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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ourique - Ouverture
schaft, welche den Geschlechtern Andeira, Pereira
und Braganca gehörte.
Ourique'(spr. olrihke), Stadt im S. des portug.
Distrikts Beja in Alemtejo, auf einer weit sichtbaren
Anhöhe (214 m), rechts vom Quellfluß des Sado,
hat (1890) 3840 E. und in der Nähe den Campo
deO., auf dem 1139 Graf Alfons I. einen ent-
scheidenden Sieg über die Mauren erfocht und zum
König von Portugal ausgerufen wurde.
Ouro-Preto (spr. oiru), bis 1822 Villa-
Rica, Hauptstadt des brasil. Staates Minas
Geraes, in der Serra do Espinhaco, am nordwestl.
Fuße des Itacolumi, mit Rio'de Janeiro und
Sta. Luzia durch Bahn verbunden, hat etwa
20000 E., ein Münzamt, Natbaus, das älteste
Theater Brasiliens, ein Lyceum; Baumwollweberei
und Handel mit Rio de Janeiro. Mit O. verbunden
ist das 7 km östlicher belegene Marianna, Sitz
eines Bischofs, mit einer Fakultät der Theologie. .
O., 1699 von Goldsuchern gegründet, ist seit Er- !
schöpfung der Goldlager sehr zurückgegangen. !
Ourthe (spr. urt), rechter Nebenfluß der Maas !
in Belgien, entsteht 5 km östlich von Orthe in der
Provinz Luxemburg aus der O. de Houffalizc
(rechts) und O. de Noumont (links), durchfließt die
Ardennen auf ihrem 166 km langen, gewundenen
Laufe in einem tiefen, waldigen Thal, nimmt rechts
die Ambleve und die Vesdre auf und mündet bei
Lüttich. Die letzten 50 km sind schiffbar.
Ouse (spr. uhs'), Name von drei Flüssen in Eng-
land. Der nördlicheO. entsteht 2 km östlich von
Aldborough durch die Vereinigung von Swale und
Ure, nimmt rechts Nidd, Wharfe und Aire, links
den Derwent auf, wird bei Uork für große Fahr-
zeuge schiffbar und vereinigt sich, 72 km lang, unter-
halb Goole mit dem Trent zum Humber (s. d.). Der
O. trennt das West-Nidina, der Grafschaft Uorkshire
von North-Niding und East-Riding. - Der G r e a t -
Ouse entsteht im SW. der Grafschaft Northamp-
ton, nimmt links Tove, rechts Ivel, Cam, Lark,
Little-Ouse oder Brandon, Wissey oder Stoke
und Nar oder Setchy auf, durckfließt fünf Graf-
schaften, berührt Vuckingham, Newport, Bedford
(wo er schiffbar wird), Huntingdon, St. Ives, Ely
und King's Lynn und mündet, 250 km lang, in den
Washbusen. - Ein dritter O. entspringt im N. der
Grafschaft Susfex, fließt nach SO. und S. und mün-
det, 50 km lang, bei Newbaven in den Kanal.
Ouft (spr. ust), rechter Zufluß der Vilaine in der
Bretagne, entspringt im franz. Depart. Cötes-ou-
Nord, bildet im Depart. Morbiban einen Teil des
Kanals Brest-Nantes, erhält links Lis, Ninian, Asf
(Grenze von Morbihan und Ille-et-Vilaine), rechts
Claie und Arz und mündet wasserreich bei Redon
nach 150 km langem Lauf.
Dustök, österr. Stadt, s. Auscha.
Outava (Oitava), portug. Hohlmaß, s. Al-
queire; ferner portug. Gewicht, s. Arratel.
Outong-Iava, s. Lord-Howe-Insel.
Ontra^s (frz., spr. utrahsch'), Schimpf, schimpf-
liche Handlung: outragieren, beschimpfen.
