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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Passivmasse - Pastellmalerei
Platins verwendet (Hawlins Element); ebenso lann
man Passiveisenanoden bei Elektrolysen statt der
Platinanoden gebrauchen.
Passlvmasfe, s. Schuldenmasse.
Passivum (lat., zu ergänzen F6UU8, d. h. lei-
dende Form), in der Grammatik eine Ausdrucks-
form, bei der das Subjekt des Satzes als nicht
selbstthätig, sondern als die Handlung des Verbums
erleidend dargestellt wird, im Gegensatze zum Akti-
vum, bei dem das Subjelt selbstthätig ist (vgl. Z.V.
"das Buch wird geschrieben" mit "er schreibt das
Vuch"). Die indogcrman. Sprachen hatten keine
besondere Passivform, sondern das P. wurde ent-
weder durch Aktiv- oder durch Medialformen aus-
gedrückt. Wo eine besondere Passivform vorhanden
ist, wie im Sanskrit, Griechischen, Lateinischen
(Passivum luuo-i', Aktivum amo), gehört sie der jün-
gern Entwicklungsgeschichte an. (S. auch Medium.)
Paßkarte, s. Paß (Legitimation).
Paßkugel, eine Kugel, die den Büchsenlauf so
vollständig ausfüllt, daß sie in die Züge eingepreßt
wird. Der Gegensatz ist Laufkugel (s. Jagdgewehre).
Passow, Franz Lndw. Karl Friedr., Philolog,
geb. 20. Sept. 1786 zu Ludwigslust in Mecklenburg,
studierte in Leipzig und wurde 1807 Professor am
Gymnasiuni in Weimar. Er leitete 1810-14 in
Gemeinschaft mit Aug. Meineke das Conradinum
in Ienkau bei Danzig, wurde 1815 ord. Professor
der alten Litteratur an der Universität Vreslau und
starb daselbst 11. März 1833. Sein "Handwörterbuch
der griech. Sprache" erschien zuerst (2 Bde., Lpz.
1819-24) als eine neue Bearbeitung von Schnei-
ders "Griech.-deutschem Wörterbuch", dann unter
P.s eigenem Namen, aber zeitgemäß umgestaltet
von Rost, Palm, Kreußlcr, Keil, Peter und Venseler
(5. Aufl., 2 Bde., ebd. 1841-57). Zu erwähnen
sind außerdem "Grundzüge der griech. und röm.
Litteratur- und Kunstgeschichte" (2. Aufl., Verl. 1829)
und "Coi'MZ Lci'iptoi'um 61'oticoi'uin Ai'üecoi'um"
(2 Bde., Lpz. 1824-33), "Vermischte Schriften"
(hg. von W. A. Passow, ebd. 1843), "Opuäeula
acaäEinica" (hg. von Nik. Bach, ebd. 1835). - Vgl.
P.s Leben und Briefe (hg. von Wachler, Bresl. 1839).
Patzstück, s. Transportable Eisenbahnen.
Passugg, Bad bei Chur (s. d.).
?a.88ÜIas lnaHoros, s. Rosinen.
?2.88ü1as ininörs8, s. Korinthen.
?a.88U8 (lat.), Schritt, als Wegmaß bei den
Römern der Doppelschritt ^ 5 röm. Fuß (1,479 m).
100 ?. bildeten eine röm. Meile (1478,70 m).
Paßwang, Berg und Pah des Juras im schweiz.
Kanton Solothurn. Der Berg bildet die Wasser-
scheide zwischen Birs und Dünnern und erhebt sich
unweit der Grenze des Kantons Basel-Land zu
1207 in Höhe. Die 26 km lange Fahrstraße über
den Paß (1006 m), schon 1730 hergestellt, verbindet
das Veinwyler Thal mit dem Guldenthal, hat aber,
seitdem mehrere Iurapässe überschient wurden, an
Bedeutung verloren.
Passy, früher eine Stadt der Parifer Banlieue,
zwischen Seine und Bois de Boulogne, ist seit 1860
Teil des 16. Arrondissements.
Paßzwang, s. Paß (Legitimation).
Pasta (neulai., "Teig"), Arzneimittel, die durch
Auflösen von Pflanzenschleim und Zucker in reinem
Wasser oder einem Dekokt und Abdampfen bis zu
einer weichen zähen bis harten, aber nicht klebenden
Masse gewonnen werden. Am bekanntesten find die
Altheepasta (s. d.) und die Eühholzpasta (s. d.).
