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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Remda - Remiremont
denen Die alte Frau in Petersburg und Der bär-
tige Alte in Dresden (beide 1654) zu erwähnen sind.
R. hat auch eine Menge Zeichnungen hinter-
lassen, die höchst charakteristisch für die Richtung des
Meisters und treffende Belege sür seine reiche Er-
findungsgabe sind. Sammlungen seiner Handzeich-
nungen bewahren das Louvre in Paris, die Alber-
tina in Wien, die Kupferstichkabinette in München,
Berlin, Dresden, das Britische Museum, das Teyler-
Museum in Haarlem, das Museum Fodor in Amster-
dam, ferner die Privatsammlungen der Herren
von Beckerath in Berlin, Bonnat in Paris, Zeseltine
in London. Fr. Lippmann giebt seit 1889 die vor-
züglichsten Blätter in Faksimile-Reproduktionen
heraus. Endlich ist R. noch berühmt als Radierer.
Mit allen Mitteln der Technik meisterhaft aus-
geführt, haben seine Radierungen ganz die Har-
monie, Wärme und Poesie seiner Bilder. Das sog.
Hundertguldenblatt (Christus heilt Kranke, wahr-
scheinlich komponiert nach Matth. 9,13-15), Kreuz-
abnahme, Bürgermeister Six, Arzt Tholinx (1883:
37 750 Frs. gezahlt), Schreibmeister Coppenol, Land-
schaft mit drei Bäumen sind Hauptstücke seiner ra-
dierten Blätter, die zum Teil außerordentlich hoch
bezahlt werden und deren Zahl Vartsch auf 375
angab, während die neuere Kritik eine weit ge-
ringere Anzahl Radierungen von R.s eigener Hand
gelten läßt (W. von Seidlitz zäblt etwa 260 echte
Radierungen R.s). Ein vorzügliches Mittel zum
Studium der Radierungen N.s bietet D. Rovinskis
"I/wuvi-6 3I-HV6 äe R.", mit Lichtdruckreproduktionen
sämtlicher dem Künstler zugeschriebenen Blätter in
allen bekannten Plattenzustünden (3 Bde. Tafeln und
1 Bd. Text, Petersb. 1890). Altere Zusammenstellun-
gen des Radierwerkes lieferten: Gersaint (Par. 1751),
Daulby (Liverp. 1796), Bartsch (2 Bde., Wien 1797;
neuer Abdruck, Lpz. 1880), De Claussin (Par. 1824
u. 1828), Wilson (Lond. 1836), Ch. Vlanc (Par.
1859 u. 1880), Dutuit (mit Heliographien sämtlicher
Radierungen; ebd. 1881-85), S. R. Köhler (1887).
Chronol. Anordnungen lieferten Vosmaer (1868)
und Middleton (Lond. 1879), dessen Gruppierung
fast durchgängig Geltung gewonnen hat. Photo-
graphien nach R.s Radierungen (165 Blatt) ver-
öffentlichte die Photographische Gesellschaft in Berlin.
R. hatte zahlreiche Schüler und Nachfolger, von
denen sich Gerard Dou, Jakob Backer, Govaert
Flinck, Ferd. Bol, Phil. Koninck, Jan Victors, Karel
Fabritius, G. van den Eeckhout, Sam. van Hoog-
straeten, Nik. Maes und Acrt de Gelder einen Na-
men in der Kunstgeschichte gemacht haben.
Litteratur. Die Resultate der Urkundenfor-
schung sind in der Zeitschrist "Ouä lloiianä" (Am-
sterd. seit 1883) niedergelegt. Vgl. ferner Scheltema,
li.eäkvoklinF over liet levsn van N. (Amsterd. 1853;
französisch, Par. 1866); Vosmaer, N., 83. vis et
868 wuvr63 (2. Aufl., Par. 1877); Lemcke, R. van
Rijn (in Dohmes "Kunst und Künstler", Heft 35,
Lpz. 1877); W.Bode, Studien zur Geschichte der
Holland. Malerei (Vraunschw. 1883); R. Graul,Rem-
brandt (Lpz. 1892); E. Michel, N., 8a vie. 8on wnvi-s
6t 80N t6inz)8 (Par. 1893); W. von Seidlitz, R.s Ra-
dierungen (Lpz. 1894); M.Schmid, Rembrandt (im
"Kunst-Salon", Verl. 1894); Kolloff, R.s Leben und
Werke (im "Histor. Taschenbuch", 3. Folge, 5. Jahrg.,
Lpz. 1854). Ein Prachtwerk (8 Bde., Paris bei Ch.
