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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Punktiermanier - Punzen

bringt und zählt, dann den Zahlen gewisse Bedeutungen beilegt, um daraus nach gewissen Regeln verborgene und zukünftige Dinge zu erforschen. Diese Art der Weissagung wird von den Arabern hergeleitet, die die Punkte mit einem Stab in den Sand oder in die Erde zu machen pflegten, weshalb die P. auch Geomantie (d. i. Weissagung aus der Erde) genannt wurde. Die Regeln der noch heute sehr beliebten Kunst finden sich in den sog. Punktierbüchern.

Punktiermanier, s. Kupferstechkunst (Bd. 10, S. 819 b).

Punktiermaschine, s. Bildhauerkunst.

Punktion (lat., das "Stechen"), in der Chirurgie die Durchtrennung der Weichteile vermittelst spitzer und stechender Instrumente, um Aufschluß über Beschaffenheit und Widerstand der tiefer gelegenen Teile zu erhalten oder widernatürlich angesammelte Flüssigkeiten oder Gase aus denselben zu entfernen, handelt es sich dabei um die künstliche Eröffnung einer Körperhöhle (Brust- oder Bauchhöhle, Harnblase, Herzbeutel), so nennt man die Operation auch Paracentese. Man führt die P. je nach dem beabsichtigten Zweck entweder mit einem schmalen spitzen Messer oder dem Trokar (s. d.), oder mit langen stählernen Nadeln (s. Akupunktur) aus und bedeckt nach der P. die kleine Wunde mit Heftpflaster oder einem antiseptischen Verbande.

Punktkorallen, soviel wie Milleporidae (s. d.).

Punktur (lat.), Stich. - über P. im Buchdruck s. Buchdruckerkunst (Bd. 3, S. 663 b).

Puno, Departamento im Südosten der Republik Peru, zählt auf 52 301 qkm (1876) 256 594 E., welche besonders Viehzucht, am Titicacasee auch Ackerbau und etwas Bergbau treiben. Schneebedeckte Gebirgszüge der Anden bedingen ein kaltes Klima. Im Norden, in der Waldregion, fließen die Gewässer zum Rio Inambari, im Süden zum Titicacasee, auf dem die Grenze gegen Bolivia verläuft. - Die Hauptstadt P. oder Concepcion de P., an dem westl. Busen des Titicacasees, 3824 m ü. d. M., durch Eisenbahn über Arequipa mit Mollendo und mit Sta. Rosa und Cuzco verbunden, hat (1890) 5000 E. und lebhaften Transithandel nach Bolivia. Der ehemals bedeutende Bergbau, namentlich auf Silber, hat ganz aufgehört.

Punsch, ein allgemein verbreitetes Getränk, das nach Europa gegen Ende des 17. Jahrh. aus Ostindien gelangte, wo die dort ansässigen Briten nach dem Bericht Fryars ("New account of East-India and Persia", Lond. 1697) es aus fünf Bestandteilen (daher der Name, engl. punch, vom sanskr. pantscha, fünf): Arak, Thee, Zucker, Wasser und Citronensaft bereiteten. Das Getränk wird meist warm genossen, doch auch kalt als sog. Schwedischer P. Das Wasser wird bei der Bereitung oft ganz oder zum Teil durch Wein ersetzt (Weinpunsch).

Punsch (engl. Punch, d. i. ein jeder kurze dicke Gegenstand), eine besondere Rasse von Gebrauchspferden, die sich durch gedrängten, stämmigen Körperbau auszeichnen und sich vermöge ihrer starken Glieder besonders zur Landarbeit eignen, z. B. die Suffolk-Punches, Clydesdale-Punches u. a.

Punschpflanze, s. Lippia.

Punta, span. Name für Spitze, Bezeichnung von Vorgebirgen, z. B. La P. de Europa, die Südspitze von Gibraltar, La P. Marroqui, die Südspitze von Tarifa u. a.

