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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Quartaliter - Quarto Sant' Elena
jabrs-, Ost er-, Johannis-, Micbaelisquartal) oder
auch durch die Quatcmber (s. d.) begrenzt wird.
Vei den Innungen wurden die regelmäßigen Ver-
sammlungen, in denen vierteljährlich die Aufdingung
und Lossprechung der Lehrlinge, die Zulassung zum
Meisterrecht, Prüfung der Innungsreämungen vor-
genommen und allgemeine Handwerksangelegen-
heiten besprochen wurden, Q. genannt. Gnaden-
auartal, auch Sterbequartal, ist das auf den
Sterbemonat eines im Dienste oder wäbrend einst-
weiligen Ruhestands verstorbenen offentliHen Be-
amten oder Geistlichen folgende Vicrteljabr, für
welches der Gehalt den Hinterbliebenen (so namcnt-
lick nach dem Rcichsbeamtengesetz vom 31. März
1871), den Erben eines kath. Pfarrers gezahlt wird.
(S. Gnadengcnuß und Gnadenzeit.) Die Hinter-
bliebenen eines pensionierten Reichsbeamten erbal-
ten eine Monatspcnsion. liäbrlick.
Quartaliter (nculat.), quartalweise, viertel-
Quartan(lat.), viertägig, aller vier Tage wieder-
kehrend ; Quartansieber,s. Fieber (Bd. 6, ^.777a).
Quartant (neulat.), ein Buch in Quartformat.
Quartär, seltener Quaternär, die jüng-
sten, also posttertiärcn Ablagerungen der Erdrinde,
nämlich das Diluvium (s. d.) und 3llluvium (s. d.).
(S. Geologie.)
Quartarius, Maß - "/^ Modius (s. d.).
Quartation (neulat.), s. Goldscheidung.
Quarte (lat.; grch. Diatessaron, d.b. durck
vier), in der Musik ein Intervall von vier Stufen:
cs erscheint rein (vollkommen), übermäßig und ver-
mindert. Die reine oder vollkommene Q. (c-f,
A-c) besteht aus zwei ganzen Tönen und einem
halben, die übermäßige Q. aus drei ganzen To-
nen (daher Tritonus genannt, k-1i), die vermin-
der t e Q. aus einem ganzen und zwei halben Tonen
(Fiz-c). Die Tonleitern der Griechen setzten sich aus
verschiedenen Reihen der Q., den Tetrackorden, zu-
sammen; die Q. ist daher historisch wichtig als die
Grundlage der ältesten Svsteme der Musik. - Auf
der alten fünfsaitigen Violine hieß die a-^aite Q.
Quartel, Maß, s. Quart.
Quarter (d. i. Viertel), der Name eines Getreide-
maßes und eines Handclsgewichts in England. Das
Getreidequarter (Iinpslilii ^nai-ter), das hauptsäch-
lichste engl. Maß für Getreide, Sämereien, Salz,
Kalk u. st w., hat 64 Gallons und ist ^ 290,791.
Das Gewichtsquarter ist ein Viertel des Ilunäreä-
weiZIit oder engl. Centners und hat 28 engl. Pfd.
Handelsgewicht (avoiläupois) - 12,?o ^F.
Quarterdeck, s. Deck.
Yua.rtsr1^ Nevis^v, Iiis (spr. rlwjuh), eng-
lische in London erscheinende Viertcljadrsschrift
für Litteratur und Politik (konservativ). Auflage:
14000; Verleger: John Murray; Redacteur (feit
1894): 3iowland E. Prothero. Die y. Ii. wurde 1809
von Tories gegründet und der whiggistischen "^äin-
dui-Fli I<6vi6>v" entgegengestellt; nebst dieser ist sie
die angeschenste ViertelsahrsschM Englands, na-
mentlich durch ihre Artikel auf dem Gebiet der Litte-
ratur ausgezeichnet.
Quarteröuen (span. cuai-tei-on), s. Farbige.
