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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Qualitativ - Quantität
eigentümliche Gestaltung des Größenbegrisss, die
intensive Größe, notwendig, um dadurch zugleich
die Q., nämlich den Grad derselben, zu denken
is. Größe). Dies Streben der modernen Wissenschaft
ist in der That der Grundrichtung der Aristotelischen
Philosophie gerade entgegengesetzt; kaum an einem
andern Punkte hat sich der Gegensatz der modernen
gegen die aristotelisch-scholastische Naturansicht so
scharf ausgesprochen wie in dem Kriege, den das
17. Jahrh, gegen die Q. führte.
Hua1ita3 occulta. (verborgene Q.) nannte man
die Einführung besonderer Grundeigenschaften der
Dinge für jede Erscheinung an denselben, für die
man keine Erklärung wußte, wie wenn man z. V. die
Erscheinung, daß Opium einschläfert, durch eine dem
Opium nun einmal eigentümliche "einschläfernde
Kraft" (vi8 äoi-niitiva) erklären würde.
Q. der Ware ist zum Unterschied von Quan-
tität (s. d.) die Beschaffenheit einer Ware nach ihrer
Güte, ihren Vorzügen oder Mängeln, bei den nach
der Gattung gehandelten Waren (s. Gattungskauf)
im Vergleich zu andern Waren derfelben Gattung.
Waren verschiedener Gattung (3. V. Sommer- oder
Winterrübsen, Bordeaux- oder Burgunderwein)
sind nicht Waren verschiedener Q., sondern andere
Waren. Das ist wichtig wegen der Untersuchungs-
und Anzeigepflicht beim Distanzkauf (s. d.). Für die
Rüge, es sei eine andere Ware geliefert als verkauft,
ist die Frist der Mängelanzeige (Handelsgesetzbuch
Art. 347) nicht vorgeschrieben. Die vertragsmäßige
oder gesetzliche Q. ist maßgebend für die Empfang-
barkeit (s. d.) der Ware und für die Ansprüche des
Käufers an den Verkäufer (s. Gewährsmängel).
Qualitativ, der Qualität, Beschaffenheit nach.
Qualitätseifen, zur Herstellung tadellosen
Schmiedeeisens taugliches Roheisen.
Quallen, verschiedene freifchwimmende, solidäre
Cölenteraten (s. d.), nämlich die Rippenquallen (s. d.),
die Geschlechtstiere der Hydroidpolypen (s. d.) und be-
sonders die eigentlichenQ. oderAkalephen(s.d.).
Man teilt die eigentlichen Q. ein in: 1) Becher-
qu allen, becherförmig, mit vier, durch Scheide-
wände getrennten Magentafchen und acht kolben-
förmigen mit Tentakeln befetzten Fortsätzen des
Schirmrandes. Sie können sich frei bewegen, setzen
sich aber meist mit dem Scheitelpol fest. Hierher ge-
hört die pyramidenförmige Bechcrqualle (I^icKi-nNi-ia
p^i-ainiäNliä Äaeck., s. Tafel: Quallen, Fig. 5).
2) Beute lqu allen (N^upialiäae), höbe Q. von
Beutelform mit vier lappcnartigen Fortsätzen am
Schirmrande, vier bedeckten Ranokörperchen (s. d.)
und vier geräumigen, durch schmale Scheidewände ge-
trennten Magentaschen. Hierher gehört die gemeine
Veutelqualle des Mittelmcers (OnÄi-^äell maräu-
1)iHli3 1^,-. et ^65., Fig. 3). 3) Schirm au allen
(viZcopIioi-a), schirmförmig, meist achtstrahlig, mit
gelapptem Schirmrande und meist 8, selten 12 oder
16 tiefliegenden Randkörperchen, in der Regel mit vier
geräumigen Magentaschen. Sie haben entweder eine
einfache, große centrale Mundöffnung (Nonosto-
IN6K6, hierher die, auch in der Ostsee häufige ge-
meine Ohrenqualle, ^ni-elia. aurita /^., Fig. 1, und
die Goldqualle des Mittelmeers, (^ir^aora. weäi-
teri-NNOI. ^e?'. ei ^es., Fig. 2) oder acht Mundarme
mit vielen Säugöffnungen (so die gemeine Seelunge
oder Wurzelqualle, Rbi^ostoinH pulmo !>., Fig. 4).
Quallenfischchen, s. Akalephen.
Quallenpolypen, s. Hydroidpolypen.
