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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Oudinot (Charles Nicolas Victor, General) - Ourem
rück, 1839 ernannte ihn Ludwig Philipp zum Groh-
kanzler der Ehrenlegion und 1842 zum Gouverneur
des Invalidenhauses. Er starb 13. Sept. 1847 zu
Paris. - Vgl. Stiegler, 1^6 mai-kcuki 0., cwo ä6
lie^Fio. D'a^ireg 168 80uv6nir8 insdits 66 1a ma-
i-6cwi6 (Par. 1894).
Oudinot (spr. udinoh), Charles Nicolas Victor,
herzog von Reggio, franz. General, ältester Eohn des
vorigen, geb. 3. Nov. 1791 zu Bar-le-Duc, nahm von
1809 an teil an den Napoleonischen Feldzügen und
wurde 1814 von Napoleon kurz vor seiner Abdankung
zum Oberst ernannt. Er erhielt später von Lud-
wig XVIII. ein Husarenregiment und gründete die
Reitschule in Eaumur. Nachdem er 1824 Vrigade-
general geworden war, zog er sich 1830 ins Privat-
leben zurück. 1835 trat er in die alger. Armee ein,
focht an der Makta und vor Maskara und kehrte als
Divisionsgeneral zurück. 1842 in die Dcputierten-
kammer gewählt, stimmte er mit dem linken Cen-
trum. 1848 wurde er in die Konstituierende Ver-
sammlung gewählt und im April zum Commandeur
der Alpenarmee ernannt. Er befehligte 1849 das
Erpeditionskorps, das nach dem Kirchenstaat ge-
schickt wurde, landete 25. April in Civitavecchia und
eroberte 1. Juli das von Garibaldi verteidigte Nom.
Beim Staatsstreich Napoleons (2. Dez. 1851) wurde
er vom Rumpfparlament zum Kommandanten der
Truppen und der Nationalgarde ernannt, worauf
ihn der Prinz-Präsident verhaften, aber nach einigen
Tagen wieder freigeben ließ. O. lebte nun auf seiner
Besitzung bei Bar-le-Duc und starb 7. Juli 1863.
Oudry (spr.uorih), Jean Vaptiste, franz. Maler,
geb. 17. April 1686 zu Paris, kam in das Atelier
des Bildnismalers Largilliere, wurde 1719 in
die königl. Akademie aufgenommen und 1734 Di-
rektor der Gobelinsmanufaktur zu Beauvais, wo er
3. April 1755 starb. Als Tiermaler stand er in so
großem Ansehen, daß der König von Dänemark ihn
nach Kopenhagen berief und der Herzog Christian
Ludwig von Mecklenburg-Schwerin eine eigene
Galerie für O.s Bilder errichten ließ. Auch O.s
Landschaften und Stillleben waren sehr gesucht.
Sein Hauptwerk ist die Darstellung des Königs mit
zwölf Pairs zu Pferde und von Jagdhunden um-
geben, im Schlosse zu Marly. Für die berühmte
Prachtausgabe von Lafontaines Fabeln, welche
Montevault 1755 veranstaltete, lieferte O. über
150 Zeichnungen, die unter Cochins Leitung ge-
stocken wurden. 43 seiner Werke sind im Museum
zu Schwerin, 9 im Louvre (Wolfsjagd, 1746; Hah-
nenkampf, 1747), 8 in Stockholm (Hirschjagd). Viele
seiner Werke sind gestochen. O. selbst hat in geist-
reicher Weise 69 Blätter radiert, die in Robert-
Dumesnils "I'6intr6'Zi'av6ur fran^iZ" (Par. 1835
-71, Bd. 2 u. 11) beschrieben sind.
Oudtshoorn (spr. auts-), Bezirk in der südwestl.
Provinz der Kapkolonie von 4281 hkm und mit
(1891) 23870 E., darunter 11570 Weiße, liegt,
östlich von dem Gouritzflusse und nördlich von den
Großen Zwartebergen begrenzt, nahe der Südküste.
Das Thal des Olifantflusses zählt zu den frucht-
barsten Gegenden der Kolonie; hier gedeiht der
beste Tabak und wird der beste Branntwein her-
gestellt. Der Hauptort O. mit 4386 E. ist durch eine
Straße mit George und der Mosselbai verbunden.
Ouen, Saint, s. Samt Ouen.
Oueffant (spr. ue'ssang), zum franz. Depart.
