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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ottokargrotte - Ötzthal
polit. Dillgell sehr freisinnig denkender Hitann, weih
aber Gerücht und Fabel von wirklicher Geschichte nicht
zn unterscheiden. - Vgl. die Schriften von Schacht
(Mainz 1821) und Iacobi (Bresl.1839); A. Huber,
Tie steierische Reimchronik und das österr. Inter-
regnum (in den "Mitteilungen des Instituts für
österr. Geschichtsforschung", Bd. 4, Innsbr. 1883);
A. Busson, Beiträge zur Kritik der steierischen Reim-
chronik (4 Hefte, Wien 1885-92).
Ottokargrotte (Ottokergrotte), der nord-
westl. Teil der Adelsberger Grotte (f. Adelsberg);
sie ist erst 1890 zugä'ngllch gemacht und ihre Ver-
bindung mit der Adelsberger Grotte erst in der jüng-
sten Zeit festgestellt worden. Sie enthält im Innern
blendendweiße Tropfsteinbildungen. - Vgl. Kraus,
Die Adelsberger Grotte einst und jetzt (in "Peter-
manns Mittellungen", Bd. 37, S. 20).
Ottomane, Sofa nach türk. Art, ohne Lehne,
soviel wie Diwan (s. d.) und Schlafsofa.
Ottomanen, soviel wie Osmanen (s. d.).
Ottomanische Gifenbahngesellschaft, s.
Orientbahnen.
Ottomanisches Reich, s. Osmanisches Reich.
Ottoscher Motor, ein Gasmotor (s. d.).
Ottumwa, Hauptstadt des County Wapello
im nordamerik. Staate Iowa, südöstlich von Des
Moines, Bahnknotenpunkt am Fluß Des Moines,
der von einer schönen eisernen Brücke überspannt
wird und Wasserkraft liefert, hat (1890) 14001 E.;
Handel mit Getreide und Ackerbaugeräten, Fleisch-
verpackungsanstalten, Fabriken von Stärke, Leinöl
und Cigarren.
Ottweiler. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Trier,
hat 306,59 ykm und 1890: 78800, 1895: 88344
(44852 männl., 43 492 weibl.) E., 1 Stadt und 44
Landgemeinden. - 2) Kreisstadt im Kreis O., an
der Blies und der Linie Bingerbrück - Saarbrücken
der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts
(Landgericht Saarbrücken), hatte 1890:5150,1895:
5554 E., darunter 1388 Katholiken und 55 Israe-
liten, Postamt zweiter Klasse, Telegraph, evang.
und kath. Kirche, evang. Lehrerseminar; Fabriken
für Thonwaren, Tabak, Cigarren, Feilen und Ce-
ment, Mühlen, Sand- und Kalksteinbrüche, Ziege-
leien und Kalkbrennereien, Brauerei und in der
Nähe Kohlengruben. Der Ort, welcher seine Ent-
stehung dem Kloster Neumünster (863) verdankt,
war bis 1602 Residenz der Grafen von Nassau-Saar-
brücken, ^ohreule.
Otus, s. Waldohreule; 0. drack^owg, s. Sumpf-
Otway (spr. ottwe), Thomas, engl. Dramatiker,
geb. 3. März 1651 zu Trotton (Sussex), bezog 1669 die
Universität zu Oxford, die er aber vor Beendigung
seiner Studien verließ, um die Bühne zu betreten, wo
er jedoch keinen Beifall fand. Glücklicher war er als
Theaterdichter. Sein erstes Trauerspiel war "^Ici-
diaäöä" (1675); mit großem Beifall wurde "von
('arlos" (1676) aufgenommen. 1677 wurde er Kor-
nett der Dragoner und ging mit seinem Regiment
nach Flandern. Wegen seiner Zügellosigkeit ver-
abschiedet, kam er bald in Dürftigkeit nach London
zurück, wo er nun seine Thätigkeit ausschließlich
der Bühne zuwendete. Seine beiden besten Trauer-
spiele: "Lii6 0rpi13.11" (1680) und "Venies prs-
861'vsä" (1681; deutsch von Gä'tschenberger, Lond.
