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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ornithopteren - Orontes (Fluß)
Orthopoden (s. d.) unter der Gruppe der Dino-
saurier (s. d.).
Ornithopteren (Oruitlioptera), eine aus etwa
20 Arten bestehende Gattung der Tagsalter (s. d.) aus
der Familie der Papilioniden, welche die Molukken,
Vhilippinen, Neuguinea und Westafrika bewohnen.
Hu ihnen gehören die größten und schönsten Tag-
schrnetterlinge, wie OrnitdopterH Vroo^eanI. ^al-
lace, Ornitlioptera ?riauiu3 ^>. u. a. M.
vrnitköpns ^., Pflanzengattung aus der Fa-
milie der Leguminosen (s. d.), Abteilung der Papi-
lionaceen, mit sieben meist in der nördlichen gemäßig-
ten Zone einheimischen Arten. Dieselben haben
Köpfchen oder einfache Dolden von drei bis fünf
Blüten, aus denen sich bogig gekrümmte Glieder-
hülsen entwickeln. Die Serradella (0.sativug ^.,
s. Tafel: Futterpflanzen I, Fig. 25), ein gutes
Futterkraut, das auf Sandboden gedeiht, ist eine
einjährige weichbehaarte Pflanze mit bis 30 cm
hohem Stengel und hell-rosenroten Blüten. Sie
wächst wild im mittelländischen Gebiet,ferner nament-
lich in Portugal. (Vgl. König, Serradella, der Klee
des Sandes, 5. Aufl., Berl. 1891.) In Deutschland
wächst auf Sandboden hier und da der in allen Tei-
len viel kleinereVogelklee,Vogelkralle (0. per-
zni8i1w3 1^.) mit rötlichgelben Blüten; die Hülfen
haben ungefähr die Form einer Vogelkralle.
vrnitkork^nolins, f. Schnabeltier.
Ornithosceliden, nach Hurley Bezeichnung der
Dinofaurier ff. d.). Marsh teilt sie neuerdings ein
in Theropoden (s. d.), Sauropoden (s. d.), Etego-
saurier (s. d.), Ornithopoden (s. d.), Hallopoden
und Collurier.
0rnns (lat.), die Blumenesche (s. Esche).
Orova.noko 1^., Sommerwurz, Würger,
Pflanzengattung aus der Familie der Orobancheen
(s. d.) mit gegen 100 Arten in Europa und nament-
lich im mittelländischen Gebiet. Sie haben meist
einfache fleischig-saftige, mit häutigen oder fleischi-
gen Schuppen bedeckte Stengel von blahbrauner,
rötlicher, gelblicher oder weißlicher Farbe und gehen
in eine Traube von mit gefärbten Deckblättern ver-
mengten Blüten über, deren zweilippige Blumen-
krone oft sehr schön und lebhaft gefärbt ist. Es sind
fast chlorophylllose krautartige Gewächse, die auf an-
dern Pflanzen vermittelst ihrer Wurzeln schmarotzen;
die Nährpflanze geht meist ein. Am häufigsten kom-
men sie auf Leguminosen (z. B. Wicken, Erbsen, Klee)
vor, besonders 0. i-ud6H8 I^a/i. auf Luzerne und 0.
inwoi- Kntt. (Kleeteufel) auf Kleearten. Die süd-
europäische 0. Lpecioga. DO. vermag ganze Erbsen-
felder zu vernichten. Nicht minder schädlich ist die auf
Tadal und Hanf schmarotzende 0. (klielipaLa) ra-
111083. ^. (Hanfwürger, Hanftod).
Orobancheen (OrodancKtzaL), Pflanzenfamilie
aus der Ordnung der Labiatifloren (s. d.) mit gegen
150 weit verbreiteten Arten, sämtlich krautartige
Schmarotzergewächse, mit fleischigem, verschieden-
artig gefärbtem Stengel, der nur mit schuppenarti-
gen chlorophyllfreien Blättern besetzt ist. Die Blüten
ähneln in ihrem Bau denen der Scrophulariaceen,
sind zweilippig und haben vier zweimächtige Staub-
gefäße und einen oberständigen einfächerigen Frucht-
knoten. Einige O., besonders aus der Gattung Oro-
I)Huc1i6 (s. d.), schmarotzen auf verschiedenen Kultur-
pflanzen und können großen Schaden anrichten.
Orofernes, f. Holofernes.
