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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Raynal (Guillaume Thomas François) - Ré
Orlsansbahn und der Südbahn, abschlosi. Sowohl
diese Verträge als auch seine spätere Beteiligung
an dem Panamakanalnntcrnehmen gaben Anlaß zu
vielfachen Verdächtigungen gegen ihn, die er jedoch
durch mehrere Verleumdungsprozesse niederschlagen
lieh, und die seine Wiederwahl in die Tcpnticrtcn-
kammer 1889 und 1803 nicht hinderten. Als die
Kammer Jan. 1895 die Einsetzung einer Kommission
beschloft, um darüber zu entscheiden, ob R. wegen
jener Verträge mit den Eiscnbabngescllschastcn in ^
den Antlagezustand zu versetzen sei, gab dies den
Anlaß zum Sturz des Kabinetts Dnpuy und zum
Rücktritt des Präsidenten Easimir-Pcrier.
Naynal (spr. ränäll), Guillaume Thomas Fran-
liche Laufbahn und ging nach Paris, um sich der
Litteratur zu widmen. Sein berühmtestes Werk, die
"Il^toire puiloLoiüliciue et ^oliU^ue äe8 etlid1i836-
ment3 et (1u commerce äe8 ^NI'0^06113 ckaN8 168
Oeux-Inä68" (zuerst anonym, 6 Bde., Amsterd. 1771;
dann mit des Verfassers Namen, 10Bde.,Genf 1780;
22 Bde., Par. 1798 u. ö.; deutsck, 11 Bde., Kcmpt.
1783-88), wurde wegen seines Liberalisnuls noch
1781 vom Parlament öffentlich verbrannt und gegen
N. ein .Haftbefehl erlassen. R. floh in die Schweiz, von
danach Deutschland, wo ihn Friedrich d. Gr. mit Aus-
zeichnung empfing. 1787 erhielt er die Erlaubnis
zur Rückkehr nach Frankreich. Die Nationalver-
sammlung stellte 30. Dez. 1790 die bürgerliche Ehre
R.s wieder her, und das Direktorium ernannte ihn
zum Mitglied des Institnts. R. starb 0. März 1796
zu Chaillot bei Paris. Unter seinen Schriften sind
noch zu erwähnen: "^necäote8 Ki3t0i'i<iue3, mili-
tliii-68 et p0Ütiyu68 äs 1'I^ui ope" (3 Bde., Par. 1753;
vermehrte Ausg. 1762), "IIi8wii'6 äu äivorce äs
Henri VIII 6t äe (üatiieiine ä'^ra^on" (ebd. 1763)
uud ""I^lileau et revoilitioi^ äe8 e0l0nie3 an^ai3e3
(Ie I'^meri^ue Lepteiiti'ionale" (2 Bde., Amsterd.
1781). Pcuchet gab aus R.s Nachlaß heraus: "1Ü3-
toii'ei)Iiil080^ui(iu6 6t^0liti^u6äe3etad1i336ment3
et lin commerce de8 Nui-o^een3 6aii3 I'^fiic^ne
Leptentrionale" (2 Bde., Par. 1826; deutsch von
Hennig, 2 Bde., Lpz. 1829).
Naynouard (spr. ränuahr), Francois Inste
Marie, franz. Schriftsteller, geb. 18. Sept. 1761 zu
Brignolles in der Provence, war ursprünglich Ad-
vokat, wurde 1791 in den Gesetzgebenden Korper ge-
wählt und entging in der Schrcckenszeit nur durcb
die Reaktion vom 9. Thermidor dem Tode. Hierauf
war er wieder in seiner Heimat Advokat und wen-
dete sich 1800 nach Paris, wo er mit mehrern Tra-
gödien als dramat. Dichter auftrat. 1806 und 1811
vom Depart. Var in den Gesetzgebenden Körper ge-
wählt, wurde er 1807 Mitglied der Akademie. 1816
wurde er Mitglied der Akademie der Inschriften und
schönen Künste, 1817 beständiger Sekretär der Aka-
demie. Er starb 27. Okt. 1836 zu Passy bei Paris.
R.s Verdienste liegen auf dem Gebiete der provencal.
Sprache und Litteratur. Sein "^Iioix äe 7)0e3ie3
0riFinaIe8 äe3 troulmäoui^" (6 Bde., Par. 1816
-21; der erste Band enthält die Abhandlungen
"I^ec1iei'che8 Lui- I'anciennete de 1a. lan^ue i-o-
inHne", "^1ement3 de la, ^lümmHire cle lg. lan^ue
romane avant 1'aii 1000" und "(^rainmaire i-omane")
machte erst ein näheres Studium der provcncal.