1874), versuchten erfolglos den Verfall des Theaters
aufzuhalten. O. starb 14. April 1685. Seine
Trauerspiele sind durch tressliche Schilderungen der
Leidenschaften und feurige Sprache ausgezeichnet;
seine Lustspiele zeigen kräftigen Witz, sind aber höchst
zügellos. Die beste Ausgabe seiner Werke ist die
vonThornton(3Bde., Lond. 1813). Einzelne Stücke:
"11i6 c1i6kt8 okscapiii", "Ilik orpkan" und "V6N1C6
pl686rv6ä" erschienen in der Serie "vick'8 8tan-
äarä M73" (Lond. 1883 fg.).
Stz, Dorf im Ötzthal (s. d.).
Otzen, Johannes, Architekt, geb. 8. Okt. 1839
zu Sieseby (Schleswig), studierte 1858 - 62 am
Polytechnikum zu Hannover, arbeitete unter Hase
an mehrern Kirchenbauten, seit 1867 als Beamter
in Schleswig, wurde 1869 zu Privatbauunterneh-
mungen beurlaubt, leitete 1870-73 die Bauten der
Kolonie Lichterfelde bei Berlin, wurde 1878 an die
Technische Hochschule zu Berlin berufen, 1879 Pro-
fessor daselbst, später Mitglied der Akademien zu
Berlin und Wien, 1885 Vorstand eines Meister-
ateliers an der Berliner Akademie. O. ist einer der
besten Vertreter des got. Stils; er baute dve Iv-
hanniskirche (1873), die Petrikirche (1884) und die
Iakobikirche (1894) zu Altona, die Bergkirche zu
Wiesbaden (1877), die Gertrudkirche (1885) und
Christuskirche(1886) zuHamburg, Kirchen zuLeipzig,
Kiel, Dessau, Bernburg, Ludwigshafen, Apolda,
Liegnitz, die Heiligkreuzkirche (1888), die Luther-
kirche in Berlin (1894) und die reform. Kirche zu
Wiesbaden. 1892 wurde ihm der Bau der Kirche für
die Georgengemeinde zu Berlin übertragen. Er gab
heraus: "Baukunst des Mittelalters. Entwürfe von
Studierenden an der Technischen Hochschule zu Ber-
lin" (Berl. 1880-83), "Got. Bauornamenw (ebd.
1888), "Ausgeführte Bauten" (Heft 1 - 5, ebd.
1889-96). O. lebt in Wannsee bei Berlin.
Ötzthal, das größte Seitenthal des Inns und eins
der interessantesten Thäler in Tirol. Es gehört zum
Gerichtsbezirk Silz der österr. Bezirkshauptmann-
schast Imst und zählt (1890) 4587 deutsche E. Das
Thal öffnet sich etwa 12 km im Ostsüdosten von Imst,
auf der rechten Seite des Innthals, erstreckt sich süd-
wärts 86 kni weit und wird von der Acher oder Otz-
thaler Ache durchflossen, dem Abfluß der zahlreichen
von den Otzthaler Alpen (s. Ostalpen) herabsteigen-
den Ferner. Das O. hat eine mittlere Erhebung von
1403 in, ist von 86 Gletschern und 70 Spitzen
über 3000 m, darunter die Wildspitze (3776 iu) und
die Weißkugel (3741 m), umgeben. Es bildet eine
Stufenfolge tiefer, von jähen Abstürzen unterbroche-
ner Schluchten. Im untern Teil ist es weit und
fruchtbarer, im mittlern mehrfach verengt; im obern
verzweigt es sich hoch in die Schneeregion und in
ein ausgedehntes Gebiet von Fernern. Es ist
häufig Verheerungen durch Lawinen und Muren
(Schlammströme) ausgesetzt, von denen erstere im
obern Teile, letztere hauptsächlich im untern, vor
UmHausen in der Maurach, auftreten. Die Wege
sind bis UmHausen gut, bis Sölden schlecht fahr-
bar. ' Im Eingang des Thals liegt das stattliche
Dorf Ötz (311, als Gemeinde 1001 E.) in 820 m
Höhe, am Fuße des Acherkogels (3005 m), in mildem
Klima und üppiger Vegetation (Flachs-, Wein-,
Mais- und Kastanienbau). Durch das Gesteig, die
erste Thalstufe, welche die Ache in wildem Falle
herabstürzt, gelangt mall in das zweite und ge-
räumigste Becken von UmHausen (1036 m, 564,
als Gemeinde 1186 E.), am Fuße der hohen Engels-
wand. Unter den rings fallenden Stuiben oder
Steuben (Staubbachen) ist im Südosten der vom
Hairlachbach gebildete große Stuibenfall (Um-
hauser Wasserfall) der schönste; er stürzt in zwei