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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rhinthonika - Rhizophora
untern Min, bat (1890) 1229 E., darunter 24 Ka-
tholiken, Post, Telegraph, Ackerbau, Viehzucht, Torf-
gewinnung und eine Dampfsägemühle.
Nhinthonika, soviel wie Hilarotragödie (s. d.).
Rhinwasserstratze, in der Märt Branden-
burg, im 18. Jahrb. durch Ausbau der Verbin-
dungsstrccken von sechs größern und kleinern Seen
zu Kanälen hergestellt, führt in 51 km Lange, von
denen 31,001cm auf die Seen kommen, von Lindow
am Gudelacksee westlich nach Zippclsförde und von
da südöstlich an Alt- und Neuruppin und Friesack
vorüber nach dem Cremmersee, mit einem durch
zwei Schleusen vermittelten Gefalle von 3,5 m.
1892 passierten die Alte Friesackcr Schleuse 1402
Schiffe, 532 Flöße. Der Rhinfluß, einer der
zahlreichen Wasserläufe zwischen dem Cremmersee
und der Havel, wird bei der Lenzkcr Müblc schiff-
bar und mündet nach von dort 35 kni langem, west-
lich gerichtetem Lauf in den mit der Havel in Ver-
bindung siehenden Gülpsee, der seinerseits den aus
3,70 km schiffbaren Mühlen-Nhin von Süden
her aufnimmt.
Rhion, Vorgebirge des alten Achaja am Ein-
gang des korintb. Golfs, heute Kastro Moreas; ihm
gegenüber an der ätol. Küste lag Antirrh i on (heute
Kastro Rumelias).
It.kiVa.si montsLl, nach der Vorstellung der
Allen ein Gebirge im Norden der bewohnten Erde.
Itkip82.1i8 <?tt6?-t?5., Pflanzengattung aus der
Familie der Kakteen (s. d.) mit gegen 30 Arten im
tropischen Amerika, epiphytisch lebende fleischige
Sträucher mit bald cylindrischen, bald blattartig
flachen, oft gegliederten Ästen, die statt der eigent-
lichen Blätter Deckblättchen besitzen, deren Ackscln
sehr kleine, meist rosenartig ausgebreitete Blüten,
später beercnartige Früchte von der Größe einer
Stachelbeere tragen. Viele Arten werden in Gärten
kultiviert, so 15. LhuaiuuloLa ^a^-tn., i'un^is Ha?m
u. a. mit cylindrischen, N. LglicornioiäeZ //a?^.,
8aFli0ni3 //o?-t. u. a. mit cylindrisch-gegliederten,
15. crizy,^ 2Ve/L., ramuloLa ^/^//'. u. a. mit
blattartig verbreiterten Ästen, und endlich N. pln'k-
lloxa ^. (s. Tafel: Kakteen, Fig. 5), bei der jedes
Astglied mit drei Flügeln besetzt ist, die mit denen
des vorhergehenden Gliedes abwechseln. Sie werden
entweder luftwurzelnd wie epiphytische Orchideen an
Rinde oder in Körbchen hängend oder in Töpfen
mit poröser grobstückiger Erde in Warmhäusern
kultiviert und durch Stecklinge leicht vermehrt.
Nhizmen, s. Rhizoiden. Ifüßer.
Ik.ki20oeVk3.1a., Wurzelköpfer, s. Nanken-
Nkixootonia. 1)0., Wurzeltöter, Pilzgat-
tung aus der Familie der Pyrenomyceten (s. d.s/auf
verschiedenen Kulturgewächsen schmarotzende Pilze.
Von den meisten sind zwar die Peritbecicn noch nicht
bekannt, doch kann man sie zu den Pyrenomncctcn
stellen. Ihre Mycelien haben in der Regel eine
violette oder braunrote Färbung und bilden faserige
oder häutige Überzüge auf den von ihnen befallenen
Wurzeln. Meist wird die ganze Oberfläche der letztern
davon bedeckt und die Wurzeln sterben allmählich
ab. Durch die Einwirkung dieser Schmarotzcrpilze
können ganz beträchtliche Mengen von Pflanzen ge-
tötet werden, da die Verbreitung derselben im Boden
von Wurzel zu Wurzel eine sehr schnelle und aus-
giebige ist. Die wichtigsten Arten sind der Wurzel-
töter der Luzerne (15. inLäicnFiniZ DO.) und der
Safrantod M. ci-ocorum 1)0.). Das Mycelium
des erstern bildet anfangs ein spinngewebeartiges
Brockhaus' KonverslltionZ-Lexikon. 14. Aufl. XIII.
