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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rhône (Departement) - Rhônemündungen
erheblich zugenommen. In Lyon beträgt der Vin-
nenfchiffahrtsverkehr jetzt etwa 500000 t pro Jahr.
Auf den letzten 50 km ihres Laufes ist die R. der
Einwirkung der Flut unterworfen, die Seeschiffe
gehen bis Arles hinauf. Statt des 7 km langen
Mündungsschlauches wird von der Schiffahrt der
3,3 kni lange Kanal benutzt, der von Saint-Louis-du-
Rhöne in 30 m Sohlbreite und 6 in Tiefe nach dem
Golf de Fos führt. Schiffahrtskanäle verbinden die
R. mit dem Rhein (f. Rhein-Nhöne-Kanal), mit der
Seine durch den Canal de Vourgogne (mittels
Saöne und Ionne) und mit der Loire durch den
Canal-du-Centre (von Chälon-fur-Saöne nach Di-
goin) sowie im Delta noch die Kanäle Veaucaire-
Aiguesmortes und Arles-Vouc am Golf de Fos;
daneben dienen andere Kanüle der Entsumpfung
(in Niederwallis), der Korrektion zur Beseitigung
der Überschwemmungen und der Industrie, wie der
Ableitungs-(Derivations-) Kanal der Perte du R.
- Vgl. Lentheric, 1^6 R., lliätoirk ä'un üouve
(Par. 1892).
Rhone, franz. Departement in Lyonnais, be-
steht aus dem östl. oder eigentlichen Lyonnais und
dem nördlich anstoßenden Veaujolais (s. Beaujeu),
grenzt im S. und W. an das Depart. Loire, im
N. an Saöne-ct-Loire, im O. an Ain, durch die
Saöne geschieden, und Isere, jenseit der R., hat auf
2794,24 <ikm (1891) 806737 E. (33825 mehr als
1886), darunter 18142 Ausländer, also 289 E. auf
1 ykm, eine Dichtigkeit, die nur denen des Seine-
und Norddepartements nachsteht (aber ohne Lyon
nur 131 (§. auf 1 ykm). R. zerfüllt in zwei Arron-
dissements (Lyon, Villefranche) und 29 Kantone mit
268 Gemeinden und bat Lyon zur Hauptstadt. N.
ist Gebirgsland, das Berg land von Lyonnais
gipfelt im W. in den Monts du Lyonnais mit 1004 m
(südwestlich von Tarare), im NW. steigt das Vois
o'Ajour 1012 m empor, alle übrigen Erhebungen
bleiben unter 1000 m. Der Boden ist meist steinig
und unfruchtbar, nur die tiefern Gegenden und die
engen Fluhthäler haben üppige Vegetation und
Gartenbau. Zahlreiche Flüsse bewässern das Land:
Saöne mit Grosne, Ardicre und Azergues, sowie
R. mit Gier die weit größere Ostseite; im W. sind
nur Zuflüsse der Loire in ihren Oberläufen. Das
Klima ist gesund und, die bedeutenden: Höhenlagen
ausgenommen, mild, so daß neben Kartoffeln, Hül-
fenfrüchten, Getreide (1893: 800 000 1ü Weizen,
220 000 Iii Roggen, 1950 Metercentner Gerste,
113 270 Metercentner Hafer), das den Bedarf kaum
zur Hälfte deckt, auch feinstes Obst, vorzüglicherWein
(1893: 1011219 Iii auf 30530 ka, im Durchschnitt
von 1883 bis 1893 nur 389 707 KI) gebaut sowie un-
absehbare Massen von Mau^becrbäumen und große
Wälder von Kastanien, die die beliebten Maronen
von Lyon liefern, gezogen werden. Dichte Tannen-
waldungen des Gebirges liefern gutes Holz, Wiefen
(6,2 Proz. der Oberfläche) fördern die Viehzucht (Be-
stand 1887: 86862 Stück Rindvieh, 43 790 Schafe,
31034 Ziegen) und aus der Erde werden Stein-
kohlen (1893: 40397 t), Kupfer, Eifen, Blei, Zink,
Marmor, Porphyr und Granit gewonnen. Die In-
dustrie hat ihren Mittelpunkt in Lyon und ist außer-
ordentlich mannigfach, am bedeutendsten die Sci-
denmanufaktur, sodann Baumwollspinnerei und
-Weberei, Stickerei, Fabrikation von Eisen (1893:
15135 t), Maschinen, Nadeln, Glas- und Porzel-
lanwaren, Fayence, Kerzen, Chemikalien, Seife
und Papier, sowie Schiffbau. Tarare ist Mittel-
I Punkt einer ausgebreiteten Musselinfabrikation und
' ebenfo das Dorf Cours (s. d.) an der Nordwest-
grenze der Veaujolais-Lcinweberei. Der Handel
ist sehr bedeutend, ihm stehen die Flußschiffahrt auf
R. und Saöne und dem Canal de Givors (im Gier)
und die Paris-Lyon-Mittelmeerbahn mit ihren
Seitenlinien nach Vcaujeu, Roanne, Montbrison,
St. Eticnne (1886 zusammen 295,? km) sowie (1892)
227,7 km Nationalstrasien zu Gebote. Das De-
partement hat ein Lyceum und ein Collöge.
