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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Pictor – Pienza

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Pictet (Raoul)'

macht werden können. Ähnliche Resultate erhielt um dieselbe Zeit (Ende 1877) Cailletet in Paris, aber auf technisch verschiedenem Wege. P., der in Berlin lebt, schrieb u.a.: «Mémoire sur la liquéfaction de l’oxygène, la liquéfaction et la solidification de l’hydrogène et sur les théories des changements des corps» (Par. 1878), «Synthèse de la chaleur» (ebd. 1879) und «Nouvelles machines frigorifiques basées sur l'emploi de phénomènes physico-chimiques» (ebd. 1885).

Pictor (lat.), Maler.

Pictou (spr. -tuh), Ort auf Neuschottland (s. d.).

Picunche (spr. -tsche), Stamm der Araukaner (s. d.).

Picus (lat.), der Specht.

Picus, ein dem Faunus (s. d.) ähnlicher altitalischer Gott des Waldes und Feldes, welcher sich aus dem picus Martius, dem Specht des Mars, zu einer selbständigen göttlichen Persönlichkeit entwickelt zu haben scheint. In der Sage hieß P. König der Laurenter, Sohn des Saturn und Vater des Faunus, und man erzählte, Circe habe ihn verführen wollen, und als er seiner Gattin Pomona oder Canens, der Nymphe des Gesangs, treu blieb, ihn in einen Specht verwandelt.

Pidgin-English (auch Pigeon-English, spr. piddsch'n ingglisch), die ursprünglich in der chines. Stadt Kanton durch Verstümmelung engl. Wörter entstandene engl.-chines. Geschäftssprache. Pidgin ist das verstümmelte engl. Wort business. Eine Haupteigentümlichkeit dieses Jargons ist, daß r überall wie l gesprochen wird, wie z.B. in green, das zu kilin geworden ist. – Vgl. Leutzner, Wörterbuch der engl. Volkssprache Australiens und der engl. Mischsprachen (Halle und Lpz. 1891).

Pie (engl., spr. pei), ostind. Geldgröße und Bronzemünze =⅓ Pice (s. d.) oder etwa 0,7 Pf.

Pié (span.), Fuß; altes span. Längenmaß =0,2786 m.

Pie (engl., spr. pei), die in England und Amerika fast täglich auf den Tisch kommende, von Fleisch oder Obst bereitete Schüsselpastete.

Pièce (frz., spr. pĭähß), Stück; Gemach; P. de résistance (spr. -ángß), derbes, stattliches Stück Fleisch, das Hauptgericht einer Mahlzeit (das dem Essenden gewissermaßen Widerstand leistet), dann im allgemeinen Hauptstück; auch soviel wie bombastischer Leitartikel; P. à tiroir (spr. -rŏahr), Schubladenstück (s. d.).

Piécette (frz., spr. -ßétt, Verkleinerungswort von pièce), Stückchen; dann Bezeichnung für den span. Goldpiaster oder Escudillo (s. d.) de oro.

Pied (frz., spr. pieh), Fuß; pied-à-terre (spr. pĭetatähr), Absteigequartier.

Piëdecuësta, Stadt im Departamento Santander der Republik Columbia, in 1070 m Höhe, südöstlich von Bucaramanga, mit etwa 12000 E. und Anbau von Tabak, Zucker und Kaffee.

Piëdestāl (frz.), Postament (lat.), Fußgestell, der Untersatz, auf welchem Säulen, Statuen, Vasen u.s.w. stehen. Es besteht aus einem kurzen, vierseitigen oder auch runden Pfeiler mit Fuß- und Obergesims, oder aus einem würfelförmigen, öfters abgerundeten Steinkörper mit entsprechender Verzierung.

Piedfort (frz., spr. pĭefohr), s. Richtmünze.

Piëdimonte d'Alife, Hauptstadt des Kreises P. d'A. (51066 E.) der ital. Provinz Caserta, am Südfuße der Montagna del Matese, hat (1881) 5935, als Gemeinde 7013 E., Baumwollspinnereien, Baumwoll- und Leinenweberei. ↔

Piëkan, Indianerstamm, s. Blackfeet.