Finistere gehörige Insel im Atlantischen Ocean,
22 km vor der Nordwestecke der Bretagne, zählt auf
Brockhaus' Konvcrsations-Loxikuu. 14. Aufl.. XII.
15,0 hkm (1891) 2490 E., meist Piloten und Fischer,
bat steile Küsten, auf der Südwestseite den Hafen
Vaie de Porspaul und einen Leuchtturm an der
Nordostspitze. Auf der Höhe von O. besiegte 27. Juni
1779 der franz. Admiral d'Orvilliers den engl. Ad-
miral Keppel, 1. Juni 1794 der engl. Admiral Howe
die franz. Flotte.
On sst 1a. tenunV (frz., spr. uäla famm), "wo
ist die Frau?", Ausdruck, den man mit Beziehung
auf ein ränkevolles, schlau angelegtes Verbrechen
anwendet, weil bei einem solchen meist ein Frauen-
zimmer als Anstifterin vermutet wird; oft wird
auch citiert: OIiLi-ciiex 1a temms ("sucht die Frau").
Schon Iuvenal ("Satiren", 6, 242 u. 243) sagt:
^uiia f6l6 0NU8H 68t, in HU3. N0N temina litem
moverit ("Es giebt wohl keinen Prozeß, in dem nickt
eine Frau den Streit begonnen hätte").
Ougröe (spr. ugreh), Vorort von Seraing (s. 0.).
Ouida (spr. uihda), Pseudonym der Schriftstelle-
rin De la Name'e (s. Ramee).
Ouleß (spr. aul-), Walter William, cngl. Maler,
geb. 21. Sept. 1848 in St. Helier auf der Insel
Jersey, studierte seit 1865 an der königl. Kunstaka-
demie in London. Nachdem er sich zuerst in Genre-
bildern versucht hatte, widmete er sich seit 1872 aus-
! schließlich der Porträtmalerei. 1881 wurde er zum
! Mitglied der königl. Akademie erwühlt. Auf der
! internationalen Ausstellung in Berlin 1886 war
er einer der beiden engl. Künstler, denen die große
goldene Medaille zuerkannt wurde. Unter O.' Bild-
nissen verdienen Erwähnung diejenigen von Lord
Selborne, Charles Darwin, John Vright, Sir
Thomas Gladstone, Edmund Dates (1879), Kar-
dinal Newman, General Roberts (1882), Kardinal
Manning (1888), der Bischöfe von St. Albans und
Chichester (1890).
Oulibicheff, Musikkritiker, s. Ulybyschew.
Oullins (spr. ulläng), Stadt im franz. Depart.
Rhone, Arrondissement Lyon, 5 1cm südlich von
Lyon, rechts an der Rhone, an der Bahnlinie St.
Etienne-Lyon, hat (1891) 7849, als Gemeinde
8327 E., viele Landhäuser, drei alte Schlösser; Stoff-
druckerei, Ziegelei und Fabrikation von Maschinen,
Seide und Leim.
Oulu, sinn. Name der Stadt Uleäborg (s. 0.).
Ounce (engl., spr. annß), Unze, s. Troygewicht.
Oupa, Fluß, s. Aupa.
Ourcq (spr. urk), rechter Zufluß der Marne, ent-
springt im Depart. Aisne, 15 km nordöstlich von
Chäteau-Thierry, berührt das Depart. Oise und
mündet nach 80 kni langem Lanf unterhalb Lizy im
Depart. Seine-et-Marne. - Der schiffbare Canal
de l'O. geht bei Mareuil (Depart. Oise) vom O.
ab, begleitet diesen rechts und dann die Marne bis
10 1cm unterhalb Meaux und geht westlich nach
Paris, wo er, 108 Km lang, das Bassin de la Vi-
lette füllt, nachdem 750 m vorher der Canal de
St. Denis nach NNW. abzweigte. Vom Bassin
läuft südlich der ebenfalls schiffbare Kanal St. Mar-
tin dem Boulevard Lenoir entlang, durch den Arse-
nalhafen und unterhalb der Austerlitzbrücke in die
Seine. Dieser 1802-5 von Napoleon I. angelegte
Kanal versieht zugleich Paris mit Trinkwasser. (S.
den Stadtplan Paris.)
Ourem (spr. olräng), Stadt und königl. Do-
mäne im N. des portug. Distrikts Santarem in
Estremadura, 16 km im WNW. von Thomar,
hat ein altes Schloß und (1890) 3954 E. O.
war seit dem 13. Jahrh. Hauptort einer Graf-
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