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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Purpurin (Glasmasse) - Puschkin
stitution nach ein Trioxycmthrachinon. Es krystalli-
siert in orangefarbenen Nadeln, welche trocken bei
253° schmelzen und schon bei 150° sublimieren.
Purpurm, Glasmasse, s. Hümatinon.
Purpurkarmin, soviel wie Murerid (s. d.).
Purpurlack, soviel wie Krapplack (s. Krapp).
Purpurlicht, ein sich ungefähr 15 Minuten nach
Sonnenuntergang am Westhimmel in der Sonnen-
richtung etwa 16° über dem Horizont plötzlich bil-
dender purpurn gefärbter Fleck, dort, wo vorher ein
gelblicher, heller Fleck während des Sonnenunter-
gangs entstanden war. 9 Minuten nach seinem
Sichtbarwerden erreicht dieser Fleck seine grüßte
Helle und verschwindet nach weitern 9 Minuten.
Das Ende findet also eine halbe Stunde nach
Sonnenuntergang statt. Unter günstigen Verhält-
nissen bildet sich 40 Minuten nach Sonnenunter-
gang ein zweites, schwächeres P., das bis über eine
Stunde nach demselben andauert. Man schreibt die
Ursache dieser P. Schichten aus sehr feinen gleich-
großen und gleichmäßig verteilten Körperchen zu,
bei deren Durchstrahlung eine Beugung des Sonnen-
lichts stattfindet. Wesentlich soll hierbei auch das
Vorbandensein von Cirrusschichten sein, weshalb
die Entwicklung des P. hauptsächlich in den Ge-
bieten von Anticyklonen vorkommen soll. Die auf-
fallenden Lichterscheinungen im Winter 1883/84
waren hauptsächlich durch starke Entwicklung des
P. charakterisiert und wurden den Staubmassen zu-
geschrieben, die namentlich die Krakataukatastrophe
1883 in die höchsten Luftschichten gefüdrt hatte.
Purpurolem, ein roter Stoff, der in den Sten-
geln von 801'^iuni LNeckkrawin ^e?s. enthalten ist.
Purpurfäure, s. Murexid.
Purpurschnecken (^ui-purid^s), Familie der
Kammkiemer (s. d.) mit dickwandiger, meist ovaler
Schale, kurzem Gewinde und in der Regel weiter,
offener letzter Windung. Die bekannteste Gattung
(lurpura) bewohnt in 140 Arten besonders die
wärmern Meere, eine Art (^urpura laMwg ^.)
geht bis in die Nordsee, wird 3,5 cm doch, die dicke
Schale ist gerippt, grünlichgelb und oft mit weißen
Bändern. In diese Familie gehören auch die Igel-
schnecken (s. d.). Es waren weniger die P. als die
Stachelschneckcn (s. d.), die den Alten den Purpur
lieferten. säuren.
Purpurschwefelsäure, s. Indigblauschwefel-
Purree (engl., spr. pörrih), Purreefäure,
Purren, s. Aufpurren. ^s. Euxanthinsäure.
Pürschen, s. Birschen.
^/7'6/i., s. ^,'F/l.
Purulönt (lat.), eiterig; Purule'nta, Eiter
erzeugende Mittel; Purulönz, die Eiterung, das
Eitern; Purulesce'nz, die Vereiterung.
Purus, rechter Nebenfluß des Amazonenstroms,
entspringt unter 11" südl. Vr. in der Waldregion
am östl. Abbang der peruan. Anden, flieht stets in
nordöstl. Nichtung, berührt Volivia, tritt in Brasi-
lien cin, durchströmt Amazonas in gewundenem
Lauf und nnvu'det in vier Armen. Der P. hat über
3100 km Länge und ist bis nach Peru, 7° 4' 2" südl.
Br., für große Dampfer, von da an für solche von
1,2 m Tiefgang schiffbar. Brasil. Dampfer expor-
tieren namentlich Kautschuk. Unter den Indianer-
stümmen, welche die Ufer bewohnen, sind die Puru,
westlich vom untern P., zu nennen.
Purworedjo, Hauptort von Bagelen (s. d.).
?U8 (lat.), der Eiter (s. d.).
Pu-San-kai, Stadt auf Korea, s. Fusan.
