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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rhoio - Rhône (Strom)
Gaertringen, Moderne und antike Ortsnamen auf N. I
(in den "Mitteilungen des Deutschen Archäologi-
schen Instituts zu Alben", XVII, 1892); Selivanow,
Über die Topographie des alten R. (Kasan 1892).
Rhoio, Tochter des Etaphylos (s. d.).
Rhombendodekaeder oder Gran at oeder,
eine von 12 gleicken und ähnlichen Rbombenflachen
umschlossene Form des regulären Systems, mit 24
gleichen 5lanten und 14 (6 vier-, 8 dreiflächigen)
Ecken. Die .Hauptachsen verbinden je zwei gegen-
überliegende vierkantige Ecken. Krystallograpbisches
Zeichen OoO. (S. Tafel: Krystalle'!, Fig. 3.)
Rhombisches Krystallsystem, s. Kristalle. !
Rhomboeder, eine von 6 Rhonibenflächen um- !
schlossene Form des hexagonalen Systems, deren !
Mittelkanten nicht in einer Ebene liegen, sondern ^
im Zickzack auf- und absteigen. Die Kanten sind i
zweierlei: 6 Pol- und 6 Mittelkantcn. Vtan unter-
scheidet stumpfe und spitze R., je nachdem die Pol-
kantenwinkel größer oder kleiner als 90" sind. Das
N. ist der Hälftflächner der hexagonalen Protopyra-
mide. Krystallographisches Zeichen daher eigentlich:
in?
^>~--; gewöhnlich aber > mI5. (S. Tafel: Kry- ^
stalle II, Fig. 7, stumpfes, und 8, spitzes R.) '
Rhomboid, s. Rhombus.
Rhombus (grch.), ein Parallelogramm mit
schiefen Winkeln und gleicken Seiten, Rhomboid
ein folches mit schiefen Winkeln und ungleichen!
Rhön, s. Rhöngcbirge. > Seitenpaaren.
Ithonchus (grch.), Rasseln, Schlcinirasseln, das-
jenige Geräusch, welches man vermittelst der Aus-
kultation bei Schleimansammlungen in den Lungen
und Luftwegen vernimmt. ^
Rhone (frz. le lUwiiL, lat. I^oä^unZ), der zweit- !
größte, aber wasserreichste Strom Frankreichs, kommt
in 1753 in Hohe zwischen Grimscl und Furka aus
dem Rhönegletscher (s. d.) im äußersten NO. des !
schweiz. Kantons Wallis und stießt im ganzen süd- ^
westlich bis Martigny in einem 120 1<m langen,
an der Sohle bis 3 1cm breiten Thale (Vallis) zwi- >
schen Vcrncr und Penninischen Alpen, in das rechts '
und links zahlreiche Seitenthäler münden, aus >
denen Gletscherbäche hervorstürzcn, von denen rechts
die Lonza aus dem Lötschenthal, die Dala bei Lenk,
die Riere, Ätorge, links die Vispach vom Monte-
Rosa, der Turtmann- und Einfisckback, die Vorgne
bei Sitten und die Dranfe vom Großen St. Bern-
hard die bedeutendsten sind. Nun sich nach NW.
wendend, fließt die R. 35 Km durch UntcrwalUs,
erhält links den Trient aus der großartigen Schlucht ,
Gorge du Trient (mit Fall) und die Viege aus ^
dem Val d'Illicz, bildet von Evionnaz ab die!
Grenze gegen Waadt, bricht dicht unterhalb St. !
Maurice zwischen Ausläufern des Dcnt-du-Midi >
und Dent-de-Morclcs durch den Engpaß Porte ^
du N., wird schiffbar, geht durch ein bis 8 Icni brei-
tes, zum Teil versumpftes Thal, empfängt rechts
(von Waadt) den Avancon von den Diablerets und
die Grande - Eau vom'Ormont und mündet 375 m
ü. d. M. bei Le Vouveret durch drei Arnie in den
Genfer See, den sie bei Genf als klarer blauer
Strom wieder verläßt. Jetzt erbält sie links die Arve
aus Eavoyen, windet sich westlich durch das Genfer
Hügelland, berührt 16 kin von Genf (336 m ü. d. M.) '
die franz. Grenzern diefcr südwestlich binfließend,
verläßt bald die Schweiz, geht beim Fort l'Ecluse
westlich in eine enge Fclscnschlucht des Iuragebirges, i
noch Perte du N. genannt, obwobl der Fluß in- '
folge stattgehabter Sprengungen nicht mehr darin
verschwindet, bis Bellegarde, wo rechts die Val-
serine zustießt, wendet sich nach S., geht im brei-
ten kiesigen Bett (mit vielen Inseln) der savoyischen
Grenze entlang bis St. Genir, erbält links den
Fier mit dem Abfluß des Sees von Annecy und die
kanalisierte Leisse vom Lac-du-Bourguet sowie bei
St. Genir den Guier (235 m ü. d. M.), worauf sie
eine scharfe Wendung nach NW. macht, die Grenze
zwischen den Tepart. Ain und Iföre (bis Lyon) bil-
dend. Nach einer südlich gerichteten Abschwenkung,
wo sie links die Vourbre und rechts den Ain erhält,
stießt sie westlich nach Lyon, hier von N. die Saöne
(mit dem Toubs) zu empsangen (155 m ü. d. M.)
