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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Pontypool - Popayan
187l) und erreichte auch auf eiuer zur Regelung die-
ser Angelegenheit 1871 in London zusammengetre-
tenen Konferenz der Großmächte den Beschluß vom
13. März 1871, der ihm wieder das Halten einer
beliebigen Kriegsflotte auf dem Schwarzen Meere
gestattete. Das Recht der Pforte, über die Durch-
fahrt durch die beiden Meerengen zu verfügen, blieb
jedoch ungeschmälert bestehen. Ein früheres, 1833
erworbenes Vorrecht Ruhlands in dieser Hinsicht
war schon 1841 durch den sog. Dardanellenvertrag
(s. Dardanellen) von den Mächten beseitigt worden.
Pontypool (spr. -publ), Stadt in der engl. Graf-
schaft Monmouth, auf einem Felsen zwischen dem
Avon und dem Monmouthshirekanal, Eisenbahn-
knotenpunkt, hat (1891) 5842 E., Baptistenseminar;
Eisenwerke, Steinkohlen- und Eisengruben und ehe-
mals berühmte Fabrikation von Lackwaren (Ponty-
pool-Waren). Nabebei die Ruine Caldicot-Caftle.
Pontypridd, Stadt in der Grafschaft Glamor-
gandcs engl. FürstentumsWales,imThale oesTaff,
hat (1891) 19 971 E., gegen 12 317 im 1.1881, groß-
artigen Kohlenbergbau, Hochöfen und Eisenwerke.
Pony (engl.), ein Pferd von sehr kleiner Statur,
oft nur 85-100 cm, niemals über 140 oin hock,
also zwerghaft. Die Ponies bilden eigentümliche
Rassen uno finden sich auf den Shetlandsinseln, den
Inseln der Bretagne, in Island, Norwegen, Schwe-
den, auf Corsica, in China und Japan in den klein-
sten Exemplaren. (S. Pferd, S. 52 d, und Tafel:
Pferderassen, Schwedischer P., Fig. 5, und Shet-
land-Pony, Fig. 7.) Größer sind die Ponyrassen
von Wales, Galloway, Sardinien und der span.
Gebirge. Von 110 bis 140 cnl hoch sind die sog.
Doppelponies der Kosaken, Polens, der Ukraine,
Litauens, Masurens, Ungarns und Griechenlands.
Ponza-Fnseln, lat. ?ontiN6 in8u1au, weil un-
weit der Pontinischen Sümpfe gelegen auch Pon-
tinische Inseln genannt, bestehen aus zwei Grnp-
pen (die größere westliche gehört zum Kreis Gaeta
der ital. Provinz Caserta, die andere zum Kreis
Pozzuoli der Provinz Neapel), sind vulkanischen
Ursprungs, mit Lava, Schlacken, Bimsstein, Tuff,
Vasalt und Asche bedeckt, wenig angebaut, dienen
als Strafkolonien und sind mit Neapel durch Dam-
pfer verbunden. - Zur Hauptgruppe gchören:
P o nza, lat. ?ontia6, die größte, im Monte-Guarda
283 in hoch, 6 kin lang, ^2 kni breit, hat (1881)
3828 E., einen Hafen für Kauffahrer mit Leucht
feuer, Fischerei, Felsengrottcn und in Felsen ge-
hauene Zellen (Pilatusgräber) und war Verbau-
nungsort, wo Tiberius den Sohn des Germaniens
(Nero), Caligula seine Schwestern, Domitian Fla-
via Domitillia den Tod finden ließen; Zannone,
lat. 8in0niü, die nördlichste, 184 in hoch, ha^ auf
dem Gipfel Trümmer eines Klosters; Palmarola,
lat. I^iinai-ia, die westlichste, 262 in hoch, wegen
ihrer Wildheit vom Volt der Sitz des Teufels ge-
nannt. Die zweite Gruppe besteht aus zwei In-
seln: Ventotene, lat. I^anä^tari^, 139 in hoch,
3 kin lang, 0,4 km breit, der Rest eines Kraters,
ist baumlos, hat (1881) 1357 E. und war Verban-
nungsort der Julia, Tochter Augustus', der Octavia,
Gemahlin Neros, und Agrippinas, der Gemahlin
des Germaniens; Santo Stefano, die östlichste
Insel, hat 3 km Umfang, 898 E. und alten Krater.
Ponzmen (ital.), Südfrüchte, s. ^it.ru8.
