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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Prutz (Robert Eduard) - Przemysl
Kreuzzüge" (Heft 1, ebd. 1876), "Die Besitzungen
des Deutschen Ordens im Keiligen Lande" (Lpz.
1877), "Geheimlehre und Geheimstatuten des Tcm-
pelherrenordens" (Berl. 1879), "Kulturgeschichte der
Kreuzzüge"(ebd.1883),((Staatengeschichtc des Abend-
landes von Karl d. Gr. bis auf Maximilian" (2 Bde.,
ebd. 1885 - 87, in Onckcns "Allgemeiner Geschichte
in Einzeldarstellungen"), "Entwicklung und Unter-
gang des Tempelherrenordens" (ebd. 1888); für
den von ihm und Herm. Schiller herausgegebenen
"Leitfaden für den geschichtlichen Unterricht in den
obern Klassen höherer Lehranstalten" (3 Tle., ebd.
1891) bearbeitete P. das Mittelaltcr und die Neu-
zeit; ferner lieferte er Teil 2 und 3 von der "Ge-
schichte des Mittclaltcrs" (ebd. 1892) in Grotes
"Allgemeiner Weltgeschichte", gab die "Reiserech-
nungen von Heinrich von Derbys Preußenfahrten
1390-91 und 1392" (Lpz. 1893) heraus und ver-
öffentlichte "Die königl. Albertus-Universität zu
Königsberg" (Köniasb. 1894).
Prutz, Robert Eduard, Dichter, Ästhetiker und
Historiker, geb. 30. Mai 1816 zu Stettin, studierte
1834-38 Philologie, Philosophie und Geschichte zu
Berlin, Vreslau und Halle und begann seine litterar.
Thätigkeit mit Beiträgen zu den "Halleschen", dann
"Deutschen Jahrbüchern". Seit 1840 in Preußen
von der Polizei gemasiregelt, wandte er sich erst nach
Dresden, dann nach Jena, von wo er, 1843 ausge-
wiesen, nach Halle ging. Erst 1846 erhielt er zu
Berlin die Erlaubnis zu litterarhistor. Vorlesungen,
muhte aber diese gleich nach dem ersten Vortrage
wieder einstellen; dagegen wurden seine Vorlesun-
gen über die Geschichte der Entwicklung des deut-
ichcn Theaters stark besucht. 1847 übernahm er die
dramaturgische Leitung des Hamburger Stadtthea-
ters, wo er "Dramaturgische Blatter" erscheinen
ließ; doch gab er diese Stellung bald auf. Er pri-
vatisierte erst in Hamburg, dann in Dresden, wo er
nach Ausbruch der Februarrevolution Vorträge über
die neuesten Zeitereignisse hielt. Hierauf begab er
sich im März 1848 nach Berlin, ging aber nach Ein-
tritt der Novemberkatastrophe nach Stettin, bis er
Ostern 1849 als außerord. Professor der Litteratur-
geschichte nach Halle berufen wurde. Aus diefer
Stellung schied er 1859 und siedelte nach Stettin
über, wo er 21. Juni 1872 starb.
Einen Namen machte sich P. zuerst durch seine
Monographie "Der Göttinger Dichterbund" (Lpz.
1841). Dieser folgte die unvollendet gebliebene "Ge-
schichte des deutschen Journalismus" (Bd. 1, Han-
nov. 1845), dann die "Vorlesungen über die Ge-
schichte des deutschen Theaters" (Berl. 1847),
"Vorlesungen über die deutsche Litteratur der Ge-
genwart" (Lpz. 1847), "Zehn Jahre. 1840-50.