Pasta, Giuditta, geborene Negri, ital. Sän-
gerin, geb. 9. April 1798 zu Como, von isracl. Ab-
tunst, besuchte das Konservatorium zu Mailand und
machte zuerst 1819 und 1820 in Venedig und Mai-
land Auffehen. Von da ab wurde sie zwei Jahr-
zehnte lang in allen Ländern als eine der ersten
dramat. Sängerinnen gefeiert. Pacini und Vellini
schrieben für sie die Hauptpartien ihrer Opern; die
"I^oi'ink" und die "Zonnamduiw) beweisen die Viel-
seitigkeit ihres Talents. Sie starb 1. April 1865,
auf ihrer Villa am Comer See.
?a.8ta. oo3iusti<3a., s. Geheimmittel.
?a.8ta. <3-ua.ra.na., s. Guarana.
I>a8ta. I-iHniritiae, s. Sühholzpasta.
I>a.8ta. ?olNV2.üour, s. Geheimmittel.
Pastawaren, Bezeichnung für verschiedene
Waren aus Mehlteig, wie Nudeln, Maccaroni u. dgl.
Pastaza, linker Nebenfluß des Maranon, ent-
springt auf der Cordillere von Quito in der süd-
amerik. Republik Ecuador, flieht nach SO. und
mündet, 520 Km lang, im peruan. Departamento
Loreto. Dampfer gehen bis Andoas, kleine Schiffe
bis Sarayacu.
Paste (ital. pasw), soviel wie Pasta (s.d.). P.
nennt man auch die Abdrücke von geschnittenen
Steinen (s. Gemme), Münzen und Medaillen, die
aus verschiedenen Teigmassen, vorzüglich aus fei-
nem, mit Wasser angerührtem Gips- oder Schwefel-
mehl gemacht werden. Eine Sammlung derartiger
P. heißt Daktyliothck (s. d. und Lippert, Phil. Dan.).,
Ferner heißen P. gewisse Glasflüsse, die zur Glas-
mosaik (s. Mosaik) und zu künstlichen Edelsteinen
dienen. (S. Straß.)
Pastöllfarben, die in der Pastellmalerei (s. d.)
verwandten Farbstiste. Es giebt deren gegen 400
verschiedene Arten in drei Härtegraden. Sie werden
hergestellt, indem entweder die reinen Farbstoffe
oder Mischungen derselben mit oder ohne indifferente
Verdünnungsmittel, wie Kreide, Vleiweiß u. dgl.,
unter Mithilfe eines Bindemittels im feuchten Zu-
stande zu Stängelchen gepreßt und dann getrocknet
werden. Die Stifte muffen einerseits genügende
Festigkeit besitzen, um nicht zu zerbröckeln, anderer-
seits aber auch weich genug sein, um die Farbe mit
Leichtigkeit an das Papier abzugeben.
Pastellmalerei (vom ital. pÄLwUo, Farbstift),
die Malerei mit Pastellfarbstiften (s. Pastellfarben).
Man malt auf Pergament, rauhes graurötliches
oder graublaues Papier oder auf dazu vorbereitete
grünliche Leinwand. Man malt in der Art, daß
man die einzelnen Farben in Strichlagen auffetzt,
die Halbschatten und gebrochenen Töne durch Ver-
reiben mit dem Finger oder dem Korkwischer hervor-
bringt. Wo Tiefen oder erhabene Stellen herzu-
stellen sind, giebt man mehrere Strichlagen über-
einander. Da die Farben immer nur wie ein zarter
Staub auf der Fläche kleben, so sind Pastellgemälde
auch die vergänglichsten. Namentlich müssen sie
vor Einwirkung der Luft, vor Staub und aller
Feuchtigkeit möglichst bewahrt werden. Man hat
versucht, den Farbenstaub durch sog. Fixative (s. d.)
haltbarer zu machen, bisher hat aber sich kein Ver-
fahren bewährt. Die P. leitet ihren Ursprung aus
dem 16. Jahrh, her; im Louvre befinden sich Pastell-
bildnisse aus den Zeiten Heinrichs II. und Karls IX.,
ebenda ist das prächtige Bildnis einer Nonne von
Dumontier dem Ältern aus dem 1.1680; die Echt-
heit der Pastellzeichnungen von Leonardo da Vinci
im Schlosse zu Weimar ist stark bestritten. Ein Bild>