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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Planimetrie – Plantagenet

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Planimeter'

versteht man einen Apparat, der auf ähnliche Weise statische Momente und Trägheitsmomente angiebt. – Vgl. Trunk, Die P., deren Theorie, Praxis und Geschichte (Halle 1865); Favaro, Geschichte der mechan. Planimetrie (in der «Allgemeinen Bauzeitung», 1873); Amsler-Laffon, Das Momentenplanimeter (Zür. 1875).

Planimētrie (lat.-grch.), s. Geometrie (Bd. 7, S. 814a).

Planĭna, im Bulgarischen und Serbischen «Gebirge», z.B. Stara planina der slaw. Name des Balkans.

Planipennĭa, s. Plattflügler.

Planisphärĭum (lat.-grch.) nannte man einen Apparat, der zur mechan. Auflösung von sphärischen Dreiecken ohne Rechnung vielfach Verwendung fand. Fälschlich wurde das P. auch Astrolabium genannt.

Planitz, Dorf, s. Oberplanitz und Zwickau.

Planitz, Paul, Edler von der, sächs. Generallieutenant und Kriegsminister, geb. 20. Sept. 1837 in Höhengrün bei Auerbach im Vogtlande, trat 1855 in ein Feldartillerieregiment, wurde 1856 Offizier und 1861 in den Generalstab versetzt. Als Generalstabsoffizier nahm er 1864 teil an dem Zuge der nach Holstein entsendeten Bundesexekutionstruppen und 1866 an dem Kriege gegen Preußen. 1867 wurde er zum Adjutanten des damaligen Kronprinzen Albert und 1869 zum Batteriechef ernannt. Im Kriege gegen Frankreich 1870–71 gehörte er zum Generalstab der Maasarmee, wirkte an den Belagerungsarbeiten vor Paris mit und wurde nach dem Frieden 1871–72 zum Großen Generalstab nach Berlin kommandiert. Nachdem er 1872–73 dem Generalstab in Dresden angehört hatte, bekleidete er 1873–83 die Stellung als sächs. Militärbevollmächtigter und Bevollmächtigter zum Bundesrat in Berlin, worauf er zum Chef des sächs. Generalstabs ernannt wurde. 1888 zum Generalmajor befördert, wurde er 1889 zum Commandeur der 45. Infanteriebrigade und 1891 zum Generallieutenant und sächs. Kriegsminister ernannt.

Plankammer, bei Staatsbehörden die Sammlung der für dienstliche Zwecke gebrauchten Karten und Plätte, auch Bezeichnung der Institute, welche zur Verfertigung jener bestimmt sind, wie die P. der Generalstäbe (s. Generalstab und Landesaufnahme).

Planke, s. Brett und Einfriedigung. – Im Schiffswesen sind P. die Bohlen, mit denen die Spanten (s. d.) der Schiffe und die Decksbalken bekleidet werden. Die Außenhautplanken bilden die wasserdichte äußere Schiffswand, man verwendet Eichen-, Teak-, Rotbuchenholz. Sie werden in ihren Fugen durch Kalfatern (s. d.) wasserdicht gemacht. Plankengang ist eine Lage P. Je nach der Lage erhalten die P. verschiedene Benennung, und zwar unterscheidet man vom Kiel an gerechnet nach oben die Kielgänge, Bodenplanken, Kimmungsplanken, Berghölzer, Farbgangsplanken. Eiserne Schiffe haben keine P., sondern Außenhautplatten.

Plänkeln (Blänkeln), sowohl die Thätigkeit der Schützen im zerstreuten Gefecht wie das Flankieren der Kavallerie. Plänkler, soviel wie Schützen oder Flanqueure (s. d.).

Plänkler, s. Plänkeln.

Plankonkāv (lat.), auf einer Seite eben, auf der andern hohl; plankonvex, auf einer Seite eben, auf der andern erhaben. (S. Linse, in der Optik.)