Geschichte der neuesten Zeit" (Bd. 1 u. 2, ebd. 1850
-57) und das "Taschenbuch der neuesten Geschichte"
(1. Jahrg. 1849; Dessau 1851). 1851 begann er
mit Wolfsohn das "Deutsche Museum" (Leipzig), eine
Wochenschrift, die er seit Okt. 1851 allein und 1866
-67 mit K. Frenzel redigierte. Schon 1841 waren
seine "Gedichte" erschienen, denen "Neue Gedichte"
iMannh. 1843) sowie "Dramat. Werke" (4 Bde.,
Lpz. 1847-49) solgten. In dem Lustspiel "Die
polit. Wochenstube" (Zur. 1843) lieh er in Aristo-
phanischer Weise der freiesten Laune die Zügel
schießen. In der Folgezeit wandte sich P. dem Roman
zu und veröffentlichte auf diesem Gebiete: "Die
Schwägerin" (Dessau 1851), "Das Engelchen"
(3 Bde., Lpz. 1851), "Der Musikantenturm" (3 Bde.,
ebd. 1855), "Helene" (3 Bde., Prag 1857) und
"Oberndorf" (3 Bde., Lpz. 1862). Von seinen spätern
Arbeiten sind die litterarhistor. Schriften über "Lud-
wig Holbcrg" (Stuttg. 1858) und "Die deutfche
Litteratur der Gegenwart. 1848-58" (Lpz. 1859;
2. Aufl., 2 Bde., ebd. 1860), die Poet. Sammlungen
"Aus der Heimat" (ebd. 1858), "Aus goldenen Ta-
gen" (Prag 1861), "Herbstrosen" (Münch. 1865),
"Stimmen der Liebe" (Berl. 1868) und "Buch der
Liebe" (Lpz. 1869) hervorzuheben.- Vgl. Gott-
schall, Robert P. Ein litterar. Essay (in "Unsere
Zeit", Lpz. 1872).
p. r. v., auf Visitenkarten Abkürzung für pour
r6när6 vi8it6 (frz.', d. h. um Besuch zu machen).
^t>. ll., hinter lat. naturwissenschaftlichen Na-
men Abkürzung für Maximilian, Prinz von Wicd
Prymno, der 261. Planetoid. ^(s. d.j.
Prytaneion (lat. Prytaneum), in den alt-
gricch. Städten ein etwa unserm Rat- oder Stadt-
haus entsprechendes, zugleich aber den religiösen
Mittelpunkt bildendes Gebäude, in welchem die
Prytanen, d. h. die regierende Behörde, sich
versammelten. Der Name erscheint bald für die
Oberbeamten, bald für einen Ausschuß des Rates
(Bule). In Athen finden sich in älterer Zeit die
Prytanen der Naukrarien (s. d.), seit Kleisthenes'
Reform die Prytancn der Vule (s. d.): 50 Mitglieder
je einer der 10 Phylen, die während eines Zehntels
des Jahres (gewöhnlich 35 Tage) als Ausschuß der
Bule die Geschäfte führten und in der Bule und
Volksversammlung präsidierten. Sie standen wieder
unter einem täglich wechselnden Obmann (Epista-
tes), später unter Vorsitzenden (Proedroi). Ihr
Amtslokal war seit Kleisthenes die sog. Tholos, ein
Rundbau am Markt; dort speisten sie auch gemein-
sam. Der religiöse Mittelpunkt Athens blieb aber
das alte P. am Nordabhang der Burg. Hier fand
auch die Speisung der Ehrengäste des Senates
(Gesandter, besonders verdienter Bürger) statt. Die
lebenslängliche Speisung im P. gehörte zu den
größten Ehren, die eine Stadt verleihen konnte.
In jedem P. befand sich der der Hestia geweihte
heilige Herd der Stadt, auf welchem ewiges Feuer
unterhalten wurde.
Przemsza (spr.pschemscha), Nebenfluß der Weich-
sel, entsteht in Polen aus den beiden Quellen
Czarna P. und Viala P., bildet auf eine längere
Strecke die Grenze zwischen Schlesien und Galizien
und mündet^unterhalb Zabrzeg.
Przemysl (spr. psche). 1) Bczirkshauptmann
schaft in Galizien, hat 1001,69 qkm und (1890)
121383 (63572 männl., 57 811 weibl.) ruthen. und
poln. E. in 103 Gemeinden mit 250 Ortschaften und
106 Gutsgcbieten, umsaßt die Gerichtsbezirke Du-
biecko, Nizankowice, P. - 2) Stadt und Sitz der Be-
zirtshauptmannschaft, cincs Krcisgerichts, Bezirks-
gerichts (641,99 ykm, 83048 E.), röm.-lath. Bischofs
24. Infanterietruppendivision, der 47. und 48. In-
fanterie- und der 10. Artilleriebrigade, liegt am
Flusse San, beim Austritt desselben aus dem Ge-
birge, an den Linien Krakau-Lemberg und P.-Mezö
Laborcz (163 km) der Osterr. Staatsbahnen und hat
(1890) 35209 meist poln. E., darunter ein Drittel
Israeliten, in Garnison das 10. Infanterieregiment
"Oskar II. Friedrich, König von Schweden und
Norwegen", 3 Bataillone des 45. Infanterieregi-