Pufchkar oder Puhkar, engl. Pushkur, Po-
khur, Wallfahrtsort und See im indobrit. Kom-
missariat Adschmir-Merwara ff. d.), 26° 30'nördl. Br.
und 74° 36' östl. L., ist die einzige Stadt Ostindiens,
die einen Tempel Brahmas besitzt. Kein lebendes
Wesen darf innerhalb der Stadt getötet werden.
Im Oktober-November findet ein großer Jahrmarkt
statt, zu welckem etwa 100000 Pilger zusammen-
strömen. Die ständige Bevölkerung beträgt 3750 E.,
meist Vrahmanen.
Puschkin, Alexander Sergejewitsch, russ. Dich-
ter, geb. 26. (14.) Mai 1799, stammte aus einer
alten Adelsfamilie, mütterlicherseits von dem Moh-
ren Peters d. Gr. Abram Kannibal. Seine erste
mangelhafte Erziehung erhielt er im Elternhause.
1811 kam er auf das neue Lyceum von Zarskoje-
Selo. Aus der Schulzeit stammen 50 der sog. "Ly-
ceumsgedichte". 1817trat er beim Auswärtigen Amt
ein, wurde aber 1820 wegen unvorsichtiger Äuße-
rungen aus Petersburg nach Südruhland an die
Kanzlei des Oberprokurators der südruss. Kolonisten
versetzt. Unterwegs erkrankte er, besuchte zu seiner
Herstellung ein Bad am Kaukasus und ging dann
nach seinem Bestimmungsort Kischinew in Vessara-
bien. Sein auf dem Lyceum begonnenes romanti-
sches Epos "Ruslan und Ljudmila" erschien Peters-
burg 1820 und fand neben begeisterten Anhängern
scharfe Tadler bei der pfeudoklassischen Partei. P.s
dichterische Thätigkeit der nächsten Jahre war sehr
mannigfaltig. Außer lyrischen Gedichten schrieb er,
von Byron beeinflußt, den "Gefangenen im Kauka-
sus" (1821; gedruckt Petersb. 1822), den "Spring-
brunnen von Vachtschisaraj" (1822; gedruckt Mosk.
1824), "Die Rüuberbrüder" (1822; gedruckt Mosk.
1827) und "Die Zigeuner" (1824). 1823 kam er in
^ die Kanzlei des Generalgouverneurs Grafen Woron-
zow in Odessa, wo die ersten Kapitel des Romans
"Iewgenij Onjegin" entstanden (Kap. 1, gedruckt
Petersb. 1825). 1824 wurde er verabschiedet und
! auf sein mütterliches Gut Michajlowskoje (Gouverne-
! ment Pskow) verbannt; hier dichtete er das zweite
l Kapitel des "Onjegin" (gedruckt Mosk. 1826), die
Tragödie "Boris Godunow" (gedrucktPetersb.1831),
vollendete die "Zigeuner" (gedruckt Mosk. 1827) und
schrieb das komische Epos "Graf Nulin" (gedruckt
Petersb. 1827). 1826 wurde er amnestiert und zum
^ Kaiser nach Moskau bcschieden, der ihn von da ab
unter seine eigene Censur und die Aufsicht des Gen-
darmeriechcfs Grafen Benckenoorff stellte. In Mos-
kau arbeitete er am "Onjegin" weiter und wurde
Mitarbeiter an Polewojs "Telegraph", besonders
aber an Wencwitinows "Moskauer Boten", in dem
1828 die 1826 gedichtete "Scene aus Faust" erschien.
1826 war in Petersburg die erste Ausgabe seiner
Gedichte ersckiencn (cin Band). 1829 erschien daselbst
eine zweite Ausgabe in zwei Bänden, in demselben
Jahre das epische Gedicht "Poltawa" (Petersb.
! 1829). 1829 reiste P. zur russ. Armee in den Kauka-
! sus (Beschreibung und Rcise u. d. T. "Reise nach
z Erzerum während des Feldzugs 1829"; gedruckt
^ 1836). 1830 erhielt er von seinem Vater das Gut
Voldino zur Bewirtschaftung. Dort vollendete er
z den "Onjegin" (erste vollständige Ausg., Petersb.
! 1833) und schrieb die dramat. Scenen "Der geizige
Ritter", "Mozart und Salieri", "Das Gastmahl
während der Pest", "Der steinerne Gast", die Poet.
Erzädlung "Das Häuschen von Kolomna", fünf
Novellen (die "Erzählungen Bjelkins", gedruckt Pe-
tersb. 1831), die "Cbronik des Dorfs Gorochino" und