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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Port-Rush - Portsmouth
Mesnard, Par. 1865). Wegen Verweigerung der >
Anerkennung der päpstl. Bullen gegen den Ianse-
nismus wurden die Nonnen von Port-Royal unter
Ludwig XIV. vielfach gemahregelt, Port-Noyal
1709 aufgehoben und 1710 völlig zerstört. - Vgl.
Reuchlin, Geschichte von Port-Noyal (2 Bde., Hamb.
und Gotha 1839-44); Sainte-Veuve, I^oit-Ro)^!
(7 Bde., 5. Aufl., Par. 1887). s(s. d.).
Port-Nush (spr. rösch), Hafen von Coleraine
Port-Sa'id, Stadt in Ägypten, am Eingänge
zum Sueskanal, am Ostende der Nehrung, die den
Mensalehsee vom Meere trennt, durch Dampftram-
bahn mit Ismailia verbunden, bat (1893) 37000 E.,
darunter etwa 12000 Europäer, meist Franzosen
und Griechen. Die Häuser bestehen meist aus Fach-
werk. Der Außenhafen, 230 IiH Fläche bei 8 in
Tiefe, wird von zwei Molen von 1600 und 2500 m
Länge gefchützt. Auf der Sandnehrung erbebt sich
der 53 ra hohe Leuchtturm. Weiter westlich liegt das
Arabcrviertel. Der Binnenhafen bestebt aus drei
Bassins mit Lagerhäusern u. s. w. 1893 liefen, obne
die Küstenfahrzeuge, P. an: 209 Postdampfer, 390
Handelsdampfer (367 mit Kohlenladung) und
72 Segler. P. ist Sitz des Geueralgouvcrneurs für
den Sueskanal, vieler Konsulate und besitzt Bureaus
aller das östl. Mittelmeer befahrenden Dampfer-
linien. Die Anlage der Stadt auf dem baumlosen
Sande und 40 Kni vom Süßwasser entfernt war
mit großen Schwierigkeiten verknüpft.
Pörtschach am See, Badeort in der österr.
Vezirkshauptmannschaft und dem Gerichtsbezirk
Klagenfurt in Kärnten, an einer Einbuchtung des
nördl. Ufers des Wörthcrsees (440 m) und an
der Linie Marburg-Villach der Osterr. Südbadn,
hat (1890) 402, als Gemeinde 991 E., zablreiche
Landhäuser, warme Seebäder (27° 0.) und wird als
Sommerfrifche besucht. Oberbalb P. die Nuine
Leonstein, gegenüber die alte Kirche Maria-Nörtb.
Portsdown-Hügel (spr. -daun), s. Portsmouth.
Portsea (spr. pöhrtsih), Insel an der Südküste
Englands zwischen dem Hafen von Portsmouth und
dem vonLangston mit der Stadt Portsmouth; auch
Stadtteil des letztern.
Portsmouth (spr. pöhrtsmöth), Municipal-
county und Parlamentsborough (2 Abgeordnete),
stärkste Festung und Hauptseearsenal "Englands,
liegt in der Grafschaft Hamp-
shire nordöstlich von der Insel
Wigbt, im südwcstl. Teil der
Insel Portsea, an dem Eingänge
zu dem herrlichen Portsmout h-
H arbo u r, der, an der südl. Ein-
fahrt nur 1,2 km breit, sich im
Innern bis aus 22 km erweitert,
gegen alle Winde und Stürme ge-
schützt ist und der ganzen engl. Kriegsflotte treff-
lichen Ankergrund bietet. (Hierzu Karte: Ports-
mouth und ^outhampton und Textplan
Portsmouth, S. 284.)
P. setzt sich aus vier Städten zusammen: dem
eigentlichen P. und SouthseaimS., Portsea und
Landport im N., mit insgesamt 159255 E. Zu
diesem Städtekomplex gehört uoch Gosport (s. d.)
jenseit des Meeresarms. P. besitzt zahlreiche Kir-
chen und Kapellen, eine Synagoge, zwei Latein-
schulen, das 1729 gegründete Marinccollegc, eine
Sternwarte, eine Schisfbauschule, ein Athenäum,
ein Theater, eine Kirche des heil. Thomas a Bccket,
neue 5<?ch. Mchedrale, Palast des Gouverneurs,
Stadthaus, Gerichtshaus, Zollamt, verschiedene
Woblthätigkeitsanstaltenlmdausgedebnte Kaserne/?.
