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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Önomaus - Onslow

führen, die vergleichende Sprachwissenschaft hat aber gezeigt, daß nur sehr wenige Worte sich so erklären lassen. Das tonnachahmende Wort wird Onomatopoiumenon oder Onomatopoetikum genannt. Als O. bezeichnet man auch die sog. Tonmalerei in der dichterischen Sprache, wenn nämlich in der Wortfügung des Satzes oder im Klang des Verses eine Ähnlichkeit mit dem beschriebenen Vorgange erstrebt wird, wie in dem homerischen Verse: «Hurtig mit Donnergepolter entrollte der tückische Marmor». Über die Herleitung der menschlichen Sprache überhaupt aus onomatopoet. Lauten s. auch Sprache.

Önomāus (grch. Oinomaos), Vater der Hippodameia (s. d.).

Önomēter (grch.), s. Aräometer.

Onon, einer der Quellflüsse der Schilka im russ.-sibir. Gebiet Transbaikalien, entspringt im chines. Gebiet auf dem Kenteigebirge, flieht im allgemeinen ostnordöstlich und ist 800 km lang, wovon 220 auf China kommen.

Önōne (Oinone), Gattin des Paris (s. d.); auch Name des 215. Planetoiden.

Ononīn, C30H34O13 ^[C<sub>30</sub>H<sub>34</sub>O<sub>13</sub>], ein Glykosid in der Wurzel von Ononis spinosa L., welches in kaltem Wasser und Äther unlöslich ist, aus Alkohol in Nadeln und Blättchen krystallisiert und bei 235° unter Zersetzung schmilzt.

Onōnis L., Hauhechel, Pflanzengattung aus der Familie der Leguminosen (s. d.), Abteilung der Papilionaceen, mit gegen 60 besonders der nördlichen gemäßigten Zone der Alten Welt angehörigen Arten, krautartige Gewächse oder niedere Sträucher mit meist dreizähligen Blättern und lebhaft roten oder gelben Blüten. Am bekanntesten sind zwei in Deutschland häufige Arten, die dornige oder gemeine Hauhechel, Weiberkrieg, Ochsenbrech, O. spinosa L., und die kriechende Hauhechel, O. repens L. Sie haben aufstrebende oder niederliegende holzige, meist dornige Stengel und rote Blüten. Von den erstern war früher die Wurzel (Radix Ononidis spinosae) als blutreinigend offizinell.

Onopórdon L., Pflanzengattung aus der Familie der Kompositen (s. d.) mit gegen 12 Arten in Europa, im nördl. Afrika und westl. Asien, hohe distelartige Gewächse mit stachligen fiederteiligen Blättern und großen, meist rot gefärbten, an den Spitzen der Zweige stehenden Blütenköpfchen. Am bekanntesten ist die in Deutschland häufige Frauen-, Esels- oder Krebsdistel, O. acanthium L., von der früher der ausgepreßte Saft gegen Geschwüre u. dgl. verwendet wurde. Die jungen Zweige und Blütenköpfchen werden auch als Gemüse gegessen.