Fasergcflecht von weißer Farbe, welches auch unter
dem Namen Eckneeschimmel beschrieben wurde,
und zeigt sich in diesem Zustande an der untern
Partie des Stengels; später werden die ganzen
Wurzeln der Luzerne von einer violett gefärbten
Pilzhaut überzogen. An einzelnen Stellen dieses
Überzugs entstehen dichtere Hyphengeflechte von
dunklerer Farbe, Skleroticn. Auf diesen Sklerotien
entwickeln sich dann beim Verfaulen der Wurzeln
die Pcrithecien und Conidicnfruktifikationen. Der-
selbe Pilz kommt außer auf Luzerne auf den Wurzeln
von Notklee, Möbren, Zucker- und Runkelrüben, auf
den Knollen der Kartoffel und andern Pflanzen vor
und stimmt im wesentlichen mit I'. crocorum über-
ein; letztere Art ist schon lange Zeit als verderblicher
Schmarotzer auf den Zwiebelknollen des Safrans
bekannt und bat besonders in Südfrankreich be-
deutenden Schaden in den Safranpflanzungen an-
gerichtet. Auf den Knollen der Kartoffeln kommt
außer der obengcnannten Art vor: 15. 8n1aiii XÄ/in,
die die Pockenkrankheit der Kartoffeln erzeugt.
Der Entwicklungsgang desselben ist wenig bekannt.
Die Krankheit ist nicht gerade schädlich für die Kar-
toffeln, bewirkt nur ein mißfarbiges Aussehen der
Knollen, da auf der Oberfläche braunrote Pusteln
von geringem Durchmesser austreten. Diese Pusteln
sind die Ekleroticn des Pilzes, die aus dicht ver-
flochtenen Hvphen bestehen. Conidienformen und
Pcritdecien find bis jetzt nicht bekannt.
Rhizoiden, bei den Flechten (s.d.,Bd.6,S.879a)
Rhizinen, die Zellfaden, die die niedern Krypto-
gamen an der Unterlage befestigen und die Funk-
tionen der Wurzeln übernehmen. ^S. 580d).
Rhizokarpeen/Wurz elf arne,s. Farne (Vd.6,
Rhizome (grch.), die im Erdboden vegetierenden
Stammorgane (s. Stamm).
Ilkixoiuorpka., eine den Mycelien verschiedener
Pilze aus der Gruppe der Hymenomyceten (s. d.)
eigentümliche Entwicklungsform, die ehedem für eine
eigene Pilzgattung gehalten wurde. Eine R. ist
charakterisiert durch ihre wurzelartigen, verzweigten
und netzartig verbundenen, eine braune Rinden-
fchicht und weißes Mark besitzenden Stränge, die
aus fest verwachsenen Hyphcn gebildet werden. Rhi-
zomorpben kommen im Holzwerke von Brunnen und
Bergwerken sowie häufig in Wäldern zwischen Holz
und Rinde von Baumstümpfen vor. Die Zugehörig-
keit der 15. zu einem bestimmten Pilz ist noch nicht
in allen Füllen ermittelt. Am bekanntesten ist die
N. des Hallimasch (s. d.).
I5ki20Vk0ra. ^., Pflanzengattung aus der Fa-
milie der Rhizophoraceen (s. d.) mit nur wenigen,
fümtlich tropischen Arten. Es sind Bäume von
eigentümlichem Wuchs, deren Stämme und Äste
zahlreiche Luftwurzeln (s. d.) entwickeln. Der im
tropischen Amerika am häufigsten vorkommende
Manglc- oder Mangrovcbaum (15. mang-ie ^.),
auch Lichter- oder Leucht er bäum genannt, wird
15 m hoch, hat immergrüne Blätter, paarweise ge>
stellte weiße Blüten und trägt längliche, einsamige,
nicht aufspringende Früchte mit lederartiger Schale.
Die braungelbe Rinde wird zum Gerben verwendet
und kommt unter dem Namen Mangroverinoe
(<Ü0rtLx ^lai^ieL) in den Handel. Die Mangle-
bäume bilden an den Küsten des Meeres und an
den Usern der großen Ströme, in ticfschlammigen
und fortwährenden Überschwemmungen ausgesetzten
Niederungen dichte, fast undurchdringliche Wälder
(Mangrovcwälder), welche nur dadurch einiger-
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