Outram (spr.uhtrem), Sir James, brit. General,
geb. 29. Jan. 1803 zu Butterleyhall in der Graf-
schaft Derby, trat 1819 als Kadett in die Armee
der Englisch-Ostindischen Compagnie, nahm 1838
-40 an dem Kriege gegen Afghanistan teil, wurde
dann brit. Agent in Sindh, später Resident in
Sattra und 1847 an den Hof des Gaekwar von
Varoda versetzt. Die Freimütigkeit seines Auftretens
gegen verschiedene Mahregeln der ostind. Regierung
veranlaßte seine Entfernung aus Barooa. Er ging
nach England, kehrte aber später nach Indien zu-
rück, wurde 1854 Resident zu Lakhnau, vollzog 1856
die Annexion von Oudh und wurde 1857 Ober-
befehlshaber des brit. Heers in dem Kriege gegen
Persien. O. siegte bei Kuhschab 8. Febr. 1857, er-
zwäng 19. März den Übergang über den Karun-
fluß und eroberte 26. März Mohamera, worauf
Persien um Frieden bat. Hierauf wurde O. zum
Varonet erhoben und focht gegen t>ie aufständischen
Sipahi, zuerst bei Alumbagh und Kanpur, später
zu Lakhnau, wo er nach der vollständigen Unterwer-
fung von Oudh 1858 oberster Civilkonnmsiar wurde.
Hierauf wurde er Mitglied der obersten Regierungs-
behörde (8upr6M6 Oouueil) zu Kalkutta, mußte je-
doch wegen Krankheit 1860 nach England zurück-
kehren. Er starb 11. März 1863 in Pau. O. schrieb:
Mot63 ok t1i6 campHiAn in 8eiiiä6 Hnä ^f^likniLwn"
(Lond. 1840) und "11i6 conciu^t. os 8"nn^" (ebd.
1846). - Vgl. Goldsmid, Sir James O. (2 Bde.,
Lond. 1880). spannen.
Outrieren (frz., spr. utr-), zu weit treiben, über-
Outsider (engl., spr. autseider), ein Rennpferd,
dem man, obgleich es im Nennen konkurriert, keine
Gewinnchance zuspricht. Auch bei Boot- und andern
Nennen gebraucht man O. in diesem Sinne als
Gegensatz zu Favorit. An der Börse nennt man O.
Leute, die spekulieren, ohne daß sie Mitglieder sind
oder an den Geschäften effektives Interesse haben.
Ouvertüre (frz., spr. uwärtüre), eiu Orchester-
stück, das musikalisch - dramat. Werken (Oper,
Oratorium, Kantate, Drama mit Musik, Ballett
u. s. w.) zur Eröffnung oder Einleitung dient und
die Aufgabe hat, den Hörer auf die nachfolgende
Darstellung vorzubereiten. Die O. entstand im An-
fang des 17. Jahrh, mit dem Musikdrama: die erste
Oper, die durch ein Instrumentalstück eingeleitet
wird, ist Monteverdis "Ocko" (1607). Gegen Ende
des 17. Jahrh, bildeten sich zwei feststehende Typen
derO.(oderSinfonia) aus: diefranzösischeund
die italienische. Beide haben drei Sätze; die
erstere, die auf Lully zurückgeführt wird, zwei lang-
same Sätze und in der Mitte eine schnelle Fuge, d:e
italienische, als deren Urheber A.Scarlatti gilt, zwei
schnelle Sätze und in der Mitte einen langsamen.
Beide Arten der O. stehen zu dem Werke, dem sie als
Einleitung dienen, nicht allemal in speciellen Be-
ziehungen, sondern sind mehr allgemeine musikalische
Vorspiele. Doch kommt schon 100 Jahre vor Gluck
und seiner "Iphigenie in Aulis" die sog. Pro-
ssrammouverture vor, d. h. eine O., welche ihre
Themen aus den Hauptscenen der folgenden Oper
entnimmt. Die neuere O. der Wiener Schule
gleicht in der Form fast ganz dem ersten Satze einer
Sonate oder Sinfonie (nur daß der Teil vor der
Durchführung nicht repetiert wird) und fchließt sich
dem Inhalte nach möglichst an die Handlung des
betreffenden Stücks; ihre Hauptthemen sind ent-
weder Melodien aus der O., die nachher eine be-
sondere Bedeutung gewinnen, oder sind frei gewählt
und stehen samt ihrer Verarbeitung nur in innerer
Beziehung zur nachfolgenden Handlung. Häusig wird
diese Art der O., vom dramat. Werke abgelöst,
als Konzertstück für sich aufgeführt oder, unter dem
Namen Konzertouverture, zur Eröffnung von
Konzerten oder andern Gelegenheiten komponiert.
Auch dient sie, ohne weitere Absicht auf eine specielle
Verwendung, ähnlich der Sinfonie oder Sonate,