Rhönegletscher, ein äußerst regelmäßig gestal-
teter Gletscher der Dammagruppe in den Berner
Alpen, zwischen den Gelmerhörnern (3200 m), dem
Eggstock (3556 m), Dammastock (3630 m), Rhöne-
stock (3603 m) und Galenstock (3598 m). (S. Tafel:
Gletschern, Fig. 1.) Seine Größe beträgt 23 ykm,
seine Länge 10 km, die Länge der Gletscherzunge
5 km; sein Ende, an welchem die Rhone (s.d.) ihren
Ursprung nimmt, lag 1882 in ungefähr 1800 m
Höhe. Vei Glctsch endet die Straße über die Furka.
Seit 1874 wird er von einer seitens des Schweizer
Alpenklubs mit Unterstützung der Schweizerischen
Naturforschenden Gesellschaft gegründeten Glet-
scherkommission unter Mitwirkung des Eidgenös-
sischen topographischen Bureaus vermessen, um
sichere Daten für das Wachsen oder Schwinden des
Gletschersund die Art seiner Bewegung zu erhalten.
Rhönemündungen(1l0ucIi68-(1u-Rdöii6),franz.
Departement im EW. der Provence, wird im W.
vom Depart. Gard (durch Rhone und Kleine Rhone
getrennt), im N. von Vaucluse (jenseit der Durance),
im O. von Var und im S. vom Mittelmeer (mit
einer Küstenlünge von 160 Km) begrenzt, umfaßt
5104,87 hkm (nach planimetrischer Berechnung
5247) und hat (1891) 630622 E. (25765 mehr als
1886), darunter 92017 Ausländer, also 123 E. auf
1 ykm (ohne Marseille nur 46), 3 Arrondissemcnts
(Air, Arles, Marseille), 29 Kantone und 109 Ge-
meinden. Hauptstadt ist Marseille. Der größere
Teil ist Tiefland und Ebene, namentlich das Rhöne-
dclta und die steinige Crau (s. d.), im N. und O.
dagegen sind mehrere Ketten als Ausläufer der
Alpen, wie Chaine des Alpines (386 m) im NO. von
Arlcs, Chaine dc St. Victoire (925 m) östlich von
Aix, Chaine de l'Etoile im NO. von Marseille und
Chaine de la Ste. Veaume (1043 m) an der Ost-
grenze bei Aubagne. Außer der Rhone und ihren
vielen Mündungsarmen, von denen der westlichste
(1<1i0N6 vit) die Grenze gegen das Depart. Gard bildet,
und der Durance sind von Flüssen nur l'Huveaune bei
der Arc, die beide in den 150 <ikm großen Strand-
see, Etang de Berre (s. Berre), gehen, dem nur der
120 hkm große Etang de Valcares auf der Insel
la Camargue (s. d.) an Größe nahekommt, während
die vielen' andern Strandseen dieses Gebietes bei
weitem kleiner sind. Der Ve- und Entwässerung
dienen mehrere Kanäle, so der Canal des Alpines,
de Craponne u. a., letzterer hat besonders zur Ur-
barmachung der nordwestl. Crau beigetragen. Das
Klima ist heiter und da, wo keine Sümpfe sind, ge-
sund; die Hitze wird durch Seewinde gemildert,
Schnee fällt selten; nur der plötzlich auftretende
Mistral (s. d.) schadet Menschen und Pflanzen. Den
größten Teil der Crau und vier Fünftel der Ca-
margue ausgenommen ist der Boden fruchtbar; es
gedeiht Getreide (1893: 619671 ^ Weizen, 2673 Iil
Roggen, 25639 Metercentner Gerste, 70260 Meter-
centner Hafer), Obst (besonders Pflaumen), Gemüse,