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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Radkasten - Radolin
Wurzel (s.d.) ziehen; auf bestimmte Einkünfte an-
weisen; auf ein Grundstück als Hypothek eintragen.
Radizierte Gewerbe, s. Realgcwerberechte.
Nadkasten, bei Dampfschiffen, s. Schaufelräder.
Nadkersburg. 1) Bezirkshauptmannschaft in
Steiermark, hat 449,09 hkm und (1890) 39 547
(19 474 männl., 20073 weibl.) meist deutsche E.,
100 Gemeinden mit 119 Ortschaften und umfaßt
die Gerichtsbezirke Murek und N. - 2) Stadt und
Sitz der Bezirkshauptmannschaft sowie eines Be-
zirksgerichts (158,07 hkm, 15 731 E.), nahe der
ungar. Grenze, am linken Ufer der Mur und an der
Linie Spiclfeld-Luttenberg der Österr. Südbabn, bat
(1890) 2593 deutsche (5., in Garnison das Divisions-
artillerieregiment Nr. 8 (außer 3. und 4. Batterie),
spätgot. Kirche (15. Jahrh.), Natbaus, Theater, Burg
Oberradkersburg des Grafen Wurmbrand, Acker-,
Obst- und Weinbau.
Radkranz, s. Nad.
Radkunstgezcuss, s. Bergbau (Bd. 2, S. 763a).
Radlinie, soviel wie Cykloide (s. d.).
Radlkofer, Ludwig Adolf Timotbeus, Bota-
niker, geb. 19. Dez. 1829 in München, studierte da-
selbst 1848-52 Medizin und beschäftigte sich viel mit
Botanik, war dann 2 Jahre Assistenzarzt am Mün-
chener Allgemeinen Krankenhaus, ging 1854 nach
Jena, um sich ganz der Botanik zuzuwenden, mackte
größere Reisen nach England und Frankreich, wurde
1859 außerord. und 1863 ord. Professor der Bo-
tanik und später zugleicb Vorstand des Königl. Bo-
tanischen Museums in München, 1875 Mitglied der
bayr. Akademie der Wissenschaften. Seine anatom.-
fystematiscbc Metbode ist von großer Bedeutung ge-
worden. Er veröffentlichte u. a.: "Die Bewicklung
der Phanerogamen" (Lpz. 1856), "Ubcr Krvstallc pro-
te'l'nartiger Körper pflanzlichen und tierischen Ur-
sprungs" (ebd. 1859), "Monographie der Sapinda-
ceengattung 861-Miia" (Münch. 1875), "llber die
Gattung ZapiiuwL" (ebd. 1878), "llbcrdie Metbodcn
in der botan. Systematik, insbesondere die anatom.
Methode" (ebd. 1883), "über die Gliederung der
Familie der Sapindaceen" (ebd. 1890).
Radloff, Fricdr. Wilh., Sprachforscher, geb.
17. Jan. 1837 in Berlin, studierte in Halle und
Berlin orient. Sprachen, wandte sich 1858 nach
Petersburg, wurde 1859 Lehrer an der Bcrgsckule
in Barnaul (Gouvernement Tomsk), 1871 Inspektor
der mobammed. Schulen dcsKasancrLehrkrcises und
begab sich 1884 im Auftrage der russ. Akademie der
Wissenschaften nach Wien, um die Herausgabe des
"Xuciatku I^ilik" zu besorgen. 1885 wurde er zum
ordentlichen Mitglied der Akademie ernannt. Er
veröffentlichte namentlich: "Proben der Voltslittera-
tur der nördlichen türk. Stämme" (6 Teile Text und
6 Teile Übersetzung, Petersb. 1866-86), "Ver-
gleichende Grammatik der no'rdl. Türksprachen"
(Teil 1: Phonetik, Lpz. 1882), "Versuch eines Wörter-
bucbs der Türkdialettc" (Petersb. 1888-92), "Aus
Sibirien. Lose Blätter aus dem Tagebuche eines rei-
fenden Linguisten" (Lpz. 1884), "IQiäatknLilik. Fak-
simile der uigurischen Handsckrift" (Petersb. 1890),
"Das Xnäatkui^ilik des JusufChaß-Hadsckib aus
Bälasagun. Teil 1: Der Text, in Transkription"
(ebd. 1891), "Arbeiten der Orchon-Expedition. Atlas
der Altertümer der Mongolei" (ebd. 1892 fg.), "Die
alttürk. Inschriften der Mongolei" (ebd. 1894).
