Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

834
Rhizophoraceen - Rhodiserritter
maßen zugänglich sind, daß die netzförmig ausge-
breiteten Stelzenwurzcln der Vänme über den Wasser-
spiegel hervorragen und auf diese Weise einen Stütz-
punkt zum überklettern bieten.
Rhizophoraceen (I^i/o^oi-acsae), Pstanzen-
familie aus der Gruppe der Dikotyledonen, Ordnung
der Myrtifloren (s. d.), gegen 50 ausschließlich den
Tropengegenden angehörenden Arten umfassend,
Bäume oder Sträucher mit lederartigen, meist ganz-
randigen Blättern. Mehrere N., besonders die Gat-
tung illii^o^lioi-a. (s. d.), leben an Meeresküsten uud
Ufern großer Flüsse im Wasser oder tiefem Schlamm
und entwickeln zahlreiche Luftwurzeln mit vielver-
zweigten Stämmen.
"Ki20i,oa3., s. Wurzelfüßer.
Nhizostonnden, Wurzelquallen, s. Aka-
lephen (Bd. 1, S. 2791>).
Nki20tröFU8, s. Iulikäfer.
Rhöadlnen, Ordnung aus der Gruppe der Di-
kotyledonen, Abteilung der Choripctalcn, charakteri-
siert durch zwei- oder vierzähligc regelmäßige oder
symmetrisch ausgebildete Blüten mit vier oder
mehrern, gewöhnlich sechs Staubgefäßen, die im
letztcrn Falle größtenteils vicrmächtig sind. Der
Fruchtknoten ist oberständig und besteht aus zwei,
seltener aus mchrcrn Fruchtblättern, die eine schoten-
förmige oder kugelige Frucht bilden. Die Ordnung
umfaßt die Familien der Papaveraccen (s. d.), Fu-
mariaceen (s. d.), Krucifcrcn (s. d.), Capparidaceen
(s. d.). (Hierzu die Tafel: Rhoadinen; zur Erklä-
rung vgl. die Artikel I^a^ica, iL^tiL, I^Mvsr, I)i-
Nhodannn, ein zu den Pbthalemen gehöriger
Farbstoff, der beim Erhitzen vonPhthalsänreanhydrid
mitDiäthylmetaamidophenol,^6^4^I<(02l^.,)2i01l,
und konzentrierter Schwefelsaure entsteht. Er färbt
Wolle und Seide bläulichrot mit starker Fluorescenz
und ist ziemlich lichtecht.
Rhodan, Thiocyan, Schwefelcyan, 0X8,
chem. Radikal, das mit Wasserstoff die Rhodan-
wasserstoffsäure (s. d.) bildet, im freien Zustand aber
nicht bekannt ist.
Rhodanide, s. Nhodauwasserstoffsäure.
Il.koHa.nn8, lat. Name der Rhone.
Nhodänwasferftoffsäure, Thiocyan säure,
Sulfocyansäure, Cyansulfosäure, Schwe-
felcyansäure, die Wasferstoffverbindung des Ra-
dikals Nhodan, von der Zusammensetzung 0^(811).
Das Kaliumsalz, Rhodankalium, W8ic, entsteht
aus Cyankalium beim Schmelzen mit Schwefel oder
beim Zufammenbringen mit gelbem (schwefelhalti-
gem) Schwefclammonium: X<Ä5 -^8 -- 0^3l^. Die
freie R. ist wasserfrei, nur bei sehr niederer Tempera-
tur beständig und bildet mit Wasser eine gelbliche,
stechend riechende Flüssigkeit. Die Salze der Säure
(Rhodanide) sind in ihren Eigenschaften den
Salzen der Cyan-, Chlor- und Bromwasserstoffsäure
sehr ähnlich. Das Rhodanammonium entsteht
durch Erwärmen eines Gemisches von Schwefelkoh-
lenstoff, konzentriertem Ammoniak und Alkohol nach
derGleichung08.2 ^2Xll3-0X8.Ml4^It28. Es
bildet farblose zerflieftliche Krystalle und geht beim
Erhitzen in den isomeren Sulfoharnstoff (^(MI^
über. Mit Eisenoxydsalzen giebt es eine dunkel-
blutrote Färbung, welche als empfindliche Reaktion
auf Eisen dient. Das Quecksilberrhodanür
(Rhodanquecksilber), 113(^8, ist ein weißes,
m Wasser unlösliches Pulver, welches beim Ver-
brennen sein Volumen stark vergrößert (Pharao-
schlangen, s. d.). Die Alkoholverbindungen der R.
sind wie das Sulfocyanätbyl, 0X3-^ÜZ, flüch-
tige, lauchartig riechende Flüssigkeiten und isomer mit
den Senfölen. Die N. findet sich immer im Speichel
und im Harn von Menschen und Säugetieren.