Die Stadt P. selbst ist eug, winklig und finster, hat
nur eine hübsche Straße, die High-Street. Portsea
ist besser gebaut. Schön sind die beide Städte um-
ziehenden Wälle mit Ulmenalleen und Aussicht auf
das Hafenleben, auf die Insel Wight und die näch-
sten Küstenpunkte. Die ehemaligen Vorstädte, zum
Teil durch Wiesen und Parks getrennt, sind viel
größer als das alte P. und Portsea, enthalten
bübsche Gebäude und Gärten, am schönsten in
Southsea, das auch vielbesuchter Badeort geworden
ist. Berühmt ist P. dnrch sein Seearsenal mit den
Docks. In Portsea befinden sich die königl. Schiffs-
werften, die 120 Ka. bedecken und alle Anstalten für
den Bau, die Ausbesserung und Verproviantierung
von Kriegsschiffen in großartigem Maßstabe ent-
halten. Auch ist hier das Zahlamt der Marine uud
der Sitz des Hafenadmirals. Südlich von den Docks
liegt das Artillcriearsenal mit Zeughaus für kleine
Waffen, Laboratorium und großen Quais; andere
Marincbauten liegen in Gosport. Die Industrie ist
nur insoweit bedeutend, als sie uumittelbar mit den
Marincetablissements in Verbindung steht. Nicht
ohne Belang ist der Handel, namentlich der Küsten-
Handel. P. ist Sitz eines deutschen Vicekonsuls.
Die Befestigungen der beiden Städte und Gos-
ports sind mit 1115 Geschützen bewaffnet und be-
dürfen zu ihrer Verteidigung einer Garnison von
20 000 Mann. Sie bestehen zunächst in einer En-
ceinte mit Bastionen und Ravclins auf der Land-
seite. Den Eingang in den Hafen verteidigen
Monkton-Castle, südlich von Gosport, und Southsea^
Castle auf Portsea, auf deren Südküste außerdem
uoch die Forts Lumps, Eastney und Cumberland
stehen, die mit den Forts auf den Sandbänken die
im S. belegene Neede Spithead, den gewöhn-
lichen Sammelplatz der zum Auslaufen, zu Ma-
uövern, Revuen u. s. w. bestimmten Flotte, voll-
kommen decken. Eine zweite Enceinte bilden in einer
durchschnittlichen Entfernung von 1,2 km westlich
von Gosport die detachierten Forts Gomer, Grange,
Nowner, Vrockhurft und Elson, und wiederum 3,2km
westlich von Gosport entfernt liegen die Vorfesten
Lee Farm, Forbury und Blackhoufe. Auf den im
N. der Hafcnbai von W. gegen O. hinstreichenden
Portsdown-Hügeln liegen acht durch bedeckte
Gänge verbundene Forts, im W. die Vorfeste Wel-
lington, auf der Nordseite der Insel Portsea, die
durch einen schmalen, überbrückten Meeresarm vom
Festlande getrennt ist, befinden sich die Linien von
Hilsea. Der Umfang sämtlicher Befestigungen be-
trägt über 40 Km. Noch innerhalb der äußern
Werke liegt Fareham (s. d.).
P. war schon zur Zeit der Angelsachsen ein Kriegs-
hafen. Unter Eduard IV. wurden die Befestigungen
begonnen und unter Nichard III. vollendet. Erst
unter Heinrich VIII. errichtete man zu P. das Haupt-
marinearsenal Englands, und unter Eduard VI.
stationierte im Hafen die ganze Flotte. Elisabeth
führte neue Vefestiguugen auf; Karl II. ließ neue
Forts, Werfte u. s. w. anlegen, und seit Wilhelm III.
wurde bis auf die neueste Zeit an der Befestigung
fortgcarbeitet.
Portsmouth (spr.pöhrtsmöth),Orte in den Ver-
einigten Staaten von Amerika; darunter: 1) Haupt-
ort des Cmmty Scioto in Ohio, an der Mündung
des scioto in den Ohio, Endpunkt des Ohio-Erie-
kanals, mit Bahnen nach dni Richtungen, Hoch-