Orognösie (grch.), Gebirgskunde; Orognöst,
einer, der Gebirgskunde treibt.
Orogräphie (grch.), Gebirgsbeschreibung, ur-
sprünglich nur eine systematische Schilderung der
typischen Reliefformen der festen Erdoberfläche hin-
sichtlich ibrer bestimmenden Gestaltunaselemente.
Von Sonklar, dessen "Allgemeine O." (Wien 1873)
diesen Zweig der Erdkunde geradezu als die Lehre
von den Neliefformen der Erdoberfläche definierte,
gab durch feine Darlegungen dem vergleichenden
Studium der Gebirge viele wertvolle Anregungen
und, indem er die O. in einen oroplastischen, oro-
metrischen und orogenetischen Teil zerlegte, zeich-
nete er der einzuschlagenden Untersuchungsmethodo
klare Wege vor. Die'Orometrie (s. d.) hat sich seit-
her selbständig gemacht, während die modernen Geo-
graphen eine Öroplastik, d. h. Gestaltlehre der Un-
ebenheiten der Erde, nicht mehr aufbauen, ohne die
orogenetischen Gesichtspunkte, d. h. die erdgeschicht-
lichen Ergebnisse der allgemeinen Geologie zur Vor-
aussetzung zu nehmen. So hat sich denn die O. zu
einer genetisch zu behandelnden Morphologieder
Erdoberfläche umgestaltet. Sie umfaßt die Be-
schreibung und ursächliche Erklärung aller Gestal-
tungselemente der festen Erdkruste sowie ihre all-
mählichen Umbildungen und Veränderungen etwa
in dem Umfang, wie von Richthofens "Führer für
Forschungsreisende" (Berl. 1886) die einschlägigen
Fragen behandelt. Die orographischen Verhältnisse
der festen Erdoberfläche werden neuerdings durch
die fortgeschrittene Technik der Kartographie mit
großer Klarheit dargestellt, sei es durch sorgfältige
Schraffur, durch Höhenkurven oder Ifohypfen, durch
Schummerung oder durch Farbentöne. Die Verbin-
dung dieser verschiedenen Darstellungsweisen hat, be-
sonders bei Alpenkarten, eine hohe Stufe künstlerischer
Vollendung erklommen. - Vgl. Penck, Allgemeine
Morphologie der Erde (2 Bde., Stuttg. 1894).
Orokippus, s. MppotliLi-wm.
Orolögie (grch.), Gebirgskunde.
Oroma, Volksstamm, s. Galla.
Orometrie (grch.), die Gesamtheit aller rechne-
rischen Methoden, die es ermöglichen, die Gebirge
nach ihren räumlichen Verhältnissen miteinander
vergleichbar zu machen. Ihre Voraussetzung hat die
O. in einer sorgfältigen topogr. Vermessung der
Gebirge, insbesondere in zahlreichen Höhenangaben
(s. Höhenmessung). A. von Humboldt kann als
Schöpfer der O. angesehen werden, die dann von
von Sonklar fystematisch ausgestaltet, seither aber
vielfach weiter gefördert worden ist durch Vervoll-
kommnung der Nechnungsmethoden und ihre Aus-
dehnung auf alle Formen des Erdreliefs, auch der
Hohlräume, also See- und Meeresbecken. Die haupt-
sächlichste Förderung fand die O. durch Krümmel,
Penck und Arbeiten aus dem Geographischen In-
stitut der Universität Wien, dann durch L. Neu-
mann, dessen "Orometrifche Unterfuchungen" (Weim.
1889) den damaligen Stand der orometrischen Fra-
gen darstellen, u. a. Die Größen, deren Werte die
O. ermittelt und zu ihren vergleichenden Unter-
suchungen benutzt, z. B. mittlere Gipfel- und Kamm-
höhe, finden sich aufgezählt bei dem Artikel Gebirge.
Oron (fpr. oröng), Bezirk im schweiz. Kanton
Waadt, hat 75,2 ^m und (1888) 6622 E., darun-
ter 170 Katholiken, in 23 Gemeinden. Hauptort ist
Oron-la-Ville.
Oronsay, Hebrideninsel, s. Colonsay.
Orontes bei den Alten, jetzt Nähr el-Asi
(d. h. der Widerspenstige), der größte Fluß im nördl.
Syrien, entspringt auf dem Scheitelpunkte der