Dichter möglich, und durch den Nachweis des laut-
lichen und morpbolog. Parallelismus der roman.
Sprachen beseitigte er die Ansicht, die roman. Spra-
chen seien das Werk der Willtür und ohne Gesetz
und Regel. Ein anderes Hauptwerk über das Pro-
vencalische ist sein "I^exi^ue i-onian, ou dictionniure
äe 1a. lan^ue äe8 ti'0nda(i0ui-8)> (6 Bde., Par. 1836
-45), dessen erster Band einen "Xouveau ckoix äe
^0^3103 äe3 ti'0ud^ä0ui'8" enthält. Das Nordfran-
zösischc betreffen seine "Od8ervllti0n3 8ur Ie roman
de I^on" (Par. 1829). Der Geschichtschreibung ge-
hören die Werke an: "IIi3toii'e äu äi-oit municipal
eii ^i'Änce 30N313. (lomiuation i-om^ine et 8(M8 leg
troi8 ä)na3li(?8" (2 Bde., Par. 1829) und "Nonu-
ment3 di3t0lisiue3 I'6i3.tif8 ü. 1^ conäainnation äeä
clievaiiei'8 äu ^leinple" (ebd. 1813).
Nayon (frz., spr. rälöng), Bezirk, Umkreis, be-
sonders einer Festung (s. Festungsrayon).
Rayonbeschränkungen, dauernde Beschrän-
kungen, denen in der näcbstcn Umgebung der Festun-
gen die Benutzung des Grundeigentums unterwor-
fen ist (s. Festungsrayon). Ireich, s. Retz.
Nayz (spr. räß), Baron von, Marschall von Frank-
Ita.2 äo innres (frz., spr. ra), Springfluten,
besonders in der Garonne (s. d.).
Razgrad (spr. ras-), Kreishauptstadt in Bulga-
rien, am obern Veli Lom (Ak Lom), Station (2 km
vom ^rt) der Bahn Rustschuk-Varna, hat (1888)
12 974 E., vorwiegend Türken; Weinbau und Handel.
Nazumovsky, s. Rasnmowskij.
Nazzia, ein arab. Wort, das in der Verberei
zur Bezeicbnnng der Beutezüge gebraucht wird, die
Gewalthaber gegen ihre Feinde oder gegen abtrün-
nige oder widerspenstige Stämme unternehmen, um
dieselben durch Vernichtung ihrer Wohnplätze oder
die Fortnahme ihrer Herden zu schädigen. In den
europ. Sprachen eingebürgert, bezeichnet N. auch
allgemein einen Streifzug (z. B. der Polizei), um
irgend etwas aufzusuchen.
R.b, chem. Zeichen für Rubidium (s. d.).
Rbät, Stadt in Marokko, s. Rabat.
^?be/i., hinter lateinischen naturhistor. Namen
Abkürzung snr Hcinr. Gottl. Ludw. Reichenbach (s. d.).
^?. ^3,'., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung
für Robert Vrown (s. d.). ft. h. "nimm").
Ao., auf Rezepten Abkürzung für Necipe (lat.,
_l?o/<b<?/i. M., hinter lateinischen naturhistor.
Namen Abkürzung für Heinr. Gust. Reichenbach
(f. Ncichenbach, Heinr. Gottl. Ludw.).
Il.s, in der Musik, s. Solmisation.
A. H., in England Abkürzung für No^ai NnZi-
N66I-3 (königl. Ingenicure, d. i. Pioniere).
Ne (Rhe'), Ilede, I^aäiZ in3ula, 24 km lange,
j 3-6 km breite Insel an der franz. Westküste, ge-
' bort znm Arrondisscment La Röchelte des Depart.
Charente-Inserieure, liegt 9 km westlich von La
Rocbclle, 4 km vom Festland, ist von diesem im N.
i durch den Pertuis Breton, im S. durch den Pertuis
d'Antioche (so genannt nach einer im W. gelegenen
und von den Wellen verschlungenen Stadt) von
! Oleron getrennt, hat auf 85,29 hkm (1891) 15376 E.
Re besteht aus zwei Teilen, da der Nordwestteil durch
eine tiefe Hafeneinbuchtung auf der Nordküste bis
auf eiuen 70 m breiten Isthmus bei Ars abgetrennt
wird, ist im S. und W. steil und unzugängig und
von Riffen umgeben, im N. flach, durch Dämme ge-
schützt, hat mehrere Häfen, gutes Weinland, keine
'Äcker, Quellen, Weiden oder Gehölze und trügt fünf
Leuchttürme. Die Bewohner sind Fischer, Schiffer,
Weinbauern, gewinnen aus Ealzteichen große
Mengen Salz, fabrizieren Branntwein und Wein-