderatlas zum Homer
(ebd. 1889). ^(s. d.).
cLii-äs-dwul (frz., spr. öj de böff), Ochsenauge
lüii-üV-perärix (frz., spr. öj de perdrih, "Reb-
buhnauge"), Wein von dessen Farbe, blaßrötlicher
Champagner.
Oeiras, Stadt im portug. Distrikt Lissabon,
nördlich an der Mündung (Ria) des Tejo, 15 km
westlich voll Lissabon und an der Bahn Lissabon-
Cascae's, hat (1890) 3876 E., ein Schloß des Mar-
quis Pombal mit Park und warme Mineralbäder.
2 lim südwestlich liegt an der Meeresküste das Fort
Torre de Sao Iuliao nebst Leuchtturm, das die Ein-
fahrt zur Nia beherrscht.
Olluvro (frz., spr. öhwr), Werk.
Oeynhaufen, Bad, s.Oeynhausen (unter Oy...).
O. G. Z., Abkürzung für ostcurop. Zeit, s. Eisen-
bahnzeit (Bd. 5, S. 918 d).
0. ?., Abkürzung für Oddfellows (s. d.).
O. F'ttb?'., nach lat. Tiernamen Abkürzung für
Otho Fabricius (1744-1822 dän. Missionar
in Grönland, Verfasser der "^aunH^rwuIaiiäicH").
Ofanto (lat. ^u6äu8), Fluß in Unle^wlien,
entspringt im östl. Campanien (im O. von Avellino),
umfließt den Monte-Vulture, bildet zum größten
Teil seines 100 Km langen Laufs die Südostgrenze
der Provinzen Avellino und Foggia gegen Potenza
und Bari und mündet 7 km nordwestlich von Bar-
lctta in den Golf von Manfredonia des Adriatischen
Meers. 10 km oberhalb seiner Mündung das
Schlachtfeld von Cannä (s. d.).
Ofen, ungar. Luäa., slaw. Luäin, früher die
Hauptstadt des Königreichs Ungarn, seit 1873 mit
Pest zur Stadt Budapest (s. d.) vereint. Die Ent-
stehung der Stadt knüpft sich an das von Vela IV.
1247 erbaute Schloß, das Ludwig I. 1351 zu sei-
nem beständigen Aufenthalt wählte und Matthias
Corvinus neu erbaute, der auch 1464 O. zur Festung
machte und hier seine berühmte Bibliothek (s. Cor-
vina) aufbewahrte. 1526 wurde O. durch die Türken
erobert und war seit 1529 Sitz eines türk. Paschas;
1686 wurde es von Karl von Lothringen erobert.
Im ungar. Aufstand wurde es vom 3. Mai 1849
an von Görgei belagert, vom General Hentzi tapfer
verteidigt und 21. Mai von den Ungarn erstürmt.
Dem General Hentzi, der beim Sturm siel, wurde
1852 ein Denkmal errichtet. Seit 1875 hat O. den
Charakter der Festung verloren. In O. befindet sich
auch im königl. Schloß die Residenz des Königs.
O. hat noch einen weit verbreiteten Ruf durch seine
warmen Schwefelbäder, namentlich das Kaiser-,
das Lukas-, das Raiczen- und das Blocksbad sind
viel besucht; alle Quellen liegen am östl. Abhang
der Osener Berge, entlang dem Ufer der Donau.
Nickt weniger bekannt sind die Ofener Bitterquellen.
Sfen, Apparate, bei denen in einem geschlossenen
Raume durch Verbrennung von Heizmaterialien
Wärme entwickelt wird. Wird die Wärme zu ge-
werblichen Zwecken verwendet, so bezeichnet man
die Ö. als Feuerungsanlagen (s. d.); über die zum
häuslichen Kochen benutzten Feuerungsanlagen
s. Kocheinrichtungen. Die zum Heizen von Wohn-
oder Arbeitsräumen dienenden t). sind entweder
für die Central- oder die Lokalheizung konstruiert.
Über die Centralheizungsöfen s. Heizung. Im fol-
genden sind nur die Lokalheizungs- oder Zimmer-
öfen behandelt. Von einer guten Ofenkonstruktion
wird in erster Limo verlangt eine möglichst voll-
kommene Verbrennung (hohe und gleichmäßige Tem-