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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Olaforden – Olbers

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Olaf'

Reich wiederzugewinnen, fand er den Tod in der Schlacht bei Stiklastad am Throndhjemer Meerbusen, 29. Juli 1030. Bald nach seinem Tode hieß O. schon überall der Heilige und galt als Schutzpatron von Norwegen; seine Reliquien wurden in Throndhjem beigesetzt. Nach ihm benannt ist der norweg. Orden des heiligen O. (S. Olaforden.)

Olaforden, norweg. Orden, gestiftet 21. Aug. 1847 vom König Oskar I. von Schweden und Norwegen zur Belohnung für Verdienste um König und Vaterland, Künste und Wissenschaften. Der Orden hat fünf Klassen: Großkreuze, Komture 1. und 2. Klasse und Ritter 1. und 2. Klasse. Das Ordenszeichen ist ein achtspitziges, weiß emailliertes gekröntes Kreuz mit gekröntem angelsächs. O zwischen den Armen; auf dem Avers des roten, blau eingefaßten Mittelschildes der gekrönte goldene Löwe von Norwegen mit der Streitaxt des heil. Olaf, auf dem Revers die Worte: Ret og Sandhet («Recht und Wahrheit»). Das Band ist rot mit weiß-blau-weißen Rändern. (S.Tafel: Die wichtigsten Orden II, Fig. 18.)

Oláh-Toplicza, siebenbürg. Ort, s. Toplicza.

Olancho (spr. -tscho), Departamento des Freistaates Honduras, an der Grenze von Nicaragua, mit 37247 E. und der Hauptstadt Jutigalpa (Anmerkung des Editors: heutiger Name Juticalpa), ist wichtig durch seine Wälder und das Gold und Silber in den Flüssen. Die Viehzucht ist gut entwickelt.

Öland, eine 137 km lange und nur 3–16 km breite Ostseeinsel an der Ostküste des südl. Schwedens, zum Kalmar-Län gehörig und vom Festlande durch den 7–8 km breiten, für tiefgehende Schiffe gefährlichen Kalmarsund getrennt, hat ein Areal von 1346 qkm und 34000 E. Die Insel ist ein langgestreckter silurischer Kalkfels, das Klima ist mild und angenehm. Hauptbeschäftigungen sind Fischerei, Schiffahrt, Ackerbau, Rinder- und Schafzucht. Unfruchtbar ist der südl. Teil des Mittellandes zwischen den Kalkklippen an den Rändern (den sog. Landburgen). Die kleine Pferderasse, die sog. Ölandklepper, ist hier fast ganz ausgestorben. An der Westküste liegt Borgholm (s. d.), die einzige Stadt Ö.s. Im Süden befindet sich der Flecken Mörbylånga und an der Nordostküste der Hafen Böda. Im Kalmarsund liegen die bis 65 m hohe wilde Klippe Jungfrun, an deren höchste Spitze, Blåkulla (s. d.), sich Hexensagen knüpfen, und Grimskär, beide bekannt durch die Seeschlachten zwischen Schweden und Dänen 1564 und 1679.

Ölbad, eine zum gleichmäßigen Erwärmen von Apparaten durch erhitztes Rüböl dienende Vorrichtung der chem. Laboratorien (s. Bad, chemisch), welche meist aus einem einfachen, über einer Gasflamme geheizten und mit dem Öle gefüllten einfachen Metallgefäße besteht, in das der zu erwärmende Gegenstand zugleich mit einem Thermometer eingetaucht wird. Das Ö. gestattet die Anwendung höherer Temperaturen (bis etwa 200° C.) als das Wasser- oder Dampfbad.

Ölbaum, s. Olea.

Ölbaumgummi, soviel wie Elemiharz (s. d.).

Ölbehälter, Öl führende Gänge, drüsenartige Höhlungen im Innern der Pflanzen, die ölige Körper enthalten. Solche Ö. kommen fast stets in Pflanzen mit aromatischem Geruch vor, wie z. B. bei vielen Myrtaceen. (S. Intercellularräume.)