Oenothēra, Pflanzengattung aus der Familie der Onagraceen (s. d.) mit gegen 100 fast sämtlich in Amerika einheimischen, teilweise durch Kultur auch in der Alten Welt verbreiteten Arten. Sie haben einfache, abwechselnde Blätter und meist große und schön gefärbte, in Ähren, Trauben, Sträuße gestellte Blumen. Außer mehrern schönen Zierpflanzen unserer Gärten mit gelben, rosen- oder purpurroten oder gescheckten Blumen, deren Mehrzahl im Freien aushält und durch Samen leicht vermehrt werden kann, gehört hierher die zweijährige oder gemeine Nachtkerze, Gartenrapunzel oder Siebenschläfer (O. biennis L., s. Tafel: Myrtifloren, Fig. 6), die vielfach als Salatpflanze angebaut wird, indem ihre durch die Kultur fleischig werdende rübenartige Wurzel (Rapontika- oder Rapuntikawurzel), gekocht und in Scheiben geschnitten, einen wohlschmeckenden Salat abgiebt. Diese Pflanze stammt zwar aus Nordamerika, wächst aber seit langer Zeit in fast ganz Deutschland an sandigen Flußufern, in Sandgruben, Steinbrüchen und auf wüsten steinigen Plätzen wild. Ihre Stengel erreichen auf gutem Boden bis 2 m Höhe und sind mit dicht stehenden, lanzettförmigen, gezähnelten Blättern besetzt. Um dieselbe als Salatpflanze zu kultivieren, muß man den Samen breitwürfig oder in Reihen auf Beete mit nahrhaften, jedoch nicht frisch gedüngten Boden säen und die zu dicht stehenden Pflanzen ausziehen. Mehrere einjährige Arten, die in den Gärten als Zierpflanzen gezogen werden, sind von einigen Botanikern zu einer besondern Gattung Godetia vereint worden und werden auch von den Gärtnern allgemein unter diesem Namen geführt. Es sind: O. rubicunda Steud. (Godetia rubicunda Sp.), ein hübscher aufrechter, 50 cm hoher Busch mit violettrosenroten Blumen, deren Blätter innen mit je einem purpurnen Flecken geziert sind; von ihr unterscheidet sich var. splendens durch größere purpurkarminrote Flecken und var. Schamini durch milchweiße Blumen mit purpurroten Makeln. O. Lindleyana Dougl. (Godetia Lindleyana, Sp.) hat etwas größere, in ährenförmigen Trauben stehende, blaßpurpurrosenrote, am Nagel oder in der Mitte der Kronblätter mit einem breiten karminrosenroten oder purpurnen Flecken gezeichnete Blumen. Auch von ihr giebt es mehrere Varietäten, von denen var. Tom Pouce wegen ihres zwerghaften und sehr dichtbuschigen Wuchses sowohl wie wegen ihrer großen Sträuße lilarosenroter, innen atlasweiß reflektierender Blumen ein wertvolles Einfassungsmaterial liefert. O. Whitneyi A. Gray endlich, die ausgezeichnetste, ist nur 30 cm hoch und trägt große, zart rosenrote, auf den verkehrtherzförmigen Kronblättern mit großen, leuchtend purpurroten Flecken verzierte Blumen, die den ganzen obern Teil der Pflanze bedecken. Die beliebteste ihrer Formen, var. Lady Albemarle, bildet einen dichten Busch mit außerordentlich zahlreichen, leuchtend karminroten Blumen mit einem Durchmesser von 8 cm.

Man sät diese einjährigen Arten mit Vorteil Ende September auf ein sorgfältig zubereitetes Beet, pikiert die Pflänzchen und hebt sie im April mit dem Erdballen aus, um sie an Ort und Stelle zu setzen. Man sät sie auch im März in Mistbeetkästen oder auf den Platz, auf welchem sie blühen sollen, möglichst dünn.

Önotherēen, s. Onagraceen.

Önōtrer nannten die Griechen die ältesten Bewohner der südwestl. Spitze Italiens. Sie sind früh verschollen, und deshalb haben die röm. Altertumsforscher (kaum mit Recht) ihren Namen nicht als Stamm-, sondern als Gattungsnamen («Weinbauern», vom grch. oinōtron, «Weinpfahl») zu erklären versucht.

On parle français (frz., spr. ong parl frangßäh), «man spricht französisch».

On revient toujours à ses premiers amours (frz.), «man kehrt immer zu seiner ersten Liebe (seinen ersten Liebhabereien) zurück», Citat aus dem von Etienne verfaßten Text zu Isouards Oper «Joconde» (1814 zuerst aufgeführt).

Onrust, Insel, s. Batavia.

Onslow (spr. -loh), George, Komponist, geb. 27. Juli 1784 zu Clermont in Frankreich, stammte aus einer engl. Familie und lebte fast immer in Clermont