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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Petra (in Transkaukasien) - Petri (Emil)
fast noch ganz erhalten, vom Boden bis zum Gipfel
und im Innern bis zur hintersten Kammer aus der
Felswand herausgearbeitet. - Vgl. Le'on de La-
borde, Vo)^F6 ä^ii8 I'^i-Hdis ?6ti-66 (Par. 1830
-33); ders., Vo)^6 6n Orient (2 Bde., ebd. 1837
-62); Palmer, "Nie 6o8"rt ol Ui6 NxoäuZ (2 Bde.,
(Cambr. 1871; deutsch als "Der Schauplatz der
40jährigen Wüstenwanderung Israels", Gotha
1876); Visconti, Diario 6i un vi^^io in ^r^i".
I'etroH (Rom 1872); .herzog von Luynes, V07ÄF6
(I'^x^IolÄtion H ^H raor Noi't6, ü, 1^6ti'66 6t Lur 19.
live Flrnc1i6 äu ^oui-ä^in (2 Bde., mit Atlas, Par.
1875); Buhl, Geschichte der Edomiter (Lpz. 1893).
Petra, alter Ort an der Stelle des heutigen
Vatum (s. d.).
Peträisches Arabien, die heutige Sinaihalb-
insel mit dem angrenzenden Teil des nordwestl.
Arabien, nach der Stadt Petra (s. d.) benannt.
Petralia, zwei unweit voneinander liegende
Städte im Kreis Cefalü der ital. Provinz Palermo
auf Sicilien, am Südostfuße des Gebirgsstocks Le
Madonie (1975 m) und im Quellgebiet des südl.
Imera oder Salso, in schöner, fruchtbarer Gebirgs-
gegend. Die obere Stadt (P. soprana) hat (1881)
2651, als Gemeinde 7273 E., die untere (P. sot-
tana) 5244, als Gemeinde 8528 E.
Petrallt, Sprengmittel, das zu den Dynamiten
(s.d.),speciell zu denNobeliten gehört. Es besteht aus
Nitroglycerin, Salpeter, Cellulose und Holzkohle.
Petrarca, Francesco, ital. Dichter und Gelehr-
ter, aus einer florentin. Familie, geb. 20. Juli 1304
zu Arezzo, wo seine Eltern in der Verbannung leb-
ten. 1305 siedelte die Familie nach Ancisa über,
dann nach Pisa und 1312 nach Avignon. Zur Er-
werbung der ersten Kenntnisse weilte P. vier Jahre
in Carpentras und studierte dann vier Jahre die
Rechte in Montpellier und Bologna. Nach dem
Tode des Vaters wendete er sich den klassischen
Studien zu, kehrte 1326 nach Avignon zurück und
trat in den geistlichen Stand, empfing aber nur die
niedern Weihen. 1330 trat er in den Dienst des Kar-
dinals Giovanni Colonna, machte 1333 eine Reise
durch Nordsrankreich, die Niederlande und Deutsch-
land und kam 1337 zum erstenmal nach Rom. Im
August nach Avignon zurückgekehrt, suchte er eine
stille ländliche Zuflucht in dem berühmt gewor-
denen nahen Vaucluse. Am Osterfest 1341 wurde
er auf dem Kapitol zu Rom feierlich als Dichter ge-
krönt. Dann ging er nach Parma, 1342 nach
Avignon, Ende 1343 nach Neapel als Gesandter
Clemens' VI., dann wieder für zwei Jahre nach
Parma und wechselte noch wiederholt seinen Aufent-
halt zwischen Obcritalien und Avignon; 1353 aber
verlieh er diese Stadt, lebte acht Jahre in Mailand
bei den Visconti, die ihn 1360 als Gesandten an
König Johann nach Paris schickten, siedelte 1361
nach Padua, 1362 nach Venedig über und lebte seit
1368 abwechselnd in Padua und dem nahe gelegenen
Dorfe Arquä, wo er 18. Juli 1374 starb. Seine
Zeit bewunderte ihn als größten Genius. Fürsten,
Päpste und Städte überhäuften ihn mit Ehren und
Geschenken. Vergeblich fuchte er auch durch dieses
hohe Ansehen Einfluß auf die polit. Ereignisse zu
üben, da man in ihm mit Recht den Dichter und Ge-
lehrten sah. Er war eine liebenswürdige Natur, von
lebhaftem Sinn für die Freundschaft, aber kein star-
ker Charakter, nicht frei von Eitelkeit, leicht reizbar
und heftig, wenn man ihn angriff. Eine Statue P.s
(von Leoni) befindet sich in Florenz.