Piekar (Deutsch-Piekar), Dorf und Wallfahrtsort im Kreis Beuthen in Oberschlesien des preuß. Reg.-Bez. Oppeln, unweit der russ.-poln. Grenze und der Brinitza, durch Straßenbahn mit Gleiwitz verbunden, hat (1890) 4526 E., zwei kath. Kirchen, darunter eine auf dem Kalvarienberge (1895 geweiht), Rittergut (mit der Kolonie Scharley 5610 E.) und in der Nähe die Galmeigruben Neue Helene, Cäcilie und Wilhelmine.

Pielach, auch Bielach, rechtsseitiger Nebenfluß der Donau in Niederösterreich, entspringt am nördl. Abhang des Hochstadelberges (nordöstlich vom Ötscher) und mündet nach einem Laufe von 111 km unterhalb Melk in die Donau.

Piěmont, frz. Piémont, engl. Piedmont, ital. Piemonte, lat. Pedimontium (d. h. am Fuß der Berge liegendes Land), Landschaft (compartimento) im Königreich Italien, umfaßt folgende Provinzen:

Flächenraum in qkmEin-
ProvinzennachwohnerAuf
offiziellStrelbitskij18811 qkm
Alessandria5 1174 937729 710142
Cuneo7 1367 491635 40089
Novara6 5616 614675 926103
Turin10 53510 4521 029 21498
Piemont29 34929 4943 070 250104

Die neue Ausmessung der Generaldirektion der Statistik ergab einen Flächenraum von 29378 qkm, eine Berechnung vom 31. Dez. 1893: 3289237 E., d.i. 112 E. auf 1 qkm. Das Land grenzt im N. an die Schweiz (Wallis), im W. an Frankreich (Savoyen, Dauphiné, Provence), im S. an Nizza und Ligurien (Porto-Maurizio und Genua), im O. an die Lombardei. Hauptfluß ist der Po, der alle andern Flüsse des Landes aufnimmt. In der Mitte des Landes, die er durchfließt und wo niedrige Berge, Hügel, Thäler und Ebenen wechseln, sind die fruchtbarsten und schönsten Striche, in welchen der Acker-, Wein-, Öl-, und Obstbau blühen und Getreide aller Art, Hülsenfrüchte, Zuckerrüben, Mais, Reis, Hanf, Kastanien, Obst, Früchte, Oliven, Trüffeln und Wein gedeihen. Der Seidenbau wird in keinem andern Lande so stark und so gut betrieben als in P.; Silber, Blei, Kupfer, Eisen, Steinkohlen, Salz und Mineralquellen finden sich reichlich. Die Einwohner sind Katholiken bis auf 25000 in 27 Gemeinden an dem Fuße der Alpen in rauhen Thälern wohnende Waldenser.

Der Kern des ehemaligen Fürstentums P. ist die Grafschaft Susa, die nach dem Aussterben ihres Herrschergeschlechts 1073 an Savoyen fiel. 1247 wurde das Land wieder geteilt, und es entstanden zwei Linien, die von Savoyen und von P. Die letztere wurde von Heinrich VII. in den Reichsfürstenstand erhoben, starb aber 1418 aus, worauf ihre Güter wieder an die ältere Linie zurückfielen. (S. Savoyen und Sardinien, Königreich.)

Piëmontīt, Mineral, s. Epidot.

Piēno (ital.), voll, stark (vom Ton).

Pien-wai (chines., «außerhalb der Grenze»), der 100 Li breite Landstrich zwischen der Grenze der Mandschurei und dem Jalu-kiang, war früher von China und von Korea als neutrales Gebiet anerkannt. Jetzt bildet der Fluß Jalu-kiang die Grenze.

Piënza, Stadt im Kreis Montepulciano der ital. Provinz Siena, 14 km westlich von Montepulciano, 515 m hoch, hat (1881) als Gemeinde 3256 E., gehörte zum Gebiet von Siena, ist Geburtsort des

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 141.