Radmannsdorf. 1) Bezirkshauptmannschaft
in Kram, hat 1074,75 <ikm und (1890) 26497
(12 554 männl., 13 943 weibl.) meist flowcn. E. in
20 Gemeinden mit 128 Ortschaften und umfaßt die
Gcrichtsbezirke Kronau und R. - 2) R., flow. I^-
äovhicn., Stadt und Sitz der Bezirkshauptmann-
schaft und eines Bezirksgerichts (707,82 hkm,
19327 E.), am Zusammenfluß der Wurzener und
Wocheiner ^ave und an der Linie Tarvis-Laibach
der Österr. Staatsbabnen, hat (1890) 295, als Ge-
meinde 631 slowen. E. und ein Schloß des Grafen
Nadmer, Thal, s. Hieflau. . sshun.
Nadnitz, Stadt im Gerichtsbezirk Rokitzan der
österr. Bezirksbauptmannfchaft Pilfen in Böhmen,
an der Linie (5hrast-R. (17 Km) der Vöhm. West-
bahn, hat (1890) 2611, als Gemeinde 2739 E.,
die meist in den naben Kohlenbergwerken arbei-
ten; Parkett- und Dohlglasfabrik, Brauereien und
Tampfsägewerke. Das Nadnitzer Kohlenbccken
(1261^) umfaßt die ältesten Kohlenschürfe (17. Jahrh.)
Böhmens. Die Schächte erreichen eine Tiefe von
83 m, das obere Kohlenflöz ist 76 in mächtig.
Nadnor (spr. rädd-), Grafschaft im östl. Teile
des engl. Fürstentums Wales, zu Südwales gerech-
net, zäblt^auf 1119 hkm (1891) 21791 E., d. i. 19
auf 1 ykm und eine Abnahme von 7,4 Proz. gegen
1881. Das Land besteht zum größten Teil aus
Berg-und Hügelland, welckes entweder ganz kahl
oder mit Heidekraut bewachfen ist, auch Torfstrccken
enthält, im Nadnor-Forest 659 m, im Nhydd-
Hnwell 578 m aufsteigt und seine Gewässer zum
Teil dem Severn, hauptsächlich aber mittels des
Wye dem Bristolkanal zusendet. Der fischreiche
Wye, der die West- und Südgrenze bildet und den
Itbon aufnimmt, ist der bedeutendste Fluß. Sein
Tbal gestattet Feldbau, während fast alles übrige
Land zur Schaftrift dient. Haupterwerbszweig ist
Vieh' und Pferdezucht, der Bergbau liefert nur ge-
ringe Mengen Blei und Silber. Im Parlament ist
N. durch einen Abgeordneten vertreten. Die Haupt-
stadt Prest eigne, an der Ostgrenze in dem frucht-
baren Thale des ^evernzuflusfes Lug gelegen, zählt
1360 E. und enthält das Graffchaft'shaus, ein Ge-
fängnis und eine Lateinschule. Das 12,6 km süd-
westlickcr gelegene New-Nadnor, die frühere feste
Hauptstadt, ist ein armer Ort mit Sckloßruine.
Radolfzell oder kurzweg Zell, Stadt im bad.
Kreis Konstanz, am nördl. Ufer des Unter- oder
Zellcrsces, des nordwestlichsten Arms des Boden-
sees, an der Linie Basel-Konstanz und den Neben-
^ linien N.-Sigmaringen (57,3 km) und R.-Überlingen
i (im Bau) der Bad. Staatsbahnen, i^itz eines Amts-
! gerichts (Landgericht Konstanz) und Nebenzollamtes,
! hat (1890) 2839 E., darunter 262 Evangelische, Post
zweiter Klaffe, Telegraph, alte Mauern und Türme
(13. Jahrh.), schöne got. Kirche (11. Jahrh., vollendet
! 1436) mit Grabdenkmälern, Rathaus (1848) mit
Fruchthalle, Secbadcanstalt; Tricotwcberei, Pum-
pen- und Fcuerspritzenfabrik, Eisengießerei, mcchan.
Werkstätte, Fischzuchtanstalt, Vieh-, Getreide- und
Obstmärtte. In der Nähe Villa Scebaldemit Denk-
mal des Dichters Victor von Scheffel. - R. wurde
im 9. Jahrb. als Cela von Natolf oder Ratold,
Bischof von Verona, gegründet. Im 12. Jahrh, wird
eine Markstätte und ein Kanonikat N. erwähnt. Das
Eborherrcnftift bestand bis 1809. Im I. 1415 er-
kaufte sich die Stadt von Kaifer Sigismund die
Erhebung zur Freien Reichsstadt, kam 1454 wieder
an Asterreich und 1805 an Baden.
Radolin, fürstl. Haus aus dem poln. Geschlecht
Nadolinski, von dem ein Zweig 1836 den preuß.
Grafenstand erlangte. Aus diesem Zweige wurde