Ölberg, im Alten und Neuen Testament, offenbar wegen seiner damals zahlreichen Ölbäume, der Name des an der Ostseite des Kidronthals, Jerusalem gegenüber liegenden Berges. Derselbe ist ein nach SO. gerichteter Ausläufer der Wasserscheide ↔ zwischen Mittelmeer und Jordan und zeigt von Jerusalem aus gesehen nebeneinander drei sanft geschwungene Gipfel. Der nördliche, arab. Karm es-Saijad, 805 m, hieß in alter Zeit Viri galilaei («Männer aus Galiläa»), weil dort die Festgäste aus Galiläa ihre Zelte aufgeschlagen haben sollten, und wurde von Christen wiederholt als die Matth. 28, 10 (vgl. Apostelgesch. 1, 11) bezeichnete Stätte der Himmelfahrt Jesu (Galiläa) verstanden; er ist neuerdings durch eine kleine Kapelle ausgezeichnet. Der mittlere Gipfel, Dschebel et-Tur, 812 m, gilt als die Stätte der Himmelfahrt und wurde schon von der Kaiserin Helena 333 n. Chr. durch eine Basilika geschmückt, an die noch heute eine kleine achteckige Kapelle in einer offenen Rotunde erinnert. Diese mittlere Höhe ist überhaupt reich an heiligen Stätten und Gebäuden: am Westfuße, unmittelbar am Kidronthal, die Grabeskirche der Maria, etwas höher der Garten Gethsemane (s. d.), dann die Stätte, wo der Herr über Jerusalem weinte (Luk. 19, 41 fg.), unweit des Gipfels das Kloster der Karmeliterinnen mit den Stätten des «Credo» und des «Paternoster», auf der eigentlichen Höhe neben einem kleinen moslem. Dorfe eine kleine Kirche und ein Aussichtsturm der Russen, am Südostabhang endlich Bethphage (s. d.) und Bethanien (s. d.). Der südl. Gipfel, Dschebel Batn el-Hawa, 740 m, wird mit Bezug auf die Verehrung fremder Götter durch Salomo (1 Kön. 11, 4 fg.) Berg des Ärgernisses genannt. An seinem Westabhang liegt das Dorf Siloah (arab. Silwan).

Ölberg, Großer, s. Heisterbach und Siebengebirge.

Olbernhau, Dorf in der Amtshauptmannschaft Marienberg der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, an der Flöha und der Nebenlinie Pockau-Lengefeld-Neuhausen (22,1 km) der Sächs. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Freiberg), hatte 1890: 6206, 1895: 7008 E., darunter 115 Katholiken, Postamt zweiter Klasse, Telegraph, Industrieschule, Vorschußverein, eine Schwefelquelle mit Bad; Eisenhammer mit Eisengießerei, Kupfer- und Messingwerk, Gerberei, Dampfdestillation, Fabrikation von Holzspielwaren, Strumpfwebstühlen, Zündhölzern, Cigarren, Maschinen und Pulver, Ziegeleien, Sägewerke.

Olbers, Wilh., Astronom, geb. 11. Okt. 1758 zu Arbergen im Herzogtum Bremen, studierte in Göttingen Medizin und ließ sich dann in Bremen als Arzt nieder. Er starb daselbst 2. März 1840. Obgleich O. die Astronomie nur aus Liebhaberei trieb, beherrschte er sie doch in allen Teilen und hat sie in vieler Beziehung wesentlich gefördert. Mit Vorliebe beschäftigte er sich mit den Kometen. Er fand unter anderm eine neue Methode, um aus drei Beobachtungen die Bahn eines Kometen zu berechnen. Diese Methode, noch gegenwärtig allgemein in Gebrauch, beschrieb O. in einer Abhandlung (Weim. 1797; 3. Aufl., von Galle, Lpz. 1864). Auch lieferte er das für seine Zeit vollständigste Verzeichnis der berechneten Kometenbahnen und entdeckte 1780, 1796, 1798 Kometen und 1815 einen solchen mit einer Umlaufszeit von 72 Jahren. Noch bekannter wurde er durch die Entdeckung zweier neuer Planetoiden, der Pallas (1802) und der Vesta (1807). Außerdem untersuchte O. die Wahrscheinlichkeit eines lunarischen Ursprungs der Meteorsteine; auch entwickelte er eine Methode zur Berechnung der Sternschnuppen u. s. w. 1850 wurde ihm zu Bremen eine von Steinhäuser gefertigte Marmorstatue errichtet.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 562.