Plankton (grch., von planktós, umhergetrieben) nennt Hensen den aus winzigen Organismen ↔ (besonders Algen, Diatomeen, Ceratien u.s.w.) bestehenden Auftrieb des Meers, der unorganische Substanz in organische umsetzt und so mächtig zur Ernährung der Meerestiere beiträgt. Auf 1 qm Oberflächenwasser entwickeln sich durchschnittlich 150 g P. im Jahr. Unter der wissenschaftlichen Führung Hensens entsandte die deutsche Regierung auf dem Dampfer National eine Expedition (die sog. Planktonexpedition) zur Untersuchung der betreffenden Erscheinungen im westl. Atlantischen Ocean, die vom 15. Juli bis zum 7. Nov. 1889 dauerte und deren Resultate u.d.T. «Ergebnisse der Planktonexpedition der Humboldtstiftung» (hg. von Professor V. Hensen) im Erscheinen begriffen sind. – Vgl. außerdem Häckel, Planktonstudien (Jena 1890); Hensen, Die Planktonexpedition und Häckels Darwinismus (Kiel 1891); Schütt, Analytische Planktonstudien (ebd. 1892).

Planocerĭdae, s. Planarien.

Planogrăphie (lat.-grch.), alle Druckverfahren, bei denen der Druck von planen, ebenen Flächen erfolgt, die also die Zeichnung weder vertieft noch erhöht tragen, z.B. Steindruck, Zinkdruck u.dgl.

Planorbīden, s. Süßwasserschnecken.

Planrost, s. Feuerungsanlagen (Bd. 6, S. 745b).

Planscheibe, Planscheibendrehbank, s. Drehbank (Bd. 5, S. 494a u. b).

Planschen, Metallstangen, s. Barren.

Plansee, der zweitgrößte Gebirgssee in Tirol (5½ km lang, ½ bis 1 km breit, 364 ha groß, 75 m tief und 977 m ü.d.M.), südöstlich von Reutte, unweit der bayr. Grenze, von bewaldeten Höhen umschlossen und durch den Achenbach mit dem kleinen Heiterwangersee verbunden. Der Abfluß bildet auf seinem Laufe zum Lech die Stuibenfälle.

Plansichter, s. Mühlenbeutelmaschinen.

Planspiegel, ein ebener Spiegel (s. d.).

Planta, von, graubündnerisches Adelsgeschlecht, aus dem mehrere Vertreter in den Bündner Wirren des 16. und 17. Jahrh. als Führer der kath. und damit österr.-span. Partei eine Rolle spielten, im Gegensatz zu den von Salis (s. d.), die an der Spitze der prot.-franz. Partei standen.

Rudolf P. provozierte durch seine Gewaltherrschaft 1618 das Strafgericht von Thusis und beförderte indirekt 1620 den «Veltliner Mord». (S. Veltlin.) – Sein Bruder Pompejus wurde von Jenatsch 25. Febr. 1621 auf Schloß Rietberg im Domleschg ermordet. Des Pompejus Sohn (nach unverbürgter Legende seine Tochter Lucretia) beteiligte sich 1639 an der Ermordung von Jenatsch (s. d.). – Vgl. P. von Planta, Chronik der Familie von P. (Zür. 1892).

Plantage (frz., spr. -tahsche, d.i. Pflanzung), Anpflanzungen von Gewächsen der Tropen, die zu ihrem Gedeihen einer besondern Pflege bedürfen, wie Baumwolle, Kaffee, Indigo, Zucker u.s.w. Plantagenwirtschaft, die extensive Art der Bodenbewirtschaftung in den Tropen.

Plantagenet (spr. plänntäddschenet), Name des Königsgeschlechts, das 1154–1485 England beherrschte, war ursprünglich der Beiname des Grafen Geoffrey (Gottfried) von Anjou (s. d.), der einen Ginsterbusch (planta genista) am Helm zu tragen pflegte. Mit ihm vermählte König Heinrich I. von England 1128 sein einziges zur Erbin bestimmtes Kind Mathilde (s.d.), die Witwe Kaiser Heinrichs V. Der Sproß dieser Ehe, Heinrich, erbte von seinem

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 182.