Quartett (ital.), im allgemeinen jedes für vier
Stimmen gesetzte Ton stück, im engern Sinne beson-
ders seit Ios. Haydn jede für zwei Violinen, Bratsche
und Violoncello berechnete, sonatenförmige, aus drei
bis vier Sätzen bestehende Komposition. Zur Unter-
scheidung von dem Q. sür Singstimmen nennt man
das Q. für Instrumente auch Quatuor. Im Or-
chester werden die vereinigten Partien der Violinen,
Violen, Violoncelle und Kontrabässe ebenfalls Q.
(Streichquartett) genannt. Das Q. für Sinastim-
men kann ein einfaches vierstimmiges Lied (Vokal-
quartett) oder auch breiter ausgeführt und mit
Instrumentalbegleitung versehen sein (in Opern,
Oratorien, Kantaten u. s. w.); wird es nur von
männlichen Stimmen gesungen, i'o heißt es Männer-
quartett. Das Q. oder die kunstmäßige Vereini-
gung von vier Stimmen bildet den Mittelpunkt
der harmonischen Komposition.
Quartidl, der vierte Tag einer Dekade im franz.
republikanischen Kalender (s. d.).
Quartier, Viertel oder überhaupt Abteilung
eines Ganzen, bezeichnet namentlich ein Stadt-
viertel, einen Stadtbezirk, wird aber auch für
Wobnung gebraucht, sowie für die Unterkunft von
Truppen in Kasernen (s. d.) oder bei den Einwohnern
(s. Einquartierung). Man unterscheidet Stand-
quartiere (soviel wie Garnison), Marschquar-
tiere, Kantonnementsquartiere (s. Kan-
tonncment und Ortsunterkunft) und Winter-
quartiere. Letztere sind seltener geworden, da
jetzt der Winter die Operationen nur im äußersten
Notsall unterbricht. Über Alarmquartiere, jetzt
Ortschaftslager genannt, f. Alarm.
Im Schiffs dienst im Hafen ist jede sonst aus
der Hälfte der Besatzung bestebende Schiffswache
(s. d.) in vier Q. geteilt, von denen je ein Q., also
ein Acktel der Besatzung, 24 Stunden hindurch den
Wachdienst versiebt, so daß alle acht Tage jeder
Mann einen Wachtag hat.
Quartier, srüberes Flüssigkeitsmaß in mehrern
Ländern Norddeutschlands - etwa 0,91.
Quartier, Teil eines Ziegels, s. Steinverbände.
Quartier geben, im Gefecht foviel wie Par-
don (s. d.) geben.
Quartierlcistung, die Beschaffung von Woh-
nungs- und andern Räumlichkeiten für die Truppen.
Der Umfang der Q. im einzelnen ist durch ein be-
sonderes Regulativ bestimmt. Es ist nicht nur der
bloße Raum erleuchtet und geheizt zu gewähren,
sondern auch die gehörige Ausstattung, Wasch- und
Trinkgefäß und Stallutensilien sowie die Benutzung
des Kochfeuers und der Koch-, Eh- und Wasch-
geräte des Quartiergebers zu gestatten. Für Orte,
deren Belegung mit Garnison in bestimmte Aussicht
genommen ist, sind Einquartierungskataster
l s. Kataster) jährlich aufzustellen. (S. auch Ein-
quartierung und Friedensleistungen.)
Quartierliste, s. Rangliste.
Quartiermacher, s. Fourier.
Quartiermeister,derjenigeOffizieroderUnter-
ofsizier, dem die Sorge für die Unterkunft, Verpfle-
gung, Bekleidung, Ausrüstung u. s. w. einer Trup-
penabteilung obliegt, so daß es Regiments-, Es-
kadrons- u. s. w. Quartiermcister giebt. In der
deutsckcn Armee findet sich diese Bezeichnung nur
für einen Unteroffizier der berittenen Truppen, der
die Funktionen des Kammerunteroffiziers (f. lüapi-
taiiis ä'ai-11168) der Fuhtruppen innebat. (E. Fou-
rier.) Ein wesentlich anderer Begriff ist mit der Be-
zeicknung Generalquartiermeister (s. d.) verbunden.
Quartlage, in der Fecktkunst, s. Motion.
Quartodecimauer, s. Passahstreit.
Quarto Saut' Elena, Flecken in der ital.
Provinz und im Kreis Cagliari auf Sardinien,
7 km im ONO. von Cagliari und nördlich vom
Golf) di Quarto, der durch das Capo di