Quän,Geldgröße,s.Dong; Q.,Gewicht,s.Kwan.
yuanÄ lnslns (frz., spr. kang mähm), selbst im
äußersten Fall, trotz alledem.
(lat.), "zuweilen schläft (ist unachtsam, begeht einen
Fehler) auch der gute Homer", Citat aus Horaz'
"^1-8 postier" (Vers 359).
Quandt, Joh. Gottlob von, Kunsthistoriker, geb.
9. April 1787 zu Leipzig, machte mehrere Reisen
nach Italien, lebte später in Dresden, dann auf
seinem Gute Dittersbach bei Stolpen, wo er 18. Juni
1859 starb. Er veröffentlichte: "Streifereien im Ge-
biete der Kunst" (3 Tle., Lpz. 1819), "Entwurf zu
einer Geschichte der Kupferstechkunst" (ebd. 1826),
"Briefe aus Italien" (Gera 1830), "Vorträge über
Ästhetik" (ebd. 1844), "Briefe aus Spanien" (ebd.
1853). Auch lieferte Q. eine gute Übersetzung von
Lanzis "Geschichte der Malerei in Italien" (3 Bde.,
Lpz. 1830-33). - Vgl. Uhde, Goethe, I. G. von Q.
und der Sächsische Kunstverein (Stuttg. 1878).
Quango, Nebenfluh des Kassai, s. Kuango.
Quänon, Instrument, s. Känün.
Quantin (spr. kangtäng), Albert, franz. Buch-
drucker und Buchhändler, geb. 18. Jan. 1850 in
Brchsmont (Depart. Indre-et-Loire), übernahm
1876 eine 1824 gegründete Buchdruckerei in Paris,
mit der er nun auch Verlag sowie 1880 Kupfer-
druckerei und fpäter noch Phototypie verband. Das
Geschäft ging 1886 an eine Aktiengesellschaft (Firma
"Naiäon yuantin") über und bildet seit 1890 einen
Teil der "I^idriliriLZ-Iin^rimerieZ reunikä", die in
dem genannten Jahre errichtet wurden durch Ver-
einigung von vier Geschäften (Q., Motteroz, Mar-
tinet und Morel), deren jedes aber seinen eigenen
Betrieb behalten hat, in den Händen einer Aktien-
gesellschaft mit 5 Mill. Frs. Grundkapital unter
Leitung von Henry May (für den Buchhandel) und
Claude Motteroz (für den Buchdruck). Der Verlag
der "^nciknnß N3.18011 tznantw" umfaßt kunst-
histor. und kunstgewerbliche Werke, Luxusausgaben,
die Werke von Victor Hugo, Flaubert, Reisewerke,
Unterrichts- und Geschenkbücher, "^imuiiire äs 1a.
?i-6836 krÄiihÄi86" u. a.
Quantität (lat.), Menge, Größe, der Begriff
des Wieviel und Wiegroß, als einer der fundamen-
talsten Erkenntnisbegriffe von Aristoteles wie von
Kant in das System der Kategorien (s. d.) aufge-
nommen (s. Gröye; vgl. auch Quantum). In der
Logik versteht man unter Q. der Urteile den Geltungs-
bereich derselben, nämlich ihre Geltung entweder
von dem ganzen Umfang des Begriffs, unter dem
das Subjekt gedacht wird, oder bloß von einem Teile
seines Umfangs, oder nur von einem einzelnen
Exemplar (Individuum). Urteile von der Form
"Alle ^ sind V" heißen allgemeine (universale),
solche von der Form "Einige ^ sind D" besondere
(partikulare), solche von der Form "Dieses ^.ist
Z" einzelne (singulare).
In der Grammatik ist Q. die Dauer eines
Sprachlautes, gewöhnlich eines Vokals. Man unter-
scheidet kurze und lange Vokale, z. V. e kurz, e lang
lwobei für die Länge die doppelte Zeitdauer der
Kürze gerechnet wird), auch überkurze (mittelzeitige,
halblange) und überlange Vokale.
Im Handel bezeichnet Q. die Menge, das Maß,
das Gewicht, die Stückzahl der gehandelten Ware.
Quantitätsmängel unterliegen beim Distanzkauf für
die Regel nicht der Vorschrift dcr Anzeige innerhalb
der für Qualitätsmangel (s. Qualität) vorgeschriebe-
nen Frist. Doch können die Quantitätsmängel wegen