?oo1 (spr. puhl), Tarifverband in Amerika,
s. Eisenbahntarife (Bd. 5, S. 901 d) und IntorLtato
Ooinuwrc? ^.ct.
Pool (spr. puhl) oder Welsb Pool, Stadt in
der Grafschaft Montgomery (s. d.).
Pool, Rachel, niederländ. Malerin, Tochter von
Friedr. Ruysch (s. d.).
Poole (spr. puhl), Municipalboiv^g^ in der
engl. Grafschaft Dorset, an einer sichern'Bucht des
Kanals, Sitz eines deutschen Vicekonsuls, hat (1891)
15405 E., einen der besten Häfen an der Südküste
Englands, Schiffbau, Fabrikation von Segeltuch,
Austernfischerei und Handel. In der Nähe das
Seebad Bournemouth.
Pools-Holc (spr. puhls hohl), s. Buxton (Stadt).
Poona, Stadt in Ostindien, s. Puna.
Poonac (spr. puh>), Handelsbezeichnung für
Kokosnuhkuchen (s. d.).
Pooree, Stadt in Bengalen, s. Puri.
?oor I.a.'w (spr. puhr lah, " Armengesetz"), in
England die gesetzlichen Bestimmungen über die
öffentliche Armenpflege. Hauptorgan für die Ar-
menpflege ist die sog. Union, ein aus mehrern
Kirchspielen (s. I^i-ign) zusammengesetzter Verband;
doch verwalten größere Kirchspiele auch selbständig
die Armenpflege und werden dann auch Ilnions
genannt. Die Geschäfte der Union verwaltet eine
Behörde, welche Lo^rä ok OuHi'äia.n3 genannt wird
und seit Dez. 1894 nur aus gewühlten M'ngliedern
besteht. Früher waren sämtliche im Gebiete der
Union wohnenden (^ount^ ^U8tie68 (s. ^N8tie68 ol
t1i6 ?6H06) von Amts wegen Mitglieder derselben.
Aus der Mitte des Vo^i-ä wird ein sog. ^88688ni6n5
l^oininitt66 gewählt, welches die Steuerlisten aus-
fertigt und zu diefem Zwecke den Mietwert der
Häufer des Bezirks taxiert. Für die Armensteuer
(I'oor I^te) und die andern lokalen Steuern ist
ein von Jahr zu Jahr je nach den Bedürfnissen
wechselnder Prozentsatz des Mietwertes jeder Lie-
genschaft von dem Inhaber (gleichviel ob Mieter
oder Eigentümer) zu entrichten. Der I^ooa.1 (^0-
vei'ninont No^i-ä ist Oberaufsichtsbehörde für die
Armenpflege. (S. Armengesetzgebung.)
Pop oder Pope (wie das deutsche Pfaffe aus
dem grch. Mppiis), in der griech. Kirche allgemeiner
Name für die Wcltgeistlichen. Da derselbe, obwohl
im Volke noch allgemein üblich, eine geringschätzige
Bedeutung bekommen hat, wird jetzt in der Amts-
sprache in Rußland dafür der Titel ^oi-^ (vom
grch. ni6ro8) gebraucht. Die P. erhalten ihre Bil-
dung in Priesterseminaren und müssen bei ihrer An-
stellung als Geistliche heiraten, dürfen aber keine
zweite Ehe eingehen. Protopopen (in der russ.
Amtssprache I'i-oto^i'Lj), soviel wie Erzpriester, in
der griech. Kirche die höhern Priester (die Archipres-
byter der alten Kirche).
Popanz, Schreckgestalt, Trugbild.
Popayan, Hauptstadt und Bischofssitz des co-
lumb. Departamcnto (5auea (s. d.), 11cin vom linken
Ufer des obern Rio (5auca, am Fuße der Vulkane
Purace (4700 m) und Sotara (4435 m) herrlich
gelegen und durch die Flüßchen Ejido und Rio
Molina mit Trinkwasser versorgt, mit 8500 E., hat
bei seiner Lage unter 2" 26^ 27" nördl. Br. in
1740 in Seehöhe sehr mildes Klima, Priestersemi-
nar, ehemaliges Münzgebäude, ein Colegio; Fabri-
kation von Wollzeugen und Handel mit den Erzeug-
nissen der Umgebung. P. blühte unter der span.
Herrschaft durch seine Goldminen und als Stapel-
platz an der Handelsstraße zwischen dem Magda-
lena und Quito, ist aber durch den Verfall des Berg-
baues, durch Erdbeben und Kriege herabgekommen.