Punta-Arenas, offiziell Villa de Punta, Hauptort des chilen. Territorio Magallanes, der einzige Freihafen Chiles, mit (1888) 922 E., liegt unter 53° 10' südl. Br., in einer ebenen Gegend, in der Kohl, Erbsen, Kartoffeln, Roggen und Gerste gedeihen, und in der Nähe schöner Wälder, deren Holz nach den Falklandinseln verschifft wird. Auch werden viele Pelzrobben gefangen. P. ist wichtig als Halteplatz der zahlreichen durch die Magalhãesstraße fahrenden Dampfer.

Punta-Arenas, Hauptausfuhrhafen der mittelamerik. Republik Costa-Rica, auf niedriger sandiger Landzunge am östl. Ufer des Golfs von Nicoya, Sitz eines deutschen Vicekonsulats, Station mehrerer Dampferlinien, ist westl. Endpunkt der fast vollendeten Überlandbahn zum Atlantischen Ocean, hat (1892) 2538 E. und führt Kaffee, Kautschuk, Häute und Felle, Hölzer, Schildpatt und Silber aus. Das Klima ist heiß und ungesund.

Pünte, ein flacher viereckig gebauter Flußkahn mit 1-2 Masten und Rahesegeln. Eine Spitzpünte, ebenfalls, wie die P., in der Emsgegend gebräuchlich, ist ein kielgebauter Küstenfahrer bis zu 150 t Größe mit Kuttertakelung, der Nord- und Ostsee befährt; man nennt sie auch häufig kurzweg P. - Über P. in der Befestigungskunst s. Bastion.

Punto de Galle, soviel wie Point-de-Galle.

Puntormo, florentin. Maler, s. Pontormo.

Punzen oder Bunzen, kleine stählerne Werkzeuge in Form von Stäbchen, deren meist fein polierte Endfläche dem speciellen Zweck entsprechend verschieden geformt ist und die, auf das Arbeitsstück gesetzt, mit dem Hammer eingeschlagen werden. Man gebraucht die P. entweder, um auf dünnem Blech Durchbiegungen zu erzeugen, d. h. Vertiefungen, die auf der entgegengesetzten Seite erhaben erscheinen, also zum Treiben (s. d.), Ciselieren (s. d.), oder um kleine Vertiefungen auf stärkerm Metall hervorzubringen, wobei das letztere nicht ausgedehnt, sondern nur zusammengedrückt, mithin auf der Rückseite der Form nach nicht verändert wird. Je nach der Gestalt des wirkenden Teils unterscheidet man insbesondere für die Arbeit des Treibens zahlreiche Arten von P., deren wichtigste nachstehend angeführt sind. Der Ziehpunzen dient dazu, die Umrisse einer Zeichnung, überhaupt fortlaufende Linien einzudrücken; das Ende desselben bildet eine durch zwei zusammenstoßende Facetten erzeugte, stumpfwinklige Kante, die entweder geradlinig oder C-förmig gekrümmt ist; ist diese Kante nicht poliert, so wird das Werkzeug matter Ziehpunzen genannt. Der Lupferpunzen mit schmaler, der Breite nach konvex gerundeter Fläche wird zur Bildung rinnenartiger Eindrücke, Kannelierungen, benutzt. Der eigentliche Mattpunzen hat eine ovale Fläche, die, mit kleinen unregelmäßigen Spitzen dicht bedeckt, rauh gemacht ist, um auf dem Arbeitsstück ein feines Matt, Staubmatt, hervorzubringen und so entweder einzelne Teile der Zeichnung selbst oder den Grund, auf dem die glänzende Zeichnung hervortritt, gleichmäßig matt erscheinen zu lassen. Der grobe Mattpunzen, Krauspunzen oder Frisoir trägt auf seiner Fläche kleine halbkugelige Vertiefungen. Der Haarpunzen mit fein gestreifter Endfläche, die je nach der beabsichtigten Formgebung länglich viereckig, kreisrund, oval, herzförmig, eben, konvex, konkav oder cylindrisch ausgeführt ist; der Perlenpunzen, dessen Ende eine Höhlung von der Gestalt eines Kugelabschnitts darstellt; der Rosenpunzen zur Erzeugung von Rosetten; der Grainpunzen mit gerader oder wenig konvexer kreisrunder oder ovaler