Sedelmeyer), enthaltend 500 Heliogravüren von Ge-
mälden, Phototypien von Handzeichnungen und Ra-
dierungen, sowie eine Biographie R.s, bereitet Wilh.
Bode vor. Lautners Schrift "Wer ist R.?" (Vresl.
1891), die vorübergehend Aufsehen erregte, ist ohne
wissenschaftlichen Wert. Das vielbesprochene Buch
(von Langbehn): R. als Erzieher (Lpz. 1889;
43. Aufl. 1893) handelt eigentlich nicht von R.,
sondern nimmt ihn nur zum Ausgangspunkt all-
gemeiner Betrachtungen.
bezirk Weimar des Großherzogtums Sachsen-Wei-
mar, hat (1890) 1206 evang. E., Post, Telegraph, ein
der Universität Jena gehöriges Rittergut; Gewin-
nung von Kalktuff, Sandsteinbrüche, Pappenfabrik,
zwei Fabriken für Waldwollpräparate, Mahl- und
Schneidemühlen, Brauerei. R. wird als Sommer-
frische besucht. ^nando-Noronha.
Remedios, brasil. Sträflingskolonie, s. Fer-
Remedium (lat.), Heilmittel. In der Münz-
prägung ist R. oder Toleranz die gesetzlich gestattete
Abweichung nach oben und unten von dem vorge-
schriebenen Gewicht und Feingehalt der Münzen
(s. Fehlergrenze). Sie wird gewährt, weil eine abso-
lute Genauigkeit der Prägung nicht immer zu erzie-
len ist. Infolge der technischen Fortschritte ist man im
stände, das R. immer kleiner zu bestimmen. Früher
wurde das im fiskalischen Interesse aus genutzt, indem
man immer soweit wie möglich die untere Grenze
desselben zu erreichen suchte. Nach dem deutschen Ge-
setz vom 4. Dez. 1871 betrügt das R. sür Reichsgold-
münzen 2^/2 Tausendstel im Gewicht und 2 Tausend-
stel im Feingehalt. Die lat. Münzkonvention setzte
die Toleranz nach oben und unten im Gewicht der
100-, 50- und 40-Frankenstücke auf 1 Tausendstel, der
20- und 10-Frankenstücke auf 2 Tausendstel und der
5-Frankenstücke in Gold auf 3 Tausendstel, und im
Feingehalt aller Goldmünzen auf 1 Tausendstel (vor
5. Nov. 1878: 2 Tausendstel) fest. Beim engl.
Sovereign beträgt die erlaubte Abweichung im Ge-
wicht 0,01296 Z, beim halben 0,00972 F, im Feingehalt
2 Tausendstel. - über R. oder Toleranz bei ge-
aichtm Maßen und Gewichten s. Aichen.
Remedur (vom lat. l6M6äiuiu), Heilung, Ver-
besserung, Abstellung eines Mißbrauchs.
Remefse, s. Rimesse.
Remich, Hauptstadt des Kantons R. im Distrikt
Grevenmachcr des Großherzogtums Luxemburg,
links an der Mosel, an den Linien Koblenz-Trier-
Diedenhosen (Station Nennig-R.) der Preuß. Staats-
bahnen und Luxemburg-R. (27,2 km) der Luxembur-
ger Nebenbahn, hat (1890) 2200 E., Post, Telegraph;
Gerbereien, Weberei, Kalkstein- und Gipsbrüche,
Ziegelei, Obst- und Weinbau.
Aemingtongelvehr, ein in der Gewehrfabrik
von C. E. Remington and Sons in Ilion im Staate
Neuyork konstruierter Hinterlader mit Blockver-
schluß. Die besondere Eigentümlichkeit desselben bil-
den die beiden um starke Wellen drehbaren Hähne,
deren einer den Verschlußkopf, der andere den
Schlaghahn bildet, der gegen einen Schlagstift
schlägt. Das R. war in Schweden, Norwegen,
Dänemark, Spanien, Ägypten, Griechenland und
Amerika eingeführt.
Reminiscenz (lat.), Erinnerung, Anklang,Stelle
in einem Schriftsteller oder in einer Musik, der man
schon anderswo begegnet ist.
Itsniinisoers (lat., "Gedenke"), der zweite
Fastensonntag (fünfte Sonntag vor Ostern), nach
seinem mit Psalm 25, 6 beginnenden Introiws (s. d.).
Remiremont (spr.-mirmöng). 1) Arrondissement
im franz. Depart. Vosgcs, hat auf 875,5i hkiu