und die letzte Hauptwendung (nach S.) zu machen,
im weitern Lauf rechts die Depart. Rhone, Loire,
Ardecke und Gard, links Isöre, Dröme und Vau-
cluse berührend und im Depart. der Rhönemün-
dungen zum Golfe du Lion gehend. Dieses breite,
200 kni lange Thal ist im W. von den Monts
du Lnonnais, dem Mont-Pilat, den Monts du Vi-
varais und den Eevennen und im O. von den Aus-
läusern der Dauphinö-Alpen, den Dröme-Alpen
und den Gebirgen von Eygues (Aigue) und Vau-
cluse begrenzt. Nebenflüsse sind rechts bei Givors
der Gier, links oberhalb Valence die Istre vom
Mont-Iseran mit Arc und Drac, weiter Dröme,
Roubion, reckts oberhalb Pont-Saint-Esprit die Ar-
döche, dann (5öze, links Eygues (Aigue), Sorgues
(oberhalb Avignon) mit Ouvcze, weiterhin die
Durance und rechts der Gard. Bei Avignon
tritt die R. in die aufgeschwemmte reizlose Tief-
ebene, und vor Arles beginnt die Deltabildung,
indem rechts nach SW. die Kleine R. (Petit
R.) abzweigt, wodurch die große Infel de la Ca-
margue mit dem Lagunenfee, Etang de Valcares,
gebildet wird. Die Große R. (Grand N., etwa
sechs Siebentel des Stroms) fließt nach SSO. zum
Golf de Fos und teilt sich in die Alte R. (Vieux
R.), die Roustan- und die Ostmündung (101<m west-
lich von Marseille), welche durch Schlammablage-
rung fährlick 57 m weiter hinausgeschoben werden.
Westlich der Kleinen R. liegt die Ebene von Aigues-
mortes und östlich der Großen R. die Crau (s. d.);
beide sind durch Ablagerungen gebildet.
Die Gesamtlänge der N. beträgt 810 km, wovon
260 (einschließlich 72 der Länge des Genfer Sees) auf
die Sckweiz kommen; von dem Flußgebiet (98900
cikni) gehören 8285 hkm der Schweiz. Das Gefalle
beträgt im ganzen 2,2 in auf I kin, im Oberlauf bis
zum Genfer See 8,0 m, von Lyon bis Arles 0,55 m,
von Arles bis zur Mündung kaum 0,04 m, und die
Breite in der Pcrte du R. 25 m, bei Valcnce 670 in,
bei Arlcs 1600, unterhalb Arles wieder nur 200 m.
Diefe wechselnde Breite in Verbindung mit der star-
ken Strömung haben die Regulierung des Stroms
für die Schiffahrt sehr erschwert. Nach dem Aus-
tritt aus dcm Genfer See ist die N. sogar nur flöß-
bar; erst bei Parc, 158,30 km oberhalb Lyon, be-
ginnt ein schwacher Schiffahrtsbetrieb. Lebhafter
ist derfclbe auf der 281 1<in langen Strecke Lyon-
Arles. stromab benutzen die Schiffe die Strö-
mung, stromauf werden sie von Dampfbooten,
deren Näderschaufeln ("Hacken") bis auf den Grund
reichen, gesckleppt. Auf dieser Strecke hat der Ver-
kebr, nackdcm seit 1877 für Regulierungswerke von
den bewilligten 51 etwa 30 Mill. Frs. aufgewendet
sind und die Zahl der jährlichen brauchbaren Schiff-
fahrtstage sich von etwa 200 auf 337 gehoben hat,