P.s Bedeutung liegt zunächst darin, daß er der
erste und bedeutendste Wiedererwecker des klassischen
Altertums, Vorkämpfer und Träger des Humanis-
mus ist. Er war der erste in der neuern Zeit, der wieder
das Beispiel eines korrekten und eleganten lat. Stils
gab. Unter seinen zahlreichen lat. Werken sind die be-
deutendsten: das Heldengedicht "^iricw) (beste Aus-
gabe von Corradini in "?kul0VH a I^i'. ?. il 18 lu^io
1874", Padua 1874), das Scipios Thaten verherr-
licht; "I'oen^ta ininorw) (3 Bde., Mail. 1829-31),
Gedichte, Eklogen, Episteln und Epigramme um-
fassend; "De conwniptu munäi" (1472), "1)6 vita
80liwi'icT" (1472), "1)6 V61-H 8ki)i6Qti3." (1485), "v6
l6II16äii8 Mi'il18qu6 l"rtuna6" (1471), "1)6 8U1 ii>
81U8 6t a,Iini-niri i^noranti^" (1492), "1)6 l6du8 IU6-
inoi-nnäiä" (1485), "1)6 viri3 iIIu8triI)U8" (gedruckt
erst Bologna 1874 u. 1879, 2 Bde., von Razzolini)
u. v. a. Die beste, obgleich sehr fehlerhafte Aus-
gabe der "0P6I-H oniniH" erschien Basel 1554. Be-
sonders wichtig sind seine zahlreichen Briefe (beste
Ausgabe von Fracassetti, 7 Bde., Flor. 1859-70,
und von demselben italienisch mit Kommentar, 7 Bde.,
ebd. 1863-70), die er von vornherein in der Absicht
schrieb, sie der Nachwelt zu überliefern.
Weit mehr Wert als alle lat. Schriften haben
feine durch unübertroffene Formvollendung ausge-
zeichneten ital. Gedichte ("I5iin6" oder "(^n20ni6i-6",
unzähligemal gedruckt, erklärt und übersetzt; kritische
Ausgabe init Kommentar von Scartazzini, Lpz.
1883; deutsch am besten von Krigar, 2. Aufl., Hannov.
1866), die, voll weicher, schwermütiger Empfindung,
seine Liebe zu Laura (s. d.) und seinen Schmerz über
deren Tod besingen. Seine Liebe macht keine Fort-
schritte, das Ziel seiner Wünsche ist ihm unerreich-
bar; nur in Träumereien vermag er sich ihr zu
nahen, sich das Bild der Geliebten immer von
neuem und mit allen Reizen der Natur auszumalen;
das künstlerisch vollendete Bild der Schönheit ist
P.s eigentlicher Gegenstand. Aber nach dem Tode
Lauras erhält seine Einbildungskraft die Freiheit;
er kann sie sich gnädig und wiederliebend vor-
stellen, wodurch gerade hier ihre Gestalt tieferes
Leben erhält. Weniger Wert besitzen die "IVionk",
eine allegorische Dichtung, die sich offenbar an
Dantes Komödie anschloß. - Nahezu erschöpfende
Auskunft über die umfassende Petrarca-Bibliogra-
phie und die zahlreichen Biographen giebt Ferrazzi,
IMIioFraÄH?6ti-5r<^03ca (Vasfano 1877). Aus
neuester Zeit ist hervorzuheben: Bartoli, ?r. I>.
(Flor. 1874); unter den deutschen Arbeiten: L. Gei-
ger, Petrarca (Berl. 1874); Voigt, Die Wieder-
belebung des klassischen Altertums (2. Aufl., 2 Bde.,
ebd. 1880-81); Körting, P.s Leben und Werke (Lpz.
1878). Ästhetisch-kritisch sind: De Sanctis, 8^3310
critioo 811I I>. (Neap. 1W9)', Zumbiui, 8W6.1 811I I>.
(ebd. 1878). - Vgl.noch Söderhjelm, P. in der deut-
schen Dichtung (Helsingf. und Münch. 1886).
Petrefakten (grch.-lat), Petrefaktenkunde,
s. Versteinerungen und Paläontologie.
Petri, Emit, elfäss. Politiker, yeb. 3. April 1852
zu Vuchsweiler (Unterelsaß), studierte 1871-74 in
Heidelberg und Straßburg Jura, wurde 1874 Re-
ferendar, 1878 Assessor und dann Rechtsanwalt in
Strahburg. 1892 gab er die Anwaltfchaft auf und
nahm eine Stelle als Direktor der Aktiengesellschaft
für Boden- und Kommunalkredit an. Sett 1884 ist
P. Mitglied des evana,. Oberkonsistoriums in Elsatz-
Lothringen, seit 1885 Mitglied des Bezirkstages des
Nnterelsah, seit 1886 des Landcsausschusses. 1887