Nhode-Island (spr. rohd eiländ, abgekürzt
15. I.), der lleinste der Vereinigten Staaten von
Amerika, im N. und O. von Massachusetts, im S.
vom Atlantischen Ocean, im W. von Connecticut
begrenzt, umfaßt 3240 ^m, zählte 1790: 68 825 E.,
1880: 276 531 E., 1890: 345 506 E., d. i. 106 auf
1 <^kin, darunter 7000 Farbige. Die Narragansett-
bai teilt den Staat in zwei Teile: der westliche ist
der größere und fruchtbarere. Die Küste ist flach
und von Lagunen begleitet. Der Boden ist bügelig,
doch ohne bedeutende Erbebungen; er wird von
archäischen Gesteinen gebildet, welche Spuren der
Eiszeit aufweisen. An der Ostgrenze tritt Carbon
auf. Die Flüsse sind unbedeutend. Das Klima ist
milder als in den andern Neuengland-Staaten.
Ein Viertel des Bodens trägt Wald. R. treibt
Viehzncht und Milchwirtschaft, Getreide- und Obst-
bau. Haupterwerbszweig ist die Industrie. Unter
den vielen Fabriken sind namentlich die von Baum-
woll- und Wollwaren mit ihren Ncbengewerben
wichtig. Die schulen sind gut, dock sind noä)10Proz.
Analphabeten. Unter den höbcrn Unterrichts-
anstaltcn befindet sich die baptistische Lrmvn Uni-
versitz in Providence. Die Bahnen hatten (1890)
342 kin Länge. N. ist in fünf Countics geteilt und
hat zwei Hauptstädte, Providence und Newport.
Andere Städte sind: Partucket, Woonsocket, Lin-
coln, Warwick und Bristol. Der Gouverneur hat
keiu Veto gegen Beschlüsse der zwei Kammern.
Die Kolonie R. wurde 1636 von Roger Wil-
liams begründet, der sich in Providence ansiedelte;
bald darauf ließen sich weitere Ansiedler unter der
Führung von Anne Hutchinson, die aus Massachu-
setts durch die Unduldsamkeit der Puritaner ver-
trieben waren, auf der Insel Aquiday nieder, die
sie N. nannten. 1643 verlieh ihnen Karl I. einen
Freibrief, der 1663 durch einen andern ersetzt wurde.
An dem Unabhängigkeitskrieg gegen England nahm
R. krustigen Anteil, weigerte sich aber anfangs,
die Verfassung anzunehmen, und trat erst 29. Mai
1790 als letzter der 13 Staaten der Union bei. Er
behielt seine Kolonialversassung bis 1842, worauf
er eine neue Konstitution annahm. - Vgl. S. G.
Arnold, Iliätor^ ok Il,Qc)ä6 Islknä anä I'i'oviäsnc"
?1mitktion8 1636-1790 (2 Bde., Neuvork 1859
-60); G. W. Greene, 81iort ki^or^ ok lllioäs 18-
land (Providence 1877).
Rhoden, Stadt im Kreis der Twiste des Für-
stentums Waldeck und Pyrmont, 12 km nördlich
von Arolsen, hat (1890) 1412 E., darunter 16 Ka-
tholiken und 49 Israeliten, Post, Telegraph, ein
Schloß mit fürstl. Erbbegräbnis; Thonofenfabrika-
tion und Ziegeleien.
Nhodeorettn, s. Convolvulin.
"K0ÄVU8, Fifch, f. Bitterling.
Rhodez, Stadt in Südfrankreich, s. Rodez.
Rhodictt, ein dem Boracit sehr ähnliches Mi-
neral (borsaurer Kalk), das sich auf Turmalin und
Quarz au einigen Orten am Ural findet, über den
afrikanischen R. s. Voronatrocalcit.
Rhodische Kunst, s. Griechische Kunst (Vd. 8,
S. 355 d).
Rhodiferholz, Rhodiseröl, s. Nofenholz.
Nhodiserritter,s.JohanniterordcnundRhodus.